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Veröffentlicht am 12.06.2025

✎ Ewald Pfleger - Live is Life. Mein Leben mit einem Welthit

Live is Life
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Als ich das Buch „Live is Life. Mein Leben mit einem Welthit“ von Ewald Pfleger entdeckte, musste ich es einfach haben. Dieser Song begleitet mich schon mein halbes Leben - nicht zuletzt wegen einer charmanten ...

Als ich das Buch „Live is Life. Mein Leben mit einem Welthit“ von Ewald Pfleger entdeckte, musste ich es einfach haben. Dieser Song begleitet mich schon mein halbes Leben - nicht zuletzt wegen einer charmanten Anekdote aus der Familiengeschichte: Meine Mutter erzählt gerne, wie ihre Schwester eines Nachts von einer Party kam, die Anlage aufdrehte und mit „Live is Life“ alle im Haus wissen ließ: Ich bin wieder da!

Mit dieser emotionalen Verbindung im Gepäck habe ich voller Neugier zu lesen begonnen. Der Einstieg ist unterhaltsam, mit einer angenehmen Leichtigkeit geschrieben, die mich schnell durch die ersten Seiten getragen hat. Ich hoffte, dass dieser beschwingte Grundton durch das ganze Buch anhält.
Ich kannte die Band OPUS zwar dem Namen nach, aber mehr auch nicht. Umso gespannter war ich auf die Hintergründe: Wer steckt hinter diesem Welthit? Welche Geschichten haben Ewald „Sunny“ Pfleger und seine Bandkollegen erlebt? Welche Künstlerinnen haben ihren Weg gekreuzt?

Tatsächlich beginnt das Buch vielversprechend. Pfleger wirkt offen, bodenständig, fast kumpelhaft - man liest ihn gern. Doch mit der Zeit verlor ich etwas den Anschluss. Es schleichen sich viele Wiederholungen ein, nicht nur inhaltlich, sondern auch sprachlich. Formulierungen wie „an anderer Stelle / später mehr“ ziehen sich durch das Buch - anfangs noch als stilistisches Mittel akzeptiert, später jedoch eher ermüdend.
Ein weiterer Punkt, der mir aufgefallen ist: Die Kapitel sind sehr kurz. Das kann Vor- und Nachteile haben. Anfangs empfand ich das eher als störend - ich kam kaum in einen echten Lesefluss. Doch mit der Zeit hat es mir geholfen, am Ball zu bleiben. Ein, zwei Kapitel lesen, weglegen, wieder reinfinden - das passte dann gut zu meinem Alltag.

Was mir leider gefehlt hat, waren tiefere Einblicke in die Musikszene jener Zeit. Zwar werden zahlreiche Musiker
innen und Wegbegleiter*innen genannt - teilweise seitenweise -, doch meist bleiben sie bloße Namen. Für Musikfans mit Insiderwissen vielleicht interessant, für Lesende wie mich jedoch zu viel des Guten. Statt bloßer Aufzählungen hätte ich mir tiefergehende Anekdoten, Hintergründe oder gar Aha-Momente gewünscht.

Dafür wurde eine meiner dringendsten Fragen endlich geklärt: Wie schreibt man eigentlich den Songtitel richtig?„Live is Life“, „Life is Live“, „Live is Live“ oder doch „Life is Life“? Das wird im Buch mit einem Augenzwinkern aufgegriffen und klar erklärt - ein charmantes Detail, das mir in Erinnerung bleiben wird.

Ewald Pflegers Autobiografie ist eine Hommage an einen Welthit und eine Zeit, in der Musik noch mit Kassette und Radiomitschnitt gelebt wurde. Wer die Band OPUS liebt oder sich für die österreichische Musikszene der 80er interessiert, wird hier sicher Freude haben. Wer hingegen auf der Suche nach tiefgründigen Musikgeschichten, Hinter-den-Kulissen-Erlebnissen oder exklusiven Insiderstorys ist, wird an einigen Stellen enttäuscht sein.

Trotz Kritikpunkten: Ich bereue es nicht, das Buch gelesen zu haben. Allein wegen der persönlichen Verbindung zum Song hat sich die Lektüre für mich gelohnt.

©2025 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 06.05.2025

✎ Jeremy Renner - My Next Breath

My Next Breath
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Aufmerksam wurde ich auf das Hörbuch „My Next Breath“ von Jeremy Renner durch eine Verlagsankündigung. Ohne diesen Hinweis wäre es wahrscheinlich unbeachtet an mir vorbeigegangen - ähnlich wie der dramatische ...

