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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.11.2018

Liebe kennt keine Grenzen!

Gravity: Chaotische Verlockung
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Meine Meinung
„Gravity – Chaotische Verlockung“ ist der vierte Band einer fünfteiligen Reihe, die in Toronto/Kanada spielt und in deren Mittelpunkt die Rockband „Gravity“ steht. Im vierten Band lernt der ...

Meine Meinung
„Gravity – Chaotische Verlockung“ ist der vierte Band einer fünfteiligen Reihe, die in Toronto/Kanada spielt und in deren Mittelpunkt die Rockband „Gravity“ steht. Im vierten Band lernt der Leser Chase kennen. Er ist der Gitarrist von Gravity. Was die große Liebe betrifft hat Chase es definitiv nicht eilig. Er hat absolut nicht das Bedürfnis nach einer festen Beziehung und erinnert seine Bandkollegen sehr gerne in regelmäßigen Abständen daran. Hayden ist die Tochter von Gravity’s Tourmanager und hat IT studiert. Zusammen mit einem Freund hat sie eine App entwickelt. Ihr größter Traum ist ein Praktikum bei einem IT-Unternehmen in Asien.

Hayden ist der erste Charakter dieser Reihe, mit dem ich wirklich nicht warm geworden bin und ich weiß noch nicht mal woran es liegt. Teilweise war es ihre Art, die mir Stellenweise zu extrem ausfiel. Dann gab es Szenen in denen ich ihre Entscheidungen absolut nicht nachvollziehen konnte und mir nur dachte „Was soll das jetzt?!“. Leider wurde das zu keinem Moment besser, denn ich konnte bei Hayden im Verlauf der Geschichte so gut wie keine Veränderung feststellen, was ich ehrlich gesagt schade fand, denn die Handlung des Buches war an sich nicht schlecht.

Chase fand ich zu Beginn der Geschichte ziemlich lustig. Er währt sich ja wirklich mit Händen und Füßen gegen die Liebe und je mehr Energie er aufwendet, desto mehr überrollt sie ihn. Am Ende erwischt es in eiskalt und seine Welt steht plötzlich Kopf. Anfänglich geht er recht souverän mit dieser Situation um, bis zu einem Moment, an dem er eine Entscheidung trifft, bei der ich nur noch mit dem Kopfschütteln konnte, weil sie mich mehr als nur fassungslos zurückgelassen hat. Zum Glück hat diese Entscheidung keine langfristigen Auswirkungen und am Ende ist alle wieder gut.

Das Buch wird aus der Sicht von Hayden und Chase erzählt. Leider nicht zu gleichen Teilen. Was mir persönlich besser gefallen hätte, weil ich bisweilen das Gefühl hatte das Chase’s Sicht zu kurz kommt. Letzen Endes hat mir aber der Perspektivwechsel dabei geholfen zumindest Chase Handeln besser zu verstehen.

Der Schreibstil ist flüssig und gut lesbar. An der Kapitellänge gab’s nichts auszusetzen. Lediglich meine Lesezeit betrug fast drei Tage. Was mehr oder weniger an Hayden lag. Teilweise habe ich ihre Sichtweise sogar überflogen, weil sie mir einfach zu viel war.

Fazit
Nach einem wirklich grandiosen dritten Band ist „Gravity – Chaotische Verlockung“ eine ziemliche Enttäuschung. Was ich wirklich schade finde, weil Isabelle Richter in den vorherigen Bänden mehr als einmal beweisen hat, dass sie es besser kann. Dank vieler tollen Nebencharaktere wurde mein Leseerlebnis am Ende kein kompletter Flop und weil Chase mir so gut gefallen hat empfehle ich dieses Buch trotzdem weiter.

