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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.07.2025

Sehr zäh

Die unsichtbare Hand
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Von Julie Clark wollte ich schon länger etwas lesen und „Die unsichtbare Hand“ wurde nun mein erstes Buch von ihr. Prinzipiell ist ihr Schreibstil leicht lesbar, dennoch konnte mich dieser Roman nicht ...

Von Julie Clark wollte ich schon länger etwas lesen und „Die unsichtbare Hand“ wurde nun mein erstes Buch von ihr. Prinzipiell ist ihr Schreibstil leicht lesbar, dennoch konnte mich dieser Roman nicht so wirklich packen. Allerdings muss man berücksichtigen, dass „Die unsichtbare Hand“ auch nicht als Thriller gekennzeichnet ist.

Olive hat schon lange keinen Kontakt mehr zu ihrem Vater, einem Bestseller Autor. Als dieser explizit nach ihr als Ghostwriterin für seine Memoiren verlangt, sagt sie nur aus Geldnot zu. Doch je länger sie in dem Ort ihrer Kindheit in alten Kartons wühlt, desto stärker wird ihr Wunsch, endlich zu erfahren, ob Ihr Vater tatsächlich als Teenager seine Geschwister ermordet hat.
Die Rückblicke in die Vergangenheit, die aus Sicht der Schwester Poppy erzählt werden, lassen Zweifel an den Aussagen ihres Vaters aufkommen.

Ich mag Cold Cases und ich mag Familiengeheimnisse. Obwohl „Die unsichtbare Hand“ beides vereint, hat das Buch trotzdem nicht meinen Geschmack getroffen. Ich fand den Roman extrem langatmig. Die Gegenwartshandlung um Olive und ihren Vater ist dermaßen zäh, es geht gefühlt nie etwas vorwärts. Das Beste waren noch die Rückblenden zu Poppy, die insbesondere gegen Ende zumindest einen Hauch Spannung aufkommen lassen. Ich hatte die Hoffnung, dass mich die Auflösung noch von den Socken hauen wird, aber auch die entpuppte sich als wenig überraschend.
Alles in allem hat mir diese Buch wenig Spass gemacht, dennoch möchte ich gerne weitere Bücher von Julie Clark lesen, da die Klappentexte der beiden anderen sehr interessant klingen.

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Veröffentlicht am 16.05.2025

Zäh

Der dunkle Sommer
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Nachdem „Wolfskinder“ und „Das Baumhaus“ Highlights für mich waren, habe ich quasi blind zu „Der dunkle Sommer“ gegriffen und habe mit sehr hohen Erwartungen das Lesen begonnen. Doch leider war der neue ...

Nachdem „Wolfskinder“ und „Das Baumhaus“ Highlights für mich waren, habe ich quasi blind zu „Der dunkle Sommer“ gegriffen und habe mit sehr hohen Erwartungen das Lesen begonnen. Doch leider war der neue Vera Buck Thriller nicht wirklich mein Fall. Für mich war es zu wenig Mysterium, zu wenig Twists und insgesamt war mir einfach zu wenig los.

Tilda flieht aus ihrem alten Leben und kauft sich für einen Euro eine Ruine in einem Geisterdorf in Italien, die sie selbst renoviert.
Die Ausgangssituation ist sehr vielversprechend. Ich stelle es mir super gruselig vor, in einem verlassenen Dorf zu leben, in dem es nur einen weiteren Bewohner gibt. Noch dazu in einem Haus, das mit Einschusslöchern verziert ist.

Tilda scheint die Vergangenheit von Botigalli allerdings gar nicht so sehr zu interessieren. Ganz im Gegenteil zu dem Journalisten Enzo, der ein Buch über die Ereignisse, die zum Verfall des Dorfes führten schreiben möchte. Doch seine Recherchen sind zäh und es ergab sich selten etwas Neues.

Am Besten fand ich die Perspektive aus Sicht von Franka, die in der Vergangenheit spielt, auch wenn diese ebenfalls sehr weit ausholt und in gemächlichem Tempo voranschreitet.

Es wundert mich, dass das Buch bereits so viele 5 Sterne Bewertungen hat. Ich habe mir wirklich schwer getan, überhaupt durchzukommen und habe sogar zwischendurch etwas anderes gelesen.
Es ging einfach so wahnsinnig lahm vorwärts und Tilda und ihr Bruder Nino waren keine besonders interessanten Charaktere. Mir war auch schon bald klar, wer hinter den seltsamen „Streichen“ steckt.
Zur Auflösung gab es endlich ein wenig mehr Action. Allerdings war es wirklich ein äußerst extremer Zufall, der dafür gesorgt hat, dass alles aus dem Ruder läuft.
Für mich war „Der dunkle Sommer“ leider nur so mittel.

