Stärker als der Vorgänger
Die Tochter des SerienkillersInhalt: Jenny lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern in einem kleinen Dorf in Devon. Was keiner weiß: Jenny ist nicht ihr richtiger Name. Diesen legte sie ab, um ihrer manipulativen Mutter und ihrem ...
Inhalt: Jenny lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern in einem kleinen Dorf in Devon. Was keiner weiß: Jenny ist nicht ihr richtiger Name. Diesen legte sie ab, um ihrer manipulativen Mutter und ihrem Vater, der als Serienmörder überführt worden ist, zu entkommen. Doch: Die Vergangenheit hängt Jenny immer noch nach. Mehrfach hat sie Blackouts, bei denen sie das Haus verlässt. Als plötzlich die ehemalige Geliebte ihres Mannes entführt wird, gerät Jenny in Panik: Ist sie Täterin wider Willen? Hat sich das sog. Serienmörder-Gen ihres Vaters weitervererbt?
Persönliche Meinung: „Die Tochter des Serienkillers“ ist ein psychologischer Thriller von Alice Hunter. Der Band gehört zur „Familie des Serienkillers“-Reihe, allerdings lassen sich die bisher erschienen Bände unabhängig voneinander lesen; beide behandeln eine eigene Geschichte. Erzählt wird der Thriller hauptsächlich aus den Ich-Perspektiven von Jenny und Mark (Jennys Ehemann); zwischendurch finden sich außerdem Gespräche zwischen einer namenlosen Person und Jennys Vater. Insbesondere die Perspektiven von Jenny und Mark besitzen eine psychologische Tiefenschärfe: Beide nähern sich permanent dem Gedanken an, dass Jenny die Entführerin sein könnte, wobei sie gleichzeitig ihre Beziehung hinterfragen. Zu Beginn der Lektüre erinnert der Thriller sehr stark an den Vorgänger „Die Frau des Serienkillers“, in dem die Täterfigur bereits in den ersten 50 Seiten identifiziert worden ist (wodurch die Handlung recht unspektakulär dahinplätscherte). Daher hatte ich die Sorge, „Die Tochter des Serienkillers“ würde einem ähnlichen Muster folgen. Dies war allerdings unbegründet: Ohne zu viel verraten zu wollen, ist der Fall, der in „Die Tochter des Serienkillers“ behandelt wird, vertrackter, wendungsreicher und insgesamt komplexer als in dem Vorgänger – weshalb mir auch der vorliegende Thriller um Einiges besser gefallen hat. Der Schreibstil von Alice Hunter ist anschaulich und lässt sich sehr flüssig lesen. Insgesamt ist „Die Tochter des Serienkillers“ ein spannender, psychologischer Thriller.