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Veröffentlicht am 19.03.2025

Viele Verdächtige verwirren nicht nur die Leser

Morden auf Friesisch
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Vier Jahrzehnte lebte Hinnerk hier und dass heute sein letzter Tag sein sollte, das ahnte er nicht. Für ihn war es das schönste Fleckchen Erde. Jedoch war es eine stabile Angelschnur, die seinem zu kurzen ...

Vier Jahrzehnte lebte Hinnerk hier und dass heute sein letzter Tag sein sollte, das ahnte er nicht. Für ihn war es das schönste Fleckchen Erde. Jedoch war es eine stabile Angelschnur, die seinem zu kurzen Leben ein Ende setzte. Er wurde erstickt. Michaela Greve nimmt die Ermittlungen auf.

Hauptkommissar Kruse ist der Chef von Michaela. Er mag sie sehr, auch wenn er das niemals zugeben würde. Dann gibt es noch einen dritten Ermittler, den lieben Ulf Weingärtner. Drei sind es also, die den Mord an Hinnerk aufklären müssen. Dass es nicht nur bei einem Mord bleibt und dass sich die Verdächtigen nahezu häufen, das bringt die Ermittler fast an ihre Grenzen.

Immer wieder gibt es Verdächtige und eine Klärung des Falls scheint in greifbare Nähe gerückt. Doch dann entpuppt sich der vermeintliche Mörder als Irrweg.
"Morden auf Friesisch" konnte mich gut unterhalten. Die lockere und bildhafte Sprache des Autors ist angenehm zu lesen. Die humorvollen Einlagen zauberten mir immer wieder ein Lächeln ins Gesicht.

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Veröffentlicht am 10.03.2025

Die Macht der römischen Kaiser gut dargestellt

Der wahnsinnige Kaiser
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Elagabal wird schon mit 14 Jahren zum Kaiser ernannt. Zu welchem Menschen er sich entwickelte, das konnte wahrlich niemand vorhersehen. Es sind zwar nur vier Jahre, die er herrschen durfte, aber die haben ...

Elagabal wird schon mit 14 Jahren zum Kaiser ernannt. Zu welchem Menschen er sich entwickelte, das konnte wahrlich niemand vorhersehen. Es sind zwar nur vier Jahre, die er herrschen durfte, aber die haben es in sich. Wie er in der kurzen Zeit sein Volk brüskierte und dabei das tat, was ihm gerade einfiel, das war schon reichlich vermessen.

Der Autor des Sachbuches "Der wahnsinnige Kaiser" schreibt im Nachwort über seine Beweggründe das Leben dieses Kaisers zu erforschen. Es gab wahrlich genug von den Mächtigen in Rom, die für unser heutiges Empfinden wahnsinnig waren. Dass Elagabal aber kaum Erwähnung findet und wohl von Wenigen gekannt wird, ist er umso interessanter.

Harry Sidebottom schreibt nicht nur über den Kaiser. Er beschreibt die Schwierigkeiten von Historikern, das Altertum möglichst richtig zu charakterisieren. Zumal immer wieder neue Methoden zur Klärung antiker Funde ihren Weg zu den Archäologen finden. Herr Sidebottom schreibt ebenfalls, dass nicht alle bisher erschienen Bücher zum Thema unstrittig sind. Klar ist aber auch, dass es kaum schriftliche Zeugnisse gibt und nur aufwendige Recherche ein Buch, wie dieses hervorbringen kann. Für mich als Laie war es mitunter zu wissenschaftlich und daher schwer zu lesen. Ich blieb aber dran und habe es nicht bereut.

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Veröffentlicht am 05.03.2025

Abwechslungsreicher Schmöker für zwischendurch

Das alte Kapitänshaus – Inselsehnsucht
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Drei Schwestern sind es, die nicht fassen können, was ihrer Mutter widerfährt. Sie lag reglos im Garten und wurde in ein Krankenhaus gefahren. Ein Schlaganfall war es, der plötzlich und völlig unerwartet ...

Drei Schwestern sind es, die nicht fassen können, was ihrer Mutter widerfährt. Sie lag reglos im Garten und wurde in ein Krankenhaus gefahren. Ein Schlaganfall war es, der plötzlich und völlig unerwartet das Leben von Mutter und Töchtern auf den Kopf stellte. Dass sie starb, das hatte keines ihrer Kinder erwartet und doch war es so. Nach dem Schrecken folgte die Testamentseröffnung. Keine der Schwestern hat damit gerechnet.

