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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.04.2025

Schwedenkrimi mit Flair

Den Tod belauscht man nicht
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Der Schwedenkrimi versprüht das typisch, regionale schwedische Flair, auch das Cover ist trügerisch idyllisch, aber wunderschön. Inhaltlich begeben wir uns auf eine Reise zurück in das Jahr 1983, wo ein ...

Der Schwedenkrimi versprüht das typisch, regionale schwedische Flair, auch das Cover ist trügerisch idyllisch, aber wunderschön. Inhaltlich begeben wir uns auf eine Reise zurück in das Jahr 1983, wo ein Junge verschwunden ist und die Suche nach ihm nicht erfolgreich und schon gar nicht zur Zufriedenheit der Mutter abgelaufen ist. Ingrid wird als Privatermittlerin hinzugezogen und als Leser*in erfährt man zuerst mal einiges aus Ingrids Leben, um sie besser einschätzen zu können. Generell ist der Lesefluss eher gemütlich und auch die Suche gestaltet sich nicht so hektisch und actionreich, wie aus Krimis der Neuzeit gewohnt, sondern es läuft in einem niedrigeren Tempo ab. Dies ist nicht weniger spannend, im Gegenteil, es werden viele Details ausgegraben, ob die dann auch alle für den Fall relevant sind oder nicht, sei dahingestellt, aber es gibt dem Fall und auch den Charakteren mehr Tiefe.

Veröffentlicht am 03.04.2025

actionreich und komplex

Finsteres Herz
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Der neue Teil mit den sehr sympathischen Ermittlerinnen Lona und Frank startet sogleich brutal und unerwartet und leider werden Lona und Frank relativ schnell aus der Handlung und somit auch aus dem aktuellen ...

Der neue Teil mit den sehr sympathischen Ermittlerinnen Lona und Frank startet sogleich brutal und unerwartet und leider werden Lona und Frank relativ schnell aus der Handlung und somit auch aus dem aktuellen Fall herausgenommen, was ich persönlich schade finde. Der Spannungsaufbau ist schon zu Beginn hoch und bleibt auch über die Ermittlungen hinweg auf einem hohen Level. Sonderermittlerinnen müssen hinzugezogen werden und der Fall wird immer komplexer, aber nicht völlig aussichtslos, obwohl das Thema rund um den Menschenhandel vielschichtig aufgebaut ist. Strukturen sind nicht einfach zu durchbrechen und vieles läuft im Hintergrund ab. Der Krimi ist sehr actionlastig und schnell, es werden viele Verdächtige angeführt, wieder bezweifelt oder verworfen, somit muss man als Leser*in auch immer konzentriert mitdenken, um dem Verlauf folgen zu können. Dafür wird man mit filmreifer Spannung belohnt.

Veröffentlicht am 31.03.2025

Wer spielt falsch?

Nachtflut
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Der Psychothriller hat mich beim Lesen gewisser Situationen fast die Luft anhalten lassen. Elisa und ihre Angststörungen sind sehr beklemmend für sie und dies kann man als Leser*in sehr gut nachvollziehen. ...

Der Psychothriller hat mich beim Lesen gewisser Situationen fast die Luft anhalten lassen. Elisa und ihre Angststörungen sind sehr beklemmend für sie und dies kann man als Leser*in sehr gut nachvollziehen. Gut gelungen finde ich auch, wie sich die Stimmung mit dem immer schlechter werdenden Wetterverhältnissen und Überflutungen auch weiter verschlechtert. Die Tagebuchaufzeichnungen haben die damalige Situation für mich realer gemacht und wirken auflockernd. Von den Charakteren gibt jede/r nur das preis, was sie möchten, mit der Zeit erfährt man die dunklen Geheimnisse und von denen gibt es genug. Elisa muss herausfinden, wem sie trauen kann, und wer falschspielt. Dies ist interessant angelegt und nicht sofort durchschaubar.
Insgesamt finde ich die Geschichte unterhaltsam und spannend, aber an manchen Stellen gibt es sehr viele mysteriöse Zufälle und Unglücke gehäuft, sodass es schon fast etwas too much wirkt.

