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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.04.2025

Ungelöste Fragen

Niemand hat es kommen sehen
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So, nun habe ich seit langem mal wieder einen Krimi beendet, und zwar 'Niemand hat es kommen sehen' von Gudrun Lerchbaum.
Ich lese ja sehr gerne querbeet durch diverse Genres, außer Science-Fiction und ...

So, nun habe ich seit langem mal wieder einen Krimi beendet, und zwar 'Niemand hat es kommen sehen' von Gudrun Lerchbaum.
Ich lese ja sehr gerne querbeet durch diverse Genres, außer Science-Fiction und Krimis.
Bei Krimis sind mir immer zu viele Kommissarinnen Chefinnen, Reporter*innen, LKA, BKA, SEK usw. involviert und ich komme durcheinander 😅🙈.
Dieses mir bekannte Problem hatte ich auch hier und noch dazu hab ich die Story nicht verstanden und wusste am Ende gar nicht mehr, wer worin involviert war und ist und wer die einzelnen Personen überhaupt sind.
Tatsächlich war es diesmal aber so, weil ich hier einen zweiten Teil gelesen habe und das unbewusst. Da hat mir, glaube, viel Vorwissen gefehlt. Dies war leider erst im Nachwort ersichtlich.
Die Erzählung dreht sich um Maria, die nach dem Tod ihrer pflegebedürftigen Mutter verschwunden war und plötzlich still und leise wieder da ist.
Und da, wo sie eventuell war, ist ein Mord geschehen
Dies wirft viele Fragen auf und ich war gespannt, ob Maria nun Täterin oder Opfer ist.
Es gibt den typischen Dorffunk und kritische Stimmen werden laut, aber auch Fürrednerinnen tun sich auf, nur Maria bleibt leise. Kann sie sich doch an nichts erinnern.
Die Ermittler Mel und Theo ermitteln und ebenso der Journalist Lando versucht zu verstehen, was passiert ist.
Die Story an sich ist gut, aber ich gebe zu, ich hatte durchgehend Fragezeichen im Kopf und diese haben sich auch am Ende nicht aufgelöst.
Also meine Empfehlung wäre auf jeden Fall erst den ersten Teil zu lesen.

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Veröffentlicht am 12.04.2025

Vom Täter zum Opfer

Der Einfluss der Fasane
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Dies hier ist wieder so eine Rezension, die mir richtig schwerfällt.
'Der Einfluss der Fasane' von der Autorin Antje Rávik Strubel hat mir bis etwas über die Hälfte wirklich gut gefallen und dann ging ...

Dies hier ist wieder so eine Rezension, die mir richtig schwerfällt.
'Der Einfluss der Fasane' von der Autorin Antje Rávik Strubel hat mir bis etwas über die Hälfte wirklich gut gefallen und dann ging es leicht bergab.
Die Erzählung grob angerissen:
Die taffe Feuilletonchefin Hella Karl gerät plötzlich ins Kreuzfeuer.
Ist sie nicht ziemlich wahrscheinlich für den Selbstmord des Theater-Intendanten Kai Hochwerth verantwortlich?
Sie hat schließlich den Artikel über ihn und seine Aufforderung zur Abtreibung an eine seiner Schauspielerinnen geschrieben.
Ruck zuck, wird nun plötzlich der Täter zum Opfer und Hella zum Sündenbock.
Die Figur von Hella Karl fand ich super dargestellt. Ein paar typisch patriarchale Verhaltensmuster wurden ihr zugeteilt und auch im ganzen Buch aufgezeigt, und das hat mir gut gefallen.
Das mit den Fasanen kann ich nicht erklären, hat sich mir nicht erschlossen.
Insgesamt macht der Roman auf eine lockere Art auf das Thema Machtmissbrauch und die Gefahr der Hetze in den sozialen Medien aufmerksam. Das ist schon recht interessant, muss ich sagen.
Wie schon am Anfang erwähnt kam ich super in die Erzählung rein und es hat mich total gepackt, dann flaute es ab und nur noch Hellas Gedanken konnten mich nicht mehr wirklich fesseln.
Ich bin zwar nicht zu hundert Prozent überzeugt, aber fand es auch nicht schlecht 😅.
Da ich so hin- und hergerissen bin, empfehle ich, dass Ihr Euch am besten ein eigenes Bild von dem Buch macht.

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Veröffentlicht am 11.02.2025

Verdammt wütend

Wenn wir lächeln
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Das war intensiv muss ich sagen.
In Ihrem Debütroman 'Wenn wir lächeln' hat Mascha Unterlehberg eine Menge an Herausforderungen die Mädchen beim Erwachsenwerden meistern müssen gepackt.
Jara und Anto sind ...

