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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.05.2018

Ambivalent

Blumen des Todes
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Um es vorweg zu nehmen: man legt das Buch etwas ambivalent zur Seite. Einerseits, weil die Täterin alles erreicht, was sie sich vorgenommen hat, die Polizei hingegen immer etliche Schritte hinterher hechelt. ...

Um es vorweg zu nehmen: man legt das Buch etwas ambivalent zur Seite. Einerseits, weil die Täterin alles erreicht, was sie sich vorgenommen hat, die Polizei hingegen immer etliche Schritte hinterher hechelt. Andererseits weil das „traurige Leben“ von DI Pereira ein wenig nervt. Denn zwischendurch kommt es immer wieder zum gedanklichen oder tatsächlichen Lamentieren über die Lebenssituation als geschiedene Ehefrau, sitzengelassene Freundin, alleinerziehende Mutter. Stressigen Beruf und Vorurteilen seitens ihres Vorgesetzten. Jedoch ist es ja das Leben, das sie sich ausgesucht hat. Vor lauter „Mit-Sich-Selbst-Beschäftigung“ entgeht ihr so Manches im Beruf und das führt dann eben dazu, dass die Mordkommission eigentlich nichts vorzuweisen hat. Das Buch ist vom Spannungsaufbau her schon lesenswert und bleibt bis zum Finale auch spannend und fordert zum Weiterlesen auf. Die Geschichte ist auch vom Stil her gut dargebracht. Was ein wenig stört, sind die Ungereimtheiten (Rache nach 18 Jahren, das Verhältnis Täter-Täterin-Opfer) und die unbeschreibliche Unverschämtheit der Verhörten – egal wer. Und deshalb ist auch das Fazit eher ambivalent.

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Veröffentlicht am 10.08.2025

Überbordende Irrationalität

Exodus
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Man vergisst zwischendurch, worum es eigentlich geht, weil Mark sich ausschließlich um den längst vergangenen Mord an seiner Schwester kümmert und stets eine Verbindung sieht, wie in dem Verschwinden der ...

Man vergisst zwischendurch, worum es eigentlich geht, weil Mark sich ausschließlich um den längst vergangenen Mord an seiner Schwester kümmert und stets eine Verbindung sieht, wie in dem Verschwinden der einst besten Freundin seiner Schwester. Immer wilder werden seine Theorien, immer irritierender sein Vorgehen. Bis hin zu absolut gewalttätigen Gedankengängen und Taten. Das ist so überbordend, dass man zum Schluss eher genervt ist. Und das ist diesem Köln Krimi leider sehr abträglich.

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Veröffentlicht am 04.04.2025

Wenig überzeugend

Commissario Gaetano und der lügende Fisch
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Unabhängig davon, dass der titelgebende Fisch eine äußerst untergeordnete Rolle in diesem Buch spielt, ist auch die Beschreibung des ebenso titelgebenden Commissarios alles andere als zutreffend. Als feinfühlig ...

Unabhängig davon, dass der titelgebende Fisch eine äußerst untergeordnete Rolle in diesem Buch spielt, ist auch die Beschreibung des ebenso titelgebenden Commissarios alles andere als zutreffend. Als feinfühlig wird er beschrieben. Pfft. Eher gegenteilig. Wenn er nicht gerade verkatert ist, lamentiert er über das dreckige, stinkende Neapel und die minderbemittelten Neapolitaner. Er ist rechthaberisch und brüllt ständig seine Leute zusammen. Ist selbst unkonzentriert, weil durch seine eigene Familiengeschichte abgelenkt, vergisst ständig wichtige Ermittlungsansätze und leistet schlicht schlechte Ermittlungsarbeit. Der Fall selbst ist sehr mysteriös bis widerwärtig. Der Ermordete ist ein absoluter Widerling und wurde von allen verabscheut. Das Ende der Geschichte eher fragwürdig. Eigentlich nicht ohne Spannung geschrieben, auch sehr eindrücklich. Aber diese merkwürdige Verschwurbelung der Neapolitaner mit ihrem Stadtpatron Gennaro und ihrem Aberglauben überschattet alles und nimmt so viel Raum ein, dass man versucht ist, das Buch entnervt zur Seite zu legen. Was schade ist, weil die Geschichte durchaus was hat. Sie verhakt sich jedoch zusätzlich noch in fragwürdige Charaktere und deren zwielichtige Absichten, wie sie der Vorgesetzte des Commissarios und der zugezogene Forensiker darstellen. Da ist viel verschenktes Potential.

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Veröffentlicht am 16.11.2024

Eher merkwürdig

Mordscoach
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Es ist schon merkwürdig, dass auf der Rückseite des Buches stets vom Ehemann Jörn der Protagonistin die Rede ist, während dieser im Buch Jakob heißt. Auch, dass auf S. 66 Samuel plötzlich zu Jakob mutiert. ...

Es ist schon merkwürdig, dass auf der Rückseite des Buches stets vom Ehemann Jörn der Protagonistin die Rede ist, während dieser im Buch Jakob heißt. Auch, dass auf S. 66 Samuel plötzlich zu Jakob mutiert. Wie auch immer, das ist schlampiges Lektorat.
Die Geschichte der mordenden Sophie Stach dann auch, die als Coachin und psychoanalytische Supervisorin ihren Patienten nur Verachtung, Hass und Wut entgegenbringt, sich dafür in Gedanken ständig selbst tadelt und ihre diversen Morde in stetigem Psychologensprech reflektiert. Die ihre Lust am Morden entdeckt und dies mehr oder minder rechtfertigt. Dass dieses Buch eine Psychotherapeutin geschrieben hat, macht betroffen, denn legt diese Geschichte doch dar, dass man dieser Spezies definitiv nicht trauen darf und dass Menschen, die wirklich auf Hilfe angewiesen sind, nur ausgenutzt und ausgenommen werden. Eigentlich ist das Buch flüssig und nicht ohne Spannung geschrieben. Es hätte aber ein witziges Werk entstehen können und sollen, etwas Ironisches, eine Satire. Das ist hier aber nicht gelungen.

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Veröffentlicht am 16.06.2024

Verschenktes Potential

Toskanisches Verhängnis
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Publishers Weekly, so wird behauptet, urteilte: "Der bisher beste Band der Serie!" Nun, ich kenne die anderen Bände nicht. Wenn das hier aber der beste Band sein soll, dann können die anderen nicht wirklich ...

Publishers Weekly, so wird behauptet, urteilte: "Der bisher beste Band der Serie!" Nun, ich kenne die anderen Bände nicht. Wenn das hier aber der beste Band sein soll, dann können die anderen nicht wirklich viel taugen. Denn die Geschichte hier ist von der Grundkonstruktion zwar schon spannend, oder hätte es sein können. Aber die vielen Beschreibungen der jeweiligen Befindlichkeiten der handelnden Personen ziehen alles sehr in die Länge. Die Ermittlungen kommen nicht voran - und so fühlt sich der/die Lesende auch - man kommt mit dem Buch nicht recht voran. Die Protagonisten sind teils sympathisch, teils nerven sie aber auch. Der Ex-Cop Nico ist nicht wirklich hilfreich. Die Lektüre ist insgesamt ein wenig seicht. Man startet positiv in eine Wochenendlektüre und freut sich ob der kulinarischen Genüsse, die dort beschrieben werden. Am Ende ist man aber froh, die Geschichte endlich hinter sich gebracht zu haben. Schade, verschenktes Potential.

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