Aufmerksam wurde ich auf das Hörbuch „My Next Breath“ von Jeremy Renner durch eine Verlagsankündigung. Ohne diesen Hinweis wäre es wahrscheinlich unbeachtet an mir vorbeigegangen - ähnlich wie der dramatische Unfall, der das Leben des Schauspielers im Jahr 2023 drastisch verändert hat.

Da ich kaum fernsehe und Jeremy Renner hauptsächlich in Action-Blockbustern zu sehen ist, die nicht meinem üblichen Filmgeschmack entsprechen, hatte ich bisher keine emotionale Verbindung zu seiner Person. Dennoch weckte das Thema mein Interesse - nicht wegen seiner Prominenz, sondern aufgrund der menschlichen Geschichte dahinter.

Renner schildert in seinem Hörbuch detailliert den schweren Unfall, der ihn beinahe das Leben gekostet hätte. Die Art und Weise, wie er über seinen Überlebenskampf spricht, ist ohne Frage eindrucksvoll. Seine Willenskraft und die körperliche Genesung sind bewundernswert - an einigen Stellen sogar zutiefst berührend.

Allerdings hinterlässt die Schilderung des Schicksalsschlags bei mir gemischte Gefühle. Die Erzählweise wirkt stellenweise selbstverliebt und verliert sich in Wiederholungen. Wenn bestimmte Details - wie die Verletzungen - mehrfach in identischer Form betont werden, geht der emotionale Effekt verloren und macht Platz für Ermüdung.

„My Next Breath“ ist in erster Linie ein sehr persönlicher Erfahrungsbericht. Wer eine tiefgründige Auseinandersetzung mit existenziellen Fragen erwartet oder Inspiration für das eigene Leben sucht, könnte enttäuscht werden. Statt Reflexion dominiert Selbstbezug. Kritisch sehe ich auch einige Aussagen über Freizeitbeschäftigungen, die für mich wenig respektvoll und teils abwertend wirkten.

Wer Jeremy Renner als Schauspieler bewundert oder sich für seine Lebensgeschichte nach dem Unfall interessiert, wird in „My Next Breath“ sicherlich spannende Einblicke finden. Für mich persönlich blieb das Hörbuch jedoch oberflächlich und zu sehr auf die eigene Person fokussiert. Der einzige Punkt, der bei mir wirklich nachhallte, war die ehrliche Dankbarkeit gegenüber seinen Ersthelfern - sie bildeten das emotionale Herzstück der Erzählung.

Fazit: Für Fans - vielleicht. Für Suchende - eher nicht.

©2025 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 04.05.2025

✎ Ian Rankin - Inspector Rebus 1 Verborgene Muster

Verborgene Muster - Inspector Rebus 1
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Im ersten Band der Krimireihe rund um Inspector Rebus, „Verborgene Muster“ von Ian Rankin, wird der eigenwillige Ermittler John Rebus intensiv eingeführt. Durch zahlreiche Rückblenden und detailreiche ...

Im ersten Band der Krimireihe rund um Inspector Rebus, „Verborgene Muster“ von Ian Rankin, wird der eigenwillige Ermittler John Rebus intensiv eingeführt. Durch zahlreiche Rückblenden und detailreiche Einblicke in seine Gegenwart entsteht ein vielschichtiges Porträt eines gebrochenen, aber dennoch sympathischen Charakters.

Diese ausführliche Charakterzeichnung steht jedoch häufig im Vordergrund und lässt den eigentlichen Kriminalfall in den Hintergrund treten. Die Spannung bleibt dadurch verhalten, zumal die Auflösung der Tat recht unspektakulär erfolgt: Eine zufällige Entdeckung durch eine außenstehende Person bringt schließlich die entscheidende Wendung.

Angesichts der mittlerweile auf 24 Bände angewachsenen Serie (Stand 2025) liegt die Hoffnung nahe, dass dieser erste Teil in erster Linie dazu dient, den Protagonisten zu etablieren, während die folgenden Romane die kriminalistische Handlung und das Edinburgh-Setting stärker in den Fokus rücken.

©2025 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 15.04.2025

✎ Antonia Wesseling - Tausend Splitter zu dir

Tausend Splitter zu dir – Based on Lena's True Story
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Auf „Tausend Splitter zu dir“ bin ich durch Zufall aufmerksam geworden. Ich lese viele wahre Geschichten und war daher auch hier neugierig, was mich hier erwarten würde.

Vielleicht waren meine Erwartungen ...

Auf „Tausend Splitter zu dir“ bin ich durch Zufall aufmerksam geworden. Ich lese viele wahre Geschichten und war daher auch hier neugierig, was mich hier erwarten würde.

Vielleicht waren meine Erwartungen einfach zu hoch - und genau deshalb war ich am Ende ziemlich enttäuscht.

