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Veröffentlicht am 07.04.2025

Herausforderungen

Fighting Through Deep Waters
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Eisherz, so lautet Lukas’ Spitzname für seine beste Freundin Henriette aus Kindertagen. Doch die beiden gehen schon einige Jahre getrennte Wege. Nachdem Lukas ohne ein Wort von München nach Hamburg zog, ...

Eisherz, so lautet Lukas’ Spitzname für seine beste Freundin Henriette aus Kindertagen. Doch die beiden gehen schon einige Jahre getrennte Wege. Nachdem Lukas ohne ein Wort von München nach Hamburg zog, hatten die beiden keinen Kontakt mehr. Doch nun begegnen sie sich auf dem Unischiff Sapient Sailor und bilden ausgerechnet ein Forschungsteam. Grund und Zeit vergangene Dinge aufzuarbeiten und ganz neue Seiten zu entdecken.

„Fighting Through Deep Waters“ ist Band 1 der „Deep Waters-Reihe“ von Julia Hausburg.
Auffallend ist schon das wunderschöne Cover und der dazu passende Farbschnitt dieses Buches. 
Auch die Klappengestaltung ist wunderbar gelungen, so kann man die Aufteilung der Sapient Sailor hier nachvollziehen und sich somit besser den Handlungsort vorstellen.
Auch die Kapitelgestaltung gefiel mir. So werden die Kapitel mit dem Namen des jeweils erzählenden Protagonisten und der Zeichnung eines Großseglers eingeleitet. Als Erzählperspektive dient dabei die Ich-Perspektive. Auch findet hin und wieder ein Zeitsprung in die Vergangenheit statt, um die Geschichte nachvollziehen zu können.
Ich habe immer an Bücher mit Farbschnitten einen besonders hohen Anspruch und ich muss sagen, Julia Hausburg hat diesen problemlos erfüllt.
Schon die Idee ein Schiff zu einer Art schwimmender Universität zu gestalten, gefällt mir wirklich gut. Auch die durchdachte Gestaltung des Schiffs und die Beschreibung des Unterrichtsablaufs fand ich klasse und bewundernswert, wie sie auf solche Ideen gekommen ist.
Auch die Charaktere haben mir ausnehmend gut gefallen. Ich konnte einige Charakterzüge Henriettes absolut nachvollziehen, da sie mir sehr bekannt vorkamen. Aus diesem Grund war ich von der ersten Seite an ihr Fan. 
Lukas ist ein Draufgänger. Aber das macht ihn nicht unsympathisch, da man sofort merkt, dass sich unter der harten Schale ein anderer Kern verbirgt. 
Schon die vergangene und auch die gegenwärtige Beschreibung der Beziehung der beiden ist etwas besonderes. Der Autorin ist es gelungen, diese Besonderheit in feinfühliger Art und Weise darzustellen.
Auch die anderen Charaktere sind sehr bunt dargestellt, aber wirken nicht so als müssten Klischees bedient werden, so wie es in vielen anderen Romanen ist. Das erkennt man sehr gut an Kai und Abi.
Am Anfang war ich etwas skeptisch gegenüber Henriettes Schwester. Aber das Ganze klärt sich im Laufe des Buches auf und wirkt dabei auch aufklärend.

Fazit: Ein wunderschöner Liebesroman, der sich aber nicht in einer kitschigen oder typisch vorhersehbaren Geschichte entwickelt. Für mich eine absolute Empfehlung für all jene, die Liebesgeschichten mögen und an Fernweh leiden.

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Veröffentlicht am 06.04.2025

Schatten der Vergangenheit

Das Kurhotel auf Norderney - Wellen der Hoffnung
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Zurück auf Norderney ist nun der zweite Weltkrieg vorbei und die Insel seit Kriegsende in den Händen der Briten. Das Kurhotel am Meer beherbergt ebenfalls britische Soldaten, die den Alltag des Hotels ...

