Ach, wie gut, dass niemand weiß...
Schattengold – Ach, wie gut, dass niemand weiß ...Dieses Märchen ist düster und schattenreich. Christian Handel beschreibt eine Welt voller Feen mit Klauen, scharfen Zähnen und sie kommen nur in der Neumondnacht… oder wenn du sie rufst. Protagonistin ...
Dieses Märchen ist düster und schattenreich. Christian Handel beschreibt eine Welt voller Feen mit Klauen, scharfen Zähnen und sie kommen nur in der Neumondnacht… oder wenn du sie rufst. Protagonistin Farah wird sie rufen und „Rumpelstilzchen“ völlig neu erzählen.
Für die Suche nach Magie muss man in dieser Welt höchstens einen Schritt tätigen und vieles davon ist dunkel. Fabelwesen tummeln sich in den angrenzenden Wäldern. Ihre Beschreibungen waren gruselig, fantasiereich und bildhaft. Von spinnenartigen Feen bis hin zu Wasserfeen mit spitzen Zähnen, hat sich der Autor allerlei einfallen lassen. Doch auch Details wie Feenblüten, die bläulich Leuchten oder Zauber, die gewebt werden, runden das magische Leseerlebnis ab.
Jede Zeile ist mystisch formuliert. Man spürt die Bedrohung aus jeder Ecke und so kommt man nicht aus der Spannung heraus. Die Atmosphäre wird mit Worten gesponnen und zeichnet sich gefühlt vor dem inneren Auge ab.
Der grundlegende Plot ist Rumpelstilzchen-Liebhabern bereits bekannt. Die prägenden Merkmale des Märchens sind enthalten, aber auch genug eigene Elemente, so dass nicht immer klar ist, wohin sich das Geschehen entwickelt.
Bis zum Schluss war ich neugierig darauf, wie die Geschichte weitergehen würde. Es zieht sich durchweg ein roter Faden durch die Situationen durch, um einen bittersüßen Abschluss zu finden. Insbesondere das Ende hinter „Schattengold“ hat mir sehr gut gefallen. Sie enthält wichtige Botschaften für den Leser, die man gerne in Märchen wiederfindet.
Die Charaktere sind interessant in ihrer Rolle, bleiben aber vergleichsweise eher blass. Es gab Sympathieträger, wie die Ziehmutter Berit, die jede gruselige Gute Nacht Geschichte über Feen aufsagen kann und sich mit jedem Kraut auskennt oder ihrem Waschbären, der zu einem loyalen, flauschigen Begleiter von Farah wird.
Fazit:
Eine wunderbare, düstere Adaption von Rumpelstilzchen. Für Liebhaber eine schöne Wiederentdeckung, die gleichzeitig genug Überraschungen und eigene Ideen enthält. Plot, Schreibstil und Fabelwesen sorgen für spannende Lesestunden und die dunkle Magie scheint hier schier unbegrenzt. Ich habe das Märchen unfassbar gerne gelesen, lediglich die Charaktere bleiben eher blass.