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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.06.2026

Atmosphärischer Thriller mit Längen

Sunshine Man
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The Sunshine Man von Emma Stonex ist ein atmosphärischer, psychologisch dichter Thriller über Rache, Schuld, Trauer und die Suche nach Wahrheit. Die Geschichte beginnt mit dem eindringlichen Satz: „Die ...

The Sunshine Man von Emma Stonex ist ein atmosphärischer, psychologisch dichter Thriller über Rache, Schuld, Trauer und die Suche nach Wahrheit. Die Geschichte beginnt mit dem eindringlichen Satz: „Die Woche, in der ich einem Mann mitten in den Kopf schoss, begann wie jede andere …“ und folgt Birdie, die nach 18 Jahren den verurteilten Mörder ihrer Schwester Providence aufspürt, um selbst Gerechtigkeit zu üben.
Die Handlung folgt wechselnden Perspektiven auf mehreren Zeitebenen. Während Birdie von ihrem Wunsch nach Vergeltung getrieben wird, erhält auch Jimmy Maguire, der verurteilte Täter, eine eigene Stimme. Dadurch entsteht ein komplexes Bild, das einfache Einteilungen in Gut und Böse infrage stellt. Dabei ist das Erzähltempo trotz dieser Wechsel sehr langsam, die Beschreibung der winterlichen englischen Landschaft mit all seinem Grau sorgt für die passende Stimmung.
Doch der gelungenste Aspekt des Romans ist die Art und Weise, wie Emma Stonex die tiefen Wunden schildert, die Kindheit und familiäre Zerrüttung hinterlassen haben.
Birdie, Jim und Providence sind Charaktere, die von abwesenden Müttern, Abhängigkeiten, häuslicher Gewalt und emotionaler Einsamkeit geprägt sind. In diesem Sinne geht der Roman über eine einfache Rachegeschichte hinaus und wird zu einer Reflexion über Erinnerung (und deren Fehlbarkeit), Gerechtigkeit und das Bedürfnis nach Wahrheit.

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Veröffentlicht am 18.06.2026

Skurriler Humor und schräge Zeichnungen

Worst Pets Ever – Eingesperrt!
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„Worst Pets Ever – Eingesperrt!“ ist ein witziger Comic-Roman des australischen Autorenduos Eva Amores und Matt Cosgrove. Die Geschichte dreht sich um Käpt’n Flauschbär, einen rebellischen, schlecht gelaunten ...

„Worst Pets Ever – Eingesperrt!“ ist ein witziger Comic-Roman des australischen Autorenduos Eva Amores und Matt Cosgrove. Die Geschichte dreht sich um Käpt’n Flauschbär, einen rebellischen, schlecht gelaunten Kater, der in die „Hochsicherheits-Benimmschule und Besserungsanstalt“ für ungezogene Viecher geschickt wird, weil er zuhause offenbar mehr als einmal das Mobiliar zerlegt hat. Neben seinen beiden Zimmergenossen, den beiden führ ihn unerträglichen Hunden Bitzi und Brutus, gibt es neben allerlei eigenartigen Tieren wie einem spuckenden Alpaka, einem undichten Pudel und einer Gans mit Aggressionsproblemen sogar einen Hausstein, der hier therapiert werden soll.
Das Etablissement wird von zwei Tiertrainern im Militarylook geführt und ähnelt einem Bootcamp, klar, dass Käpt’n Flauschbär hier nicht bleiben kann. Mit den beiden Hunden erarbeitet er also Fluchtpläne.
Die Geschichte ist ziemlich überdreht, witzig gezeichnet und durch den Comicstil werden auch lesemufflige Kinder angesprochen. Der Zeichenstil ist sicher nicht jedermanns Geschmack, wer eher auf niedliche Tierzeichnungen steht, ist hier nicht gut beraten.
Am Ende des Buches gibt es dann noch ein paar Fakten zu den Tierarten im Buch, eine Erklärung schwerer Wörter und eine kleine Zeichenschule.

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Veröffentlicht am 02.08.2025

Eindringlich aber sperrig

Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten
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Anna Maschik entfaltet eine vier Generationen umspannende Familiengeschichte, die am ersten Tag des 20. Jahrhunderts beginnt und von der am Ende als einzige übrig gebliebenen Alma erzählt wird.
Die Zitronenscheibe ...

Anna Maschik entfaltet eine vier Generationen umspannende Familiengeschichte, die am ersten Tag des 20. Jahrhunderts beginnt und von der am Ende als einzige übrig gebliebenen Alma erzählt wird.
Die Zitronenscheibe des Titelbildes offenbaren sich erst auf den letzten Seiten, bis dahin nimmt man als Leser am Leben aller Familienmitglieder einige Momente teil. Das Augenmerk liegt hierbei auf den Fauen der Familie, die sich bei allen Unterschieden am Ende doch sehr ähnlich sind.
Die Sprache der Autorin ist beobachtend und analysierend, viele der kurzen Kapitel enthalten ein nüchternes Fazit des Gesagten in Listenform. Dieser Erzählstil ist recht unbequem und sperrig, trotzdem liest sich das Buch gut, man muss sich allerdings darauf einlassen. Durch den kargen Stil bleibt das Buch kurz, ufert nicht aus und schafft es trotzdem Atmosphäre zu vermittelt; vielleicht grade dadurch, dass vieles unerwähnt bleibt.