Zurück auf Norderney ist nun der zweite Weltkrieg vorbei und die Insel seit Kriegsende in den Händen der Briten. Das Kurhotel am Meer beherbergt ebenfalls britische Soldaten, die den Alltag des Hotels und der Hoteliersfamilie Washeimer prägen.
Im Mittelpunkt stehen die Kinder der Familie und deren Freundin Lotte, die im Hotel als Dienstmädchen arbeitet. Während Lotte unsterblich in den Sohn Paul verliebt ist, empfindet Rita Washeimer etwas für den Spätheimkehrer Peter.

„Das Kurhotel auf Norderney - Wellen der Hoffnung“ ist Band drei der Saga um das Kurhotel von Claudia Schirdewan.
Während in den ersten Bänden die Grundsteine für das Kurhotel gelegt werden, ist es nun in Betrieb, hat jedoch seine goldenen Zeiten hinter sich aufgrund der politischen Lage.
Die Stimmung im Buch ist durchwachsen. Sie ist geprägt von einer Aufbruchstimmung, aber auch von Melancholie und einer gewissen Traurigkeit. Ich finde das sehr gut getroffen, da es sich speziell am Alter der Protagonisten festmachen lässt. Während die junge Generation für Aufbruch steht, ist die mittlere Generation eher die, die von Trauer, aber auch etwas Konservatismus geprägt und die ältere Generation, die Clara und Arthur darstellen, zeigen Stärke und Zusammenhalt.
Die Geschichte enthält auch so manches Spannungsmoment, sodass es an einigen Stellen auch kurze Teile einer Krimiatmosphäre annimmt.
Gut erzählt, finde ich auch den Alltag mit den Briten. Dies war nach dem 2. Weltkrieg ein prägender Teil der Norderneyer Geschichte, den man nicht unter den Tisch fallen lassen sollte und das hat Claudia Schirdewan im richtigen Maß geschafft.
Gleiches gilt für die weiteren verschieden geprägten Menschen, die durch den Verlauf der deutschen Geschichte ihren Charakter verändert oder angepasst haben. Das betrifft speziell Peter und seinen Onkel. Davon gab es damals vermutlich auch viele und es spiegelt die Probleme der damaligen Zeit wider, dass es keine, mit heute vergleichbare, psychologische Hilfe gab. Ein sehr ernstes Thema!

Alles in allem ein wunderbarer Abschluss dieser Trilogie und ich bin traurig, dass ich Norderney schon wieder verlassen muss. Einzig hätte mich noch ein bisschen mehr interessiert, wie die Zeit zwischen Band 2 und 3 abgelaufen ist. Das ist mir etwas zu kurz gekommen.
Eine tolle Leseempfehlung für all jene, die Band 1 und 2 kennen, aber auch für jene, die Norderney lieben!

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Veröffentlicht am 23.03.2025

Lauf um dein Leben

Der Bright-Side-Running-Club
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Am Silvesterabend könnte es Keira nicht besser gehen. Ihre Ehe ist glücklich, sie hat drei tolle Kinder und ihre liebsten Freunde um sich. Auch ihr Unternehmen liegt ihr sehr am Herzen, hat doch ihr verstorbener ...

Am Silvesterabend könnte es Keira nicht besser gehen. Ihre Ehe ist glücklich, sie hat drei tolle Kinder und ihre liebsten Freunde um sich. Auch ihr Unternehmen liegt ihr sehr am Herzen, hat doch ihr verstorbener Vater den Grundstein dafür gelegt. Doch innerhalb weniger Tage zerbricht ihr Glück als bei ihr Brustkrebs festgestellt wird. Noch dazu zweifelt ihre Geschäftspartnerin an ihrer Kompetenz.
Eine Begegnung mit einer Langstreckenläuferin im Park nahe der Klinik verändert jedoch Keiras Sicht auf die Dinge.

