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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.05.2025

✎ Ian Rankin - Inspector Rebus 1 Verborgene Muster

Verborgene Muster - Inspector Rebus 1
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Im ersten Band der Krimireihe rund um Inspector Rebus, „Verborgene Muster“ von Ian Rankin, wird der eigenwillige Ermittler John Rebus intensiv eingeführt. Durch zahlreiche Rückblenden und detailreiche ...

Im ersten Band der Krimireihe rund um Inspector Rebus, „Verborgene Muster“ von Ian Rankin, wird der eigenwillige Ermittler John Rebus intensiv eingeführt. Durch zahlreiche Rückblenden und detailreiche Einblicke in seine Gegenwart entsteht ein vielschichtiges Porträt eines gebrochenen, aber dennoch sympathischen Charakters.

Diese ausführliche Charakterzeichnung steht jedoch häufig im Vordergrund und lässt den eigentlichen Kriminalfall in den Hintergrund treten. Die Spannung bleibt dadurch verhalten, zumal die Auflösung der Tat recht unspektakulär erfolgt: Eine zufällige Entdeckung durch eine außenstehende Person bringt schließlich die entscheidende Wendung.

Angesichts der mittlerweile auf 24 Bände angewachsenen Serie (Stand 2025) liegt die Hoffnung nahe, dass dieser erste Teil in erster Linie dazu dient, den Protagonisten zu etablieren, während die folgenden Romane die kriminalistische Handlung und das Edinburgh-Setting stärker in den Fokus rücken.

©2025 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 15.04.2025

✎ Antonia Wesseling - Tausend Splitter zu dir

Tausend Splitter zu dir – Based on Lena's True Story
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Auf „Tausend Splitter zu dir“ bin ich durch Zufall aufmerksam geworden. Ich lese viele wahre Geschichten und war daher auch hier neugierig, was mich hier erwarten würde.

Vielleicht waren meine Erwartungen ...

Auf „Tausend Splitter zu dir“ bin ich durch Zufall aufmerksam geworden. Ich lese viele wahre Geschichten und war daher auch hier neugierig, was mich hier erwarten würde.

Vielleicht waren meine Erwartungen einfach zu hoch - und genau deshalb war ich am Ende ziemlich enttäuscht.

Anfangs habe ich das Buch regelrecht verschlungen. Das lag einerseits an Antonia Wesselings klarem, angenehmem Schreibstil, andererseits an der Struktur der Geschichte. Ellies Vergangenheit wird immer nur in kurzen Andeutungen thematisiert - vermutlich, um Betroffene und sensible Lesende zu schützen. Zunächst hatte ich das Gefühl, nicht wirklich zu erfahren, was eigentlich passiert ist. Doch nach und nach setzt sich das Bild zusammen - behutsam, aber wirkungsvoll. Und am Ende war ich - genau wie die Protagonistin - wütend über soll viel Ungerechtigkeit.

Dann jedoch kam der große Zeitsprung, und ab da hat mich die Geschichte emotional verloren. Das ständige Hin und Her zwischen Ellie und Louis wirkte auf mich zunehmend ermüdend. Anfangs konnte ich Ellies Handlungen und Emotionen gut nachvollziehen, habe mit ihr gelitten und ihre Unsicherheiten und Ängste gespürt. Doch je weiter die Handlung fortschritt, desto mehr hat sich meine Verbindung zu ihr gelöst.

Lenas Geschichte ist interessant aufgearbeitet - an manchen Stellen ist sie gut eingebunden, an anderen wirkte sie eher wie ein Nebenschauplatz. Das hat für mich den Lesefluss etwas gestört. Zudem fielen mir kleinere Logikfehler auf, die im Lektorat wohl übersehen wurden.

Ich hatte mich auf eine emotionale Achterbahnfahrt eingestellt - bekommen habe ich sie leider nicht. Der Funke ist bei mir nicht übergesprungen.

©2025 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 31.03.2025

✎ Christine von Brühl - Der Schattengarten

Der Schattengarten
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Als ich die Anfrage für dieses Buch bekam, war ich anfangs hin und her gerissen.
Zum einen fällt dieses Genre nicht in meine derzeitige Lesestimmung. Ich wollte die Geschichte nicht halbherzig nebenbei ...

Als ich die Anfrage für dieses Buch bekam, war ich anfangs hin und her gerissen.
Zum einen fällt dieses Genre nicht in meine derzeitige Lesestimmung. Ich wollte die Geschichte nicht halbherzig nebenbei lesen und dann aufgrund einer Stimmung eine Bewertung abgeben.
Andererseits hatte ich kurz auf den Verlagstext geschaut und dort hieß es:
„[…] Und eines Tages verkündet er froh: Wir haben jetzt einen Garten. Hyde Park oder Versailles? Weit gefehlt: Kyffhäuser im Harz!“ Da ich selbst ursprünglich aus einer Kleinstadt stamme, die am Südhang des Kyffhäusergebirges liegt, war meine Neugier dann doch angestachelt. Ich erhoffte mir ein bisschen Lokalkolorit und so sagte ich zu.

Das Buch ließ sich schnell mal nebenbei lesen, denn der locker-leichte Schreibstil machte es einem einfach, durch die Seiten zu fliegen.

Zu Beginn war ich ziemlich erstaunt darüber, wie unterschiedlich die Autorin und ihr Mann in diesem Punkt doch sind. Da wird ein Grundstücke ohne Absprache gekauft. Da werden Ideen verwirklicht, die nicht der Vorstellung beider Parteien entsprechen. Doch am Schluss gibt es ein recht harmonisches Bild.

Es wird beschrieben, mit welchen Gegnern die Familie es mit der Zeit zu tun bekommt und welche (schweren) Aufgaben auf sie warten. Rückschläge und Fortschritte sind ständige Begleiter. Da ich selbst einen (Gemüse)Garten habe, konnte ich manchmal mit ihnen mitleiden.
Dabei scheint Frau von Brühl ihren Humor nie zu verlieren, denn dieser schimmert immer wieder durch.

Mir fehlt es jedoch an Tiefe.
Zum einen auf persönlicher Ebene. Sie beschreibt, wie es ihnen ergeht, aber so richtig greifen konnte ich die Personen nicht - auch die Verfasserin nicht, obwohl sie aus ihrer Sicht heraus erzählt.
Zudem hätte ich mir gewünscht, dass Christine von Brühl mehr vom Drumherum berichtet. Wo sind sie hingegangen? Was hat die Familie im Umland entdeckt? Es gibt wirklich sooo viel Sehenswertes dort, was auch mit Kindern interessant ist.

Für ein paar nette Lesestunden fand ich das Büchlein ganz interessant - vor allem wahrscheinlich deshalb, weil ich aus der Gegend komme und mich immer gefragt habe: Wo genau hat die Familie ihr Grundstück?

©2025 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 20.03.2025

✎ Mechtild Borrmann - Der Geiger

Der Geiger
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Nachdem ich „Feldpost“ gehört hatte und auch „Der Geiger“ in der Onleihe entdeckte, beschloss ich, diesen historischen Krimi direkt anzuhängen. Ich erhoffte mir einen Wow-Moment wie bei „Trümmerkind“.

Anfangs ...

Nachdem ich „Feldpost“ gehört hatte und auch „Der Geiger“ in der Onleihe entdeckte, beschloss ich, diesen historischen Krimi direkt anzuhängen. Ich erhoffte mir einen Wow-Moment wie bei „Trümmerkind“.

Anfangs tat ich mich sehr schwer, überhaupt erstmal in der Geschichte anzukommen.
Das lag mit Sicherheit zum einen an den Namen, die mir nicht so geläufig sind. Zum anderen aber auch an dem Erzählten an sich.

Tatsächlich erwog ich das ein oder andere Mal, das Hörbuch abzubrechen.
Ich hielt dann doch bis zum Schluss durch, weil ich mich einfach immer wieder an mein überragendes Erlebnis mit „Trümmerkind“ erinnert habe und nicht wahrhaben wollte, dass ich mich zu sehr darauf versteifte.

Die Charaktere sind im vorliegenden Roman eher stereotypisch dargestellt, die Handlung plätschert teilweise vor sich hin und die Wendungen sind oft vorhersehbar.

Doch Mechthild Borrmanns Schreibstil begeistert mich noch immer. Sie schreibt auf den Punkt, ohne Schnörkel. Ihre Recherchen sind präzise. Die Geschichten, die sie sich ausdenkt, berühren das Herz und lassen den Puls in die Höhe schnellen.
Sie sind wirklich dafür gemacht, in die Welt hinaus getragen zu werden. Deshalb werde ich auch nicht aufgeben und mir weitere Romane aus ihrer Feder besorgen.

©2025 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 18.03.2025

✎ Anna Schindler & Katrin Dageför - Valentins Wunderbaum

Valentins Wunderbaum
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Irgendwie sind weder mein Kind noch ich so richtig in der Geschichte angekommen …

Wir begleiten Valentin, der eine Traumbohne pflanzt, aus der dann ein Traumbaum wird. Warum der Titel „Valentins Wunderbaum“ ...

Irgendwie sind weder mein Kind noch ich so richtig in der Geschichte angekommen …

Wir begleiten Valentin, der eine Traumbohne pflanzt, aus der dann ein Traumbaum wird. Warum der Titel „Valentins Wunderbaum“ heißt, erschließt sich mir nicht.

Der Text ist ziemlich ungewöhnlich für dieses Genre. Er beschreibt genau, was auf den Bildern zu sehen ist. Das ist zum einen ziemlich langweilig in seiner Masse. Zum anderen gibt es so kaum etwas selbst zu entdecken, weil man ja immer schon mit der Nase drauf gestoßen wird.
Die Illustrationen sind eher schlicht und einfach gehalten, sodass man selbst nach winzigen Details vergebens Ausschau hält.

Dass in solch einem Kinderbuch dem sehr jungen Protagonisten Zigarren und Alkohol während eines Glücksspiels angeboten werden, erschreckt mich sehr. Die Situation hätte man anders darstellen können.

Zudem sind mir die schlechten Träume ein wenig zu schnell abgehandelt wurden.

Ich als Erwachsene habe die Botschaften à la „das Wichtigste im Leben ist …“ erkannt und auch verstanden. Mit meinem Kind musste ich erst intensiv darüber sprechen. Doch dann haben wir gesehen, dass für alle etwas anderes wichtig ist im Leben.
Dies zumindest gibt das Bilderbuch bereits den Kleinsten mit auf den Weg.

©2025 Mademoiselle Cake