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Alesia

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.03.2025

Kaperer im Auftrag der Hanse

Die Herren der See
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Kaufmannsgeselle Till Landers wird im Zuge des Hansisch-Englischen Krieges im London inhaftiert und verliert seine wertvollen Waren. Völlig mittellos gelingt ihm die Flucht, sodass er sich dem Hansekapitan ...

Kaufmannsgeselle Till Landers wird im Zuge des Hansisch-Englischen Krieges im London inhaftiert und verliert seine wertvollen Waren. Völlig mittellos gelingt ihm die Flucht, sodass er sich dem Hansekapitan Paul Beneke anschließt. Für Till beginnt eine ereignisreiche Zeit auf dem Kaperschiff Mariendraken, denn Beneke jagt nicht nur englische Schiffe, sondern plant seine ganz persönliche Rache an Konkurrenten und danziger Kaufmann Bernt Pawest.

Die Herren der See von Axel S. Meyer ist ein historischer Roman, der den Hansisch-Englischen (See)Krieg sehr eindrucksvoll darstellt. Neben dem geschichtlichen Hintergrund, unter anderem auch mit Hinweisen auf den englischen Rosenkrieg, ist das Hauptthema natürlich die See- und Kaperfahrt. Paul Beneke ist eine historische Figur, hier dargestellt als außerordentlich raffinierter und geschickter Seefahrer, gleichzeitig unberechenbar, unbarmherzig und mit den eigenen Dämonen der Vergangenheit kämpfend. Der Hauptprotagonisten Till Landers hingegen hat keinerlei Erfahrung in Kampf. Einerseits ist er sympathisch dargestellt, andererseits teilweise zu naiv. Wirklich gemacht für das Leben als Kaperfahrer erschien er mir im ganzen Buch nicht. Daneben gibt es noch weitere Figuren, meist charatkterlich unangenehm wie Händler Bernt Pawest oder Medici-Vertreter Thomas Portinari. Durch das Triptichon Das Jüngste Gericht vom Hans Memling wird ein interessanter Bogen gespannt. Insgesamt hat mir dieser historische Romane gut gefallen. Wer sich für historische Seefahrt interessiert, ist bei diesem Buch auf jeden Fall richtig.

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Veröffentlicht am 30.03.2025

Hlins Schildmaid

Die Skaland-Saga, Band 1 - A Fate Inked in Blood
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Freya trägt die Magie der Schutzgöttin Hlin in sich. Lange konnte sie dies verheimlichen, bis sie verraten wird. Aufgrund einer Prophezeihung nimmt Jarl Snorri sie zur Zweitfrau, um so Skaland unter seiner ...

Freya trägt die Magie der Schutzgöttin Hlin in sich. Lange konnte sie dies verheimlichen, bis sie verraten wird. Aufgrund einer Prophezeihung nimmt Jarl Snorri sie zur Zweitfrau, um so Skaland unter seiner Herrschaft zu Einen. Kämpfe bleiben nicht aus und Freya muss sich immer wieder gefahrvollen Prüfungen stellen. Dabei entwickelt sie verboten Gefühle für Snorris aktiven Sohn Björn. Eine Beziehung, die ihren Tod bedeuten könnte.

A Fate Inked in Blood - Die Skaland-Saga, Band 1 von Danielle L. Jensen ist der Auftaktband zu einer Romantasy-Dilogie mit starken Wikingervibs, nordischen Götter, blutigen Kämpfen und einer taffen Protagonistin. Der Schreibstil ist aus Freyas Ich-Perspektive geschrieben und angenehm und locker zu lesen. Hauptfokus liegt auf der verboten Liebesgeschichte zwischen Freya und Björn, die im Verlaufe des Buches spicy wird. Eine Anziehungskraft besteht zwischen beiden vom ersten Treffen an. Beide sind relativ direkt und unverblümt. Auch die eigentliche Handlung rund die Prophezeihung, Freyas Göttergeschenk und tötliche Wikingerkämpfe kommen nicht zu kurz. Zum Schluss gibt es eine mehr oder weniger erwartbare Wendungen. Der Spannungsbogen bleibt durchgehend hoch. Der Aspekt um die nordische Mythologie und die nordischen Götter ist noch ausbaufähig. Insgesamt hat mir das Buch ganz gut gefallen. Es bleibt jedoch abzuwarten, wie sich die Geschichte im zweiten Band entwickelt.

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Veröffentlicht am 28.03.2025

Marokko, Surfen, Mord

The Surf House
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Model Bea beschließt ihr Leben neu zu strukturieren. Nach ihrem letzten Modeljob in Marokko wird sie allerdings überfallen. Geld und Pass sind weg. Gleichzeitig wird sie um eine hohe Summe erpresst. Marnie, ...

Model Bea beschließt ihr Leben neu zu strukturieren. Nach ihrem letzten Modeljob in Marokko wird sie allerdings überfallen. Geld und Pass sind weg. Gleichzeitig wird sie um eine hohe Summe erpresst. Marnie, eine junge Frau, die ihr zur Hilfe geteilt ist, biete ihr eine Unterkunft und einen Job in ihrem kleinen Hotel dem "Surf House" an. Doch die chillig, sommerliche Atmosphäre dort ist trügerisch. Was ist vor einem Jahr mit Savannah geschehen? Einer jungen Reisenden, die einen Roadtrip machen wollte und deren letzter bekannter Aufenthalt das Surf House war? Bringt sich Bea durch ihre Nachforschungen selbst in Gefahr?

The Surf House von Lucy Clarke ist eher subtiler Thriller, spannend und flüssig zu lesen. Durchgehend hat man das Gefühl, das einzelne Mitglieder der Surf-Community etwas zu verbergen haben. Gleichzeitig fragt man sich, was genau mit Savannah passiert ist und ob Bea in Gefahr schwebt. Die Handlung wird hierbei in der Gegenwart aus Beas Perspektive erzählt, später kommen Abschnitte von Savannah in der Vergangenheit hinzu. Die Charaktere haben mir gut gefallen, auch wenn Bea manchmal etwas naiv und unbeholfen wirkt. Auch den Plot mochte ich, obwohl für mich die ganz große Überraschung ausblieb. Besonders toll fand ich auf jeden Fall das Setting rund um Sonne, Meer, Surfen und die menschlichen Abgründe dahinter. Insgesamt ein guter Thriller, nicht nur für alle die das Meer und Surfen lieben.

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Veröffentlicht am 20.03.2025

Mit einer Münze ins Jahr 1812

Pride und Prejudice und Pittsburgh
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Audrey ist in der Gegenwart etwas antriebslos. Eigentlich möchte sie Kunst studieren. Die für die Bewerbung erforderlichen Bilder bringt sie aber nicht zu Papier. Ihre Aushilfstätigkeit im kleinen Laden ...

Audrey ist in der Gegenwart etwas antriebslos. Eigentlich möchte sie Kunst studieren. Die für die Bewerbung erforderlichen Bilder bringt sie aber nicht zu Papier. Ihre Aushilfstätigkeit im kleinen Laden der Eltern kann sie allerdings auch nicht erfüllen. Im Jahre 1812 sieht Lucy sich gezwungen den Wünschen ihres Vaters zu gehorchen, der einen standesgemäßen aber unausstehlichen zukünftigen Ehemann für sie auserwählt hat. Als Audrey auf eine Reise durch die Zeit geschickt wird, stehen beide Leben auf dem Kopf. Bald ist klar, dass die beiden jungen Frauen mehr als nur freundschaftliche Gefühle füreinander hegen.

Pride und Prejudice und Pittsburgh von Rachael Lippincott ist eine schöne queere Liebesgeschichte mit Regency-Zeitreisefeeling und auf jeden Fall ab 14 Jahren geeignet. Ich denke queere Lovestorys sind im Jugendbuchbereich bzw. Young Adult Bereich noch zu wenig vertreten, weshalb dieses Buch auf jeden Fall eine Bereicherung ist. Mich persönlich hat sehr angesprochen, dass das Buch in der Regency Ära spielt. Literatur alla Jane Austen sollte man trotz der Anlehnung in Titel jedoch nicht erwarten. Bei Pride und Prejudice und Pittsburgh handelt es sich eher um eine leichte, romantische Geschichte. Auch Selbsfindung und die Entscheidung zugunsten der eigenen Identität spielen eine Rolle. Im Buch wechselt sie die Ich-Perspektive beider Protagonistinnen ab. Dadurch erhält man auch große Einblicke in ihre Gedankenwelt, was beide Figuren nachvollziehbarer macht. Die sympathisch gestalteten Nebenfigur habe ich leider erst zum Ende hin wirklich bemerkt. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und angenehm zu lesen. Besonders gerne mochte ich Audrey Anspielungen auf moderne Fernsehserien, etc. , die in der Vergangenheit natürlich niemand versteht. Einen Stern ziehe ich ab, da mich die Liebesgeschichte nicht hundertprozentig gefesselt konnte. Vielleicht hätte sie insgesamt mehr Tempo und weniger ruhige Szenen gebraucht.

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Veröffentlicht am 18.03.2025

Toxische Begegnungen

Schweben
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Sie hat es sich zum Beruf gemacht, in die Rolle anderer Frauen zu schlüpfen. Verkauft Begegnungen. Spielt Tochter, Freundin, Ehefrau oder Geliebte. Zumeist in toxischen Beziehungen, von denen sich die ...

Sie hat es sich zum Beruf gemacht, in die Rolle anderer Frauen zu schlüpfen. Verkauft Begegnungen. Spielt Tochter, Freundin, Ehefrau oder Geliebte. Zumeist in toxischen Beziehungen, von denen sich die reale Person, deren Platz sie einnimmt, bereits gelöst hat. Taucht für ihre Rolle ganz in den fremden Charakter ein und hat darüber ihren eigenen Namen bereits vergessen.

Erzählt wird Schweben von Amira Ben Saoud aus der Ich-Perspektive der namenlosen Protagonistin, die sich in ihrer neuen Rolle als Emma fast zu verlieren scheint. Die fremde Identitäten der eigenen vorzieht und sich lieber an gespielten, nichtsdestotrotz toxischen Beziehungen festhält, als einer eigenen, echten Beziehung eine Chance zu geben. Daneben gibt es die Aspekte der Dystopie. Die Geschichte spielt in einer in sich abgeschlosse Siedlung, nur Warenaustausch mit anderen, ebenfalls geschlossenen Siedlungen findet statt. Gewalt ist zwar verboten, Kämpfe scheinen aber bei Jugendlichen beliebt. Auch an anderen Stellen bemerkt man den vielleicht schleichend eintretenden Niedergang. Der Kontext zum titelgebenden Scheben ergibt sich erst relativ spät. Mit wenigen als 200 Seiten ist Schweben ein dünnes Buch, eine eher zarte Dystopie mit gesellschaftskritischen Aspekten, wobei besonders die Punkte Identitätsverlust und Verharren in toxischen Beziehungen herausstechen. Insoweit auch ein Buch, das auch zum Nachdenken anregt. Ich fand die Geschichte faszinierend zu lesen, gerade weil sich mir die Frage gestellt hat, vorauf die Siedlung und die namenlose Protagonistin zusteuert. Zum Ende bleibt für mich leider zu vieles im Unklaren - praktisch in der Schwebe-, weshalb ich für dieses außergewöhnlich Buch vier Sterne vergebe.

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