Profilbild von Booklove91

Booklove91

Lesejury Star
offline

Booklove91 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Booklove91 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.03.2025

Wie lieben wir?

Wo die Liebe schläft
0

Meine Meinung und Inhalt

In Wo die Liebe schläft von Lavinia Greenlaw taucht der Leser in eine komplexe Welt von Gefühlen und Beziehungen ein, die sich auf subtile Weise entfaltet. Was mich am meisten ...

Meine Meinung und Inhalt

In Wo die Liebe schläft von Lavinia Greenlaw taucht der Leser in eine komplexe Welt von Gefühlen und Beziehungen ein, die sich auf subtile Weise entfaltet. Was mich am meisten berührt hat, ist, wie die Geschichte die verschiedenen Facetten der Liebe beleuchtet. Greenlaw schafft es, die Liebe nicht als ein statisches Gefühl darzustellen, sondern als ein sich ständig veränderndes Zusammenspiel von Nähe, Distanz, Bedürfnissen und Erinnerungen. Das macht die Erzählung so nachdenklich und tiefgründig. Sie regt dazu an, über eigene Erfahrungen und die Bedeutung von Liebe in verschiedenen Lebensphasen nachzudenken.

Der Schreibstil von Greenlaw ist faszinierend und poetisch. Ihre Sprache hat eine intime, fast zärtliche Qualität, die es einem ermöglicht, in die Gedankenwelt der Charaktere einzutauchen. Gerade zu Beginn konnte ich mich ganz in den emotionalen Nuancen des Romans verlieren. Doch im Laufe der Zeit wurde die Erzählweise etwas zäh – die langen inneren Monologe und reflexiven Passagen, die anfangs so fesselnd waren, fingen an, mich etwas zu ermüden. Die Handlung zieht sich an manchen Stellen und verliert sich in den Gedanken der Figuren, was mir den Einstieg in die Geschichte und das Verfolgen der Entwicklungen nicht immer leicht gemacht hat.

Dennoch muss man der Geschichte zugutehalten, dass sie einem Raum gibt, um über die langsame Entwicklung von Gefühlen und Beziehungen nachzudenken. In einer Welt, die oft schnelle Wendungen und Action verlangt, ist Wo die Liebe schläft ein ruhiges, fast meditativen Werk, das dem Leser Zeit lässt, die Bedeutung der Momente zu erfassen.

Für mich bleibt das Buch ein zwiegespaltenes Erlebnis. Die Tiefe und Reflektion über die Liebe fand ich faszinierend und anregend, doch der langsame Erzählfluss und die wiederholenden Monologe führten zu einem gewissen Gefühl der Langatmigkeit.

Wo die Liebe schläft bekommt von mir 3 von 5 Sternen – ein Buch, das viel Potenzial hat, aber nicht in jedem Moment mitreißen konnte. Wer sich auf eine ruhigere, nachdenkliche Reise einlässt, wird jedoch einiges aus diesem Werk ziehen können.



Über die Autorin

Lavinia Greenlaw, 1962 in London geboren, unterrichtet als Professorin Kreatives Schreiben an der Universität in London. Mit ihren Gedichten stand sie u.a. auf der Shortlist des T.S. Eliot Prize und des Whitbread Book Award. Bei Hanser erschien 2018 ihr Gedichtband ›Eine Theorie unendlicher Nähe‹.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.03.2025

Wenn die eigene Technik zur tödlichen Falle wird

App to die
0

Meine Meinung und Inhalt

Ein luxuriöses Smarthome, gesteuert über eine App, wird für Musikproduzent Siegfried "Sunny" Sommer und seine Gäste zur tödlichen Falle, als eine unbekannte Macht die Kontrolle ...

Meine Meinung und Inhalt

Ein luxuriöses Smarthome, gesteuert über eine App, wird für Musikproduzent Siegfried "Sunny" Sommer und seine Gäste zur tödlichen Falle, als eine unbekannte Macht die Kontrolle übernimmt.

Die Spannung ist von Beginn an spürbar, und die Vorstellung, dass unsere alltägliche Technologie sich gegen uns wenden könnte, ist durchaus beängstigend. Lenks Schreibstil ist rasant und schnörkellos, was gut zu einem Thriller dieser Art passt. Technische Details werden verständlich erklärt, ohne den Lesefluss zu stören.

