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Veröffentlicht am 09.04.2025

Zwischen Traum und Wirklichkeit – surreale Welt

Nachtlügen
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Zwischen Traum und Wirklichkeit wandelt die Hauptfigur Isra als Nachtalb oder Nachtmahr nicht in der Fantasie-Gestalt wie in den Gemälden von Johann Heinrich Füssli (Fuseli) durch Träume ihrer Mitmenschen, ...

Zwischen Traum und Wirklichkeit wandelt die Hauptfigur Isra als Nachtalb oder Nachtmahr nicht in der Fantasie-Gestalt wie in den Gemälden von Johann Heinrich Füssli (Fuseli) durch Träume ihrer Mitmenschen, sondern wie ein Mensch zumindest äußerlich. Dieses eigentliche Fantasie- und Sagenwesen stiehlt Menschen ihre Träume zur eigenen Energieaufladung und flößt ihnen dafür Albträume ein. Im interessanten Ambiente eines Varietés arbeitet sie als Kellnerin, während sie sich früher in der Traumforschung zusammen mit ihrer erfolgreichen, prominenten Großmutter Orchea engagiert hat. Parallel zu dieser Erzählebene erfährt der Leser im INTERMEZZO einiges über REM, dem Amt für reversible energieausgleichende Maßnahmen, ihr Regelwerk und Newsletter-Auszüge. Dieses surreale Nachtgespenst Isra, sonderbar, geplagt von Halluzinationen,
mehr und mehr bedroht durch ihr unkontrollierbares Monster, wirkt zwar menschlich, verantwortungsbewusst und in spannende, kreative Szenen verstrickt, bleibt aber ein kaum fassbares Wesen. Thematisiert werden verschiedene Traumarten mit Angstzuständen, teils z.B. zur Verarbeitung von Schuld. Die Idee um Nachtalbe in dieser Geschichte ist originell, auch die Informationen zur Schlaf- und Traumforschung sind interessant.

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Veröffentlicht am 28.03.2025

Etwas enttäuschend!

Die Magnolienkatzen
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Das Cover mit schwarz-weißer Katze und Jungkatze unter einem blühenden Magnolienbaum gefällt sowohl in dieser Komposition als auch in der Farbgebung – sehr ansprechend! Die Autorin beschreibt als Ich-Erzählerin ...

Das Cover mit schwarz-weißer Katze und Jungkatze unter einem blühenden Magnolienbaum gefällt sowohl in dieser Komposition als auch in der Farbgebung – sehr ansprechend! Die Autorin beschreibt als Ich-Erzählerin – vermutlich autobiographisch – das Auffinden einer Straßenkatze mit ihrem Wurf im Gebüsch beim abgesägten Magnolienbaum. Wie sich das Zusammenleben von Noriko mit ihrer Mutter positiv verändert, gelingt ihr während der gesamten Zeit der Aufzucht von fünf quirligen, schnurrenden Persönlichkeiten samt fürsorglicher Katzenmutter sachlich zu dokumentieren. Detailliert beschreibt sie sämtliche Entwicklungsstufen ihrer tierischen Schützlinge über Impfungen, Kastration bzw. Sterilisation, Stressverhalten bis zur liebevollen Interaktion mit Ihnen und ihrem familiären Freundeskreis. In sechs Kapiteln reflektiert Noriko auch über die starke emotionale Bindung bis zum Glücksgefühl, über ihre Verantwortung gegenüber ihren zunächst unerwünschten, tierischen Mitbewohnern. Leider fehlen Tiefgang, mehr Twists und Turns hinsichtlich der hier involvierten Menschen. Für Katzenliebhaber ist dieser Roman sicher ein Highlight.

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Veröffentlicht am 06.03.2025

Thriller in ungewöhnlichem Setting

Die Kammer
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Das Cover mit geisterhaft aufgedrückter, schwarzer Hand in undurchsichtigem Nebel hinter einem Bullauge setzt bereits nicht alltägliche Akzente, denn dahinter verbringen sechs Sättigungstaucher unter Druckausgleich ...

