Profilbild von Sanne

Sanne

Lesejury Star
online

Sanne ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Sanne über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.05.2025

Kinderwunsch

Hello Baby
0

Sachlich und dadurch umso mitnehmender wird berichtet, was Frauen auf sich nehmen, um ein Kind zu bekommen. Der Roman ist in Korea angesiedelt, jedoch gibt es unerfüllte Kinderwünsche in vielen Ländern. ...

Sachlich und dadurch umso mitnehmender wird berichtet, was Frauen auf sich nehmen, um ein Kind zu bekommen. Der Roman ist in Korea angesiedelt, jedoch gibt es unerfüllte Kinderwünsche in vielen Ländern. Die Rede ist von ausgesprochen schmerzhaften medizinischen Behandlungen, von Fehlversuchen, geplatzten Träumen, aberwitzigen Ideen und immer weiteren Anstrengungen, doch noch das ersehnte Babyglück zu erlangen. Oft ist es der eigene Wunsch oder, bei uns weniger oft, der Wunsch der autoritären Schwiegereltern. Unglaublich, was die Frauen auf sich nehmen, unter welchem Druck sie zudem stehen. Egal, ob selbst auferlegt oder von anderen gedrängt.
Kim Eui-kyung lässt die Frauen selbst zu Wort kommen. Sie beschreiben sehr gut vorstellbar ihre Sorgen, Gefühle und Gedanken. Es wird gelästert - klar, ein Ventil in Stresssituationen ist immer hilfreich. Aber auch Meinungen von Kollegen oder Bekannten fließen ein. Das allerdings ist nicht immer sinnvoll oder mutmachend.
Die Autorin lässt eine Ahnung sowohl vom körperlichen als auch emotionalen Druck aufkommen. Solche Situationen zu erleben, wünscht man Keinem. Ein Plädoyer um Verständnis für betroffene Frauen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.04.2025

Ein Erinnerungsbuch

Die Kinder von der Fischerinsel
0

An die Fischerinsel erinnere ich mich gut. Ich bin in der Nähe einige Jahre zur Schule gegangen, wenn auch zwei Jahre früher als der Autor, habe ähnliche Mitschüler, wie sie in Andreas Ulrichs Buch beschrieben ...

An die Fischerinsel erinnere ich mich gut. Ich bin in der Nähe einige Jahre zur Schule gegangen, wenn auch zwei Jahre früher als der Autor, habe ähnliche Mitschüler, wie sie in Andreas Ulrichs Buch beschrieben werden, gehabt. Die Fotos hätten von meinen Freunden sein können, Mode und Frisuren sind mir sehr vertraut.
Ein erinnerungsträchtiger Einblick in die Verhältnisse auf der Spreeinsel, Zeitgeist schimmert durch. Andreas Ulrich lässt seine Klassenkameraden erzählen, berichtet sachlich und beschreibt Lebensetappen. Dabei entdeckt er interessante Zusammenhänge, die für ihn Ende der 70er nicht offensichtlich waren.
Durch die privilegierte Wohnsituationen und eine weiterführende Schule traf er auf Künstler-, Diplomaten- und Ministerfamilien, für ihn in der Schulzeit nichts Besonderes. Erst später wird ihm so Einiges bewusst. Ein Anhang mit Namen berühmter Bewohner rundet die Geschichte der Fischerinsel ab.
Unaufgeregte, sachliche Zeitgeschichte. Andreas Ulrich erforscht und recherchiert engagiert, gibt verschiedene Lebensgeschichten wieder. Erinnerungsträchtig, interessant.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.04.2025

Nur einmal

Das Restaurant am Rande der Zeit
0

Wie wunderbar, wenn es möglich wäre, einem lieben Verstorbenen noch einmal zu begegnen, wenn auch nur für eine kurze Zeitspanne. Man könnte: um Verzeihung bitten / etwas erklären / Wünsche erfüllen. Das ...

Wie wunderbar, wenn es möglich wäre, einem lieben Verstorbenen noch einmal zu begegnen, wenn auch nur für eine kurze Zeitspanne. Man könnte: um Verzeihung bitten / etwas erklären / Wünsche erfüllen. Das ist möglich im Restaurant Chibi. Jeweils ein einziges Mal …
Die Begegnung verändert das Leben der Besucher. Wunderbares geschieht.
Sehr berührend, emotional, wehmütig, poetisch. Zudem erfährt der Leser etwas über das Leben und die Sitten in Japan, das ist interessant.
Nur die Übersetzung ist nicht immer passend, entspricht nicht dem Stil des Autors.
Ein feines, kleines Werk, das Emotionen anspricht, optimistisch stimmt und zum Träumen einlädt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.03.2025

Cosy Crime

Schräge Vögel – SOKO Neuntöter
0

Vogelbeobachter Frank wurde ermordet. Als die Polizei aber nur von einem Unfall spricht, machen sich seine Freunde auf die Suche nach dem Mörder.
Die Freunde werden vorgestellt, eine ist mir sehr unsympathisch. ...

Vogelbeobachter Frank wurde ermordet. Als die Polizei aber nur von einem Unfall spricht, machen sich seine Freunde auf die Suche nach dem Mörder.
Die Freunde werden vorgestellt, eine ist mir sehr unsympathisch. Rücksichtslos, undankbar, egozentrisch. Nein, stimmt nicht: zwei sind mir unsympathisch. Andere sind überheblich, meinungsstark, aber auch fürsorglich und aufopfernd.
Nun, sie finden heraus, dass Frank sich viele Feinde gemacht hatte. Die eifrigen Hobbydetektive verhalten sich durchaus geschickt, aber auch ziemlich übergriffig.
Anna Täuber hat einen Cosy Crime mit echt schrägen Figuren verfasst. Die Handlung nimmt allmählich Fahrt auf und entwickelt spannende Momente. Nicht alles erscheint logisch, aber gut zusammengefügt. Und das Beste: unerwartet wird aus der Truppe … wird nicht verraten. Nicht nebenbei spielen Vögel und lateinische Zitate eine nicht unerhebliche Rolle.
Unterhaltsam; gute Lektüre zur Entspannung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.03.2025

Blumen und Krane

Schwebende Lasten
0

Erzählt wird die beeindruckende Vita von Blumenbinderin und Kranfahrerin Hanna Krause.
Annett Gröschner beschreibt den Lebenslauf chronologisch, genau, bezieht Magdeburger und Berliner Lokalkolorit ...

Erzählt wird die beeindruckende Vita von Blumenbinderin und Kranfahrerin Hanna Krause.
Annett Gröschner beschreibt den Lebenslauf chronologisch, genau, bezieht Magdeburger und Berliner Lokalkolorit mit ein. Kindheit und Jugend sind schwer, als von ihrer Halbschwester Aufgezogene erlebt Hanna kaum Liebe, erfährt keine Anerkennung. Mit 25 Jahren ist sie das sechste Mal schwanger.
Ihr Leben ist geprägt von Armut, Kummer, Wechsel. All das bewältigt Hanna klaglos.
Stets sieht sie nach vorn, beißt sich durch. Das ist sehr echt beschrieben, glaubhaft, selbst winzigste Details werden einbezogen, ohne dass es langweilig wird. Hanna wirkt authentisch. Eine beeindruckende Lebensgeschichte einer starken Frau, die trotz vieler Schicksalsschläge nie aufgibt, für sich und andere da ist.
Liest sich sehr gut, nur die kapiteleinleitenden Sachtexte zu Blumen und Kleintiere störten mich dann doch.
Sehr zu empfehlen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere