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Veröffentlicht am 25.06.2025

Nicht so meins

Kumara
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„Heimat war der Ort, an dem das Herz nach Hause kommt, an dem es liebt, leidet und Freunde findet.“ (Kapitel 1, 3%)

Kumara scheint ein Paradies auf Erden: tropische Inseln im Meer, auf denen die Menschen ...

„Heimat war der Ort, an dem das Herz nach Hause kommt, an dem es liebt, leidet und Freunde findet.“ (Kapitel 1, 3%)

Kumara scheint ein Paradies auf Erden: tropische Inseln im Meer, auf denen die Menschen im Einklang mit der Natur leben. Jeder Bewohner Kumaras hat ein Aweiku, ein Seelentier, nach dessen Eigenschaften sie leben.
Lani lebt nach den Eigenschaften der Schildkröten („Die Schildröte. Weise und immer heimatverbunden. Auch nach einem langen Leben weiß sie immer, woher sie kommt“ Kapitel 17, 60%) und ist die Tochter der Anführerin der Insel. Als Nachfolgerin soll sie den Sohn des Anführers einer Nachbarinsel heiraten, doch am Tag nach dem Kennenlernen stellt sie fest, dass sie gegen die erste Weisung der Götter verstoßen hat und eigentlich den Tod verdient. Allerdings hofft sie auf die Milde ihrer Mutter und ist enttäuscht, als sie sie nicht erhält.

„Verstehe doch. Es heißt entweder du oder das Wohl der gesamten Insel.“ (Kapitel 3, 13%)

Warum Lani auf Vergebung von ihrer Mutter gehofft hat, habe ich nicht verstanden, da sie immer wieder erwähnt hat, dass ihre Mutter grundsätzlich das Wohl der Insel über das Wohl des Individuums stellt und sich streng an die fünf Weisungen der Götter hält. Sie ist eine gerechte Anführerin, warum sollte sie ihre eigene Tochter also verschonen, wenn sie sich selbst auch nicht verschonen würde.
Gut gefallen hat mir der Zusammenhalt zwischen Lani und ihren Freunden und auch die Entwicklung mit Elokai. Nicht so gut gefallen hat mir dagegen die ständige Wiederholung. Ich habe verstanden, dass Lani tief auf ihrer Insel und in ihrer Familie verwurzelt ist und auch, dass die drei Freunde füreinander alles tun würden. Trotzdem wurde beides immer und immer wieder betont.

Die Flucht war überstürzt und dafür haben sich alle gut geschlagen. Doch bis zum Ende des Buches gab es keinen richtigen Plan. Erst geht es in die eine Richtung und dann wieder zurück, obwohl das eine wirklich dumme Idee ist. Obwohl alles mehrere Wochen dauern soll, hatte ich eher das Gefühl von wenigen Tagen. Daher wirkten Lanis Entscheidungen sehr wankelmütig. Und die ganze Flucht einfach ziellos.

Am Ende wurde ich vom Plottwist nicht so richtig überrascht, da ich schon eine Ahnung hatte. Das hat die ganze Geschichte um Kumara weder verbessert noch verschlechtert. Sie hat mir einfach die ganze Zeit nicht so richtig gefallen (vor allem die Schildkröten! Wenn du es gelesen hast, weißt du, was ich meine.). Ich fand die erschaffene Welt von Kumara phantastisch, sehr atmosphärisch und mit einem starken Glauben der Menschen, nicht nur an die Götter, sondern auch an ihre Lebensweisen. Den Rest mochte ich nicht so.

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Veröffentlicht am 05.04.2025

mir fehlt es an Spannung

Stadt der Tiefe (Der Hüter: Steampunk-Krimi Band 1)
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„Der Beruf des Hüters hatte so einfach geklungen, als die Wissenschaftler ihn vorgeschlagen hatten. Feste Arbeitszeiten, keine körperlich anstrengende Arbeit, keine Verantwortung.“ (S. 115)

Ich habe das ...

„Der Beruf des Hüters hatte so einfach geklungen, als die Wissenschaftler ihn vorgeschlagen hatten. Feste Arbeitszeiten, keine körperlich anstrengende Arbeit, keine Verantwortung.“ (S. 115)

Ich habe das Buch bei ca. der Hälfte (S. 162) abgebrochen. Der Beginn des Buches hat mich fasziniert. Es ging um die Erfindung von Golems, Maschinen, die Menschen zum Beispiel im Bergbau unterstützen. Es folgen eine Reihe von Ereignissen, die dazu führen, dass Cornelius Vanderbilt eine Stadt unter Wasser erbauen lässt und dort mit anderen Menschen Zuflucht sucht.

Jahre später floriert Biota, die Stadt der Tiefe. Alexander ist gerade zum Obersten Hüter ernannt worden, als ihm ein Mord gemeldet wird. Zunächst weiß er damit nicht viel anzufangen. In Biota wurden alle Tendenzen zu Bösem ausgelöscht, oder zumindest heißt es so. Und doch hat er eine Leiche, und keine Idee, was er nun tun soll. Doch er erinnert sich an den Roman über Sherlock Holmes und beginnt, Spuren zu suchen.