Veröffentlicht am 02.08.2025

Aus dem Leben eines Formel 1 Rennfahrers und einer High Society Prinzessin

Crushing Souls (Driven Dreams-Dilogie, Band 1)
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„Crushing Souls“ erzählt die Geschichte von Fiona Thialda Mac Kenzie und Duncan McKinnon. Sie ist die Tochter von Alfred Logan MacKenzie, dem Teamchef und CEO von ED. Er ist der Goldjunge von Alfred Logan ...

„Crushing Souls“ erzählt die Geschichte von Fiona Thialda Mac Kenzie und Duncan McKinnon. Sie ist die Tochter von Alfred Logan MacKenzie, dem Teamchef und CEO von ED. Er ist der Goldjunge von Alfred Logan MacKenzie und fährt für ED. Das Buch wurde von der deutschen Autorin Carolin Wahl geschrieben und ist 2025 als eBook und Taschenbuch im Loewe Intense Verlag (Loewe Verlag) erschienen. „Crushing Souls“ ist der erste Band der „Driven Dreams“ Reihe.

Ich bin ein großer Fan der Formel 1 und schaue sie bereits seit meiner Kindheit. Ein Sports Romance Buch über die Formel 1 geschrieben von einer deutschen Autorin konnte mein Interesse daher auf Anhieb wecken. Ursprünglich wollte ich dieses Buch komplett ohne Erwartungen lesen, doch das mehr als auffällige Marketing des Verlags und der Autorin hat schließlich auch mich beeinflusst und meine Erwartungen immer mehr steigen lassen. Als ich das Buch dann endlich in den Händen halten konnte, wahren meine Erwartungen an die Geschichte schon fast utopisch hoch und so ist es wahrscheinlich weniger verwunderlich, dass Carolin Wahl diese nur dürftig erfüllen konnte.

Wer Carolin Wahl und dem Loewe Verlag in den sozialen Netzwerken (hauptsächlich Instagram) folgt, der hat vor der Veröffentlichung von „Crushing Souls“ Einblicke hinter die Kulissen bekommen. Ein Teil davon waren Einblicke in die Recherche Arbeit die Carolin für diese Geschichte betrieben hat. Diese Einblicke ließen mich hoffen, dass sie mehr als nur einen flüchtigen Blick hinter die Kulissen der Formel 1 Welt geworfen hat und dementsprechend nun über ein umfangreiches Wissen verfügt. Ein Wissen, das ihr dabei hilft, ein Sports Romance Buch über die Formel 1 zuschreiben, dass mehr als nur an der Oberfläche kratzt.

Leider macht „Crushing Souls“ aber genau das. Die Geschichte hatte zwar ein paar wenige kurze Szenen, die einen kleinen Blick unter die Oberfläche geworfen haben, die meisten Szenen haben aber lediglich an der Oberfläche gekratzt. Da stellt sich mir die Frage, ob ihr Wissen gar nicht so umfangreich war, wie ihre Recherche vermuten lässt oder ob sie möglicherweise gar nicht die Erlaubnis bekommen hat über gewisse Dinge zuschreiben. Andernfalls stellt sich mir sonst die Frage warum, sie ihr ganzes Wissen nicht in die Geschichte hat einfließen lassen.

Da ich ein großer Fan der Formel 1 bin und dieses beim Lesen leider auch nicht ausblenden konnte, ist „Crushing Souls“ für mich leider eine Enttäuschung. Wie ich bereits geschrieben hatte, gibt es ein paar wenige kurze Szenen, die mir einen spanenden Einblick in das Leben eines Formel 1 Fahrers gewährt haben, leider waren das für meinen Geschmack aber entschieden zu wenig Szenen. Ohne hier jetzt groß zu spoilern, möchte ich noch ein bisschen näher auf all die Momente eingehen, aus den Carolin Wahl meiner Meinung nach deutlich mehr hätte rausholen können. Mal abgesehen davon, dass die eigentliche Rennsaison noch nicht mal die Hälfte der Geschichte einnimmt, hätte ich mir innerhalb dieser Kapitel doch zumindest ein paar Einblicke hinter die Kulissen gewünscht. Während eines Rennwochenendes passiert schließlich deutlich mehr als nur das Rennen und selbst das dürfte ich nicht richtig miterleben. Viele dieser Momente, hätten spannend und sehr interessant sein können, wenn sie aus der Sicht von Duncan erzählt worden wären. Stattdessen hat sich die Autorin ein ums andere Mal für die Sicht von Fiona entschieden und mir als Leserin so die Chance genommen die Momente live mitzuerleben. Denn die Erzählung aus der Sicht von Fiona ist lediglich eine Erzählung von einer außenstehenden Person und kommt nicht mal ansatzweise an die Gedanken und Gefühle von Duncan heran.