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Veröffentlicht am 13.04.2025

Schwache Auflösung

Sie wird dich finden
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„Sie wird dich finden“ ist der dritte und letzte Band um das Hausmädchen Millie. Ich hatte schon ein paar eher verhaltene Meinungen zu dem Buch gelesen, was mich zunächst überrascht hat, denn ich bin gut ...

„Sie wird dich finden“ ist der dritte und letzte Band um das Hausmädchen Millie. Ich hatte schon ein paar eher verhaltene Meinungen zu dem Buch gelesen, was mich zunächst überrascht hat, denn ich bin gut hineingekommen und fand die Handlung am Anfang richtig spannend und mysteriös.
10 Jahre sind mittlerweile vergangen und Millie ist seriös geworden. Sie ist mit Enzo verheiratet, hat zwei Kinder und arbeitet als Sozialpädagogin. Sie lebt quasi ein spießiges Leben. Als die Familie den Zuschlag für ihr Traumhaus bekommt, scheint das Glück perfekt. Doch die Nachbarn sind äußerst sonderbar, sehr neugierig und speziell und warum wurde das Haus überhaupt so günstig verkauft?

Ich fand die Stimmung direkt ein wenig gruselig. Die Nachbarn kamen mir wirklich sehr schräg vor. Die eine führt ihren Sohn an einer Leine und steht ständig am Fenster, während die andere extrem aufdringlich ist und permanent Enzo angräbt.
Ich war überzeugt davon, dass diese Leute etwas im Schilde führen. Untermauert wurde dieses Gefühl von seltsamen nächtlichen Geräuschen im Haus und einem fensterlosen Geheimraum. Voller Spannung habe ich in dem Buch gelesen und war extrem neugierig, was hier vor sich geht.
Als die Auflösung begann, ging es zu meinem großen Bedauern stetig bergab. Obwohl alles zunächst so mysteriös war, hat es sich ab einem gewissen Punkt sehr vorhersehbar entwickelt. Wie bei den beiden vorherigen Bänden habe ich einen fiesen Twist erwartet. Tatsächlich wurde die Story gegen Ende immer lahmer. Auch Millie war überhaupt nicht so, wie wir sie früher kennengelernt haben, sondern einfach nur eine ängstliche Frau. Mehr eine Nebenfigur als ein Hauptcharakter.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass „Sie wird dich finden“ vielversprechend begann, aber enttäuschend endete.

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Veröffentlicht am 04.04.2025

Naive Protagonistin im Urlaubsparadies

The Surf House
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Bea hasst ihren Job als Modell. In einer Kurzschlussreaktion wirft sie alles hin, läuft alleine durch die einsamen Gassen von Marrakesch und wird prompt überfallen. Zum Glück kommt ihr eine fremde Frau ...

Bea hasst ihren Job als Modell. In einer Kurzschlussreaktion wirft sie alles hin, läuft alleine durch die einsamen Gassen von Marrakesch und wird prompt überfallen. Zum Glück kommt ihr eine fremde Frau zur Hilfe, die sie anschließend in ihre Pension „Surf House“ einlädt und Bea einen Job anbietet.

Ich fand Bea ziemlich naiv und hilflos. Selbst wenn sie nicht länger als Modell arbeiten will, hätte sie doch sicherlich ihre Agentin um Hilfe bitten können, wegen dem verlorenen Pass. Stattdessen versteckt sie sich im Surf House und akzeptiert stumm Erpressungen. Sie vertraut wahnsinnig schnell fremden Menschen, obwohl ausnahmslos jeder, den sie dort trifft offenkundig Geheimnisse hat und irgendwie verdächtig wirkt. Wenn ich von der seit einem Jahr vermissten Urlauberin erfahren hätte, hätte ich diesen Ort bzw. diese Menschen schnellstmöglich verlassen. Bea bringt sich sehenden Auges immer weiter in Gefahr. Ich habe permanent damit gerechnet, dass sie ermordet wird.

„The Surf House“ war für mich eher ein Roman als ein Thriller. Spannung kommt wenn überhaupt höchstens am Anfang und am Ende auf. Dazwischen bewegt sich die Geschichte ziemlich gemütlich vorwärts. Es wird viel gesurft und nachts am Strand entlang geschlichen. Gefühlt flirtet jeder mit jedem. Eine Affäre hier, ein Seitensprung da. Ich fand es nervig.
Die Leute waren mir auch überhaupt nicht sympathisch. Am Schlimmsten war Marnie mit ihrer Fake-Freundlichkeit. Das Ende habe ich in etwas so kommen sehen. Von daher konnte auch hier nichts mehr herausgerissen werden. Leider war das Beste an dem Buch das wirklich sehr schöne Cover, von dem ich mich habe blenden lassen.