Anfangs habe ich das Buch regelrecht verschlungen. Das lag einerseits an Antonia Wesselings klarem, angenehmem Schreibstil, andererseits an der Struktur der Geschichte. Ellies Vergangenheit wird immer nur in kurzen Andeutungen thematisiert - vermutlich, um Betroffene und sensible Lesende zu schützen. Zunächst hatte ich das Gefühl, nicht wirklich zu erfahren, was eigentlich passiert ist. Doch nach und nach setzt sich das Bild zusammen - behutsam, aber wirkungsvoll. Und am Ende war ich - genau wie die Protagonistin - wütend über soll viel Ungerechtigkeit.

Dann jedoch kam der große Zeitsprung, und ab da hat mich die Geschichte emotional verloren. Das ständige Hin und Her zwischen Ellie und Louis wirkte auf mich zunehmend ermüdend. Anfangs konnte ich Ellies Handlungen und Emotionen gut nachvollziehen, habe mit ihr gelitten und ihre Unsicherheiten und Ängste gespürt. Doch je weiter die Handlung fortschritt, desto mehr hat sich meine Verbindung zu ihr gelöst.

Lenas Geschichte ist interessant aufgearbeitet - an manchen Stellen ist sie gut eingebunden, an anderen wirkte sie eher wie ein Nebenschauplatz. Das hat für mich den Lesefluss etwas gestört. Zudem fielen mir kleinere Logikfehler auf, die im Lektorat wohl übersehen wurden.

Ich hatte mich auf eine emotionale Achterbahnfahrt eingestellt - bekommen habe ich sie leider nicht. Der Funke ist bei mir nicht übergesprungen.

©2025 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 31.03.2025

✎ Christine von Brühl - Der Schattengarten

Der Schattengarten
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Als ich die Anfrage für dieses Buch bekam, war ich anfangs hin und her gerissen.
Zum einen fällt dieses Genre nicht in meine derzeitige Lesestimmung. Ich wollte die Geschichte nicht halbherzig nebenbei ...

Als ich die Anfrage für dieses Buch bekam, war ich anfangs hin und her gerissen.
Zum einen fällt dieses Genre nicht in meine derzeitige Lesestimmung. Ich wollte die Geschichte nicht halbherzig nebenbei lesen und dann aufgrund einer Stimmung eine Bewertung abgeben.
Andererseits hatte ich kurz auf den Verlagstext geschaut und dort hieß es:
„[…] Und eines Tages verkündet er froh: Wir haben jetzt einen Garten. Hyde Park oder Versailles? Weit gefehlt: Kyffhäuser im Harz!“ Da ich selbst ursprünglich aus einer Kleinstadt stamme, die am Südhang des Kyffhäusergebirges liegt, war meine Neugier dann doch angestachelt. Ich erhoffte mir ein bisschen Lokalkolorit und so sagte ich zu.

Das Buch ließ sich schnell mal nebenbei lesen, denn der locker-leichte Schreibstil machte es einem einfach, durch die Seiten zu fliegen.

Zu Beginn war ich ziemlich erstaunt darüber, wie unterschiedlich die Autorin und ihr Mann in diesem Punkt doch sind. Da wird ein Grundstücke ohne Absprache gekauft. Da werden Ideen verwirklicht, die nicht der Vorstellung beider Parteien entsprechen. Doch am Schluss gibt es ein recht harmonisches Bild.

Es wird beschrieben, mit welchen Gegnern die Familie es mit der Zeit zu tun bekommt und welche (schweren) Aufgaben auf sie warten. Rückschläge und Fortschritte sind ständige Begleiter. Da ich selbst einen (Gemüse)Garten habe, konnte ich manchmal mit ihnen mitleiden.
Dabei scheint Frau von Brühl ihren Humor nie zu verlieren, denn dieser schimmert immer wieder durch.

Mir fehlt es jedoch an Tiefe.
Zum einen auf persönlicher Ebene. Sie beschreibt, wie es ihnen ergeht, aber so richtig greifen konnte ich die Personen nicht - auch die Verfasserin nicht, obwohl sie aus ihrer Sicht heraus erzählt.
Zudem hätte ich mir gewünscht, dass Christine von Brühl mehr vom Drumherum berichtet. Wo sind sie hingegangen? Was hat die Familie im Umland entdeckt? Es gibt wirklich sooo viel Sehenswertes dort, was auch mit Kindern interessant ist.

Für ein paar nette Lesestunden fand ich das Büchlein ganz interessant - vor allem wahrscheinlich deshalb, weil ich aus der Gegend komme und mich immer gefragt habe: Wo genau hat die Familie ihr Grundstück?

©2025 Mademoiselle Cake