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Veröffentlicht am 14.05.2025

Spannendes Setting, Umsetzung schwächelt

Schloss der Lügen
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Zwar ist die Geschichte von Prinzessin Imogen und Totengräber Nico von Poes "Die Maske des Roten Todes" inspiriert und hat auch so einige düstere Seiten, ist im Großen und Ganzen jedoch positiver gestimmt.
Die ...

Zwar ist die Geschichte von Prinzessin Imogen und Totengräber Nico von Poes "Die Maske des Roten Todes" inspiriert und hat auch so einige düstere Seiten, ist im Großen und Ganzen jedoch positiver gestimmt.
Die Erzählperspektive in den Kapiteln wechselt sich ab zwischen den beiden Protagonisten, sodass man besonders am Anfang verschiedene Schauplätze und Erfahrungen in dieser Fantasiewelt verfolgen kann.
Draußen ist die Welt vom Schrecken der Pest geprägt, im verbarrikadierten Schloss spielt der Hofstaat heile Welt - das Konzept fand ich echt interessant und hatte Freude daran, mich in das Setting einzulesen. Auch dass Menschen körperlich anders auf die Pest reagieren war eine tolle Idee mit viel Potenzial.

Leider wurde dieses Potential nicht immer komplett ausgenutzt. Während ich das Erzähltempo zu Beginn super fand, hat es sich im Mittelteil doch ein wenig gezogen und wurde gegen Ende dann wieder fast zu schnell.
Es gab einige Plottwists, die jedoch manchmal auch ein wenig vorhersehbar waren. Probleme werden oft schon zu einfach gelöst, was ich dann auch teilweise unrealistisch fand.
Auch kamen mir manche Teile der Handlung oder Reaktionen der Charaktere etwas unlogisch vor, was an einer Stelle besonders gestört hat.
Besonders der Handlungsort Schloss hätte noch so viel Luft nach oben gehabt, aber vermutlich wollte die Autorin nicht zu viele Charaktere einführen oder es ausufern lassen.
Die vorhandenen Charaktere waren mir überwiegend sympathisch, auch die Entwicklung der zarten Liebesgeschichte war schön zu lesen, doch komplett emotional abgeholt hat es mich auch nicht. Ich hab mich mehr als Beobachterin auf Abstand gefühlt als wirklich aktiv mitzufiebern.
Insgesamt hatte ich aber durchaus Spaß beim Lesen und kann mir auch gut vorstellen, dass Jugendliche das Buch verschlingen werden.

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Veröffentlicht am 18.04.2025

Inselausflug mit Schwächen

Die Bücherfrauen von Listland. Der Gesang der Seeschwalben
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Die Grundidee des Romans fand ich super: Auf 2 Zeitebenen wird die Familiengeschichte der 85-jährigen Bücherfrau Fenja erzählt. Wir begleiten ihre Mutter Lene im Jahre 1937, aber auch die Journalistin ...

Die Grundidee des Romans fand ich super: Auf 2 Zeitebenen wird die Familiengeschichte der 85-jährigen Bücherfrau Fenja erzählt. Wir begleiten ihre Mutter Lene im Jahre 1937, aber auch die Journalistin Anna in der Gegenwart, die ein Buch über Fenja schreiben will.
Hierbei hat mir gut gefallen, dass wir die Insel Sylt und Nordfriesland im Wandel der Zeiten erleben und auch die Auswirkungen des Antisemitismus und Krieges dort miterleben können. Auch interessante Details zur Verlagsarbeit oder bekannten Schriftstellern finden sich immer wieder mal in der Geschichte.

Generell ist dies als Wohlfühlroman angelegt, was teilweise gut gelingt, teilweise jedoch auch etwas zu wünschen übrig lässt.
So sind die Beschreibungen der Landschaften, Tiere und generell des Insellebens wirklich schön und lassen Urlaubsstimmung aufkommen, manchmal fand ich die Menge jedoch etwas übertrieben. Es kam zwischendurch der Eindruck auf, als sollte der Text gestreckt werden mit zusätzlichen Beschreibungen, hier wäre weniger mehr gewesen.
Dafür ging es mir bei den Liebesgeschichten wiederum etwas zu schnell, ich konnte die plötzlichen starken Gefühle nicht so ganz nachvollziehen oder in dieser Sache mitfühlen.
Gut gelungen waren dagegen die familiären Gefühle und das Verhältnis von Eltern und Kindern, auch wenn ich manche Reaktionen nicht ganz einordnen konnte.