Biota finde ich extrem gut: die Idee, die Entstehung, die Beschreibungen, wenn Alexander durch die Tunnel und auf den unterschiedlichen Ebenen patrouilliert. Die Autorin hat hier eine tolle Welt erschaffen. Doch zwischen der ganzen Friedlichkeit und den geheimnisvollen Oberen, lässt mich der Mordfall und die Ermittlungen daran kalt. Mir fehlt die Spannung, die ein Krimi normalerweise hat. Die Spurensuche verläuft eher holprig und ist mir völlig egal. Wer der Mörder ist, ebenso. Daher habe ich das Buch schweren Herzens abgebrochen.

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Veröffentlicht am 01.11.2024

Sehr unaufgeregt

Tage einer Hexe
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„Das neue Jahr ist geboren, aber noch nicht getauft. Die Monster streifen ungehindert durch die Straßen.“ (4%)

Dieses Buch mit einem Wort zu beschreiben ist nicht schwer: unaufgeregt. Da ich die elektronische ...

„Das neue Jahr ist geboren, aber noch nicht getauft. Die Monster streifen ungehindert durch die Straßen.“ (4%)

Dieses Buch mit einem Wort zu beschreiben ist nicht schwer: unaufgeregt. Da ich die elektronische Version gelesen habe, ging die wunderschöne Aufmachung quasi spurlos an mir vorbei. Der Klappentext hatte mich sofort angesprochen: Hexen, Monster, ich bin dabei!
Die Welt, in der Kosara lebt, ist recht spannend und nicht ganz ungefährlich. Während die meisten Menschen Silvester mit Freunden oder unterwegs verbringen, zittern und verbarrikadieren die Menschen in Chernograd sich in ihren Häusern und warten auf den Beginn der Schmutzigen Tage. Zwölf Tage lang ist die Stadt den Monstern ausgesetzt. Aus diesem Grund wurde auch eine gigantische Mauer um Chernograd errichtet, die nicht nur die Monster drinnen hält, sondern leider auch die Menschen.
Das Leben in Chernograd ist so schon nicht besonders rosig, denn die Winter sind härter als in der Nebenstadt Belograd, und die Bevölkerung ist ärmer. Dafür haben sie neben den Monstern auch Hexen, die sich bemühen, die Menschen vor den Monstern zu schützen. Vor allem jedoch zu den Schmutzigen Tagen arbeiten die Hexen auch Hochtouren. Eine wirklich ungünstige Zeit, seinen Schatten zu verlieren.
Kosara ist eine ganz passable Feuerhexe, doch als sie vor dem Zar der Monster fliegen will, findet sie sich in einer Sackgasse. Entweder sie riskiert, daß alle Menschen um sie herum zu Leid kommen, oder sie verliert ihren Schatten, und mit ihm ihre Zauberkraft.

Das alles klingt furchtbar spannend, ich habe auch eine Art Verfolgungsjagd erwartet oder einen Kampf um den Schatten. Stattdessen habe ich Tage einer Hexe erhalten, an denen zwar einiges los ist und wirklich viel passiert, doch durch den Erzählstil wirken die Geschehnisse irgendwie ohne Tempo, ohne Spannung, eben unaufgeregt. Wie ein stetiger Tropfen bewegt Kosara sich durch die Geschehnisse, schmiedet Pläne, reagiert auf die Begebenheiten. Doch das Ganze hat mich einfach kalt gelassen, als hätte ich einen trockenen Bericht gelesen. Ich kann auch den Finger nicht drauf legen, was genau so gleichmütig wirkt.

Obwohl mir Chernograd als Dreh- und Angelpunkt der Geschichte gut gefallen hat und die verschiedenen Monster und der Ratgeber am Ende des Buches Abwechslung in die Geschichte gebracht haben, fehlten mir das gewisse Extra, die Spannung und Geschwindigkeit bei den Geschehnissen.
Selbst das Ende hat mich nicht begeistert oder berührt. Das ist dann eben so.

„Das ist Chernograd. Hier wird ständig gestorben.“ (34%)

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Veröffentlicht am 25.03.2024

Ry und ihr Doppelstandard

Magic Academy - Das erste Jahr
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„Ich schloss die Augen.
So fühlte es sich also an zu sterben.“ (S. 228)

Ryiah und ihr Zwillingsburder Alex wollen an die Akademie und Magier werden. Während Alex gerne Heiler werden möchte und seine Magie ...

„Ich schloss die Augen.
So fühlte es sich also an zu sterben.“ (S. 228)

Ryiah und ihr Zwillingsburder Alex wollen an die Akademie und Magier werden. Während Alex gerne Heiler werden möchte und seine Magie schon vor einiger Zeit entdeckt hat, wartet Ryiah auf ihre, denn sie möchte eine Kriegerin werden. Sie geraten in die Fänge von Wegelagerern und können sich nur mit Not befreien. Völlig verschmutzt und müde kommen sie an der Akademie an, nur um festzustellen, daß sie nicht erwünscht sind.
Jeder mit Magie möchte Magier werden, doch die Aufnahmebedingungen sind hart und am Ende werden von den über 100 potenziellen Schülern nur 15 aufgenommen. Ry hat sich jedoch in den Kopf gesetzt, eine von den 15 zu sein. An ihrer Seite ist nicht nur Alex, sondern auch eine neue Freundin, Ella, die trotz ihrer adligen Herkunft kein Problem mit „Bauerntrampel“ hat. So offen sind jedoch nicht alle und diese Thematik ist ein ständiger Konflikt.

