Unterhaltsamer Roman, aber kein wirklicher Krimi
Der Mordclub von Shaftesbury – Eine Tote bleibt selten alleinIn der Ankündigung zu diesem Buch heißt es: „Der Auftakt einer neuen Krimireihen im malerischen Süden Englands – charming und mörderisch“. Okay, so neu ist die Reihe nicht mehr, dieser Band ist bereits ...
In der Ankündigung zu diesem Buch heißt es: „Der Auftakt einer neuen Krimireihen im malerischen Süden Englands – charming und mörderisch“. Okay, so neu ist die Reihe nicht mehr, dieser Band ist bereits 2022 erschienen. Das dieser Teil nicht mehr wahr ist, kann man weder der Autorin noch dem Verlag anlasten, aber wie sieht es mit dem Rest der Ankündigung aus? Auch hier fällt meine Bewertung durchwachsen aus. Den malerischen Süden Englands habe ich wieder gefunden, charming war das Buch auf jeden Fall auch. Nur das mit dem mörderisch und der Krimireihe sehe ich ein wenig kritisch.
Beginnen möchte ich aber damit, was mir an dem Buch sehr gut gefallen hat. Das waren vor allem die interessanten und gut ausgearbeiteten Charaktere und die aussagekräftigen Beschreibungen der Landschaft und der Umgebung. Das kleine Örtchen Shaftesbury gefällt mir gut und versprüht einen angenehmen Dorfcharme. Die Charaktere sind teilweise ein wenig klischeehaft und überzeichnet, aber dies gehört für mich irgendwie dazu. Die eigentliche Hauptperson Penelope St. James ist ein etwas schwieriger Charakter und nicht immer ganz sympathisch. Ihre Handlungen sind manchmal widersprüchlich, dies trägt meiner Meinung nach aber auch zu ihrer Authentizität bei. Tierarzt Dr. Sam und seine Tochter haben mir auch gut gefallen. Für manch einen mag die Kleine ein wenig zu altklug sein und mich persönlich hat es nicht gestört.
Beim Lesen des Buches kam bei mir immer wieder der Gedanke an die Agatha Raisin Reihe von M.C. Beaton auf. Für mich haben die beiden Reihen viele Gemeinsamkeiten, wenn es natürlich auch Unterschiede gibt. Der größte Unterschied und leider auch der größte Schwachpunkt des vorliegenden Buches ist, dass der Krimianteil ein wenig zu gering ausfällt. Meiner Meinung nach ist dieses Buch nichts für wirkliche Krimifans. Das Zwischenmenschliche und das Dorfleben haben hier einen deutlich höheren Stellenwert.
Der Schreibstil der Autorin Emily Winston hat mir zugesagt und ich empfand das Buch als äußerst kurzweilig. Da der Mordfall keine große Rolle spielt, entfiel auch das große Rätselraten und Kopfzerbrechen, wer denn der Mörder ist. Die Auflösung des Falles passierte eher nebenbei und ging in der ganzen Geschichte ein wenig unter.
Da ich mich ein klein wenig in Land und Leute verliebt habe, werde ich sicher auch die weiteren Bücher der Reihe lesen. Hoffentlich wird der Krimianteil dann auch von Buch zu Buch ein wenig mehr. Außerdem ist für mich persönlich noch immer die Frage offen, von welchem Mordclub im Titel die Rede ist.