Ich hätte es besser gefunden, wenn man keine Dilogie aus der Geschichte gemacht hätte, so zieht sich die Erzählgeschwindigkeit doch immer wieder etwas. Auf interessante Abschnitte folgen Wiederholungen, vieles ist vorhersehbar und wirklich überrascht wird man dann auch nicht mehr. Auch gab es für meinen Geschmack zu viele Zufälle, die mit "Schicksal" erklärt wurden.
Die relevanten Teile fand ich grundsätzlich nicht schlecht, besonders die Erzählungen der Vergangenheit habe ich gerne gelesen, nur der Rest war mir dann doch etwas zu sehr in die Länge gezogen.

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Veröffentlicht am 14.04.2025

Über die Magie der Freundschaft

Monoloco
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Monoloco beinhaltet so viele verschiedene Elemente, dass ich gar nicht weiß, wie ich es beschreiben soll: Eine Art Chat-Flirt, eine Geschichte der Selbstfindung und charakterlichen Weiterentwicklung, tiefe ...

Monoloco beinhaltet so viele verschiedene Elemente, dass ich gar nicht weiß, wie ich es beschreiben soll: Eine Art Chat-Flirt, eine Geschichte der Selbstfindung und charakterlichen Weiterentwicklung, tiefe und neue Freundschaften, Krimi-Passagen und ein bisschen Übernatürliches.
Insgesamt ergibt dies durchaus eine spannende Geschichte, die auch zum eigenen Nachdenken anregt und berührend ist, jedoch offenbaren sich auch einige Mängel. Zwar hängen die Themen alle inhaltlich zusammen und vermischen sich auch, jedoch fühlt es sich erzähltechnisch nicht immer fließend an - in einem Kapitel geht es mehr um Krimi, im nächsten wieder ruhigere Freundschaftspassagen, dann plötzlich wieder Krimi etc.
Weiterhin ist das Buch recht kurz, sodass manche Erzählabschnitte als zu kurz erscheinen und andere dafür als zu lang.

Die Charaktere sind sympathisch, jedoch ist es schwierig, auf 200 Seiten ~10 Personen ausführlich vorzustellen und zu charakterisieren. So werden die Charaktereigenschaften kurz erklärt und manches sieht man auch in Aktion, aber halt teils mehr, teils weniger.
Da ich im gleichen Alter wie die Gruppe bin, empfand ich auch einige Gespräche ein wenig unnatürlich, wie lange Monologe in der Gruppe oder auch die Verwendung ungewöhnlicher Wörter. Besonders aufgefallen ist mir hier "Phone", was sehr sehr häufig vorkam - ich habe im deutschsprachigen Raum dieses Wort noch nie gehört, alle sagen hier Handy.

Zuletzt zur Botschaft des Buches: Die richtigen Freunde helfen uns dabei, über uns selbst hinauszuwachsen und uns charakterlich weiterzuentwickeln, was man hier schön gesehen hat und auch auf verschiedene Arten gut umgesetzt wurde. Lediglich bei der Hauptfigur hätte ich mir gewünscht, dass der Ehemann nicht ein ganz so großes Schwein gewesen wäre. Das Buch kann dem Leser Mut geben, aus einer toxischen Beziehung auszubrechen, jedoch besteht so die Gefahr, dass man vielleicht denkt "immerhin ist mein Partner nicht so schlimm wie der Mann im Buch". Im Buch bleibt Mailyn ja quasi gar keine andere Wahl mehr, was ihre eigene Leistung und Weiterentwicklung ein wenig schmälert.
Insgesamt aber ein unterhaltsames Buch mit wichtigen Botschaften und halt ein paar kleinen Mängeln.

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Veröffentlicht am 14.04.2025

Über die Karriere und die Werke Hans Zimmers

Hans Zimmer
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Denkt man an berühmte Film-Soundtracks wird zweifelsohne der Name Hans Zimmer ganz oben mit dabei sein. Doch wer verbirgt sich hinter dem Namen und was zeichnet seine Werke eigentlich aus?
Vorab sollte ...