Allerdings wirken einige Charaktere klischeehaft und es fehlt ihnen an Tiefe, wodurch es schwerfällt, eine emotionale Bindung zu ihnen aufzubauen. Einige Szenen erscheinen übertrieben und unrealistisch, was die Glaubwürdigkeit der Handlung mindert. Zudem sind bestimmte Passagen sehr brutal und intensiv, was nicht jedem Leser zusagen dürfte.

Insgesamt bietet "App to die" solide Unterhaltung mit einer originellen Idee, leidet jedoch unter flachen Charakteren und überzogenen Szenen. Für Leser, die technikbasierte Thriller mögen und über einige Schwächen hinwegsehen können, ist dieses Buch dennoch einen Blick wert.


Über den Autor

Der deutsche Autor Fabian Lenk wurde 1963 in Salzgitter geboren. Seine Neugierde verleitete ihn schon immer dazu neues zu entdecken und Dinge aufzudecken. Deswegen studierte er Journalismus und arbeitete bis 2011 als Reporter. Schon während seines Studiums begann er Romane zu verfassen.1996 veröffentlichte er sein erstes Buch für Erwachsene, doch zu seinen bekanntesten Werken zählen seine Kinder- und Jugendbuchreihen. Die "Zeitdetektive"- und "1000 Gefahren"- Serie begeistert die jüngere Leserschaft. Wenn er nicht an einem neuen Buch schreibt, spielt er gerne Schlagzeug und Badminton oder schießt interessante Fotografien. Fabian Lenk lebt mit seiner Ehefrau und seinem Sohn in Niedersachsen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.02.2025

Eine poetische Erzählung mit Tiefgang

Gespräche auf dem Meeresgrund
0

Meine Meinung und Inhalt

In Gespräche auf dem Meeresgrund von Root Leeb begegnen sich drei verstorbene Seelen auf dem Grund des Mittelmeers: der Eine, der Andere und die Dritte. Sie teilen ihre Lebensgeschichten ...

Meine Meinung und Inhalt

In Gespräche auf dem Meeresgrund von Root Leeb begegnen sich drei verstorbene Seelen auf dem Grund des Mittelmeers: der Eine, der Andere und die Dritte. Sie teilen ihre Lebensgeschichten und reflektieren über Themen wie Flucht, Ungerechtigkeit und persönliche Schicksale. Die Autorin nutzt dabei eine bildhafte Sprache und integriert mythologische Elemente, was der Erzählung eine besondere Atmosphäre verleiht.

Obwohl die Grundidee faszinierend ist, bleibt die Umsetzung stellenweise oberflächlich. Die angesprochenen Themen werden oft nur angerissen, ohne in die Tiefe zu gehen. Zudem wirken einige Dialoge konstruiert und weniger authentisch. Dennoch bietet das Buch interessante Denkanstöße und überzeugt durch seine künstlerische Gestaltung mit Illustrationen der Autorin.

Insgesamt ist Gespräche auf dem Meeresgrund eine lesenswerte Erzählung, die jedoch ihr volles Potenzial nicht ganz ausschöpft.


Über die Autorin

Geb.1955 in Würzburg Studium Germanistik und Philosophie in München M.A. Studium Sozialpädagogik in München Dipl. Soz.Päd.FH Deutschlehrerin für Ausländer, Straßenbahnfahrerin seit 1991 freischaffende Autorin und Künstlerin

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.02.2025

Solide, aber nicht ganz überzeugend

Die Markierung
1

Meine Meinung und Inhalt

Meinung


Die Markierung von Ísberg hat ein spannendes und aktuelles Thema: Eine Gesellschaft, in der Menschen durch einen Empathietest in „vertrauenswürdig“ und „nicht vertrauenswürdig“ ...

Meine Meinung und Inhalt

Meinung


Die Markierung von Ísberg hat ein spannendes und aktuelles Thema: Eine Gesellschaft, in der Menschen durch einen Empathietest in „vertrauenswürdig“ und „nicht vertrauenswürdig“ eingeteilt werden. Die Idee ist faszinierend, und der Roman wirft wichtige Fragen über Überwachung, Kontrolle und soziale Spaltung auf.

