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Nilchen

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.05.2025

Mein neuer Küchenliebling!

Salads every day
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Ich hätte nie gedacht, dass ein Salatkochbuch mir so viel Freude bereiten würde – aber Salads Every Day von Alice Zaslavsky hat mich komplett begeistert. Ich habe schon einige Rezepte ausprobiert – und ...

Ich hätte nie gedacht, dass ein Salatkochbuch mir so viel Freude bereiten würde – aber Salads Every Day von Alice Zaslavsky hat mich komplett begeistert. Ich habe schon einige Rezepte ausprobiert – und jedes einzelne war ein Volltreffer! Besonders der Honig-Süßkartoffel-Risoni-Salat mit mariniertem Feta hat es mir angetan – warm, sättigend, aromatisch… einfach himmlisch.
Was dieses Buch so besonders macht, ist seine unglaubliche Vielfalt: Von schnellen Feierabendgerichten bis zu echten Highlights für die Grillparty oder den gemütlichen Couchabend ist alles dabei – und zwar in warm und kalt! Salat ist hier keine Beilage, sondern der Star auf dem Teller.
Alice Zaslavsky schreibt so charmant, liebevoll über Essen, dass man sich beim Lesen fast wie in einem kleinen Küchengespräch mit ihr fühlt. Die Texte machen Lust aufs Kochen, man merkt, dass die Autorin ihre Gerichte wertschätzt, das macht dieses Buch so sympathisch und lebendig.
Ich schätze besonders das praktische Gemüse-Register: Es hilft mir oft, mit dem, was gerade im Kühlschrank liegt, spontan etwas zu zaubern. Dazu kommen über 80 Dressings, die man herrlich kombinieren kann – da wird wirklich fast (!) jeder Tag zum Salattag!
Vor allem, wenn man die Ansage hat, dass es abends weniger Brot sein muss, ist man hier richtig.
💚 Fazit: Ein Muss für alle, die Salat lieben – oder ihn dank dieses Buchs endlich lieben lernen wollen!

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Veröffentlicht am 26.05.2025

Minimal wohnen, maximal beobachtet

Tiny House
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Tiny Houses versprechen ein Leben im Kleinen mit großem Glück. Doch was, wenn der reduzierte Lebensstil zur Kulisse einer Dauerperformance wird – und das Wohnen selbst zur Ware? Mario Wurmitzers neuer ...

Tiny Houses versprechen ein Leben im Kleinen mit großem Glück. Doch was, wenn der reduzierte Lebensstil zur Kulisse einer Dauerperformance wird – und das Wohnen selbst zur Ware? Mario Wurmitzers neuer Roman nimmt diesen Trend zum Anlass für eine herrlich schräge, satirisch überdrehte Geschichte über Überwachung, Entfremdung und den absurden Wunsch nach Selbstverwirklichung im Zeitalter von Likes und Livestreams.
Im Zentrum steht Emil – ein stiller, passiver Held, der sich durch wechselnde Wohn- und Arbeitsverhältnisse treiben lässt, irgendwo zwischen Digital Detox und Dauerperformance. Die Welt um ihn herum gerät immer wieder ins Kippen: Häuser brennen, die Realität wird zur Fassade, und zwischen Bewerbungsgesprächen und Firmenesoterik blitzt der Irrsinn unserer Gegenwart auf.
Wurmitzer gelingt es mit erstaunlicher Leichtigkeit, das Groteske und das Tragische miteinander zu verweben. Sein Humor ist trocken, seine Sprache pointiert – und genau darin liegt die Kraft dieses kurzen, aber intensiven Romans. Die Handlung folgt keiner klassischen Logik, sondern wirkt wie ein Stream aus zufälligen Begegnungen, absurden Wendungen und immer wieder kleinen Momenten der Klarheit. So entsteht das Bild eines Lebens, das sich zwischen Anpassung und Auflehnung verheddert hat – und das doch nicht ganz aus der Bahn gerät.
Tiny House ist keine Wohnutopie und keine klassische Gesellschaftssatire. Es ist vielmehr eine fein austarierte Farce über das Lebensgefühl einer Generation, die gleichzeitig nach Rückzug und Sichtbarkeit, nach Bedeutung und Ruhe sucht – und dabei in den Widersprüchen der Zeit festhängt.
Fazit:
Ein witziger, intelligenter Roman über das große Chaos im kleinen Raum. Wurmitzer schreibt klug und komisch über das Wohnen, das Arbeiten und das Suchen – und trifft dabei erstaunlich oft den wunden Punkt. Ein lesenswerter Roman für alle, die sich manchmal fragen, ob das Leben nicht längst selbst eine Inszenierung geworden ist.

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Veröffentlicht am 21.05.2025

Warmherzig, witzig, wunderbar skurril

Sommer ohne Plan
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Sommer ohne Plan ist genau das Gegenteil von planlos – Johanna Swanberg gelingt mit ihrem Debütroman ein durchkomponierter, pointierter und zugleich tief berührender Sommerroman, der Witz und Wärme gekonnt ...

Sommer ohne Plan ist genau das Gegenteil von planlos – Johanna Swanberg gelingt mit ihrem Debütroman ein durchkomponierter, pointierter und zugleich tief berührender Sommerroman, der Witz und Wärme gekonnt verbindet. Ein klarer, lebendiger Stil, schräge, aber glaubwürdige Figuren und ein feines Gespür für zwischenmenschliche Zwischentöne.
Swanbergs Stil ist leicht, dialogreich und gespickt mit liebevollen Details. Sie schreibt mit Augenzwinkern, aber ohne ihre Figuren bloßzustellen. Vielmehr begegnet sie ihnen mit Wärme und Verständnis. Ihre Sprache ist alltagstauglich und direkt, aber immer wieder überraschend – sei es durch eine absurde Wendung oder eine scharf beobachtete Pointe. Dabei wirkt der Ton nie bemüht humorvoll, sondern fließt natürlich aus den Eigenheiten der Figuren.
Ich muss auch die tolle Übertragung aus dem Schwedischen loben von Nina Hoyer. Sie hat den Text toll in ein lesbares Deutsch übertragen und man könnte meinen es ist auf Deutsch erschiene!
Im Mittelpunkt steht Cassie, die sich – urplötzlich Alleinerbin eines Hauses – in einem kleinen, sehr eigenwilligen Dorf wiederfindet. Die Begegnungen mit den Dorfbewohnern sind herrlich skurril: Da ist die Nachbarin, die zu viel weiß, ein Bürgermeister mit Mission und ein charmant-schrulliger Handwerker. Aus dem Kontrast zwischen Cassies anfänglicher Überforderung und dem seltsamen Charme der Dorfgemeinschaft entsteht ein fein gezeichneter, tragikomischer Sog.

Fazit:
Sommer ohne Plan ist ein klug erzählter Wohlfühlroman mit eigenem Ton, der nicht ins Kitschige abgleitet, sondern mit einer sympathisch schrägen Erzählwelt überzeugt. Ideal für Leserinnen und Leser, die humorvolle Romane mit Herz suchen.

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Veröffentlicht am 08.05.2025

Eine helfende Hand, wenn Kuddelmuddel im Hirn herrscht

Wie Arbeit glücklich macht
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In seinem praxisnahen Sachbuch „Wie Arbeit glücklich macht“ widmet sich Prof. Dr. Claas Lahmann einem Thema, das nahezu jede arbeitende Person betrifft: Wie gelingt es, den eigenen Job als Quelle von Zufriedenheit ...

In seinem praxisnahen Sachbuch „Wie Arbeit glücklich macht“ widmet sich Prof. Dr. Claas Lahmann einem Thema, das nahezu jede arbeitende Person betrifft: Wie gelingt es, den eigenen Job als Quelle von Zufriedenheit und nicht von Frustration zu erleben? Der renommierte Arzt, Psychosomatiker und Direktor der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Universitätsklinikum Freiburg greift dabei auf seine langjährige klinische Erfahrung und aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse der Arbeitspsychologie zurück. Das Ergebnis ist ein motivierendes Buch, das Leserinnen und Leser mit konkreten Strategien unterstützt, sich selbstwirksam mit ihrer beruflichen Situation auseinanderzusetzen.
Der Autor – Medizin und Mensch im Fokus
Prof. Dr. Claas Lahmann ist nicht nur ein profilierter Mediziner, sondern auch ein engagierter Forscher und praktizierender Psychotherapeut. Seine Arbeitsschwerpunkte – u.a. psychosomatische Störungen, Stressbewältigung und gesundheitsfördernde Arbeitsbedingungen – prädestinieren ihn für dieses Thema. Seine Stärke: die Verbindung von medizinischem Fachwissen mit einem klaren Blick für alltagspraktische Lösungen. Diese Haltung prägt auch Wie Arbeit glücklich macht, das sich nicht in Theorien verliert, sondern konkrete Hilfe zur Selbsthilfe bietet.
Inhalt und Struktur – Drei Wege zum besseren Arbeitsleben
Das Buch folgt dem bekannten Prinzip „Love it, Change it or Leave it“ – also: Akzeptiere und schätze deine Arbeit, gestalte sie aktiv um oder ziehe die Konsequenz und verlasse sie. Lahmann strukturiert das Buch entsprechend in drei Hauptabschnitte:
• Love it: Was macht ein gesundes Arbeitsumfeld aus? Hier geht es um Vertrauen, Sinn, Kollegialität und Wertschätzung – allesamt Faktoren, die wissenschaftlich nachweisbar zum beruflichen Wohlbefinden beitragen. Lahmann beschreibt, welche Rahmenbedingungen dazu nötig sind und wie man selbst zur positiven Gestaltung beitragen kann.
• Change it: Im zweiten Teil bietet der Autor konkrete Handlungsmöglichkeiten, wie man belastende Situationen verbessern kann. Kleine Veränderungen im Arbeitsalltag, Konfliktlösungsstrategien, bewusste Pausengestaltung oder Kommunikationstipps – viele Ansätze erscheinen machbar und direkt umsetzbar.
• Leave it: Wenn alle Veränderungsversuche scheitern, bleibt oft nur ein Ausstieg. Lahmann geht sehr sensibel mit dieser schwierigen Entscheidung um. Er liefert Hilfen zur Einschätzung, wann ein Jobwechsel sinnvoll ist, wie man mit Unsicherheiten umgeht und einen Neuanfang vorbereitet.
Stärken des Buches
Besonders positiv fällt der lebensnahe Stil auf. Lahmann bleibt nie abstrakt – Fallbeispiele aus seiner klinischen Arbeit machen die Themen greifbar, authentisch und oft auch emotional berührend. Wer selbst schon einmal am Rand eines Burnouts stand oder eine toxische Arbeitsplatzkultur erlebt hat, wird sich wiederfinden. Charts, Übersichten und Zusammenfassungen strukturieren den Text sinnvoll und erhöhen die Lesbarkeit.
Auch die Einordnung von Burnout ist bemerkenswert differenziert: Lahmann macht deutlich, dass es sich nicht nur um eine Modeerscheinung oder bloße Erschöpfung handelt, sondern um ein ernstzunehmendes psychosomatisches Syndrom. Dabei bleibt er verständlich und einfühlsam.
Ein Buch für viele Lebenslagen
Wie Arbeit glücklich macht ist mehr als ein Ratgeber für berufliche Krisen. Es ist ein Begleiter in Zeiten des Wandels, ein Mutmacher bei Überforderung und eine Einladung zur Selbstreflexion. Lahmann vermittelt nicht die Illusion, dass jeder Job zur Berufung werden kann – aber er zeigt realistische Wege auf, wie man dem eigenen beruflichen Glück näherkommt.
Fazit
Prof. Dr. Claas Lahmann liefert mit Wie Arbeit glücklich macht einen gut strukturierten, fundierten und gleichzeitig sehr zugänglichen Ratgeber für alle, die sich mit ihrer beruflichen Situation auseinandersetzen wollen oder müssen. Das Buch hilft, Perspektiven zu entwickeln, Handlungsspielräume zu erkennen und sich selbst nicht aus den Augen zu verlieren – egal ob man sich entscheidet, den Job zu lieben, zu verändern oder zu verlassen.
Mich persönlich hat das Buch nicht nur zum Nachdenken gebracht, sondern zum Handeln. Ich werde meinen Job wechseln – und freue mich unglaublich auf diesen Neuanfang! Lahmann hat mir geholfen, meine Situation klarer zu sehen und mutige Schritte zu planen. 

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Veröffentlicht am 31.03.2025

Bildinterpretationen auf Japanisch

HEN NA E - Seltsame Bilder
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Selten so eine Kuriosität in Buchformat in den Händen gehalten. Geschrieben hat es ein Mensch, der sich Uketsu nennt, wer sich dahinter verbirgt, weiß niemand, da diese Person sich nicht zu erkennen gibt. ...

Selten so eine Kuriosität in Buchformat in den Händen gehalten. Geschrieben hat es ein Mensch, der sich Uketsu nennt, wer sich dahinter verbirgt, weiß niemand, da diese Person sich nicht zu erkennen gibt. Dann ist dieser Kriminalroman so aufgebaut, dass Bilder eine sehr zentrale Rolle spielen und die sind auch alle abgedruckt zwischen dem Text.
Ich kann schon mal verraten, dass es mir ganz gut gefallen hat, weil es einfach mal was andere ist mit diesen Bildern zu arbeiten beim Lesen. Sonst sehr japanisch zurückhaltend und leise im Ton. Obwohl es auch zu sehr blutigen und horrormäßigen Szenen kommt.
Dieses durchschimmernde Böse zwischen all den vermeintlich normalen Schichten macht den Roman aus.
Auch die Übersetzung aus dem Japanischen von Heike Patzschke ist sehr zu loben. Liest sich flüssig und gut. Toll fand ich, dass neben den Zeichnungen die Schriftzeichen vom Original erhalten geblieben ist und nur daneben die deutsche Übersetzung stand.
Schwer etwas über den Inhalt zu schreiben ohne zu spoilern. Es beginnt mit einer Vorlesung in der eine Psychologin auf die Kraft der Bilder eingeht und wie bei traumatisierten Menschen das Gezeichnete genau angeschaut werden sollte. Dann gibt es einen Cut und 3 verschiedene Kapitel folgen. Zunächst war ich verwundert, ob das alles einen Sinn erbeben wird und – einziger spoiler – ja, es ergibt einen Sinn. Aber lest selbst!
Fazit: Für alle Krimifans, die gerne mal was anderes lesen und sich mit Hilfe der Bilder auf die Färten begibt!

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