Spannung, Sex und Spionage
Emma„Emma“ ist das Erstlingswerk des Schauspielers Jean Reno und das allein wird dem Roman die nötige Aufmerksamkeit sichern.
Emma ist eine junge französische Masseurin, die die Chance bekommt, in einem ...
„Emma“ ist das Erstlingswerk des Schauspielers Jean Reno und das allein wird dem Roman die nötige Aufmerksamkeit sichern.
Emma ist eine junge französische Masseurin, die die Chance bekommt, in einem Luxus-Resort im Oman einheimische Masseure zu unterrichten; bald gerät sie in eine Liebes- und später auch Spionageaffäre mit Tariq, dem Sohn des Premierministers. Nun weiß sie nicht, wem sie noch trauen kann und muss sich auf ihre eigenen, teils sogar übernatürlichen Fähigkeiten verlassen, um zu überleben.
Die Schreibweise des Buches ist wunderbar atmosphärisch und die Beschreibungen sind detailreich. Sowohl die Bretagne als auch das Leben im Oman wird so lebendig geschildert, dass ich die Gischt des Meeres und die Düfte auf dem Souk direkt in der Nase hatte. Emma als Protagonistin war mir sehr sympathisch.
Mir hat es gut gefallen, dass ich in der ersten Hälfte praktisch an Emmas neuem „normalen“ Leben und Erleben in dem exotischen Land habe teilnehmen können. Und doch kriecht so eine unheimliche Stimmung und Spannung in den Roman; Emma fühlt sich beobachtet und der Leser weiß nicht so recht, wie denn nun die bisher geschilderte Liebesgeschichte mit der im Klappentext versprochenen Spionagegeschichte zusammenhängen soll. Die Spannung und merkwürdige Atmosphäre hat Jean Reno sehr gut hinbekommen.
Leider gerät die Agenten- und Spionagegeschichte, die Emma in der zweiten Hälfte erlebt, zu einer Räuberpistole mit Logikfehlern und nicht wieder aufgenommenen „loose ends“.
Besonders hervorheben möchte ich die Optik des Buches, ganz in blau gehalten, mit einem wunderbaren blauen Farbschnitt erinnert es an die bretonische Küste. Die Lettern „EMMA“ sind noch einmal besonders geprägt. Das Buch ist haptisch sehr ansprechend.
Ich gebe dem Roman definitiv meine Empfehlung, wegen der großartig stimmungsvollen Schilderungen, aber auch wegen Jean Reno. Ganz klar.