Denkt man an berühmte Film-Soundtracks wird zweifelsohne der Name Hans Zimmer ganz oben mit dabei sein. Doch wer verbirgt sich hinter dem Namen und was zeichnet seine Werke eigentlich aus?
Vorab sollte erwähnt werden, dass dies keine "klassische" Biografie ist, sondern werkbiografische Betrachtungen. Zwar wird auch aus dem Leben Zimmers berichtet, jedoch ist dies eindeutig nicht der Fokus. Vielmehr geht es um die verschiedenen Soundtracks: Welche Ideen und Gedanken waren bei der Entstehung relevant, wie wurde es umgesetzt, wie haben Kritiker darauf reagiert?
Musikkenner werden hier ihre Freude haben, vor allem da viele (technische) Fachbegriffe verwendet werden. Für mich als Laien war es dafür öfters mal schwer verständlich und auch nicht so interessant, mit welcher Technik Zimmer arbeitet.

Spannend fand ich hingegen die zahlreichen Ausschnitte aus Interviews und Hintergrundinfos zu beispielweise seinem großen Team oder Arbeitsplatz. Bilder hierzu wären toll gewesen, jedoch wurde dieses Buch ohne Zimmers Mitarbeit geschrieben, daher war dies vermutlich nicht möglich.
Der chronologische Aufbau hat mir gut gefallen, man verfolgt seine ersten Schritte bis hin zu den großen Erfolgen.
Auch merkt man, dass sehr viel Arbeit in die Recherche geflossen ist und zahlreiche Infos zusammengetragen wurden. Der Schreibstil hiervon war jedoch eher wissenschaftlich-distanziert und wurde größtenteils nur von den Interviews aufgelockert.
Rezensionen von Kritikern zu inkludieren fand ich interessant, jedoch bin ich mit der anschließenden Betrachtung nicht warm geworden: Die Rezension wurde quasi nochmal zusammengefasst und ein wenig interpretiert, der Stil hat mich jedoch immer wieder mal an KI-ähnliche Texte erinnert, vor allem, da sich der Aufbau und Satzbausteine laufend wiederholten.
Als wissenschaftliches Werk würde ich es aber als überwiegend gelungen bezeichnen, man darf jedoch keine klassische Biografie erwarten.

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Veröffentlicht am 09.02.2025

Schöne Ideen, Umsetzung schwächelt

The Stars are Dying
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Astraea lebt in einer Welt voller magischer Geschöpfe: Vampire, Fae, Celestials und mehr. Doch statt diese Welt zu erkunden, ist sie angeblich zu ihrem eigenen Schutz gefangen, bis sie sich mit der Hilfe ...

Astraea lebt in einer Welt voller magischer Geschöpfe: Vampire, Fae, Celestials und mehr. Doch statt diese Welt zu erkunden, ist sie angeblich zu ihrem eigenen Schutz gefangen, bis sie sich mit der Hilfe von Nyte schließlich befreit und eine gefährliche Reise beginnt.
Während die Gestaltung des Buches wunderschön ist und komplett überzeugt, habe ich mich mit dem Inhalt doch teilweise etwas schwergetan.
Die Ideen fand ich super, eine spannende Fantasy-Welt mit vielen verschiedenen Geschöpfen, ein Turnier mit Rätseln und kreativen Prüfungen, dazu noch Romance, was will man mehr.
Leider hätte die Umsetzung doch etwas mehr Schliff vertragen können.

Zunächst fand ich den Einstieg sehr verwirrend und habe recht lange gebraucht, bis ich in die Geschichte reingefunden habe.
Generell gab es immer wieder mal Stellen, die komisch formuliert waren oder die ich doppelt lesen musste. Der Schreibstil hat mir besonders dadurch auch nicht immer zugesagt, manchmal hatte ich Probleme zu verfolgen, was passiert.
Auch das Pacing war noch etwas unausgereift: Manche Abschnitte zogen sich sehr in die Länge und hätten auch kürzer sein können, bei anderen hätte man sich mehr Kontext oder Handlung gewünscht.

Die Charaktere waren okay, aber ich konnte irgendwie keine Bindung zu ihnen aufbauen, sie waren nicht ganz greifbar für mich. Ich habe mich beim Lesen mehr wie ein neutraler Betrachter gefühlt und konnte nie richtig in die Geschichte abtauchen. Dabei war die Liebesgeschichte eigentlich nicht schlecht, wenn auch recht langsam, und auch coole Nebencharaktere gab es einige.
Trotz allem bin ich auf den nächsten Band gespannt, viele Probleme lassen sich ja schon leicht durch ein besseres Lektorat lösen.

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