„Der Bright Side Running Club“ von Josie Lloyd ist ein äußerst emotionales Buch. Ich würde es in Teilen sogar als harte Kost beschreiben. Das Ganze meine ich jedoch nicht im negativen Sinne. Vielmehr liegt hier ein Buch vor, dass äußerst realitätsnah geschrieben ist. Wie viele von uns gehen mit dem Gedanken „Mich betrifft es nicht“ oder „Ich habe gar keine Zeit für so etwas“ an Dinge heran? Doch leider kommt hin und wieder ein Moment der Erdung.
Genau diesen Verlauf der Dinge beschreibt die Autorin anhand ihrer Protagonistin Keira sehr beeindruckend. Von Verleugnung bis zum Selbstmitleid über einen enormen Kampfeswillen sind hier sämtliche Emotionen sehr realistische, manchmal auch pragmatisch beschrieben. Es sind die Gefühle, die eine Frau mit einer solchen Diagnose erlebt, die man beim Lesen hier nachfühlt. Anhand ihrer, manchmal doch sehr pragmatischen Herangehensweisen, war mir Keira von der ersten Seite an sympathisch.
Auch die Beschreibungen der Reaktionen ihres Umfeldes und der Zeit VK und NK ließen mich mit Keira und ihren Freundinnen mitfühlen.
Besonders beeindruckend sind Keiras Familie und die Brustkrebsladys gewesen. Auch das veränderte Verhältnis von Mutter und Tochter war spürbar und ließ mich oft nachdenklich zurück.
Dennoch ist Keiras Krankheitsgeschichte eine Geschichte von Mut, Liebe und dem Glauben an sich selber. Sie ist eine Geschichte über Freundschaft, Familie und Vertrauen, zeigt aber auch ungeschönt alle Bereiche auf, mit denen kranke Menschen zu kämpfen haben.
Noch dazu schönt die Autorin das Ganze auch nicht, was gerade an der Figur der Tamsin zu erkennen ist.

Insgesamt kann ich dieses Buch nur absolut empfehlen. All jene, die gerne über Familie, Liebe, Freundschaft, aber auch Kampfeswillen und Mut lesen, sind hier richtig. Aber Achtung, für sensible oder emotionale Personen oder welche, die durch Personen mit Krebserkrankung getriggert werden, ist das Buch vielleicht nicht geeignet.

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Veröffentlicht am 14.03.2025

Starke Frauen

Die Bücherfrauen von Listland. Der Gesang der Seeschwalben
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Ein Podcast über Frauen, denen Bücher die Welt bedeuten, macht Anna auf die Sylterin Fenja aufmerksam. Nachdem die beiden erfolgreich eine Podcastfolge aufgenommen haben, möchte Anna eine Art Biografie ...

Ein Podcast über Frauen, denen Bücher die Welt bedeuten, macht Anna auf die Sylterin Fenja aufmerksam. Nachdem die beiden erfolgreich eine Podcastfolge aufgenommen haben, möchte Anna eine Art Biografie über Fenja schreiben. Als sie sich auf den Weg zu der Seniorin macht, trifft sie nur deren Tochter an, Fenja ist verschwunden. Dennoch beginnt eine ungeahnte Reise in die Vergangenheit von Fenjas Familie.

„Die Bücherfrauen von Listland. Der Gesang der Seeschwalben“ ist Band 1 der Listland-Dilogie von Gabriella Engelmann.
Dieses wunderschöne Cover lädt sofort zum Träumen und Verlieben ein. Gleiches gilt für den fesselnden und emotionalen Schreibstil der Autorin. Für mich war es das erste Buch, welches ich von ihr gelesen habe und es hat mich absolut faszinierend.
Nicht nur das Cover ist wunderschön, auch die Anfänge der jeweiligen Kapitel sind maritim und liebevoll gestaltet, sodass man sich zu jederzeit eingeladen fühlte, weiter zu lesen.
Die Geschichte wird aus zwei, fast drei Perspektiven erzählt. Lene, die Mutter Fenjas erzählt ihre Lebensgeschichte in der Vergangenheit und Anna erzählt die Ereignisse der Gegenwart aus der Ich-Perspektive.
Im Laufe des Romans lernt man so einige Charaktere kennen, wie Eric, Elisa, Lene, Beeke, Martje, Konrad und Friso. Sie alle bilden mehr oder minder den roten Faden der Geschichte. Eine kleine und vielleicht auch nicht unbedeutende Rolle spielt auch Bo, der ein großes Geheimnis dieser Geschichte war, ist und bleibt.
Gabriella Engelmann schafft es in ihrem Buch nicht nur die Aufarbeitung einer Familiengeschichte darzustellen, sie schafft es auch, Liebe zu Büchern greifbar zu machen. Vermutlich spricht sie damit vielen ihrer Leser aus dem Herzen.
Außerdem spricht sie eine Thematik an, die viele Familien betrifft oder auch betraf - die Aufarbeitung der Vergangenheit, oftmals begleitet durch eine Mauer des Schweigens, Verdrängung oder Verleumdung.
Es geht aber auch um Respekt zueinander, tiefe Liebe, aber auch Mutterliebe. Gerade letztere spielt eine schicksalhafte Rolle innerhalb der Familie Iwersen-Lorenzen und immer wieder sind dort Parallelen zu Annas eigenem Leben. Ob diese unbewusst oder bewusst sind, erschließt sich nicht recht und könnte durchaus im zweiten Band noch einmal zum Thema werden.
Erschreckend ehrlich hat die Autorin die Zeit vor, während und nach dem zweiten Weltkrieg beschrieben. So fiel man speziell in einem Kapitel aus einer vermeintlichen heilen Welt hinein in die offene Denunzierung von Menschen.