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Veröffentlicht am 20.04.2025

Gruselige Blasmusik

Die Stadt der Schattenschläfer und die Melodie der Albträume
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Schon der Klappentext liest sich wie ein Albtraum, man stelle sich nur vor in so einer Stadt zu leben, in der man Tag für Tag mit Blasmusik malträtiert wird und andere Musik und Instrumente in den Köpfen ...

Schon der Klappentext liest sich wie ein Albtraum, man stelle sich nur vor in so einer Stadt zu leben, in der man Tag für Tag mit Blasmusik malträtiert wird und andere Musik und Instrumente in den Köpfen der menschen schlichtweg nicht existieren.

Klar dass man hier als Heavy Metal Fan nicht länger bleiben kann und so beginnt die abenteuerliche Geschichte von Elly, die dem Humtata entfliehen will und unvermutet neue Freunde findet, aber auch ein gruseliges Geheimnis tief unter der Stadt entdeckt. Elly und ihre Freunde haben mir gut gefallen, sie setzten ein Zeichen für das Anderssein und Gegen-den-Strom-Schwimmen.

Die Geschichte hatte ich mir ein wenig anders vorgestellt und habe mich gefreut, wie sie sich entwickelt hat, die Geschichte der Schattenschläfer, die Bedeutung von Musik und die etwas gruselige Atmosphäre haben mir gefallen und auch unsere 13-jährige Leseratte war von dem Buch begeistert.

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Veröffentlicht am 06.10.2022

In vieler Hinsicht untypisch

Tohrus Japan
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Mit Tohru Nakamura reiht sich ein weiterer Sternekoch in die Reihe der Kochbuchautoren ein, dieses Buch sticht jedoch aus der Masse hervor, da es mit einer gewissen Exotik aufwarten kann.
Optisch erfüllt ...

Mit Tohru Nakamura reiht sich ein weiterer Sternekoch in die Reihe der Kochbuchautoren ein, dieses Buch sticht jedoch aus der Masse hervor, da es mit einer gewissen Exotik aufwarten kann.
Optisch erfüllt das Buch dann auch alle Erwartungen, die Gerichte sind appetitlich und ansprechend fotografiert, die Struktur ist übersichtlich und klar gegliedert, aus dem Inhaltsverzeichnis ist ersichtlich, dass die Rezepte nach ihrer Hauptzutat in Kapitel unterteilt sind, zusätzlich gibt es am Ende des Buches ein ausführliches Register, das die einzelnen Rezepte nach Zutaten gruppiert sowie ein Glossar. Letzteres ist überaus hilfreich, wenn man wie ich mit den meisten Zutaten überhaupt nichts anfangen kann. Ebenso nützlich ist die Warenkunde zu Beginn jedes Kapitels, in der auf Besonderheiten und Zubereitung der jeweiligen Hauptzutat eingegangen wird.
Bevor es mit den Rezepten losgeht, erwartet den Leser erstmal eine vierzigseitige Einleitung über Lebensstationen und Werdegang des Autors, die man getrost überspringen kann, immerhin erklärt sie aber denjenigen, die die Rezepte nicht japanisch genug finden, woher der deutsche Einfluss kommt.
Mein Hauptkritikpunkt an diesem Kochbuch ist, dass viele Zutaten selbst für Großstädter nicht unbedingt einfach zu beschaffen sind, wahrscheinlich muss man in einer Metropole wie Frankfurt, München oder Berlin leben, oder aber man besorgt sich die Zutaten online. Als Kritik an einem japanischen Kochbuch ist das wahrscheinlich banal, denn natürlich werden exotische Zutaten verwendet, allerdings werden die Rezepte dadurch nicht unbedingt brauchbar zum Nachkochen, da mit der Rarität der Zutaten auch ein gewisser Preis einhergeht.
Ich werde daher versuchen, Rezepte, die mich ansprechen, entsprechend abzuwandeln und andere Zutaten zu verwenden, vielleicht ist auch das ein oder andere in einem Asiamarkt in meiner Nähe erhältlich, Reisessig, Sojasoße und Sesamöl haben wir immer ohnehin meist im Haus und Sake und die ein oder andere Alge sind sicher auch einfach zu bekommen.
Alles in allem ist "Alles außer Sushi" ein nicht alltägliches Kochbuch, das aus diesem Grund auch nicht für jeden zu empfehlen ist, wer jedoch mal einen Abstecher in die japanische Küche wagen möchte, kann durchaus einen Blick auf die Rezepte werfen und findet sicher etwas zum Ausprobieren, schön anzusehen ist das Buch allemal.
Ob die Rezepte nun "typisch japanisch" sind oder nicht, kann ich nicht beurteilen, da ich die "typisch japanische Küche" nicht kenne, allerdings heißt das Buch ja auch "Tohrus Japan" und erhebt damit meiner Meinung nach nicht den Anspruch, ein japanisches Kochbuch zu sein. Schon aus dem Klappentext geht hervor, dass der Autor deutsche und japanische Wurzeln hat, die ihn kulinarisch geleichermaßen beeinflusst haben und mit persönlich sind die Rezepte japanisch genug.