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Veröffentlicht am 15.03.2025

Zu viel und gleichzeitig zu wenig

Vor hundert Sommern
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In „Vor hundert Sommern“, der neue Roman von Katharina Fuchs, bin ich sehr leicht reingekommen. Die Autorin schreibt sehr flüssig und angenehm, außerdem hatte ich große Lust auf einen historischen Roman. ...

In „Vor hundert Sommern“, der neue Roman von Katharina Fuchs, bin ich sehr leicht reingekommen. Die Autorin schreibt sehr flüssig und angenehm, außerdem hatte ich große Lust auf einen historischen Roman. Katharina Fuchs bedient sich dem Konzept von zwei verschiedenen Zeitebenen, welches für mich immer wieder gut funktioniert.
Allerdings stelle ich nach einer Weile fest, dass mir die Anzahl der Perspektiven hier zu viele sind.
Mir hätte es gereicht, wenn die Geschichte abwechselnd aus Sicht von Lena und Clara erzählt worden wäre.
Außerdem war ich überrascht, dass es doch weniger historischer Roman ist, als gedacht. Mehr als die Hälfte der Handlung spielt in der Gegenwart. Hier ist es dafür wirklich sehr aktuell, denn die Geschichte spielt 2024 und behandelt politische Themen, die gerade sehr aktuell sind. Dadurch war „Vor hundert Sommern“ schon etwas besonderes für mich, denn ich lese selten Bücher, die so sehr im hier und jetzt sind, wie dieses.
Die Autorin arbeitet die erschreckenden Parallelen von damals und heute heraus und schafft somit ein Werk, was den Leser nachdenklich stimmt.

In der Gegenwart studiert Lena im ersten Semester, doch ihre Introvertiertheit und Kontaktscheue machen es ihr schwer, Anschluss zu finden. Beim Stöbern auf dem Dachboden ihrer Oma findet sie alte Unterlagen und Gegenstände, wodurch ihre Neugierde, mehr über ihre Vorfahrin Clara zu erfahren wächst.
Vor hundert Jahren lebte Clara in ärmlichen Verhältnissen. Geld verdiente sie mit der sehr beschwerlichen Tätigkeit des Flaschenputzens. Als sie ihren Job verliert, stellt sich dies als ihr größtes Glück heraus, denn die wohlhabende Familie Gerling engagiert sie als Hundesitter, wodurch sie Zugang zu neuen Kreisen und Welten erhält.

Das Buch hat fesselnd und voller Potenzial begonnen. Leider entwickelt sich die Geschichte nur sehr gemächlich und rückblickend hatte ich das Gefühl, dass kaum etwas passiert und dass es einfach wahnsinnig lange dauert, bis es Antworten auf offene Fragen gibt. Zum Beispiel findet Lena ganz am Anfang des Buches eine Waffe auf dem Dachboden und dieses Thema vergisst man mit der Zeit fast wieder.
Einerseits passiert nicht wirklich etwas aufregendes und auf der anderen Seite passiert so viel, teilweise belangloses, dass es schwer fällt, den Überblick zu behalten. Insbesondere die Handlungsstränge um Lenas Schwester Anabel und Mutter Anja fand ich leider nicht besonders interessant. Anja schlägt sich durchaus mit realistischen Problemen herum, die aus dem Leben gegriffen sind, wie soll sie Familie und Karrierewünsche unter einen Hut bekommen, aber für mich waren weder ihre Überlegungen noch die von Influencerin Anabel fesselnd. Eine Verbindung zu Claras Leben konnte ich nicht wirklich erkennen und weiß deswegen nicht, warum wir über all diese Lebenskrisen so genau Bescheid wissen müssen.
Seltsam fand ich außerdem, dass Claras Geschichte von Lenas Oma Elisabeth erzählt wird und zwar wahnsinnig detailliert, obwohl diese zu der Zeit noch nicht mal auf der Welt war. Das Erzählttempo von Elisabeth ist extrem gemächlich was kurioser Weise von Anja und Lena ebenfalls bemängelt wird.
Mir ist es schwer gefallen, mich länger auf das Buch zu konzentrieren, weil es einfach keinen Spannungsbogen gibt und man sich so überschüttet mit Themen fühlt, die irgendwie nirgendwohin führen. Das Ende konnte es für mich dann auch nicht mehr rausreißen.

Es tut mir leid, aber diese Buch war für mich leider eine Enttäuschung.

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