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Nilchen

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.05.2025

Warmherzig, witzig, wunderbar skurril

Sommer ohne Plan
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Sommer ohne Plan ist genau das Gegenteil von planlos – Johanna Swanberg gelingt mit ihrem Debütroman ein durchkomponierter, pointierter und zugleich tief berührender Sommerroman, der Witz und Wärme gekonnt ...

Sommer ohne Plan ist genau das Gegenteil von planlos – Johanna Swanberg gelingt mit ihrem Debütroman ein durchkomponierter, pointierter und zugleich tief berührender Sommerroman, der Witz und Wärme gekonnt verbindet. Ein klarer, lebendiger Stil, schräge, aber glaubwürdige Figuren und ein feines Gespür für zwischenmenschliche Zwischentöne.
Swanbergs Stil ist leicht, dialogreich und gespickt mit liebevollen Details. Sie schreibt mit Augenzwinkern, aber ohne ihre Figuren bloßzustellen. Vielmehr begegnet sie ihnen mit Wärme und Verständnis. Ihre Sprache ist alltagstauglich und direkt, aber immer wieder überraschend – sei es durch eine absurde Wendung oder eine scharf beobachtete Pointe. Dabei wirkt der Ton nie bemüht humorvoll, sondern fließt natürlich aus den Eigenheiten der Figuren.
Ich muss auch die tolle Übertragung aus dem Schwedischen loben von Nina Hoyer. Sie hat den Text toll in ein lesbares Deutsch übertragen und man könnte meinen es ist auf Deutsch erschiene!
Im Mittelpunkt steht Cassie, die sich – urplötzlich Alleinerbin eines Hauses – in einem kleinen, sehr eigenwilligen Dorf wiederfindet. Die Begegnungen mit den Dorfbewohnern sind herrlich skurril: Da ist die Nachbarin, die zu viel weiß, ein Bürgermeister mit Mission und ein charmant-schrulliger Handwerker. Aus dem Kontrast zwischen Cassies anfänglicher Überforderung und dem seltsamen Charme der Dorfgemeinschaft entsteht ein fein gezeichneter, tragikomischer Sog.

Fazit:
Sommer ohne Plan ist ein klug erzählter Wohlfühlroman mit eigenem Ton, der nicht ins Kitschige abgleitet, sondern mit einer sympathisch schrägen Erzählwelt überzeugt. Ideal für Leserinnen und Leser, die humorvolle Romane mit Herz suchen.

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Veröffentlicht am 08.05.2025

Eine helfende Hand, wenn Kuddelmuddel im Hirn herrscht

Wie Arbeit glücklich macht
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In seinem praxisnahen Sachbuch „Wie Arbeit glücklich macht“ widmet sich Prof. Dr. Claas Lahmann einem Thema, das nahezu jede arbeitende Person betrifft: Wie gelingt es, den eigenen Job als Quelle von Zufriedenheit ...

In seinem praxisnahen Sachbuch „Wie Arbeit glücklich macht“ widmet sich Prof. Dr. Claas Lahmann einem Thema, das nahezu jede arbeitende Person betrifft: Wie gelingt es, den eigenen Job als Quelle von Zufriedenheit und nicht von Frustration zu erleben? Der renommierte Arzt, Psychosomatiker und Direktor der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Universitätsklinikum Freiburg greift dabei auf seine langjährige klinische Erfahrung und aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse der Arbeitspsychologie zurück. Das Ergebnis ist ein motivierendes Buch, das Leserinnen und Leser mit konkreten Strategien unterstützt, sich selbstwirksam mit ihrer beruflichen Situation auseinanderzusetzen.
Der Autor – Medizin und Mensch im Fokus
Prof. Dr. Claas Lahmann ist nicht nur ein profilierter Mediziner, sondern auch ein engagierter Forscher und praktizierender Psychotherapeut. Seine Arbeitsschwerpunkte – u.a. psychosomatische Störungen, Stressbewältigung und gesundheitsfördernde Arbeitsbedingungen – prädestinieren ihn für dieses Thema. Seine Stärke: die Verbindung von medizinischem Fachwissen mit einem klaren Blick für alltagspraktische Lösungen. Diese Haltung prägt auch Wie Arbeit glücklich macht, das sich nicht in Theorien verliert, sondern konkrete Hilfe zur Selbsthilfe bietet.
Inhalt und Struktur – Drei Wege zum besseren Arbeitsleben
Das Buch folgt dem bekannten Prinzip „Love it, Change it or Leave it“ – also: Akzeptiere und schätze deine Arbeit, gestalte sie aktiv um oder ziehe die Konsequenz und verlasse sie. Lahmann strukturiert das Buch entsprechend in drei Hauptabschnitte:
• Love it: Was macht ein gesundes Arbeitsumfeld aus? Hier geht es um Vertrauen, Sinn, Kollegialität und Wertschätzung – allesamt Faktoren, die wissenschaftlich nachweisbar zum beruflichen Wohlbefinden beitragen. Lahmann beschreibt, welche Rahmenbedingungen dazu nötig sind und wie man selbst zur positiven Gestaltung beitragen kann.
• Change it: Im zweiten Teil bietet der Autor konkrete Handlungsmöglichkeiten, wie man belastende Situationen verbessern kann. Kleine Veränderungen im Arbeitsalltag, Konfliktlösungsstrategien, bewusste Pausengestaltung oder Kommunikationstipps – viele Ansätze erscheinen machbar und direkt umsetzbar.
• Leave it: Wenn alle Veränderungsversuche scheitern, bleibt oft nur ein Ausstieg. Lahmann geht sehr sensibel mit dieser schwierigen Entscheidung um. Er liefert Hilfen zur Einschätzung, wann ein Jobwechsel sinnvoll ist, wie man mit Unsicherheiten umgeht und einen Neuanfang vorbereitet.
Stärken des Buches
Besonders positiv fällt der lebensnahe Stil auf. Lahmann bleibt nie abstrakt – Fallbeispiele aus seiner klinischen Arbeit machen die Themen greifbar, authentisch und oft auch emotional berührend. Wer selbst schon einmal am Rand eines Burnouts stand oder eine toxische Arbeitsplatzkultur erlebt hat, wird sich wiederfinden. Charts, Übersichten und Zusammenfassungen strukturieren den Text sinnvoll und erhöhen die Lesbarkeit.
Auch die Einordnung von Burnout ist bemerkenswert differenziert: Lahmann macht deutlich, dass es sich nicht nur um eine Modeerscheinung oder bloße Erschöpfung handelt, sondern um ein ernstzunehmendes psychosomatisches Syndrom. Dabei bleibt er verständlich und einfühlsam.
Ein Buch für viele Lebenslagen
Wie Arbeit glücklich macht ist mehr als ein Ratgeber für berufliche Krisen. Es ist ein Begleiter in Zeiten des Wandels, ein Mutmacher bei Überforderung und eine Einladung zur Selbstreflexion. Lahmann vermittelt nicht die Illusion, dass jeder Job zur Berufung werden kann – aber er zeigt realistische Wege auf, wie man dem eigenen beruflichen Glück näherkommt.
Fazit
Prof. Dr. Claas Lahmann liefert mit Wie Arbeit glücklich macht einen gut strukturierten, fundierten und gleichzeitig sehr zugänglichen Ratgeber für alle, die sich mit ihrer beruflichen Situation auseinandersetzen wollen oder müssen. Das Buch hilft, Perspektiven zu entwickeln, Handlungsspielräume zu erkennen und sich selbst nicht aus den Augen zu verlieren – egal ob man sich entscheidet, den Job zu lieben, zu verändern oder zu verlassen.
Mich persönlich hat das Buch nicht nur zum Nachdenken gebracht, sondern zum Handeln. Ich werde meinen Job wechseln – und freue mich unglaublich auf diesen Neuanfang! Lahmann hat mir geholfen, meine Situation klarer zu sehen und mutige Schritte zu planen. 

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Veröffentlicht am 31.03.2025

Bildinterpretationen auf Japanisch

HEN NA E - Seltsame Bilder
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Selten so eine Kuriosität in Buchformat in den Händen gehalten. Geschrieben hat es ein Mensch, der sich Uketsu nennt, wer sich dahinter verbirgt, weiß niemand, da diese Person sich nicht zu erkennen gibt. ...

Selten so eine Kuriosität in Buchformat in den Händen gehalten. Geschrieben hat es ein Mensch, der sich Uketsu nennt, wer sich dahinter verbirgt, weiß niemand, da diese Person sich nicht zu erkennen gibt. Dann ist dieser Kriminalroman so aufgebaut, dass Bilder eine sehr zentrale Rolle spielen und die sind auch alle abgedruckt zwischen dem Text.
Ich kann schon mal verraten, dass es mir ganz gut gefallen hat, weil es einfach mal was andere ist mit diesen Bildern zu arbeiten beim Lesen. Sonst sehr japanisch zurückhaltend und leise im Ton. Obwohl es auch zu sehr blutigen und horrormäßigen Szenen kommt.
Dieses durchschimmernde Böse zwischen all den vermeintlich normalen Schichten macht den Roman aus.
Auch die Übersetzung aus dem Japanischen von Heike Patzschke ist sehr zu loben. Liest sich flüssig und gut. Toll fand ich, dass neben den Zeichnungen die Schriftzeichen vom Original erhalten geblieben ist und nur daneben die deutsche Übersetzung stand.
Schwer etwas über den Inhalt zu schreiben ohne zu spoilern. Es beginnt mit einer Vorlesung in der eine Psychologin auf die Kraft der Bilder eingeht und wie bei traumatisierten Menschen das Gezeichnete genau angeschaut werden sollte. Dann gibt es einen Cut und 3 verschiedene Kapitel folgen. Zunächst war ich verwundert, ob das alles einen Sinn erbeben wird und – einziger spoiler – ja, es ergibt einen Sinn. Aber lest selbst!
Fazit: Für alle Krimifans, die gerne mal was anderes lesen und sich mit Hilfe der Bilder auf die Färten begibt!

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Veröffentlicht am 26.10.2024

Was eine vielschichtige Stadt!

Gebrauchsanweisung für Barcelona
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Eine Woche Barcelona und das Leben erscheint einem schon wieder ein wenig sonniger und froher. Dank Merten Worthmann in seiner „Gebrauchsanweisung für Barcelona“ erhielt ich viele Einblicke in Kultur, ...

Eine Woche Barcelona und das Leben erscheint einem schon wieder ein wenig sonniger und froher. Dank Merten Worthmann in seiner „Gebrauchsanweisung für Barcelona“ erhielt ich viele Einblicke in Kultur, Gepflogenheiten und warum manches so ist wie es ist. Auch wenn die Ausgabe, die ich las bereits von 2006 ist, war sie so zeitlos in vielen Themenbereichen, dass es weiterhin gut passte. Nur beim Fortschritt der Sagrada Familia war das Buch natürlich hoffnungslos veraltet.
Aber ich habe bei Spaziergängen und Besichtigungen immer wieder Wissenswertes mit meiner Familie teilen können, ob sie es hören wollten oder nicht. Auch war es spannend, dass Fragen, die uns durch den Kopf gingen auch teilweise durch die Fragmente im Buch erklärt wurden.
Auf jeden Fall immer noch lesenswert. Besonders die historisch bedingten Strukturen und Herangehensweisen der Barceloner ist bereichernd. Auch die sehr soziale Seele der Barceloner untereinander findet Beachtung!
Die Reihe „Gebrauchsanweisung für…“ ist mittlerweile fester Bestandteil des Pieper Verlagsprogramms, nicht mehr in dem Maße populär wie noch vor 10 Jahren, aber mit diesem Buch hat es doch wieder mein Interesse geweckt. Da schau ich doch gleich mal für die nächste Reise, ob es da auch eines gibt!

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Veröffentlicht am 29.09.2024

1883 – ein Zug fährt quer durch Europa

Die erste Fahrt des Orient-Express
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Nachdem wir eine Freundin in einer sehr guten Theatervorstellung erleben dürften, in dem das berühmte Stück „Mord im Orient-Express“ nachgespielt wurde, war ich natürlich begeistert dieses Buch hier zu ...

Nachdem wir eine Freundin in einer sehr guten Theatervorstellung erleben dürften, in dem das berühmte Stück „Mord im Orient-Express“ nachgespielt wurde, war ich natürlich begeistert dieses Buch hier zu entdecken: ‚Die erste Fahrt des Orient-Express‘ von David Janz.
Was besonders fürs gedruckte Buch spricht ist die Route auf einer Karte auf der vorderen Innenseite der Klappbroschure. Da kann man immer mal wieder nachvollziehen wo sich der Zug befindet. Und in der hinteren Klappe ist der Fahrplan – 4 bis 9 Oktober – sowie die Wagenreihung.
Übrigens ist David Janz nur ein Pseudonym des Autoren Dirk Husemann, der bereits einige historische Romane geschrieben hat. Ich kenne bisher keines seiner Romane, dies hier war meine erste Leseerfahrung seines Schreibens.
‚Die erste Fahrt des Orient-Express‘ liest sich gut, die Spannung hält sich und die Geschichte trägt sich selbst. Zum einen, weil es die historisch belegte erste Fahrt des Orient-Expresses unter die Lupe nimmt und der Autor viele wahre Fakten eingebaut hat und zum anderen eine spannende Geschichte um einen Attentäter, der an Bord sein soll.
George Nagelmacker, ein belgischer Bahnunternehmer, der die große Vision hatte einmal quer durch Europa mit dem Zug zu fahren, trotz verfeindeter Territorien und das bei höchstem Komfort. Der Zug verlässt 1883 den Pariser Bahnhof und Nagelmacker hofft inständig darauf, dass dieses riskante Unterfangen ein Erfolg wird, denn er ist hoch verschuldet und diese Investition ist seine letzte Chance. Er wird hier auf der Jungfernfahrt von 12 Diplomaten und der fiktiven Hubertine Berthier begleitet. Die Charaktere sind zum Teil etwas überzeichnet, andere bleiben blasser. Aber eine bunte unterhaltsame Mischung.
Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, allerdings hätte ich gerne ein sehr viel ausführlicheres Nachwort gelesen was fiktiv ist und was den Tatsachen entsprach. Klar, Internetsuchmaschinen helfen und geben nach der Lektüre ein recht rundes Bild, aber bei den sicherlich detaillierten Recherchen des Autors, hätte hier sicherlich etwas Ausführlicheres Platz gefunden.
Fazit: Für alle die historische Stoffe lieben und auch gerne mal im Zug sitzen.

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