Krimi mit Urlaubsfeeling in Frankreich
Geheimnisvolles La RochelleJean-Claude Vinets Reihe um Commissaire Chevalier "entführt" im positiven Sinne den Leser an die Atlantikküste. Doch mit der Beschaulichkeit dort ist es schnell vorbei als eine Tote im Hafen auf einer ...
Jean-Claude Vinets Reihe um Commissaire Chevalier "entführt" im positiven Sinne den Leser an die Atlantikküste. Doch mit der Beschaulichkeit dort ist es schnell vorbei als eine Tote im Hafen auf einer der Boote gefunden wird und es ist nicht irgendeine Tote sondern eine der drei Erben einer namhaften Cognac-Dynastie. Daher passt das Buchcover m.E. sehr gut dazu: einerseits diese wunderschöne Strand-/Meer-Komposition mit Leuchtturm und andererseits die dunklen Wolken, die sich duster und bedrohlich wirkend am Horizont zeigen.
Chevalier und sein Team werden ganz schön gefordert und ermitteln mit Hochdruck, denn es bleibt nicht nur bei einer Leiche. Dass der Autor dann noch eine "alte Freundin" des Commissaires ins Spiel bringt, die seine Gefühle phasenweise gehörig auf die Probe stellt schafft Spannung auch im Job, da diese mit ihm zusammen ermitteln muss.
Die Geschichte ist durchdacht konzipiert. Dadurch, dass die Puzzleteile zur Lösung erst nach und nach sichtbar werden, bleibt die Spannung auf hohem Niveau und ich als Leser hatte Phasen, in denen ich was den Mörder und das Motiv betrifft völlig im Dunkeln tappte, danach eine Verdächtige ausmachen konnte um am Schluss vom Autor überrascht zu werden, weil es doch ein bisschen anders war. Toll, wenn es eben nicht vorhersehbar ist. Das Einzige was bisher für mich vorhersehbar ist: Vinet schafft es in der Schlussphase mich jedes Mal mit einem Täter zu überraschen. Daneben kommt auch das Private von Chevalier nicht zu kurz, u.a. sein Familienleben und der bevorstehende erneute Nachwuchs sowie die damit verbundenen Dinge. Im vorliegenden dritten Fall wird auch eine Verbindung seines Schwagers zum Cognac-Hersteller aufgebaut, in dem der Commissaire die Tote kurz vor ihrem Ableben auch noch auf einer Austernverkostung kurz kennenlernt.
Das Schöne an Vinets Büchern ist, dass ich als Leser neben der eigentlichen Unterhaltung in Form des Krimis und der wunderschönen Landschafts- und Situationsbeschreibungen auch noch was lernen kann - in diesem Fall über Cognac. Es war sehr interessant und bringt mir nochmal einen anderen Blickwinkel auf das Land und die Kultur sowie Kulinarik. Das französische Flair wird durch eingestreute Ausdrücke in der Landessprache unterstrichen, was mir sehr gut gefallen hat.
Fazit: tolle Lesestunden mit einem spannenden dritten Fall mit ganz viel französischem Urlaubsfeeling