Ryiah ist ein Charakter, der mir nicht besonders gefällt. Ich bewundere ihr Durchhaltevermögen, zweifle jedoch häufig an ihrer Intelligenz im Umgang mit ihren Mitmenschen. Einerseits will sie allen beweisen, daß sie trotz ihrer niederen Herkunft sehr wohl an die Akademie gehört und nicht so ist, wie alle meinen. Andererseits hat sie so viele Vorurteile dem Prinzen gegenüber, obwohl er sich alle Mühe gibt, ihr zu zeigen, daß auch er mehr ist als sein Titel. Auch dieses Thema zieht sich bis zum Ende hin und wird zuweilen ermüdend. Während er ihr wohlwollend gegenüber tritt und ihr Potenzial erahnt, sieht sie nur das schlechte in ihm. Ry ist stur und zickig, obwohl sie selbst mit Vorurteilen zu kämpfen hat.

Das erste Jahr ist ein harter Auftakt und obwohl es scheint, als wenn Ryiah die Prüfungen am Ende tatsächlich nicht schafft, und wir alle wissen, daß sie es doch irgendwie meistert, hat mich das Ende etwas überrascht. Ich hatte ein anderes Szenario im Kopf, daß definitiv für viel Ärger in den nächsten Teilen gesorgt hätte, aber die Lösung der Autorin gefällt mir besser. Auch wenn mein Szenario immer noch eine unerwartete Wendung sein könnte.
Trotzdem komme ich nicht darüber hinweg, wie unsympathisch Ryiah mir ist. Deswegen werde ich die Reihe nicht fortsetzen.

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Veröffentlicht am 18.05.2023

Ist irgendjemand nicht rollig?

Iasanara
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Dieses Buch hat alles, was ein Fantasy-Herz begehrt: Elben, Orks, Dämonen, Kobolde, Tauren und Drachen; Weltenerbauer und eine Prophezeiung; ein Hintertürchen in dieser Prophezeiung; komplizierte Verhältnisse ...

Dieses Buch hat alles, was ein Fantasy-Herz begehrt: Elben, Orks, Dämonen, Kobolde, Tauren und Drachen; Weltenerbauer und eine Prophezeiung; ein Hintertürchen in dieser Prophezeiung; komplizierte Verhältnisse zwischen den Völkern und einen allumfassenden Ehrenkodex. Und unaussprechliche Namen.
Als ich die Autorin auf der Leipziger Buchmesse getroffen habe und wir uns über ihr Buch unterhalten haben, wollte ich vor allem eines wissen: Wie viel Romantik ist in Iasanara. Ihre Antwort war sehr befriedigend, denn sie versprach wenig davon.
Allerdings gibt es neben der Vereinigung zweier Seelen, die auch auf körperlicher Ebene passiert und erwartet wurde, zwei Drachensexszenen und unendliche viele anzügliche Anspielungen, teilweise Speziesübergreifend. Das hat natürlich nicht viel mit Romantik zu tun, dahingehend hatte die Autorin auf jeden Fall Recht. Aber das ständige Bauchkribbeln, Geseufze und die anzüglichen Blicke sind zu viel. Als wären alle Männer Jugendliche, die ihren Geschlechtstrieb eben erst für sich entdeckt haben.

Das erste Treffen zwischen der elbischen Magierin Ellariana und dem Gardegeneral Dawius war kurz vor einer Schlacht. Ellariana hat Dawius versprochen, mit ihm zu schlafen, sollten sie beide die Schlacht überleben. Natürlich hat sie das nicht so formuliert, aber das ist schon ein wirklich seltsames Versprechen, wenn man sich quasi erst getroffen hat. Außerdem verspürt Ella Bauchkribbeln bei einem anderen Elben aus der Garde, und ich war mir nicht sicher, mit wem sie nun lieber in die Kiste springen möchte oder ob sie einfach beide nimmt.
Klischeehafte Charaktere in diesem Genre sind keine Seltenheit, doch versuchen diese trotz aller Vorurteile auch mal daraus auszubrechen, z.B. gibt es einen sanftmütigen, fast schon romantischen Dämon. Das wirkt ebenso künstlich und aufgesetzt, wie ein Großteil der Dialoge. Irgendwann habe ich nicht nur den Überblick über die vielen Personen verloren, trotz sehr praktischem Protagonisten-Lesezeichen, sondern auch das Interesse an dem Geschehen. Was ich sehr schade finde, denn die sich anbahnenden Konflikte schienen vielversprechend. Aber die rolligen Orks, Dämonen und Elben sind mir einfach zu viel.

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