Zusammenfassend muss ich sagen, die Autorin hat mich von der ersten Seite an mitnehmen können und ich bin begeistert von diesem Roman. Aus diesem Grund freue ich mich auch jetzt schon auf den zweiten, denn ein großes Geheimnis gilt es noch aufzudecken.
Alle, die Familiengeschichten, Bücher und starke Frauen mögen, sind hier absolut richtig!

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Veröffentlicht am 12.03.2025

Aufbruchstimmung

Der Schmuckpalast – Camille und der Glanz von Gold
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Ein Generationenwechsel bei Cartier - Alfred kauft Louis-Francois den Betrieb ab und verschuldet sich damit hoch. Doch mit den richtigen Schachzügen baut er den Erfolg des Unternehmens aus.
Auch Schwester ...

Ein Generationenwechsel bei Cartier - Alfred kauft Louis-Francois den Betrieb ab und verschuldet sich damit hoch. Doch mit den richtigen Schachzügen baut er den Erfolg des Unternehmens aus.
Auch Schwester Camille arbeitet im Familienbetrieb mit. Doch sie muss Schicksalsschläge einstecken, die auch die gesamte Familie Cartier in den Grundfesten erschüttert.

„Der Schmuckpalast - Camille und der Glanz von Gold“ ist die Fortsetzung der „Juwelier-Saga“ von Eva-Maria Bast, die sich um die Familie Cartier dreht.
Das Buch basiert zum Teil auf wahren Gegebenheiten und zum Teil auf fiktiven Anteilen.
Das Cover schmiegt sich in die Reihe ein, was ein Wiedererkennungswert hat und sehr edel aussieht, wie das Familienunternehmen selbst.
Aufgrund des Namens dieses Bandes hätte ich erwartet, dass das Buch aus der Perspektive Camilles erzählt wird, doch m.E. ist auch hier der männliche Part, also Alfred, der Hauptprotagonist. Das störte mich aber nicht.
Viel mehr fand ich, auch wenn es zum Teil erschütternde Ereignisse waren, diesen Teil interessanter geschrieben, als Band 1. Während die Eltern Alfreds und Camilles absolut geerdet dargestellt werden, wirken die Geschwister emotionaler, auch wenn Alfred gerade am Anfang sehr pragmatisch wirkt.
Verlust, psychische Erkrankungen, Entfremdung, Familie, starke Frauen und Zusammenhalt sind nur einige Attribute, die dieses Buch beschreiben. Es sind aber wichtige Attribute für ein Buch, dass kurz vor Beginn des 20. Jahrhunderts spielt.
Auch die historischen Fakten und Bedenken um den Bau des Eiffelturms und die Weltausstellung fand ich spannend dargestellt, da mir das bisher in dieser Form gar nicht bekannt war.

Alles in allem ein toller und interessanter Roman und damit eine sehr gute Fortsetzung des ersten Bandes, der mir auch besser gefällt als der erste Band, da er moderner wirkt.
Daher eine Empfehlung für all jene, die sich für historische Romane und Familiendynastien interessieren!

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