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Veröffentlicht am 24.11.2025

Romantik auf ungewohnten Wegen

Mayfair Ladys - Drei Junggesellen für Lady Beatrice
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„Drei Junggesellen für Miss Beatrice“ ist der Auftakt zu Freda MacBrides Regency-Romanreihe ‚Mayfair Ladies‘.
Als Kind hatte Beatrice einen furchtbaren Unfall und ist seitdem entstellt. Mittlerweile 27 ...

„Drei Junggesellen für Miss Beatrice“ ist der Auftakt zu Freda MacBrides Regency-Romanreihe ‚Mayfair Ladies‘.
Als Kind hatte Beatrice einen furchtbaren Unfall und ist seitdem entstellt. Mittlerweile 27 Jahre alt, hat die Tochter des Earls of Conham sich mit dem Schicksal eine alte Jungfer zu bleiben längst abgefunden. Stattdessen findet sie großen Gefallen daran für ihre Geschwister und Freundinnen passende Gefährten zu finden. Dieses Talent bleibt nicht unbemerkt und so bittet die Dowager Marchioness of Bayne sie eines Tages passende Bräute für ihre drei unverheirateten Söhne zu finden. Für Lady Beatrice eine große Herausforderung, vor allem was den jüngsten Sohn Francis betrifft.
Das Cover mit dem jungen Paar umgeben von Blumen passt gut zur Atmosphäre dieser Regency Romance, obwohl das allgegenwärtige Rosa für meinen persönlich Geschmack ein wenig kitschig wirkt.
Sehr gefreut habe ich mich über die den kreativen Ansatz mit der im Vergleich zu vielen anderen Regency Romanen sehr unverbrauchten Thematik. Auch Freda MacBrides Schreibstil und vor allem ihre Wortwahl fügen sich, mit sehr wenigen Ausnahmen stimmig ins beschriebene Zeitalter ein und lesen sich wunderbar flüssig. Wer bei diesem Roman an eine slow-burn Story denkt, wird überrascht, denn bei knapp über 200 Seiten ist für slow einfach zu wenig Zeit. Doch auch das ist in Ordnung und durchaus erfrischend für das Genre. Ein wenig spice fehlt aber natürlich nicht und auch der Spannungsbogen steigt trotz des erwartungsgemäßen Endes kurz vor Schluss noch einmal dramatisch an. Hier überschlagen sich die Ereignisse regelrecht, während man vorher doch eher cozy unterwegs war.
Die Gestaltung der beiden Hauptcharaktere ist deutlich substanzieller als die der Nebencharaktere, die ein eher grobes Profil. Trotzdem komme ich beim Lesen nicht umhin den wenig präsenten Lord Conham mit seiner eher lockeren Einstellungen als sehr sympathisch wahrzunehmen, während es seiner Frau, wenn auch nicht aus böser Absicht - offenbar an jeglichem Feingefühl mangelt. Lady Bayne hingegen scheint durchaus mit viel Raffinesse im Hintergrund die Fäden zu ziehen. Allein ihr Auftrag für Beatrice ist sehr gewagt, verdeutlicht aber auch die Liebe zu ihren Kindern. Während seine Brüder eher etwas oberflächlich dargestellt sind, wirkt Francis auf spitzbübige Art überaus charmant. Aus dem Wissen um Beatrices Auftrag macht er sich zunächst einen großen Spaß, entwickelt jedoch schnell Gefühle für die nicht mehr ganz so junge Frau. Doch Francis hütet ein Geheimnis, das er bisher noch niemandem anvertraut hat. Beatrice liebt das gesellschaftliche Leben, obwohl sie in keinen Part der Gesellschaft so recht hineinzupassen scheint. Doch mit ihrer klugen, offenen und mitunter schlagfertigen Art gelingt es ihr immer wieder schnell neue Bekanntschaften zu machen und sie wird im Allgemeinen hoch geschätzt. Trotzdem leidet sie sehr unter ihrer Entstellung und reagiert ausgesprochen empfindlich. Francis ruft trotz des amüsanten Schlagabtausches in ihr eine bisher unbekannte Leidenschaft hervor, doch den Gedanken einen Ehemann zu finden hat sie schon längst begraben. Während beide in der Öffentlichkeit die gesellschaftliche Etikette wahren, verhalten sie sich bei heimlichen Zusammenkünften weitaus zwangloser.
Wer Regency Romance abseits der ausgetretenen Pfade sucht, sollte sich Freda MacBrides „Drei Junggesellen für Miss Beatrice“ nicht entgehen lassen. Ich bin gespannt zu erfahren, ob auch die weiteren Teile der „Mayfair Ladies-Reihe“ solch originelle Handlungsansätze verfolgen.

