✎ Ewald Pfleger - Live is Life. Mein Leben mit einem Welthit
Live is LifeAls ich das Buch „Live is Life. Mein Leben mit einem Welthit“ von Ewald Pfleger entdeckte, musste ich es einfach haben. Dieser Song begleitet mich schon mein halbes Leben - nicht zuletzt wegen einer charmanten ...
Als ich das Buch „Live is Life. Mein Leben mit einem Welthit“ von Ewald Pfleger entdeckte, musste ich es einfach haben. Dieser Song begleitet mich schon mein halbes Leben - nicht zuletzt wegen einer charmanten Anekdote aus der Familiengeschichte: Meine Mutter erzählt gerne, wie ihre Schwester eines Nachts von einer Party kam, die Anlage aufdrehte und mit „Live is Life“ alle im Haus wissen ließ: Ich bin wieder da!
Mit dieser emotionalen Verbindung im Gepäck habe ich voller Neugier zu lesen begonnen. Der Einstieg ist unterhaltsam, mit einer angenehmen Leichtigkeit geschrieben, die mich schnell durch die ersten Seiten getragen hat. Ich hoffte, dass dieser beschwingte Grundton durch das ganze Buch anhält.
Ich kannte die Band OPUS zwar dem Namen nach, aber mehr auch nicht. Umso gespannter war ich auf die Hintergründe: Wer steckt hinter diesem Welthit? Welche Geschichten haben Ewald „Sunny“ Pfleger und seine Bandkollegen erlebt? Welche Künstlerinnen haben ihren Weg gekreuzt?
Tatsächlich beginnt das Buch vielversprechend. Pfleger wirkt offen, bodenständig, fast kumpelhaft - man liest ihn gern. Doch mit der Zeit verlor ich etwas den Anschluss. Es schleichen sich viele Wiederholungen ein, nicht nur inhaltlich, sondern auch sprachlich. Formulierungen wie „an anderer Stelle / später mehr“ ziehen sich durch das Buch - anfangs noch als stilistisches Mittel akzeptiert, später jedoch eher ermüdend.
Ein weiterer Punkt, der mir aufgefallen ist: Die Kapitel sind sehr kurz. Das kann Vor- und Nachteile haben. Anfangs empfand ich das eher als störend - ich kam kaum in einen echten Lesefluss. Doch mit der Zeit hat es mir geholfen, am Ball zu bleiben. Ein, zwei Kapitel lesen, weglegen, wieder reinfinden - das passte dann gut zu meinem Alltag.
Was mir leider gefehlt hat, waren tiefere Einblicke in die Musikszene jener Zeit. Zwar werden zahlreiche Musikerinnen und Wegbegleiter*innen genannt - teilweise seitenweise -, doch meist bleiben sie bloße Namen. Für Musikfans mit Insiderwissen vielleicht interessant, für Lesende wie mich jedoch zu viel des Guten. Statt bloßer Aufzählungen hätte ich mir tiefergehende Anekdoten, Hintergründe oder gar Aha-Momente gewünscht.
Dafür wurde eine meiner dringendsten Fragen endlich geklärt: Wie schreibt man eigentlich den Songtitel richtig?„Live is Life“, „Life is Live“, „Live is Live“ oder doch „Life is Life“? Das wird im Buch mit einem Augenzwinkern aufgegriffen und klar erklärt - ein charmantes Detail, das mir in Erinnerung bleiben wird.
Ewald Pflegers Autobiografie ist eine Hommage an einen Welthit und eine Zeit, in der Musik noch mit Kassette und Radiomitschnitt gelebt wurde. Wer die Band OPUS liebt oder sich für die österreichische Musikszene der 80er interessiert, wird hier sicher Freude haben. Wer hingegen auf der Suche nach tiefgründigen Musikgeschichten, Hinter-den-Kulissen-Erlebnissen oder exklusiven Insiderstorys ist, wird an einigen Stellen enttäuscht sein.
Trotz Kritikpunkten: Ich bereue es nicht, das Buch gelesen zu haben. Allein wegen der persönlichen Verbindung zum Song hat sich die Lektüre für mich gelohnt.
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