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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.05.2025

Zwischen Antrieb und Überforderung

Ehrgeiz
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Meine Meinung und Inhalt

Beim Lesen von Ehrgeiz habe ich gemerkt, wie sehr mich das Thema betrifft. Viel mehr, als ich erwartet hätte. Andrea Stift-Laube spricht eine Seite in mir an, die ständig etwas ...

Meine Meinung und Inhalt

Beim Lesen von Ehrgeiz habe ich gemerkt, wie sehr mich das Thema betrifft. Viel mehr, als ich erwartet hätte. Andrea Stift-Laube spricht eine Seite in mir an, die ständig etwas erreichen, beweisen und vorantreiben will. Und gleichzeitig zeigt sie, wie leicht man sich in diesem Streben verlieren kann.

Besonders eindrücklich fand ich, wie ruhig und unaufdringlich sie über ein so kraftvolles Gefühl schreibt. Ihre Beobachtungen regen an, ohne belehrend zu wirken. Gerade dadurch hat sie mich tief erreicht. Ich habe begonnen, mich zu fragen, wofür ich eigentlich ehrgeizig bin und an welchen Stellen es gesünder wäre, innezuhalten.

Es waren nicht spektakuläre Erkenntnisse, sondern stille Impulse, die sich in mir festgesetzt haben. Der Gedanke, sich im Alltag bewusst einen inneren Ort der Ruhe zu schaffen, um den eigenen Antrieb zu überprüfen, begleitet mich noch immer.

Ehrgeiz gibt keine schnellen Antworten. Es lädt ein, ehrlich auf sich selbst zu schauen. In einer Welt, die oft nach höher, schneller, weiter verlangt, war das für mich eine wohltuende und notwendige Lektüre.

Über die Autorin

Lebt mit ihrer Familie in Graz und ist MItherausgeberin der Literaturzeitschrift LICHTUNGEN.

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Veröffentlicht am 15.05.2025

Das erste Rätsel

Ingenium
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Meine Meinung und Inhalt

Als ich "Ingenium – Das erste Rätsel" begonnen habe, war ich neugierig auf die Kombination aus Thriller, Rätseln und mystischen Elementen. Die Grundidee mit Mike Brink, einem ...

Meine Meinung und Inhalt

Als ich "Ingenium – Das erste Rätsel" begonnen habe, war ich neugierig auf die Kombination aus Thriller, Rätseln und mystischen Elementen. Die Grundidee mit Mike Brink, einem Mann mit Savant-Syndrom, der Rätsel löst, und Jess Price, einer geheimnisvollen Frau mit einer düsteren Vergangenheit, hat mich sofort angesprochen. Der Einstieg war für mich echt sehr packend.

Allerdings merkte ich schon bald, dass die Geschichte immer komplexer wurde – teils zu sehr. Für meinen Geschmack wurden zu viele Handlungsstränge eingeflochten, die sich teilweise verloren und den roten Faden schwer nachvollziehbar machten. Das hat meinen Lesefluss gebremst und mich oft verwirrt zurückgelassen. Auch die Figuren konnte ich nicht richtig greifen. Mike und Jess blieben für mich emotional eher distanziert, und ihre Beziehung wirkte nicht sehr authentisch.

Positiv fand ich, dass die Autorin versucht, wissenschaftliche und religiöse Themen miteinander zu verweben. Das gab dem Buch eine interessante Tiefe, die mich immer wieder zum Nachdenken brachte. Aber gerade diese Details zu Symbolen und Rätseln wirkten manchmal zu ausführlich und zogen sich für mich etwas zu lang hin.

Insgesamt fand ich Ingenium spannend und ambitioniert, aber auch etwas überladen. Ich schätze die Idee und die Atmosphäre, hätte mir jedoch gewünscht, dass die Geschichte straffer erzählt wird und die Charaktere mehr Leben bekommen. Für Leser, die komplexe Rätsel und mystische Geschichten mögen, kann das Buch reizvoll sein. Wer aber einen klaren, durchgängigen Thriller erwartet, könnte eher enttäuscht sein. Für mich persönlich bleibt es ein solides Buch mit Potenzial, das aber nicht ganz ausgeschöpft wurde.


Über den Autor

Danielle Anne Trussoni, geboren 1973, ist eine US-amerikanische Schriftstellerin und Journalistin. Sie schreibt unter anderem für die NEW YORK TIMES BOOK REVIEW und das NEW YORK TIMES MAGAZINE.

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Veröffentlicht am 14.04.2025

Ein berührender Blick ins Herz von Joanna Gaines

Was wir zu erzählen haben
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Meine Meinung und Inhalt

Joanna Gaines, überrascht mich mit einem Buch, welches wirklich über Selbstverwirklichung und ästhetische Lebensgestaltung hinausgeht. "Was wir zu erzählen haben" ist eine sehr ...

Meine Meinung und Inhalt

Joanna Gaines, überrascht mich mit einem Buch, welches wirklich über Selbstverwirklichung und ästhetische Lebensgestaltung hinausgeht. "Was wir zu erzählen haben" ist eine sehr persönliche Einladung zur Selbstreflexion – ein Buch über das Erzählen der eigenen Geschichte, über Verletzlichkeit, über Zweifel und den Mut, echt zu sein. Uns Menschen fällt das alles oftmals ja gar nicht so leicht, mit dem Relektieren und an sich arbeiten....

Schon auf den ersten Seiten spürt man jedoch (zum Glück), dass dies kein glatt polierter Lebensratgeber ist. Gaines schreibt offen über ihre Unsicherheiten, den Druck, perfekt sein zu wollen, und über die Kraft, die im Unvollkommenen steckt. Sie schreibt in einer Sprache, die nahbar und ehrlich ist – als würde sie mit dir bei einem Kaffee am Küchentisch sitzen - absolut authentisch!

Besonders spannend wird das Buch durch die Struktur, in der die Kapitel jeweils bestimmte Facetten des persönlichen Erzählens beleuchten. In einigen Kapiteln habe ich mich wiedererkannt.

Was mich persönlich besonders angesprochen hat, ist ihr Umgang mit Brüchen im Leben: Dass nicht jeder Weg geradlinig sein muss, und dass die Stellen, an denen wir scheitern oder stolpern, oft die sind, aus denen wir am meisten lernen. Gaines’ Haltung ist weder belehrend noch distanziert – sie zeigt sich verletzlich, ohne sich darin zu verlieren. Und sie schafft es, Hoffnung zu schenken, ohne platt zu motivieren.

Fazit:
Was wir zu erzählen haben ist mehr als ein Memoir oder ein Motivationsbuch. Es ist ein stilles, starkes Plädoyer dafür, unsere Geschichten zu erzählen – so, wie sie sind. Ohne Filter. Ohne "Schönrederei".

Für alle, die das Gefühl haben, ihre Stimme sei nicht wichtig genug oder ihre Geschichte nicht erzählenswert.


Anmerkung: In meiner Ausgabe haben sich sehr viele Fehlerteufel eingeschlichen, die für mich persönlich wirklich störend waren. Ich hoffe bei einer Neuauflage wird diese Übersetzung korrigiert.



Klappentext

"Was wir zu erzählen haben" von Joanna Gaines ist ein inspirierendes Buch, das die Leser auf eine emotionale Reise durch die Höhen und Tiefen des Lebens mitnimmt. Gaines teilt ihre persönlichen Erfahrungen und die daraus gewonnenen Erkenntnisse über Angst, Perfektion und die Bedeutung der Selbstakzeptanz. Sie erzählt von den Herausforderungen, die sie auf ihrem Weg überwinden musste, und wie diese Erfahrungen sie geformt haben. Das Buch ermutigt die Leser, ihre eigenen Geschichten zu erzählen, unabhängig von den Rückschlägen und Ängsten, die sie erleben. Gaines betont die Wichtigkeit, die eigene Stimme zu finden und sich selbst treu zu bleiben.
Was wir zu erzählen haben bietet keine Gebrauchsanweisung, sondern eine Einladung, das eigene Leben mit offenem Herzen zu erkunden und die Schönheit in den alltäglichen Momenten zu entdecken. Gaines' authentischer Schreibstil und ihre ehrlichen Reflexionen machen dieses Buch zu einer bewegenden Lektüre, die Mut und Hoffnung schenkt.


Über die Autorin

Joanna Gaines ist Mitbegründerin von Magnolia, »New York Times«-Bestsellerautorin, Chefredakteurin des »Magnolia Journal« und Gründerin und Miteigentümerin von Magnolia Network. Geboren in Kansas und aufgewachsen im Lone Star State, schloss Jo ihr Studium an der Baylor University mit einem Abschluss in Kommunikation ab. Ein Praktikum in New York City weckte in ihr den Wunsch, herauszufinden, wie sie Schönheit für Menschen schaffen kann. In der ihr unbekannten Großstadt fühlte sich Jo immer dann am wohlsten, wenn sie die gemütlichen und mit Bedacht kuratierten Boutiquen betrat, was sie dazu inspirierte, in Waco, Texas, ein eigenes Geschäft zu eröffnen. Neben ihrer Leidenschaft für Design und Essen gibt es nichts, was Jo mehr inspiriert als die Zeit, die sie zu Hause mit Chip und ihren fünf Kindern verbringt – ganz gleich, ob sie in der Küche an Rezepten tüfteln oder im Garten etwas Neues anpflanzen. [Swaney, Julianna] Julianna Swaney lässt sich bei ihrer Arbeit von skurrilen Details aus dem täglichen Leben und den Märchen inspirieren, die sie als Kind gerne las. Sie wurde zu Hause unterrichtet, was ihrer Fantasie und ihren Interessen an Folklore, Natur und Geschichte freien Lauf ließ. Sie machte ihren Abschluss am Maine College of Art und lebt heute in Portland, Oregon. Für ihre Illustrationen verwendet sie Aquarellfarben, Gouache und Farbstifte. Sie ist die Illustratorin von »Unser Garten blüht« und »Die Welt braucht dich. Genau so, wie du bist«, ebenfalls von Joanna Gaines.

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Veröffentlicht am 24.03.2025

Ein ganz besonderer Blick auf das Leben

Anderes kenne ich nicht
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Meine Meinung und Inhalt


Als ich „Anderes kenne ich nicht“ von Elisa Levi las, war ich sofort in der Welt von Lea gefangen. Ihre Geschichte fühlte sich so nah an, als ob ich selbst in diesem kleinen, ...

Meine Meinung und Inhalt


Als ich „Anderes kenne ich nicht“ von Elisa Levi las, war ich sofort in der Welt von Lea gefangen. Ihre Geschichte fühlte sich so nah an, als ob ich selbst in diesem kleinen, abgelegenen Dorf leben würde – einem Ort, der zugleich fremd und vertraut wirkt. Es ist ein Dorf mit wenigen Straßen, einer Kirche und einem Wald, den sie nie betreten hat. Diese Szenerie hat etwas Magisches, aber auch Beklemmendes, und ich konnte mich sofort in diese Atmosphäre hineinversetzen.


Was ich an Lea, der Protagonistin besonders mochte, war ihre Begegnung mit dem Mann, der seinen Hund verloren hat. Während sie mit ihm spricht, erzählt sie ihm beiläufig, warum sie glaubt, dass die Welt „gestern untergegangen“ ist. Diese Szene hat für mich den Kern des Romans perfekt getroffen – sie bringt das Gefühl von Desillusionierung und das Suchen nach Bedeutung in einer Welt, die scheinbar immer gleich bleibt, auf den Punkt.

Für mich war dieses Buch eine Entdeckungsreise in die Welt einer jungen Frau, die in einer Realität lebt, die so sehr von meiner eigenen abweicht. „Anderes kenne ich nicht“ ist nicht nur ein Blick in das Leben einer Einzelnen, sondern auch ein Spiegel, der uns dazu anregt, unsere eigene Umgebung, unsere Beziehungen und unsere Wahrnehmung des Lebens zu hinterfragen. Es hat mich auf eine sehr ruhige, aber tiefgründige Weise zum Nachdenken gebracht. Ein Buch, das ich auf jeden Fall weiterempfehlen würde.

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Veröffentlicht am 10.03.2025

Idole, Fandom und Selbstfindung

I Was Born for This (deutsche Ausgabe)
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Meine Meinung und Inhalt

"I Was Born for This" von Alice Oseman hat mich auf eine Reise in die Welt der Musik, der Idole und vor allem der Selbstfindung mitgenommen. Im Mittelpunkt stehen Angel und Jimmy ...

Meine Meinung und Inhalt

"I Was Born for This" von Alice Oseman hat mich auf eine Reise in die Welt der Musik, der Idole und vor allem der Selbstfindung mitgenommen. Im Mittelpunkt stehen Angel und Jimmy – zwei sehr unterschiedliche, aber dennoch miteinander verbundene Charaktere. Angel ist eine leidenschaftliche Fangirl, die alles für ihre Lieblingsband gibt. Jimmy hingegen ist der Frontmann der Band, der hinter dem Rampenlicht mit Ängsten und Unsicherheiten kämpft. Ihre Geschichten verflechten sich auf eine Art und Weise, die mich von Anfang bis Ende fesselte.

Was mich an diesem Buch besonders berührt hat, ist die Art und Weise, wie Oseman die Faszination von Fandoms darstellt. Die intensiven, fast schon obsessiven Gefühle, die Angel für „The Ark“ hat, sind so realistisch beschrieben, dass ich mich als Leser selbst darin wiedererkennen konnte – sei es bei Musik, Serien oder auch Menschen, die einen besonderen Platz im eigenen Leben einnehmen. Aber das Buch geht noch weiter und zeigt auch die Kehrseite dieser Bewunderung.

Osemans Schreibstil ist warm und gleichzeitig präzise. Sie schafft es, die Gedanken und Gefühle ihrer Charaktere so authentisch darzustellen, dass ich mich immer wieder in ihre Situationen hineinversetzen konnte.

Der Roman ist nicht nur eine Geschichte über Musik und Ruhm, sondern auch eine über die Suche nach dem eigenen Platz in der Welt.

I Was Born for This hat mich nicht nur zum Lachen gebracht, sondern mir auch tiefe Einsichten in die Komplexität menschlicher Beziehungen und den Preis des Ruhms gegeben. Es ist ein Buch, das mich noch lange begleitet hat und das für jeden, der sich mit den Themen Fandom, Identität und dem Leben in der Öffentlichkeit auseinandersetzen möchte, eine spannende und ehrliche Lektüre ist.

Über die Autorin

Alice Oseman veröffentlichte den ersten Roman, als sie 19 war. Inzwischen sind drei weitere Jugendromane erschienen sowie die erfolgreiche Webcomicserie Heartstopper.

Alice starrt am liebsten stundenlang auf einen Computerbildschirm, stellt dabei die menschliche Existenz in Frage und tut alles Mögliche, um einen ordentlichen Bürojob zu vermeiden.

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