Sowohl Fiona als auch Duncan konnte ich anfänglich nur schwer einschätzen. Bei beiden hatte ich Schwierigkeiten eine Bindung aufzubauen, weil ihre Gedanken ihr Verhalten und ihre Entscheidungen nur dürftig erklärt haben. Was das Ganze für mich leider nicht immer nachvollziehbar gemacht hat. Positiv fand ich die Ecken und Kanten, wodurch Fiona und Duncan zu lebhaften und authentischen Charakteren wurden. Ich kann jetzt nicht unbedingt behaupten, dass mir einer der beiden so richtig sympathisch war. Trotzdem konnten sie meine Neugierde wecken.

Die Liebesgeschichte hingegen fand ich größtenteils sehr gelungen. Carolin Wahl hat mit Fiona und Duncan zwei Hauptcharaktere erschaffen, die so herrlich gegensätzlich sind, dass sie sich wie zwei Magnete anziehen. Die Chemie zwischen den beiden war einfach nur wundervoll und hat die Geschichte für mich erst so richtig unterhaltsam gemacht. Leider verliert die Chemie zum Ende hin an Intensität. Was mein anfänglich so positives Leseerlebnis gedämpft hat. Der „Black Moment“ hatte zwar Potenzial, war für meinen Geschmack aber viel zu vorhersehbar und die Spannung, die er hätte erzeugen können, flachte nach wenigen Seiten schon wieder so sehr ab, dass die Harmonie zwischen den beiden nahezu wieder komplett hergestellt war. Eine gelungener „Black Moment“ sieht für mich definitiv anders aus.

Das Ende hat mich zwiegespalten zurückgelassen. Zwar hat mir das letzte Kapitel gefallen für meinen Geschmack bleiben aber zu viele Fragen unbeantwortet. Fragen bei den ich mir ziemlich sicher bin, dass sie im zweiten Band nicht beantwortet werden, was die Geschichte für mich leider irgendwie unvollständig macht.

Jetzt bin ich neugierig auf den zweiten Teil der Dilogie. Die Geschichte von Fionas bester Freundin Aurora und Duncans Teamkollege Adrian wurde bereits angeteasert und ich muss sagen meine Neugierde wurde definitiv geweckt. Am Ende von „Crushing Souls“ befinden sich Aurora und Adrian in einer Situation, die eine Menge Potenzial für eine spannende und unterhaltsame Geschichte bietet und ich hoffe sehr das Carolin Wahl es dieses Mal besser nutzt.

Positiv hervorheben möchte ich noch das Glossar, dass sich am Ende des Buches befindet. Hier werden die wichtigsten Formel 1 Begriffe so erklärt, dass sie auch für Leser ohne Formel 1 Kenntnisse verständlich sind. Bei der eBook Ausgabe wurde das Ganze sogar mit einem integrierten direkten Link zum Glossar umgesetzt, was einem das Blättern erspart.

Der Schreibstil von Carolin Wahl ließ angenehm flüssig lesen. Die Geschichte wurde sowohl aus der Sicht von Fiona als auch aus der von Duncan erzählt. Das Buch wurde in der ersten Person geschrieben.

Fazit
Trotz der Tatsache, dass das Thema Formel 1 nur dürftig umgesetzt wurde, konnte mich die Liebesgeschichte gut unterhalten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.04.2025

Liebe kann tödlich sein

Ostseedämmerung
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In „Ostseedämmerung“ ermittelt Kriminalhauptkommissarin Pia Korittki in einem Cold Case Fall, der die heile Welt eines kleinen Dorfes ins Chaos stürzt. Das Buch wurde von der deutschen Autorin Eva Almstädt ...

In „Ostseedämmerung“ ermittelt Kriminalhauptkommissarin Pia Korittki in einem Cold Case Fall, der die heile Welt eines kleinen Dorfes ins Chaos stürzt. Das Buch wurde von der deutschen Autorin Eva Almstädt geschrieben und ist 2025 als eBook und Taschenbuch im Lübbe Belletristik Verlag (Bastei Lübbe) erschienen. „Ostseedämmerung“ ist der zwanzigste Band der „Pia Korittki“ Reihe.

Pias zwanzigster Fall ist eine Berg- und Talfahrt. Eva Almstädt ist ein Anfang gelungen, der auf Anhieb meine Neugierde wecken konnte und der in gewohnter Art spannend war. Leider gelingt es ihr in ihrem Jubiläums Band nicht diese Spannung zuhalten. Bereits nach wenigen Kapiteln verliert sich die Geschichte in eher langweiliger Ermittlungsarbeit, die der Spannung einen so gewaltigen Dämpfer verpasst hat, dass ich das Buch pausieren musste, weil für mich einfach die Lauft raus war.

Einen weiteren Dämpfer bekam die Spannung von zwei Szenen verpasst, die meiner Meinung nach wichtige Schlüsselmomente waren. Bei einer der beiden Szene gibt sich Eva überhaupt keine Mühe und handelt diesen eigentlich so wichtigen Moment wie eine unwichtige Nebensächlichkeit ab. Bei der anderen Szene ist ihr zumindest der Anfang halbwegs gelungen, ihre Beschreibungen sind spannend und ich hatte im ersten Moment den Eindruck, dass das, was wird, doch dann löst sie das Ganze, genauso wie schon in Szene Eins, mit einem kurzen unbedeutenden Nebensatz auf und dahin war die gesamte Spannung.

Ich liebe die „Pia Korittki“ Reihe, weil es Eva mit ihrem unverwechselbaren Schreibstil bisher immer gelungen ist eine packende Atmosphäre zu erschaffen, die der Geschichte nicht nur das gewisse Etwas verleiht, sondern sie auch so spannend macht, dass ich das Buch normalerweise für keine Sekunde aus der Hand legen möchte. In „Ostseedämmerung“ ist ihr leider nur die packende Atmosphäre gelungen, was ich wirklich schade finde, weil das Dorfsetting eine wundervolle Möglichkeit geboten hat, um die Geschichte spannend zu machen. Aus einem für mich nicht nachvollziehbaren Grund hat Eva sich gegen diese Möglichkeit entschieden und die Ermittlungsarbeit von Pia auf eine Art begonnen, die für mich weder spanend noch zielführend war. Vielmehr konnte ich über diesen ersten Abschnitt nur mit dem Kopfschütteln, weil sich Eva hier für einen ersten möglichen Täter entschieden hat, der so offensichtlich nicht der Täter war, dass es schon nervig war. Vielleicht konnte sie damit die Leser in die Irre führen, die die Vorgängerbände noch nicht gelesen haben, aber mich, die die gesamte Reihe kennt, konnte sie damit nicht verwirren. Nach neunzehn Büchern weiß ich einfach, dass der Täter immer die eine Person ist, die man bis zum Schluss am wenigsten verdächtigt hat und damit zu keinem Zeitpunkt der Geschichte mit irgendwelchem offensichtlichen Verhalten auf sich aufmerksam gemacht hat.

Besonders gestört hat mich dieses Mal der Klappentext, weil er für meinen Geschmack zu viel verrät und damit unnötig spoilert. Die Information das Kriminalhauptkommissar Heinz Broders entführt wird hat mich leider nicht neugierig gemacht, sondern meinen Lesegenuss negativ beeinflusst, weil ich mich die gesamte Geschichte über gefragt habe, wann es endlich soweit ist und das war mir letzten Endes eine zu große Ablenkung. Als es dann endlich soweit war, hat sich Eva so sehr auf die Entführung und die Gefangenschaft konzentriert, dass der eigentliche Kriminalfall fast komplett in den Hintergrund gedrängt wurde.

Positiv hingegen fand ich das Eva mich bezüglich einer Frage, die sie in Band fünfzehn (Ostseegruft) in den Raum geworfen hat, endlich erlöst hat. Sechs Bücher waren für meinen Geschmack zwar zu viel des Guten aber besser später als nie. Ein bisschen enttäuschend fand ich allerdings, dass sie die Frage eher unspektakuläre aufgelöst hat. Bei einem Thema, dass man über sechs Bücher hinweg aufbaut, hatte ich mir definitiv mehr erhofft. Naja, vielleicht bekommt sie das ja mit der nächsten Frage hin, den am Ende des Buches blieb eine Situation ungeklärt, bei der ich mir sehr sicher bin, dass Eva sich erneut mehrere Bücher Zeit lassen wird, bis sie sie auflöst. Ich hoffe einfach nur, dass sie es dieses Mal mit weniger Bücher hinbekommt, denn ich habe absolut keine Lust erneut so lange warten zu müssen.

Zwar hat mir die Auflösung gefallen, weil es Eva erneut gelungen ist mich mit dem Täter, der absolut nicht vorhersehbar war, in die Irre zu führen. Leider hat sie diesen positiven Moment aber wieder zunichtegemacht, als sie die Geschichte mit zu vielen offenen Fragen beendet hat. Die Tatsache, dass ein paar der Fragen wahrscheinlich in den nächsten Büchern beantwortet werden, konnte mich leider nicht über das dürftige Ende hinwegtrösten.

Fazit
Für mich gehört „Ostseedämmerung“ leider zu den schwächeren Bänden der Reihe. Eva Almstädt hat dieses Mal einfach zu viele gute Möglichkeiten verschenkt.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 02.02.2025

Ein Leben im Rampenlicht ist nicht immer glamouröse

Behind the Spotlight: Hidden Underneath
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„Behind the Spotlight: Hidden Underneath“ erzählt die Geschichte von Crystal Heart und Ace. Sie ist eine aufstrebende Solo-Künstlerin. Er ist der Rapper der erfolgreichsten Boyband der Welt. Das Buch wurde ...

„Behind the Spotlight: Hidden Underneath“ erzählt die Geschichte von Crystal Heart und Ace. Sie ist eine aufstrebende Solo-Künstlerin. Er ist der Rapper der erfolgreichsten Boyband der Welt. Das Buch wurde von der deutschen Autorin Rebekka Gusia geschrieben und ist 2024 als eBook im Impress Verlag (Carlsen Verlag) erschienen. „Behind the Spotlight: Hidden Underneath“ ist der erste Band der „Behind the Spotlight“ Reihe.

Crystal Heart wird als aufstrebende Solo-Künstlerin beschrieben. Für mich war sie eher ein kleines Popsternchen, die seit ihrem Austritt aus ihrer mittelmäßig erfolgreichen Girlgroup zwar von einer Kariere als Solo-Künstlerin träumt, dabei aber gerne ignoriert, dass sie für diesen Schritt nicht berühmt genug ist. Besonders gestört hat mich ihr Verhalten. Sie träumt von einer erfolgreichen Solo-Kariere, erkennt aber nicht, dass sie was an ihrer Arbeitsmoral ändern muss, wenn dieser Traum Wirklichkeit werden soll. Stattdessen jammert sie wie ein bockiges Kleinkind, weil sie von ihrem Musiklabel nicht das bekommt, was ihr ihrer Meinung nach Zusteht und benimmt sie nebenbei so undiszipliniert, dass es mich mehr als nur gewundert hat, dass sie von ihrem Label nicht vor die Tür gesetzt wurde.