Allerdings hatte ich Schwierigkeiten, wirklich in die Geschichte einzutauchen. Die verschiedenen Perspektiven machen die Handlung zwar vielschichtig, aber manchmal auch unübersichtlich. Manche Charaktere blieben für mich blass, und einige Handlungsstränge hätten tiefer ausgearbeitet werden können.

Der Schreibstil ist atmosphärisch, aber stellenweise etwas distanziert, sodass es mir schwerfiel, eine emotionale Verbindung zur Geschichte aufzubauen. Die Grundidee ist stark, aber die Umsetzung hätte noch packender sein können. Insgesamt ein interessanter Roman mit wichtigen Themen, der mich aber nicht vollständig überzeugen konnte.

Klappentext

Was passiert, wenn Ideen zu Ideologien gerinnen? Poetisch, scharfsichtig und eindringlich erzählt Fríđa Ísberg von einer Gesellschaft, die per Gesetz Klarheit über Gut und Böse schaffen will.

Island in naher Zukunft. Um die öffentliche Sicherheit zu erhöhen, sind bestimmte Wohngebiete nur noch für sogenannte markierte Menschen zugänglich, deren moralische Vertrauenswürdigkeit durch einen Empathie-Test nachgewiesen wurde. Bei den anstehenden Wahlen wird sich entscheiden, ob die allgemeine Markierungspflicht gesetzlich verankert wird.
Ob die skeptische Lehrerin Vetur, der einflussreiche Psychologe Óli, die Geschäftsfrau Eyja oder der Schulabbrecher Tristan: Egal welchen Hintergrund sie mitbringen und egal, ob sie die gesellschaftlichen Veränderungen befürworten, hinnehmen oder aktiv gegen sie angehen – sie alle geraten in den Strudel der Verwerfungen einer Gesellschaft, deren neue Spielregeln explosive Folgen haben.


Über die Autorin

Fríða Ísberg, geboren 1992, ist eine isländische Lyrikerin und Prosaautorin. Ihre Lyrikbände und die Kurzgeschichtensammlung "Kláði" waren für alle wichtigen isländischen Literaturpreise nominiert, "Kláði" u.a. für den Literaturpreis des Nordischen Rates 2020. Für ihren ersten Roman "Die Markierung" erhielt Fríða Ísberg den Literaturpreis des isländischen Buchhandels sowie den Per-Olov-Enquist-Preis 2022.


  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.02.2025

Zwischen Liebe, Verlust und Neubeginn

Vilhelms Zimmer
0

In Vilhelms Zimmer erzählt Tove Ditlevsen die Geschichte von Lise Mundus, einer Kinderbuchautorin und Mutter. Ihre Ehe mit Vilhelm ist kompliziert, und schließlich verlässt er sie für eine andere Frau. ...

In Vilhelms Zimmer erzählt Tove Ditlevsen die Geschichte von Lise Mundus, einer Kinderbuchautorin und Mutter. Ihre Ehe mit Vilhelm ist kompliziert, und schließlich verlässt er sie für eine andere Frau. Doch sein Zimmer bleibt unangetastet, als würde er jederzeit zurückkehren. Lise muss sich nun mit ihrem Leben, ihrer Vergangenheit und ihren eigenen Wünschen auseinandersetzen.

Der Roman wurde 1975, kurz vor Ditlevsens Tod, veröffentlicht und gilt als eines ihrer wichtigsten Werke. Er beschäftigt sich mit Themen wie Ehe, Mutterschaft und der Suche nach Selbstverwirklichung. Besonders eindrucksvoll beschreibt Ditlevsen, wie Lise zwischen den Erwartungen anderer und ihren eigenen Bedürfnissen hin- und hergerissen ist.

Ditlevsens Schreibstil ist klar und eindringlich. Sie zeigt auf einfühlsame Weise die inneren Kämpfe der Hauptfigur und die Höhen und Tiefen ihrer Ehe. Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt und gibt so einen tiefen Einblick in Lises Gedankenwelt.

Vilhelms Zimmer ist ein bewegender Roman über Liebe, Verlust und Selbstfindung. Er zeigt, wie schwierig es sein kann, sich selbst treu zu bleiben, und regt dazu an, über die eigenen Lebensentscheidungen nachzudenken.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere