Profilbild von lFrozenIcel

lFrozenIcel

Lesejury Profi
offline

lFrozenIcel ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit lFrozenIcel über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.04.2025

Mit einer Prise Humor

A City of Flames
0

Werbung | Rezensionsexemplar | 4 ⭐

Sie sehnt sich nach Rache. Womit sie nicht gerechnet hat ist Leidenschaft - in Teil 1 trifft dieser Klappentext noch nicht gänzlich zu und das tut der Story keinen Abbruch. ...

Werbung | Rezensionsexemplar | 4 ⭐

Sie sehnt sich nach Rache. Womit sie nicht gerechnet hat ist Leidenschaft - in Teil 1 trifft dieser Klappentext noch nicht gänzlich zu und das tut der Story keinen Abbruch. Wer eine heiße Romancestory erwartet, findet diese nur in einer abgeschwächter Version. Ein Slowburn der feinsten Art, gepaart mit Enemies to Lovers und ich liebs.

Primär liebe ich an Slowburn, das der Fokus mehr auf der Geschichte selbst liegt. So auch hier. Vasquez schafft ihre eigene Welt, mit eigenen Wesen und einer individuellen Geschichte. Direkt zu Beginn lernt der Leser neue Wesen kennen und durchlebt einen spannendenden Einstieg. Eine Reihe an Charakteren gliedert sich nach und nach ein. Darüber muss man erstmal die Übersicht behalten und doch sind alle mit nur wenigen Worten gut herausgearbeitet.

Die Geschichte nimmt schnell an Fahrt auf. Naralía kommt auf die Akademie, von ihrer Ausbildung bekommt man jedoch nur entfernt etwas mit. Stattdessen wird die Welt drumherum aufgebaut. Märkte, Kneipen, andere Wesen und die Geschichte rund um das Königreich und den Screaming Forest. Dadurch bekommt der Leser einen Vorgeschmack auf die folgende Bände.
Und dennoch wirkt dieser erste Band nicht wie ein Auftakt - im positiven Sinn. Teilweise überschlagen sich die Ereignisse, vor allem das Ende punktet mit sehr viel Spannung. Leider wird diese Spannung oft durch Tatlosigkeit oder Dialoge gestört. Wenn eine Horde Wesen die Protagonistin verfolgt, so hat sie sicherlich keine Zeit für kleine Interludes. Es wirkt, als würde alles herum pausieren, damit die Autorin noch ein paar Informationen einstreuen kann.

Der Enemy Darius ist die sprichwörtliche Prise Salz in der Geschichte. Seine lockere, freche Art löste einige Schmunzler aus.

Insgesamt bin ich durch das Buch geflogen. Ein lockerer, leichter Schreibstil und eine spannende Story mit viel Potential waren eine perfekte Mischung für diesen Auftakt. Lediglich die vielen Unterbrechungen und stellenweise sinnfreien Aktionen in wichtigen Situationen waren völlig fehl am Platz.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.03.2025

Psychologisch spannend

Die Tribute von Panem L. Der Tag bricht an
0

Nostalgie mit jeder Seite

Suzanne Collins führt den Leser zurück in die Welt von Panem. Dabei könnte dieses Buch sehr gut als Auftaktbuch fungieren. Ist Snows Geschichte ein interessantes Interlude, so ...

Nostalgie mit jeder Seite

Suzanne Collins führt den Leser zurück in die Welt von Panem. Dabei könnte dieses Buch sehr gut als Auftaktbuch fungieren. Ist Snows Geschichte ein interessantes Interlude, so ist Haymitch Geschichte der lange Prolog zu einer epischen Saga.

Das Setting, der Ablauf, die Menschen. Wer Panem mit Katniss kennt, kennt auch den Ablauf dieses Buches. Umso beeindruckender empfinde ich es, dass die Autorin dennoch die Spannung aufbauen kann. Gleich und doch einzigartig. Jede Seite ist erneut ein psychologisches Spielchen. Vielleicht auch ein Blick auf unsere Welt? Collins streut jedenfalls zu gerne Anspielungen auf die Bedürfnisse der modernen Welt ein. Es handelt von der Nutzung von künstlicher Intelligenz, sowie Kritik an chemischen Mitteln. Nicht immer fand ich dies passend, manche Stellen erweckten den Eindruck von People Pleasing.

Der Einzug in die Arena fand relativ spät statt. Da diesmal doppelt so viele Tribute in den Kampf ziehen, mussten diese auch schneller ihr Ende finden. Dabei ging es manchmal brutal von statten, manchmal leise und manchmal schlicht und ergreifend plump und erzwungen. Allzu oft stellte ich die Tribute in Frage. Und in erster Linie die Anhäufung von Zufällen. Wenn die letzten Tribute in der riesigen Arena auf einem Fleck sind, oder "überraschende" Begegnungen stattfanden, die verhindert werden konnten.

Was das Buch stetig am Leben gehalten hat, war erneut die Liebe. Romantisch, familiär und freundschaftlich. Es ist so schön zu lesen, wie gerade die schwachen Distrikte zusammenhalten. Erschütternd, weil sie dennoch so wenig ausrichten können.

Das Buch wimmelt vor Anspielungen. Haymitch ist noch recht jung, als er an Katniss Seite berufen wird. So ist es auch nur realistisch, dass der junge Haymitch diverse Leute aus der Haupttrilogie kennt, mit ihnen aufwächst und sogar befreundet ist. Es war ein Heimkommen, Einblicke in die Entwicklung dieser Menschen zu erhalten.

Insgesamt ein weiteres starkes Buch aus dem Panem-Universum, mit vielen starken Emotionen. An manchen Stellen etwas forciert, aber dennoch ein empfehlenswertes Erlebnis.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.03.2025

Starker Auftakt zu neuer Saga

Spark of the Everflame
0


Ich hatte keine Erwartungen und sie wurden maßlos übertroffen. Was war das für ein Ritt!

Der Einstieg ins Buch versprach bereits Fantasy vom feinsten. Denn ein gutes Worldbuilding ist die Essenz eines ...


Ich hatte keine Erwartungen und sie wurden maßlos übertroffen. Was war das für ein Ritt!

Der Einstieg ins Buch versprach bereits Fantasy vom feinsten. Denn ein gutes Worldbuilding ist die Essenz eines herausragenden Fantasybuches. So stand zunächst eine lange Eingewöhnungsphase in die Kindred-Curse Saga an, um die Regeln und Gesetze der Welt zu verinnerlichen. Auf diesen Prozess muss ein Leser sich einlassen können.

Geschrieben ist das Buch aus der Sicht von Diem. Als Mensch lebt sie getrennt von den göttlichen Nachkommen - den Descended. Doch ihr Job als Heilerin und ein familiärer Vorfall bringt sie bis in die Palasträume und hin zum Prinzen. Es wird schnell klar, dass es hier eine Liebesgeschichte geben wird. Dennoch hoffe ich, dass es nicht so offensichtlich wird und diese Verbindung noch einige Intrigen beinhalten wird. Schließlich sind beide Feinde. Per Gesetz nicht kompatibel. Descended und Menschen dürfen nicht miteinander anbandeln und doch forciert Diem das in mehrerer Hinsicht. Allgemein hat sie ein großes Mundwerk, was sie oft in Schwierigkeiten bringt. Sie handelt, bevor sie denkt und das kann anstrengend sein, wirkt aber echt. Schließlich ist sie nur bedingt eine ausgebildete Kämpferin.

Das Königreich steht im Konflikt mit den Menschen und so findet eine Rebellengruppe ihren Weg in die Geschichte. Diese ist zwar allzeit präsent, wirkt für mich bislang aber wie ein Mittel zum Zweck, wie eine Nebengeschichte. Ich hoffe, dass sie in weiteren Teilen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen und ungeahnte Twists hervorgezaubert werden.

Das Ende bauscht sich auf und explodiert mit gewaltigen Neuigkeiten. Obwohl Diems Natur schon zu Beginn klar war und das Resultat daraus spätestens nach 2/3 des Buches deutlich wurde, sorgte der eindrucksvolle Schreibstil und die sich stetig steigernde düstere Stimmung dafür, dass ich am liebsten direkt weitergelesen hätte.

Mit vier Bänden bringt die Kindred-Curse Saga eine Menge Potenzial mit. Die Welt bietet Struktur, Spannung und Magie. Sie erweckt den Eindruck blutig und ungeschönt zu werden. Eine klare Empfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.01.2025

Zwischen Realismus und Übermaß

In einem Zug
0

"In einem Zug" ist ein für Glattauer im Stile typischer Roman. Auf den Punkt gebrachte Gedanken. Wortgewandte Konter und Formulierungen. Eine Prise Humor und eine scharfe Zunge.

Protagonist Eduard sieht ...

"In einem Zug" ist ein für Glattauer im Stile typischer Roman. Auf den Punkt gebrachte Gedanken. Wortgewandte Konter und Formulierungen. Eine Prise Humor und eine scharfe Zunge.

Protagonist Eduard sieht sich mit einer Sitznachbarin in seinem Viererabteil konfrontiert. Wobei keine direkte Nachbarin... Sie sitzt schräg gegenüber. Und schlimmer noch: Sie sucht das Gespräch mit ihm. Doch zu Eduards eigener Überraschung lässt er sich immer weiter auf dieses Gespräch ein und lässt diese Fremde in Areale seiner Gedanken und Gefühle blicken, die er sonst nur mit seinen engsten Bekannten teilt. Liegt es daran, dass sie ihn - den erfolgreichen Autoren - gar nicht kennt?