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Veröffentlicht am 13.11.2025

Jeder von uns hat unterschiedliche Begabungen

Der kleine Trecki – Ein kleiner Traktor, der groß werden möchte – Little Trecki – A Little Tractor That Wants to be Big
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Ich liebe Bilderbücher! Obwohl ich vielleicht eigentlich ein klein wenig zu alt dafür bin. Vor allem hübsch illustriert und mit einer tollen Botschaft. Ein solches Bilderbuch hat der Kleine Leute Verlag ...

Ich liebe Bilderbücher! Obwohl ich vielleicht eigentlich ein klein wenig zu alt dafür bin. Vor allem hübsch illustriert und mit einer tollen Botschaft. Ein solches Bilderbuch hat der Kleine Leute Verlag mit „Der kleine Trecki“ von Aigul Lennartz und Olga Korneichuk (Illustrationen) herausgebracht. Das Bilderbuch ist zweisprachig in Deutsch – Englisch oder Deutsch – Ukrainisch erhältlich und für Kinder ab 3 Jahren empfohlen.
Für die eingehende Betrachtung und Beurteilung haben mich sowohl Zuhause als auch bei der Arbeit einige Kinder zwischen 3 und 7 Jahren unterstützt. Der Schauplatz Bauernhof kann bei fast allen Kindern sofort punkten. Auch wenn die Maschinen im Vordergrund stehen, sind doch auf jeder farbenfroh gestalteten Seite Tiere abgebildet, die das Geschehen beobachten. Der Streit zwischen den Maschinen ist sehr mitreißend und entfacht auch in unserer Leserunde eine wilde Diskussion darüber, welche Maschine denn nun wirklich die wichtigste ist. Das Buch bietet also nicht nur Zuhöranreize, sondern auch Sprechanlässe und fördert wie nebenbei die Empathiefähigkeit der Kinder. Denn im Fuhrpark des Bauernhofes passiert genau das, was auch in einer Kita, Schule oder sonstigen Kindergruppe regelmäßig passiert. Jemand kommt neu in die Gruppe und kennt niemanden, wird von einigen herzlich aufgenommen und von anderen möglicherweise erst einmal belächelt. Hier wird voll an die Erfahrungswerte der Kinder angeknüpft und natürlich will auch in unserer Leserunde niemand, dass der arme kleine Trecki sich als Neuling zwischen den großen Maschinen nicht schrecklich einsam fühlt. Treckis Sorge einer Aufgabe nicht gewachsen zu sein, ist vielen Kindern ebenfalls nicht fremd. Richtig stark ist auch die Botschaft, die das Buch vermittelt: Ganz egal, ob groß oder klein – jeder hat seine besonderen Fähigkeiten und individuelle Talente. Mit dieser Botschaft konnten wir dann auch unsere Diskussion um die Wichtigkeit der Maschinen klären und dahingehend übereinkommen, dass wirklich jeder einzelne ganz besonders wichtig ist.
Besonders schön ist, dass sowohl deutsche Muttersprachler, als auch Kinder, die bisher vorwiegend mit englischer Sprache in Berührung gekommen sind gleichermaßen an der Geschichte teilhaben können. Beide Gruppen lauschen sehr aufgeschlossen auch der fremden bzw. nicht so vertrauten Sprache aufmerksam. Die kindgerechte Textlänge macht es möglich. Auch die Audio-Datei zum Buch ist bei vielen Kindern gut angekommen.
Ein wenig problematisch gestaltet sich die Tatsache, dass leider einige Kinder noch nie einen Bauernhof gesehen bzw. zum Teil nicht einmal eine Vorstellung davon haben. Eigentlich zeichnet das Buch auch ein sehr gutes Bild des Bauernhofes. Allerdings ist der, schon zu Beginn mehrfach erwähnte Pflug und damit ein Gerät, das kaum einem Kind bekannt ist erst in der zweiten Hälfte zu sehen.
Zwar wäre die Botschaft durchaus auch für ältere Kinder noch vollumfänglich relevant, doch durch die sehr kindlichen Texte und Illustrationen mit den durch Gesichter vermenschlichten Maschinen ist das Buch vor allem für jüngere Kinder ab 3 bis ca. 6 Jahre zu empfehlen.
Fazit: „Der kleine Trecki“ ist ein farbenfroh illustriertes Bilderbuch, dass wunderbar an die Lebenswirklichkeit der Kinder anknüpft und eine wichtige Botschaft für Kinder greifbar macht. In der zweisprachigen Ausführung und dem gewählten Bauernhofsetting spricht es eine große Bandbreite von jüngeren Kindern an.