Das war intensiv muss ich sagen.
In Ihrem Debütroman 'Wenn wir lächeln' hat Mascha Unterlehberg eine Menge an Herausforderungen die Mädchen beim Erwachsenwerden meistern müssen gepackt.
Jara und Anto sind Freundinnen.
Gemeinsam stehen sie auf einer Brücke und plötzlich ist Anto weg, ist gesprungen und die innerlich zerrissene Jara bleibt zurück.
Nach und nach erzählt uns der Roman die Geschichte der zwei, eine Geschichte wie sie einige aus ihrer Jugend sicherlich kennen. Über Freundschaft, bewundern und bewundert werden wollen, sich zeigen wollen und verstecken müssen, den Spagat schaffen zwischen dazugehörigen aber nicht um jeden Preis und viel Wut. Wut auf sich selbst, auf andere, auf den eigenen Körper, auf die fehlende Distanz anderer.
Und was passiert wenn diese Wut plötzlich überhand nimmt?!
Anfangs kam ich schwer rein in den Lesefluss und bis zum Ende haben mir die fehlenden Anführungszeichen der wörtlichen Rede und die Zeitsprünge es mir nicht leicht gemacht.
Man gewöhnt sich ein Stück weit daran, aber ich bin mir sicher das mir so einiges durch die Lappen gegangen ist.
Auch was uns das Buch vermitteln will erschloss sich mir erst nach und nach.
Allerdings hadere ich etwas mit dem Ende und Antos Verhalten, da bin ich mir nicht sicher ob ich es mir richtig zusammengereimt habe.
Die Autorin legt den Finger in die Wunde und berichtet wie es gerade in letzter Zeit sehr viele Autorinnen tun über die Wut der Frauen.
Finde ich gut, manchmal muss es weh tun um zu verdeutlichen was schief läuft.
Etwas mehr Struktur hätte mir besser gefallen, aber ansonsten ein guter Roman mit wichtiger Botschaft.

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Veröffentlicht am 07.02.2025

Stillstand

Für immer
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Ein interessantes Thema hat sich die Autorin Maja Lunde für ihren neusten Roman 'Für immer' ausgesucht.
Was wenn die Zeit plötzlich stehen bleibt oder besser gesagt die Lebenszeit der Menschen.
Ein Segen ...

Ein interessantes Thema hat sich die Autorin Maja Lunde für ihren neusten Roman 'Für immer' ausgesucht.
Was wenn die Zeit plötzlich stehen bleibt oder besser gesagt die Lebenszeit der Menschen.
Ein Segen das ewige Leben oder bei genaueren hinschauen doch eher ein Fluch?
Der Roman gibt uns Einblicke in viele unterschiedliche Schicksale und beleuchtet das Thema aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln.
Eine schwerkranke Mutter der mehr Zeit mit ihrer Familie geschenkt wird, einem sich entfremdenten älteren Ehepaar, Schwangeren die nicht wissen wann, wie und ob ihre Babys geboren werden, Kindern, alten Menschen die des Lebens müde sind etc.
Der Ansatz das es ohne den Tod auch kein neues Leben geben kann macht Sinn.
Ich fand die Erklärungen und Vermutungen zum Beginn und die Lösung zum beenden des Stillstandes etwas zu sehr an den Haaren herbeigezogen.
Für mich war es eine interessante Grundidee und bis etwas über die Hälfte des Buches war ich mit Eifer am lesen.
Dann allerdings hat die Euphorie bei mir nachgelassen und der Roman wird mir wohl nicht lange im Kopf bleiben.
Mich hat es jetzt nicht zu hundertprozent überzeugen können, aber wie wir ja alle wissen...
Die Vorlieben beim Lesen sind so vielfältig wie die Leser selbst.

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Veröffentlicht am 28.01.2025

Wohin uns das Leben führt

Dancing Queen
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Der Roman 'Dancing Queen' ist das Debüt der argentinischen Autorin Camila Fabbri und lässt mich zugegebenermaßen etwas ratlos zurück.
Der Titel sowie der Klappentext ließen mich eine witzige Geschichte ...

Der Roman 'Dancing Queen' ist das Debüt der argentinischen Autorin Camila Fabbri und lässt mich zugegebenermaßen etwas ratlos zurück.
Der Titel sowie der Klappentext ließen mich eine witzige Geschichte einer Frau beim Aufbruch in ein neues Leben erwarten.
Aber witzig fand ich doch ziemlich wenig.
Die Ich-Erzählerin Paulina Almada ist 35 und gerade an einem Scheideweg ihres Lebens angelangt.
Ihr Freund hat sie verlassen, der Job ist alles andere als befriedigend, keine sozialen Kontakte bis auf ihre Arbeitskollegin und Halbwegs-Freundin Maite und Paulina struggelt mit dem Thema Mutterschaft.
Ein schwerer Autounfall beginnt, begleitet und beendet das Buch und zwischendrin erfahren wir wie es dazu kam.
Dieses dünne Buch ist vollgepackt mit Themen die eine Frau Mitte 30 nach einer Trennung beschäftigen und noch mit einigen mehr.
Es lässt sich gut lesen und entwickelt eine absolute Sogwirkung weil wir ja wissen wollen was passieren ist und wie es zu dem Unfall kam.
Der Schreibstil ist in meinen Augen nicht ganz klar strukturierte. Der Ton im Buch ist oftmals recht derb und auf der anderen Seite sehr modern und fast schon poetisch.
Der Roman behandelt Themen wie Einsamkeit, Verlust, die Zerrissenheit bezüglich Mutterschaft und sexuellen Missbrauch.
Die Protagonistin ist zwar oft recht flapsig, aber ich denke eher aus Selbstschutz.
Auch der Unfall hat ein heftiges Gefühl bei mir ausgelöst, die Beschreibung aus Sicht der Betroffenen ist sehr ehrlich und anschaulich geschrieben.
Ich bin mir bei meinem Resümee unsicher.
Zwar flog ich quasi durch die Seiten und es hat was mit mir gemacht, mich berührt.
Allerdings bin ich nun trotzdem absolut ratlos.
Wer gerne wie ich strukturierte Handlungen mit Anfang und Ende bevorzugt, wird es hier schwer haben.
Wer experimentelle Literatur mag, den wird es begeistern.
Entscheidet selbst und aus dem Bauch heraus.

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