"Das alte Kapitänshaus" ist der erste Band einer Reihe der „Jersey-Träume“ und das „Nesthäkchen“ die Hauptperson. Lilly hat vor Jahren ihre Heimat verlassen und tingelte durch Europa. Der Grund für ihren Aufbruch war schmerzhaft und lässt sie bis heute nicht los. Neben den Erfahrungen bei der Leitung des Kapitänshauses sind es auch zwischenmenschliche Beziehungen, die Aufregung in ihr Leben bringen. Diese bringen Spannung in den Roman und machen das Lesen ein Stück weit interessant.

Die Autorin kennt die Insel Jersey und beschreibt sie und ihre Bewohner sehr anschaulich. Die Story ist zwar für mich schon früh vorhersehbar aber trotzdem nicht langweilig. Das Buch lässt sich gut lesen und ist ein Schmöker für zwischendurch.

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Veröffentlicht am 18.02.2025

Fakten über das Leben der Sättigungstaucher

Die Kammer
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Sanitäter haben die Macht zu bestimmen, wer mit in die Tiefe darf oder wer zuhause bleiben muss. Der Job ist zu gefährlich und anspruchsvoll und jede gesundheitliche Beeinträchtigung rächt sich auf zerstörerische ...

Sanitäter haben die Macht zu bestimmen, wer mit in die Tiefe darf oder wer zuhause bleiben muss. Der Job ist zu gefährlich und anspruchsvoll und jede gesundheitliche Beeinträchtigung rächt sich auf zerstörerische Weise. Selbst die Tatsache, dass die Arbeit überdurchschnittlich entlohnt wird täuscht nicht darüber hinweg, dass sie riskant ist. Es geht um Sättigungstaucher, die gemeinsam in einer Kapsel leben müssen und hier ihrem Job nachzugehen haben. Fünf Männer und eine Frau leben auf beengten Raum zusammen. Die meisten sind schon über Jahre dabei und für sie ist es eine Routinearbeit. Bis, ja bis der erste stirbt.

Der Autor kennt sich bestens mit dem Berufsbild der Sättigungstaucher aus. Das zeigt er eindrücklich und viele Fakten über das Tauchen dominieren das Buch. Für mich unvorstellbar zu wissen, dass ich so tief unter dem Meeresspiegel meine Arbeit verrichten muss. Aber gut, dass es hier Menschen gibt, die daran Freude haben.

Ein spannendes Buch, das mich nicht immer mitnehmen konnte. Für meinen Geschmack gab es zu viele Fakten über das Tauchen. Überraschend war dann das Ende. Niemals hätte ich mit dieser Auflösung des Falles gerechnet.

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Veröffentlicht am 12.02.2025

Wie groß ist der Einfluss sozialer Netzwerke?

Der Einfluss der Fasane
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„Der Mob-Mentalität der sozialen Netzwerke müssen wir uns mit deutlicher Entschiedenheit entgegenstellen.“ Das ist ein Satz aus dem Roman "Der Einfluss der Fasane". Er stammt aus der Feder von Antje Rávik ...

„Der Mob-Mentalität der sozialen Netzwerke müssen wir uns mit deutlicher Entschiedenheit entgegenstellen.“ Das ist ein Satz aus dem Roman "Der Einfluss der Fasane". Er stammt aus der Feder von Antje Rávik Strubel. Recht hat sie, diese Hella Karl. Sie arbeitet als Journalistin und nicht nur sie selbst ist davon überzeugt, dass sie gut ist. Bis, ja bis ein Skandal ihr Selbstbild erschüttert. Einer ihrer letzten Interviewpartner begeht Suizid. Sie wird beschuldigt, einen großen Teile dazu beigetragen zu haben und wird von ihrer Arbeit suspendiert. Der Roman beschreibt sehr gut, wie es bei den Gazetten zugeht. Wer nicht einwandfrei funktioniert, wird des Feldes verwiesen.

Es ist nicht das geschriebene Wort von Journalisten, das die Meinung von Menschen beeinflusst. Es sind diese „sozialen Medien“, die immer häufiger im Vordergrund stehen. Es gibt wohl kaum einen Haushalt, der nicht mit FB vernetzt ist. Falschmeldungen und/oder sogenannte „alternative Fakten“ sind an der Tagesordnung. Wie oft werden Menschen aufgrund dessen durchs Netz gejagt. Hella Karl soll mundtot gemacht werden. Angeblich hat sie einen Menschen verunglimpft, der sich niemals etwas zuschulden kommen ließ. Doch stimmt das wirklich?

Das Buch ist eine Mischung aus Krimi und Roman. Mitunter schwierig nachzuvollziehen und am Ende nicht einleuchtend.

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