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Veröffentlicht am 08.04.2025

Missverständnissen keine Chance geben

Das Wuschelmonster - The Fluffy Monster
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Schöne Bilderbücher mit einer lehrreichen Botschaft und einer herzerwärmenden Geschichte haben es mir angetan. Da ich aber nun mal nicht gerade der Zielgruppe dieser Bücher entspreche, habe ich für Ingo ...

Schöne Bilderbücher mit einer lehrreichen Botschaft und einer herzerwärmenden Geschichte haben es mir angetan. Da ich aber nun mal nicht gerade der Zielgruppe dieser Bücher entspreche, habe ich für Ingo Blums zweisprachiges Bilderbuch „Das Wuschelmonster - The Fluffy Monster“ natürlich Experten im Alter von drei bis acht Jahren zu rate gezogen.
Die liebevoll gestalteten Illustrationen von Olha Taran konnten auf ganzer Linie überzeugen und Wuschel sofort das Herz der Kinder gewinnen, weil er „voll süß, aber ein bisschen traurig“ aussieht. Die Empathie meiner jungen Profis wurde also schon bei den ersten Bildern sofort entfacht und es wurde eifrig mitgefiebert. Auch die Geschichte, die Wuschel in sein Einsiedlerleben auf den höchsten aller Bäume getrieben hat, spricht die Kinder an und bietet einen wunderbaren Anknüpfungspunkt, um über Vorurteile und Missverständnisse zu sprechen – und natürlich darüber, dass gemeinsam alles noch viel schöner ist. Auf kindgerechte Art und Weise lernen die Kinder, dass persönliche Vermutungen und Wahrnehmungen nicht immer der Wahrheit entsprechen und mitunter hinterfragt und gemäß der neuen Erkenntnisse verändert werden müssen.
In dieser Aufregung um Wuschels Geschichte geht der kranke Eichhörnchenfreund Kenny fast ein wenig unter. Die Freude über seine Genesung ist natürlich trotzdem groß. Bei der in vielen Teile ziemlich fantasievollen Geschichte, stoßen meine Zuhörer sich jedoch an der allzu realitätsfernen Darstellung, der stundenlang mühsam kletternden Eichhörnchen. Schließlich haben sie alle schon Eichhörnchen gesehen und wissen, wie flink die geschickten Kletterer sind. Von dieser Kleinigkeit abgesehen konnte das Bilderbuch allerdings auf ganzer Linie punkten. Die Kinder mit Englisch als Erstsprache freuten sich, den Inhalt des Buches mühelos zu verstehen. Alle übrigen Kinder lauschten der fremden Sprache neugierig und aufgeschlossen und konnten der Handlung dank des deutschen Textes ebenso folgen. Da das Text-Bild-Verhältnis sehr gelungen gewählt wurde, ist es problemlos möglich die kurzen Texte in beiden Sprachen vorzulesen. Die Texte lesen sich flüssig vor und sind der Zielgruppe in ihrer Verständlichkeit absolut angemessen. Aprospos Verständlichkeit: Zum Schluss gibt es auch noch einige Verständnisfragen zum Text, die sich natürlich problemlos durch eigene Fragen noch ergänzen lassen.
Weiteres Zusatzmaterial steht über einen QR-Code bereit: über eine Audio-Datei kann man sich die Geschichte vorlesen lassen oder ein zum Buch passendes zweisprachiges Lied anhören. Schöner ist es natürlich immer, wenn eine vertraute Person, Eltern oder Freunde den Kindern vorlesen. Trotzdem ist die Audio-Datei eine gute Möglichkeit, falls gerade niemand Zeit hat oder man das Buch gern ein zweites, drittes, viertes Mal anschauen möchte. Das Lied wertet das ohnehin schon tolle Bilderbuch noch einmal auf und macht (nicht nur den Kindern) richtig Laune.
Dieses wunderschöne Bilderbuch ist ein wirkliches (Vor-)Lesevergnügen für Groß und Klein mit einer wertvollen Botschaft in gelungener zweisprachiger Ausführung. So lassen sich Kinder für Bücher begeistern.
Übrigens gibt es das Bilderbuch auch noch in der Variante Deutsch-Französisch.

