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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.04.2025

keine einfache Thematik, aber auch nicht optimal umgesetzt

Bleib
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Der Roman hat eine starke Aura und vermittelt beim Lesen eine intensive, drückende Atmosphäre, sodass man sich in die Gefühlswelt der Ich-Erzählerin hineinversetzen kann. Das Thema der Auseinandersetzung ...

Der Roman hat eine starke Aura und vermittelt beim Lesen eine intensive, drückende Atmosphäre, sodass man sich in die Gefühlswelt der Ich-Erzählerin hineinversetzen kann. Das Thema der Auseinandersetzung ist äußerst ungewöhnlich, sie kann nicht von ihrem ertrunkenen Geliebten loslassen und verbringt nach seinem Tod Stunden, daraus werden Tage mit ihm. Der richtige Zeitpunkt des Loslassens wird immer schwieriger auszumachen. Die Briefe an die Ehefrau finde ich nicht so gelungen, da sie teilweise sehr durcheinander, chaotisch wirken, zwar verständlich aufgrund der Gefühlslage, aber mir haben sie nicht so gut gefallen, das hätte man etwas entwirren und anders aufziehen können. Insgesamt bleibt ein schaler Geschmack zurück, keine einfache Thematik, aber auch nicht optimal umgesetzt.

Veröffentlicht am 15.04.2025

anders als erwartet

Der Junge aus dem Meer
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Der Roman hat zu Beginn mein Interesse erweckt und auch die Geschichte rund um das gefundene Baby am Meer hat sich faszinierend aufgebaut und weiterentwickelt. Spannend finde ich, wie sich die gesamte ...

Der Roman hat zu Beginn mein Interesse erweckt und auch die Geschichte rund um das gefundene Baby am Meer hat sich faszinierend aufgebaut und weiterentwickelt. Spannend finde ich, wie sich die gesamte Dorfgemeinschaft eingebracht hat, aber dann doch bald auch wieder die Verantwortung gerne an Ambrose und Christine übertragen hat, die den Jungen adoptieren wollten. Zwischenzeitlich war mir die Handlung zu stark von der Fischerei und den äußerst umfangreichen Schilderungen über die Schiffsfahrten geprägt. Auch die spirituellen Handlungen von Brendan finde ich nicht so überzeugend. Die Familiengeschichte wiederum hat mir sehr gut gefallen, hier hätte ich gerne noch mehr erfahren, vor allem auch aus der Kindheit von Christine. Sehr gelungen finde ich den Konkurrenzkampf der beiden Brüder, wie jeder damit umgeht und wie sich beide im Laufe der Zeit entwickeln. Interessant finde ich auch, wie eine kleine Veränderung, die gesamte Ordnung und alle Abläufe aus dem Takt bringt und dann wiederum neu ausverhandelt und sortiert werden muss. Die Begleitung der Familie über den Zeitraum von zwanzig Jahren finde ich kurzweilig, die Fischergeschichten waren teilweise langwierig und hätten für meinen Geschmack nicht so umfangreich ausfallen müssen. Insgesamt bin ich eher überrascht, in welche Richtung sich der Roman entwickelt hat, dies hätte ich nicht in dieser Weise erwartet.

Veröffentlicht am 06.04.2025

Potenzial wäre vorhanden

Totenmoor - Ich sehe dich
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Erzählungen über das Moor finde ich persönlich immer sehr aufregend und mysteriös, da das Moor so unberechenbar und gefährlich erscheint. Der Thriller startet für mich spannend, flacht dann aber mit der ...

Erzählungen über das Moor finde ich persönlich immer sehr aufregend und mysteriös, da das Moor so unberechenbar und gefährlich erscheint. Der Thriller startet für mich spannend, flacht dann aber mit der Zeit ab und die Nachforschungen ziehen sich dahin, kommen nicht so richtig in Schwung und auch die Ergebnisse lassen lange auf sich warten. Gewisse Situationen werden mehrmals durchgegangen und wiederholt und die Charaktere wirken für mich noch nicht so richtig authentisch und greifbar, eher noch oberflächlich und blass. Ich hoffe, dass sich dies im nächsten Teil verbessert. Die Hintergrundgeschichte ist nicht unspannend und hätte das Potenzial für mehr gehabt.

Veröffentlicht am 06.04.2025

unheilvolle und naive Momente

Cry Island – Im Schatten verborgen. Wartet auf dich. Das Grauen.
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Das Cover finde ich optisch sehr ansprechend, es passt auch perfekt zur düsteren Grundstimmung des Thrillers. Ich kann Ruths Entscheidung, nach der Scheidung von ihrem Ehemann, auf der einsamen Insel zu ...

Das Cover finde ich optisch sehr ansprechend, es passt auch perfekt zur düsteren Grundstimmung des Thrillers. Ich kann Ruths Entscheidung, nach der Scheidung von ihrem Ehemann, auf der einsamen Insel zu arbeiten, persönlich nicht nachvollziehen. Die Insel verbirgt ihre Geheimnisse, es gibt Gerüchte und somit liegt schon eine gewisse Grundspannung in der Luft. Auch als Leser*in kann man dies sehr gut spüren, man hat ständig das Gefühl, dass bald etwas passieren wird. Ruth ist manchmal sehr ängstlich und gehemmt, dann aber wieder mutig und neugierig und möchte unbedingt herausfinden, was los ist. Ihre Gedanken werden sehr ausführlich und nachvollziehbar beschrieben, sodass sie greifbar wirken. Trotzdem gab es für mich einige Momente, die nicht realistisch und nachvollziehbar geschildert wurden. Am Ende kommt es zum großen Showdown, der für mich etwas dezenter hätte ausfallen können.

Veröffentlicht am 05.04.2025

"gehorchen liegt mir eigentlich nicht"

Peggy
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Das Cover und der Titel haben mich sofort angesprochen und über das Leben von Peggy Guggenheim habe ich auch schon einige Male gelesen und gehört, dementsprechend neugierig war ich auf die Umsetzung des ...

Das Cover und der Titel haben mich sofort angesprochen und über das Leben von Peggy Guggenheim habe ich auch schon einige Male gelesen und gehört, dementsprechend neugierig war ich auf die Umsetzung des Romanes. Der Schreibstil ist erzählend, fast monoton und wirkt für mich etwas distanziert, wie eine Beobachterin, obwohl in der Ich-Perspektive geschrieben wurde. Peggy erzählt von ihrer Jugendzeit bis ins mittlere Erwachsenenalter und trotzdem wirkt sie schon als Jugendliche reif und erwachsen. Schmunzeln musst ich über ihre Aussage: „Gehorchen liegt mir eigentlich nicht,…“ Dies zeigt deutlich ihren rebellischen Charakter, der sie in ihrer Jugendzeit auszeichnet. Die Beziehung zu ihrer Familie, besonders zu ihrer Schwester Benita und ihrer strengen Mutter wird ausführlich geschildert und hat mir auch sehr gut gefallen. Später erzählt sie über ihre Familie, vor allem über ihren gewalttätigen Ehemann und über ihre zahlreichen Affären mit anderen Männern. Dies war mir schon etwas zu viel und ich konnte kaum noch folgen, es wirkt fast wie eine Aneinanderreihung von Namen, sodass es für mich nicht mehr so greifbar war. Der erste Teil hat mir bedeutend besser gefallen.