Veröffentlicht am 26.03.2025

Die Erfindung der Wahrheit

Von Schafen und Wölfen
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Der Thriller ist in mehrfacher Hinsicht polarisierend. Das Cover finde ich auffällig und ansprechend, dem Titel kann ich allerdings nicht so viel abgewinnen, passt für mich auch nicht so gut zum Stil des ...

Der Thriller ist in mehrfacher Hinsicht polarisierend. Das Cover finde ich auffällig und ansprechend, dem Titel kann ich allerdings nicht so viel abgewinnen, passt für mich auch nicht so gut zum Stil des Buches und der Handlung.
Die schwierigen Bedingungen und Position der Zeitung und der Presse im Allgemeinen haben mich angesprochen, auch der Zwiespalt, sollte man im Zweifelsfall die Pressefreiheit wahren und Profit aus einem Verbrechen schlagen oder die Polizei informieren. Die Recherchemethoden waren teilweise fragwürdig und zu fortschrittlich und umfangreich, um glaubwürdig zu sein. Auf der anderen Seite hat die Situation mit dem amerikanischen Präsidenten gewisse Parallelen hervorgerufen, auch die Geschichte rund um die familiäre Vererbung von genetischen Krankheiten finde ich äußerst spannend. Charakterlich hat mir vor allem Emma sehr gut gefallen, da sie vielschichtig dargestellt wird, mit all ihren Stärken, aber auch Schwächen.
Der Thriller war durchwegs spannend zu lesen, manche Szenen waren mehr, andere etwas weniger glaubwürdig bzw. zu groß aufgetragen, aber dennoch unterhaltsam.

Veröffentlicht am 24.03.2025

wichtige Themen, aber auch viele Klischees

Zwei vernünftige Erwachsene, die sich mal nackt gesehen haben
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Der Titel klingt frischt, witzig und hat mich sofort neugierig auf die Geschichte dahinter gemacht. Inhaltlich konnte mich der Roman allerdings nicht sofort fesseln, nach den ersten beiden Kapiteln, die ...

Der Titel klingt frischt, witzig und hat mich sofort neugierig auf die Geschichte dahinter gemacht. Inhaltlich konnte mich der Roman allerdings nicht sofort fesseln, nach den ersten beiden Kapiteln, die überladen mit Vorurteilen und allen möglichen Klischees waren, habe ich überlegt, abzubrechen. Zum Glück habe ich durchgehalten und wurde danach belohnt, denn schon bald wurde es inhaltlich spannender und anspruchsvoller. Nina hat mir als Charakter gut gefallen, auch wenn sie sehr häufig wegen ihrem Alter ein Drama veranstaltet und um ihre Wechseljahre kreist, so hat sie mich durch ihr Engagement die missbrauchten Frauen zu unterstützen, auch wenn sie gegen harte Fronten kämpfen muss, sehr gut gefallen. Insgesamt waren alle weiblichen Charaktere zuerst klischeehaft, einseitig dargestellt und haben sich erst im Laufe der Erzählung entwickelt und auch ihre starken Seiten gezeigt, davon hätte ich gerne von Anfang an mehr gesehen. Mit der Zeit hat die Geschichte allerdings eine Sogwirkung erzielt, indem sich die einzelnen Handlungsstränge miteinander verknüpft und ergänzt haben. Vor allem die Me-Too-Debatte wurde von mehreren Seiten betrachtet und auch aufgezeigt, dass realistischerweise den Frauen eher selten geglaubt wird oder sie sehr hart um ihr Recht kämpfen müssen und danach in der Branche geächtet werden. Der Schluss war mir persönlich dann schon wieder zu glatt und perfekt, es hätte authentischer gewirkt, wenn nicht alles so rund gelaufen wäre.