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Veröffentlicht am 23.03.2025

Ein Appell für zweite Chancen in schöner Ostseeatmosphäre

Zum Glück gibt's Wunder
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„Zum Glück gibt’s Wunder“ ist der zweite Teil aus Katie Jay Adams ‚Meer für dich-Reihe‘. Das in verschiedenen Pinktönen gestaltete Cover zeigt eine Unterwasserwelt mit Fischen, Seesternen und allerlei ...

„Zum Glück gibt’s Wunder“ ist der zweite Teil aus Katie Jay Adams ‚Meer für dich-Reihe‘. Das in verschiedenen Pinktönen gestaltete Cover zeigt eine Unterwasserwelt mit Fischen, Seesternen und allerlei Meerespflanzen und passt damit hervorragend zu dem in Türkistönen ebenso gestalteten ersten Teil der Reihe. Abgesehen von der starken Meerverbundenheit verrät das Cover inhaltlich hingegen nichts. Wer den ersten Teil - so wie ich - bereits gelesen hat, wird beinahe alle Bewohner des kleinen Ortes Büdnitz an der Ostsee wiedererkennen. Alle anderen Leser nimmt Hauptfigur Saskia nach jahrelanger Abwesenheit mit in ihre Heimat und stellt ihnen die weiteren Charaktere vor. Vielleicht sogar ein leichter Vorteil, auf den ich später noch zurückkomme.
Da ihr Freund Henry beruflich in Deutschland zu tun hat, macht auch Ärztin Saskia von London aus einen Abstecher in ihren Heimatort an der Ostsee. Gemeinsam mit ihrem Bruder und ihrem Vater will sie einen Nachfolger für die Arztpraxis ihrer verstorbenen Mutter finden und außerdem deren Aquamarinring suchen, der sie in den Stürmen des Lebens beschützen soll. Doch nichts läuft wie geplant: Henrys Job zieht sich in die Länge, Praxisnachfolger und Ring bleiben gleichermaßen unauffindbar, Ex-Mann Nick kreuzt immer wieder ihre Wege und ihre beste Freundin Tine scheint auch belastende Probleme mit sich rumzuschleppen. Saskia braucht dringend ein Wunder um endlich guten Gewissens in ihr neues Leben zurückzukehren. Aber will sie das überhaupt noch?
Der 240 Seiten umfassende Roman liest sich sehr flüssig und ist von Katie Jay Adams mit hoher atmosphärischer Dichte verfasst. Wie für einen Wohlfühlroman üblich, kommt die ganz große Spannung nicht auf und der Ausgang ist durchaus vorhersehbar. Trotzdem gibt es einige Spannungsspitzen, denn wenn zwei neu vergebene Ex-Partner aufeinander treffen und noch immer die Funken fliegen bleibt das nicht aus. Gerade wegen ihrer hohen Aktualität gut gefallen haben mir auch die Problematik des Ärztemangels in den ländlichen Gebieten und die ungeprüfte Darstellung bzw. Aufnahme von Informationen aus den (Sozialen) Medien. Obwohl Saskia einen großen Bogen um Klatschpresse und Social Media macht, muss auch sie die Auswirkungen am eigenen Leib erfahren. Natürlich kommt bei ‚Meer für dich‘ auch das Meer nicht zu kurz und lädt mit einigen überaus bildhaften Eindrücken dazu ein dem Wellenrauschen zu lauschen und das Salz in der Luft zu schmecken.
Geschrieben ist der Roman in der Ich-Perspektive, wodurch Saskias Gedankengänge, Beweggründe und Gefühle für den Leser sehr transparent sind und man unweigerlich mit der sympathischen Hauptfigur mitfühlt. Eigentlich liebt Saskia ihr Heimatdorf und ihre Familie sehr und so hat sie vor allem ihrer Familie und ihrer besten Freundin, der alleinerziehenden Tine gegenüber oft ein schlechtes Gewissen. Doch nach ihrer Trennung von Nick zog es sie möglichst weit weg, da sie seine Nähe nicht mehr aushalten konnte. In ihrer neuen Beziehung mit dem reichen Adligen Henry III. schätzt sie vor allem die Ausgeglichenheit und Sicherheit, die er ihr bietet. Allerdings ist es ausgerechnet Nick, der sie bei ihren Angelegenheiten in Büdnitz enorm unterstützt und der alte Gefühle wieder aufflammen lässt. Doch Nick ist mittlerweile mit der arbeitswütigen Anwältin Belle zusammen, die gleichzeitig Kollegin ihres Vaters ist und viel Zeit mit ihrem Bruder Tobias verbringt.
Zu den großen Sympathieträgern unter den Charakteren zählen aus meiner Sicht außerdem Nick, Tine und vor allem ihre Tochter Leni. Vielleicht dreht sich der nächste Teil ja um die letzteren Beiden.
Mein persönlicher kleiner Wermutstropfen ist leider Belle, die ich doch im ersten Teil schon ziemlich lieb gewonnen hatte. Zwar bekommt sie im zweiten Teil nicht allzu viel Raum und verhält sich stets liebenswürdig und freundlich, wirkt aber aus Saskias Sicht ziemlich oberflächlich. Auch Tines Idee, dass sie irgendwann wieder zurück nach Bayern gehen könnte, passt irgendwie nicht so recht zu der Belle, die in Büdnitz doch scheinbar eine neue Heimat gefunden hatte. Allerdings ist sie auch wirklich die einzige Figur, bei der meiner Meinung der Übergang zum zweiten Teil der Reihe nicht ganz harmonisch vonstatten geht.
„Zum Glück gibt’s Wunder“ ist ein wundervoller Roman, der die Wohlfühlatmosphäre mit einem gewissen Maß an Tiefgang verbindet und der Mahnung auf die eigenen Gefühle zu vertrauen und zweite Chancen zu ergreifen.

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Veröffentlicht am 07.10.2024

Harmonische Weihnachtsstimmung mit Glockengeläut

Weihnachten in der Rosenholzvilla
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Der Kurzroman „Weihnachten in der Rosenholzvilla“ von Tabea Bach reiht sich nach den ersten beiden Bänden in die Saga rund um die Rosenholzvilla ein. Trotz der vielen Charaktere lässt sich der Roman gut ...