Unabhängig von ihrer fragwürdigen Arbeitsmoral haben mich aber auch eine Menge andere Dinge an ihr gestört. Crystal ist eine verwöhne Zicke, die ihr privilegiertes Leben nicht zu schätzen weiß. Ihre Reaktionen sind immer extrem und in den meisten Momenten maßlos übertrieben. Wenn sie eine Sache mit absoluter Perfektion beherrscht, dann ist es die Fähigkeit aus einer unbedeutenden Kleinigkeit ein Drama ungeahnten Ausmaßes zu machen. Ein hervorragendes Beispiel für diese Fähigkeit ist ihre Krankheit. Ihren Mitmenschen gegenüber verhält sie sich wie ein versnobtes Mädchen, dass glaubt es sei was Besseres und wundert sich dann, warum niemand etwas mit ihr Zutun haben möchte. Das traurige ist, dass sie sich ihr Verhalten bis zum Schluss nicht nennenswert verändert. Sie entwickelt sich also nicht wirklich weiter. Crystal Heart war mir zu keinem Zeitpunkt der Geschichte auch nur ansatzweise sympathisch. Vielmehr gab es etliche Momente, in denen ich sie gerne um die Ecke gebracht hätte.

Ace ist Teil er US-amerikanisch Boyband Three Five. Er ist nicht nur Rapper, sondern auch ein begnadeter Tänzer, der mit Leib und Seele Künstler ist und dem man seine Liebe für die Musik vom ersten Moment an angemerkt hat. Was mir besonders gut gefallen hat war Ace Arbeitsmoral. Er weiß ganz genau, dass der Erfolg von Three Five nicht vom Himmel fällt, sondern das Ergebnis von harter Arbeit und Disziplin ist. Die fünf Jungs von Three Five waren für mich das komplette Gegenteil von Crystal Heart. Leider kann ich das nicht über Ace restliches Verhalten sagen. Unabhängig von der Disziplin, die er als Künstler an den Tag legt, verhält er sich ähnlich negativ wie Crystal. Er neigt zu extrem aggressiven Wutausbrüchen, die wie aus dem Nichts kommen und in den meisten Fällen keinen erkennbaren Grund haben. Zwar bekommt er diese Wutausbrüche im Laufe der Geschichte halbwegs in den Griff zum Ende hin verfällt er aber wieder in seine alten Muster.

Da „Behind the Spotlight: Hidden Underneath“ mein erstes Buch von Rebekka Gusia ist, kann ich nicht beurteilen, ob sie gerne Charaktere erschafft, deren Hauptmerkmal ein negatives Verhalten ist. Ich muss aber sagen, dass ich kein Fan von Crystal und Ace bin und ich nicht nur mit ihrem grenzwertigen Verhalten ein Problem hatte, sondern auch mit ihren Entscheidungen, die für mich größtenteils keinen Sinn ergeben haben.

Ich habe in erster Linie zu diesem Buch gegriffen, weil ich gerne Geschichten lese, in denen einer der beiden Hauptcharaktere Sänger ist. In „Behind the Spotlight: Hidden Underneath“ trifft das sogar auf beide Hauptcharaktere zu. Anfänglich hat die Autorin das Thema „Musik“ für mich gut umgesetzt und ich hatte sogar die Hoffnung, dass sie diese detailreichen Beschreibungen bis zum Schluss beibehält. Leider wird das Thema „Musik“ im Laufe der Geschichte immer mehr zu einer unbedeutenden Nebenrolle und am Ende war die detailreichen Beschreibungen komplett verschwunden.

Was mich gestört hat war die Art und Weise wie Rebekka Gusia die Boyband Three Five beschrieben hat. Stellenwiese hat mich das zu sehr an eine K-Pop Gruppe erinnert aber die Geschichte spielt weder in Südkorea noch sind die fünf Mitglieder von Three Five Koreaner. Ja K-Pop Gruppen sind momentan die angesagtesten und erfolgreichsten Boybands der Welt, aber Südkorea hat das Phänomen Boyband nicht erfunden das waren die Amerikaner. Da stellt sich mir die Frage, warum sich die Autorin K-Pop Gruppen als Vorbild für ihre fiktive Boyband ausgesucht hat, wenn es in der Amerikanischen Musikgeschichte mehr als genug Boybands gibt, die meiner Meinung nach eine sehr viel realistischere Inspirationsquelle gewesen wären.

Was mich mindesten genauso gestört hat waren die Sexszenen. „Behind the Spotlight: Hidden Underneath“ ist ein New Adult Buch. Ich erwarte keine große Menge von diesen Szenen, aber ich hätte gerne eine ansprechende Beschreibung. Der Sex zwischen Crystal und Ace las sich wie die Betriebsanleitung für ein Haushaltsgerät. Ich lese eine Menge New Adult Bücher, aber ich habe schon sehr lange keins mehr gelesen, das so schlechte Sexszenen beinhalte hat. Glücklicherweise sind die Szenen kurz und theoretisch kann man sie sogar einfach überlesen, weil sie keinerlei relevante Informationen enthalten.

Vielleicht hätte ich der Geschichte etwas Positives abgewinnen können, wenn sie aus der Sicht beider Hauptcharaktere erzählt worden wäre. Ja es gibt Kapitel aus Ace Sicht, aber die muss man suchen. Die meiste Zeit wird die Geschichte aus der Sicht von Crystal erzählt. Ganz besonders bei Romance Bücher liebe ich eine gleichmäßige Erzählung aus beiden Sichten und ich finde es nie gut, wenn sich der Autor dagegen entscheidet. Bei einer Liebesgeschichte ist es mir wichtig, dass ich einen Einblick in die Gedanken und Gefühle beider Hauptcharaktere bekomme. Schließlich sind in diesem Genre beide Charaktere wichtig. Bei einer ungleichmäßigen Verteilung der Sichten ist das nahezu unmöglich.

Der Schreibstil von Rebekka Gusia ließ sich flüssig lesen und das Buch wurde in der ersten Person geschrieben.

Fazit
Von der Grundidee her war „Hidden Underneath“ ein vielversprechendes Buch. Leider ist der Autorin nur eine mittelmäßige Umsetzung gelungen.

  • Einzelne Kategorien
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Veröffentlicht am 26.01.2025

Horror Telefonat

Der Heimweg
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„Der Heimweg“ erzählt die Geschichte von Klara Vernet und Jules Tannberg. Sie befindet sich auf dem Heimweg und hat Angst vor einem Unbekannten, der sie verfolgt. Er sitzt für diesen Abend am Begleit-Telefon ...

„Der Heimweg“ erzählt die Geschichte von Klara Vernet und Jules Tannberg. Sie befindet sich auf dem Heimweg und hat Angst vor einem Unbekannten, der sie verfolgt. Er sitzt für diesen Abend am Begleit-Telefon und leistet ihr Gesellschaft auf ihrem Heimweg. Die ungekürzte Hörbuchfassung wurde 2020 exklusiv für Audible von den Audible Studios produziert und wird von dem deutschen Synchron- und Hörbuchsprecher Simon Jäger gelesen. „Der Heimweg“ ist ein Einzelband.