Das Cover mit geisterhaft aufgedrückter, schwarzer Hand in undurchsichtigem Nebel hinter einem Bullauge setzt bereits nicht alltägliche Akzente, denn dahinter verbringen sechs Sättigungstaucher unter Druckausgleich mehrere Tage während ihres Einsatzes an einer Ölpipeline, hier in der Nordsee. Zu Beginn des Buches befindet sich die Darstellung des Taucherbasisschiffs DSV Deep Topaz, mit Kammer, Nasszelle und Taucherglocke, am Ende ein Glossar. Erzählt wird die Geschichte in der Ich-Perspektive von Ellen Brooke, der einzigen Frau im Team, belastet mit Schuldgefühlen nach dem jähen Verlust ihrer Familie. Die wiederholten Schilderungen von überlebenswichtigen Regeln bezüglich ihres Unterwasseralltags, jedoch nur eines Tiefseeeinsatzes, sind so detailreich und lebendig, dass man die klaustrophobische Atmosphäre voller akuten Gefahren, Misstrauen und Ängste in und außerhalb der eisernen Druckkammer gut nachempfindet. Begriffe wie z.B. Medlock oder TUP-Kapsel etc. werden nicht nur im Text direkt erklärt, sondern fügen sich organisch auch in die Handlung ein, die mit dem ersten Toten auf engstem Raum für arge Beklemmung beim Lesen sorgt. Die völlig fremde Arbeitsumgebung der Sättigungstaucher entpuppt sich dabei als lehrreich, zunehmend spannender mit steigender Anzahl der Todesfälle. Thematisiert werden auch Überlebenswillen, Gruppendynamik, Isolation, Vertrauen, die physischen und psychischen Belastungen. Auch die aufs wesentliche reduzierte Kommunikation und die eigene Art von Humor beleuchtet der Autor treffend. Jedoch das Ende scheint ohne Motiv für die Morde zu sein mit André, vielleicht mit »Bubble-Hirn«, in einer geschlossenen Station eines Krankenhauses. Die Schuldfrage für vier Morde wird nicht eindeutig geklärt, was enttäuscht.

Veröffentlicht am 03.03.2025

Das Tinder-Zeitalter mit seinen Herausforderungen

No Hard Feelings
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Penelope Moore, Penny, ist 26 Jahre alt, Account Managerin bei Scout Digital Meistens in Cremorne, einem Stadtteil von Melbourne, Victoria, Australien. Mit ihren Freundinnen Annie, Anwältin und Bec Cooper, ...

Penelope Moore, Penny, ist 26 Jahre alt, Account Managerin bei Scout Digital Meistens in Cremorne, einem Stadtteil von Melbourne, Victoria, Australien. Mit ihren Freundinnen Annie, Anwältin und Bec Cooper, verlobt hat sie regen Gedankenaustausch über ihre Versagensängste und Selbstzweifel, über Sinnsuche in ihrem Beruf und Akzeptanz in männlichen Bekanntschaften wie Max Fitzgerald. Gerne hätte Penny, die Erzählerin, weniger Lebensbaustellen und langweilt mit Selbstmitleidsmonologen, wenn auch in flottem, teils humorvollem Schreibstil. In dieser Welt der Mitt- bzw. Endzwanziger schimmert ein wenig australisches Lokalkolorit durch. Thematisiert werden neben ausgiebigem Alkoholgenuss, Pennys psychische Gesundheit, Depressionen und Ängste neben der sich verändernden Freundinnenschaft während ihrer schwierigen Zeit der Selbstfindung.
Insgesamt ein kurzweiliges Leseerlebnis, gerne mit mehr Tiefe.

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Veröffentlicht am 23.02.2025

Lebensgeschichten in historischem Gewand

Rückkehr nach Budapest
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Das Cover repräsentiert den anfänglichen Schauplatz dieses Romans gut. In einem Mix aus Rückschau und Gegenwart geht es um drei gegensätzliche Charaktere, über deren Aufwachsen im Sozialismus, um ihre ...

Das Cover repräsentiert den anfänglichen Schauplatz dieses Romans gut. In einem Mix aus Rückschau und Gegenwart geht es um drei gegensätzliche Charaktere, über deren Aufwachsen im Sozialismus, um ihre Freundschaft und weiteren Lebensweg mitten in politischer Unsicherheit der ehemaligen DDR und von Ungarn. Die Ich-Erzählerin Márta Németh, introvertiert, unsicher und nachdenklich, durchlebt unterschiedliche, schwierige Zeiten mit Familien- und Beziehungsproblemen neben ihrer starken Freundschaft zu ihrer Cousine Theresa, eher angstfrei, selbstsicher, extrovertiert, spontan, egoistisch und verantwortungslos. Mit 18 Jahren vom Dorf in Ungarn ausgerissen nach Ostberlin zu Theresa lernen beide den Rebellen Konstantin Berger bei seiner Lesung kennen. In verschiedenen Heimen und der DDR-Strafvollzugseinrichtung Torgau als vermeintlich ‚schwer erziehbarer‘ Jugendlicher aufgewachsen verarbeitet er literarisch diese harschen Erfahrungen von Gewalt. Eine komplizierte Dreiecksgeschichte aus Liebe, Freundschaft, Verrat und viel Hoffnung wird langsam entblättert durch manchen unklar gekennzeichneten Rückblick zwischen Berlin – erstmals 1984 -, Wien 1986 und Budapest. Thematisiert werden weiterhin Alkoholismus, die Totalisierung und Befindlichkeit der Sprache nicht nur in der DDR mit unterdrückter alternativer Kunstszene, von Fehlgeburt und Abtreibung. Leider erschweren besonders die oft wechselnden Zeitebenen in Mártas Erinnerungen die zügige Einordnung im Gesamtkonzept des Romans, der anfangs langatmig dahin dümpelt.
Der historische, sozialistische Hintergrund gefällt besser als die komplizierten Emotionen der Hauptakteure.

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