Der Kurzroman „Weihnachten in der Rosenholzvilla“ von Tabea Bach reiht sich nach den ersten beiden Bänden in die Saga rund um die Rosenholzvilla ein. Trotz der vielen Charaktere lässt sich der Roman gut ohne Kenntnis der ersten beiden Bücher lesen. Ich habe mich allerdings sehr über das Wiedersehen mit bekannten Gesichtern in der Tessiner Kulisse gefreut.
Mit etwa 140 Seiten lässt sich das Buch auch in der mitunter stressigen Vorweihnachtszeit entspannt lesen. Zum Schluss gibt es dann auch noch einen Vorgeschmack auf den abschließenden Band der Saga „Entscheidung in der Rosenholzvilla“, der im nächsten Frühjahr erscheint. Backfans werden sich über das vorhandene Spampezie Rezept freuen.
Im Namen der Niklas-Eschbach-Stiftung für erkrankte Musiker begrüßt Elisa kurz vor Weihnachten den ersten Gast in der Rosenholzvilla. Eine unliebsame Überraschung nicht nur für Elisa, denn der Gast stellt sich als alter Bekannter und früherer Konkurrent heraus. Auch das Weihnachtsfest, dass im großen Kreis in der Rosenholzvilla gefeiert wird, muss geplant werden. Zwischen Plätzchenduft, Christbaum schmücken und natürlich musikalischen Klänge bemerkt zunächst niemand, dass eine Katastrophe unmittelbar bevorsteht.
Das weihnachtliche Cover ist ansprechend, hat deutlichen Wiedererkennungswert in Bezug auf die weiteren Bände und passt inhaltlich hervorragend zum Roman. Einzig die Anspielung auf die musikalische Komponente vermisse ich auf dem Cover ein wenig.
Tabea Bach fängt die Weihnachtsstimmung in der Rosenholzvilla sprachlich und atmosphärisch wunderbar ein. Selbst wenn die Stimmung zwischenzeitlich manchmal etwas gedrückt ist, leben die Charaktere bei den gemeinsamen Weihnachtsvorbereitungen spürbar auf. Von den frischgebackenen Spampezie hätte ich am liebsten direkt probiert, dem Streichquartett mit ihren funkelnagelneuen Campanulas gern gelauscht und am Brauch des Glockenläutens teilgehabt. Auch die Aufregung und Angst ist deutlich spürbar, wenn im letzten Drittel des Romans die bis dato eher unterschwellige Spannung sprunghaft ansteigt. Sehr stimmungsvoll finde ich auch, dass weihnachtliche Traditionen aus verschiedenen Ländern in der Rosenholzvilla vereint werden. Ein ganz besonders festliches Gefühl liefert mir vor allem das viersprachig gesungene „Stille Nacht“.
Doch nicht nur musikalisch sind in der Rosenholzvilla diesmal harmonische Töne zu vernehmen. Auch zwischen den Charakteren geht es trotz aller sonstigen Spannungen ungewohnt friedlich zu. Neben den sehr einträchtig verlaufenden weihnachtlichen Vorbereitungen, lässt ein Katastrophenfall die so unterschiedlichen Menschen noch näher zusammenrücken und gemeinschaftlich ihr Bestes geben. Obwohl die Kürze des Buches und die ausgeglichene Stimmung den zahlreichen Charakteren ein wenig Tiefe nimmt, ist es für einen Weihnachtsroman in meinen Augen absolut angemessen: Mit viel Herzenswärme wird der Weihnachtsgedanke der Nächstenliebe in der Rosenholzvilla gelebt. Neben Elisa, die augenscheinlich mit ihren Aufgaben wächst und in fast jeder Situation Ruhe und Überblick bewahrt, rückt auch Mimi, die Heiligabend ihren sechsten Geburtstag feiert, in den Mittelpunkt und wird zu einer echten Heldin. Beide Figuren sind trotz der begrenzten Seitenzahl vielschichtig und authentisch angelegt. Über den Hintergrund Adrien Dufois‘, erster Gast der Rosenholzvilla, erfährt man ein einige interessante Details. Seine mitunter hilfsbereite Art bereits darauf hinweist, dass er hinter seiner ruppigen Fassade eigentlich ein gutes Herz verbirgt. Daher freue ich mich, ihn hoffentlich im nächsten Band wiederzutreffen.
„Weihnachten in der Rosenholzvilla“ ist ein herzerwärmender Weihnachtsroman, in dessen Fokus neben jeder Menge stimmungsvoller Weihnachtsatmosphäre auch Werte wie Nächstenliebe und bedingungslose Hilfsbereitschaft stehen. Im Tessin werden passend zu Weihnachten allseits die Herzen geöffnet. Eine klare Leseempfehlung meinerseits, nicht nur für Weihnachtsromanfans.

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