Theoretisch liebe ich die Psychothriller von Sebastian Fitzek, weil es für mich kaum einen anderen Thriller Autor gibt, dem es immer wieder aufs Neue gelingt, mich auf Anhieb an die Seiten zu fesseln. Seine Art Geschichten zu erzählen ist für mich normalerweise so spannend, dass ich das Buch keine Sekunde aus der Hand legen möchte. Leider konnte „Der Heimweg“ dieses Gefühl bei mir nicht gänzlich auslösen. Nach einem für mich eher schwergängigen Einstieg habe ich die Geschichte als spannend empfunden und zum Ende hin konnte sie mich auf fesseln aber das Gefühl, dass ich das Buch keine Sekunde aus der Hand legen möchte, hat sie nie eingestellt. Vielleicht hat für mich das gewisse Etwas gefehlt, vielleicht lag es auch an der verwirrenden Handlung, der ich stellenweise kaum folgen konnte, oder es lag an den vielen kleinen Logiklücken, die immer wieder meinen Lesefluss unterbrochen haben. Ich kann nicht genau sagen warum, aber irgendwie hat mich die Geschichte nicht vollends abgeholt.

Dabei ist es Sebastian Fitzek erneut gelungen Charaktere zu erschaffen, die meine Neugierde wecken konnten. Ich möchte nicht sagen, dass sie mir sympathisch waren, das sind mir die Figuren aus Thriller in den meisten Fällen nie, aber sie hatten für mich eine erkennbare Persönlichkeit und genug Ecken und Kanten, um sie authentisch zu machen. Leider hatte ich stellenweise Probleme ihre Entscheidungen und ihr Verhalten nachzuvollziehen und auch ihre Gedanken und Gefühle haben für mich nicht immer Sinn ergeben.

Ähnlich erging es mir mit dem Kriminalfall. Fitzeks erzählt seine Geschichten in der Regel nicht nach dem typischen Schema „Gut und Böse“. Es ist also nie von Anfang an klar, wer ist Opfer und wer ist Täter, denn der erste Eindruck könnte sich zum Schluss hin als eine riesige Täuschung herausstellen, mit der es Fitzek mal wieder gelungen ist, seine Leser in die Irre zu führen. Bei „Der Heimweg“ ist ihm das in die Irre führen allerdings so gut gelungen, dass der Kriminalfall für mich nicht mehr logisch war. Zwar klärt er das Ganze Wirrwarr am Ende halbwegs logisch auf und er beantwortet auch die wichtigsten Fragen, über die fehlende Logik konnte mich das Ende aber nicht hinwegtrösten. Ein guter Thriller lebt von unvorhersehbaren Wendungen und normalerweise gelingt es Fitzek seine Geschichten so zu erzählen, dass die Wendungen zwar unvorhersehbar sind, der Geschichte aber nicht die Logik nehmen. Bei „Der Heimweg“ ist ihm das leider nicht gelungen.

Was Fitzek dafür mal wieder hervorragend gelungen ist, sind die Beschreibungen der unterschiedlichen Gewalttaten, die im Laufe der Geschichte passieren. Er gehört nicht zu den Autoren, die im übertragenden Sinne draufhalten, wenn es so brutal wird, dass man das Ganze auch problemlos dem Genre Horror zuordnen könnte. Er gehört aber auch nicht zu den Autoren, die die Gewalttaten nur umschreiben und den Rest der Fantasie ihrer Leser überlassen. Fitzek ist eine Mischung aus beidem und trifft damit in den meisten Fällen genau meinen Geschmack. Seine Beschreibungen sind definitiv nichts für zartbesaitete Leser er verfällt aber auch nicht in sinnloses Gemetzel.

Ich liebe es der Stimme von Simon Jäger zu lauschen, weil kaum ein anderer deutscher Hörbuchsprecher die Emotionen einer Geschichte so wundervoll vertonen kann wie er. Die Geschichte wird abwechseln aus der Sicht von Klara und Jules erzählt und wurde in der dritten Person geschrieben.

Fazit
Der Heimweg war zwar spannend und konnte mich nach einem nervenaufreibenden Einstieg auch fesseln, der Handlung fehlt es für meinen Geschmack aber zu sehr an Logik.