Besagte Frau heißt Catrin. Catrin, die Physio, - sowie Psychotherapeutin ist. Eine fragwürdige Mischung, die zu Glattauers urkomik passt. Die Psychotherapeutin ist also diejenige, die einem Wildfremden in die Tiefen seiner Gedanken vordringt. Die ihn über persönliche Angelegenheiten ausfragt, ihn zu Antworten drängt und über eine weitere Unbekannte - Brünhofers Frau - ebenfalls Details haben möchte. Ich fand hier das Klischee einer Psychotherapeutin, die alle um sich herum analysiert und therapiert, mehr als ausgeschöpft.

Dabei wirkt sie kaum überzeugend. Sie erzählt, dass sie eine Pause macht. Einmal entspannen, einmal durchatmen. Dennoch geht sie in ihrer Jobrolle völlig auf. Doch darüber hinaus fängt sie während der Gespräche immer mehr an, ihre eigenen Gefühle und Gedanken in den Protagonisten hinein zu projizieren. Sie legt ihm Wörter in den Mund, die er - selbst angetrunken - gekonnt kontert. Doch gerade während der Gespräche über Sex empfand ich Catrin als penetrant und unglaubwürdig. Gewollt autobiografisch soll die Geschichte wirken - doch was davon nun stimmt, weiß nur Glattauer selbst.

Zusätzlich eckte ich sehr an dem Kontrast der Gesprächsthemen an. Tiefgründig muten die Gedanken zu seiner Zugsituation an. Sein Rückblick auf sein Leben und ja: Auch das Thema Alkohol. Geradezu plump wirkte es jedes einzelne Mal, wenn wieder mal Liebe und Sex in den Vordergrund rückten.

Trotz allem liest sich der Roman unterhaltsam, klug und gewieft. Bissige, alltagsreiche und alltagskritische Gespräche führen uns durch die Reise von Wien-Hüttelsdorf nach München-Hauptbahnhof. Das Ende schenkt die Erleuchtung und ist für mich ein gelungener Abschluss. Aber der Autor hat recht: Man muss nicht immer über die Liebe sprechen, denn es gibt so viele Themen, die ich gerne aus Glattauers Sicht sehen würde. Seine Gedanken sind geistreich, humorvoll, sowie kritisch. Die Idee der Zugfahrt eher außergewöhnlich. Gerne mehr davon! Vielleicht mehr davon?

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.01.2025

Männlich geprägt, aber viel Spannung

To Kill A Shadow (Die verfluchten Lande, Band 1)
0

"To kill a shadow" ist ein Buch, welches das Rad nicht neu erfindet. Außergewöhnliche Protagonistin wird durch Zufall entdeckt und darf auf ein Elitecollege gehen, auf dem sie für den Krieg ausgebildet ...

"To kill a shadow" ist ein Buch, welches das Rad nicht neu erfindet. Außergewöhnliche Protagonistin wird durch Zufall entdeckt und darf auf ein Elitecollege gehen, auf dem sie für den Krieg ausgebildet wird. Tausend Mal in den letzten Jahren gelesen. Und somit war ich auch zunächst sehr skeptisch, ob mir das Buch den gewissen Kick bieten kann.

Mein größter Kritikpunkt kristallisierte sich schon sehr früh heraus. Protagonistin Kiara wird zum College eskortiert, wo sie auf Männer trifft. Ausnahmslos Männer. Denn das College bildet nur das vermeintlich starke Geschlecht aus, Frauen sind Fehlanzeige. Diese Unausgeglichenheit führte mich vor einige psychologische Probleme. Denn obwohl Kiara die einzige Frau dort ist und die Männer zudem wochenlang keine Frauen sahen, wird sie weder sexuell belästigt, noch angemacht. Völlig okay - wer möchte das schon unbedingt lesen? Aber als realistisch empfand ich das nicht. Der Love Interest betont zudem alle paar Seiten, dass es nicht ihr Geschlecht wäre, was sie so attraktiv macht. Kiara bekommt keinerlei Probleme mit der Aufnahme und wird ausgebildet.

Der positive Aspekt daran: Das College ist nur eine kurze Station in dem Buch. Schnell wird man ins Abenteuer geworfen. Eine Schlacht steht bevor. Unheil und Fabelwesen. Kiara war dabei etwas widersprüchlich. Als doch sehr gute Kämpferin, deren Künste sie als Ausnahmetalent bis in die Armee gebracht hat, trägt sie manchmal doch erstaunlich wenig zu den Kämpfen bei. Und dann wiederum gibt es Kämpfe, die sie quasi alleine regelt. Realistisch dargestellt wurden dabei ihre Gefühle. Beispielsweise nach ihrer ersten Tötung.

Überrascht hat mich das Buch in seiner Entwicklung. Ich mag ein schnelles Tempo und ich liebe es, wenn meine Theorien sich als falsch herausstellen. Unvorhersehbare Ereignisse und schonungsloses Verhalten der Autorin ließen mich durch die Seiten fliegen. Die Spannung war konstant da. Die Herausforderungen trugen letzten Endes doch eine persönliche Signatur und Band 2 wird definitiv bei mir einziehen.

Letzten Endes ist das Buch eine Leseempfehlung, überwiegt doch der grandiose Schreibstil.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere