Lea Korsgaards Roman "Das Jahr der Schmetterlinge" lässt mich persönlich ganz am Ende leider eher zwiegespalten zurück.
Korsgaard nimmt für sich eine ganz persönliche Challenge an, in einem Jahr die Schmetterlinge ...
Lea Korsgaards Roman "Das Jahr der Schmetterlinge" lässt mich persönlich ganz am Ende leider eher zwiegespalten zurück.
Korsgaard nimmt für sich eine ganz persönliche Challenge an, in einem Jahr die Schmetterlinge ihrer dänischen Heimat zu erkunden und ausfindig zu machen.
Schmetterlinge selbst sind vielleicht für viele von uns in Mysterium, denn bis sie die grazile Gestalt annehmen und umherfliegen können machen sie eine unglaubliche Metamorphose durch.
Für mich persönlich mäandert das Buch leider viel zu sehr umher, anstelle, dass hier ein klarer roter Faden geboten wird. Meine vorherigen Erwartungen wurden lediglich in den Teilen getroffen, in denen der direkte Bezug zur Natur genommen wird. Die Autorin kommt dabei dann von Höcksken auf Stöcksken und verwässert so immer wieder ein stückweit die magische Schönheit und die kleinen Wunder der Natur.
Immer wieder gibt es Exkurse in Mythologie, geschichtlich Einordnung etc., die mir dann den Lesegenuss leider etwas verhagelt haben. Hier wäre aus meiner individuellen Sicht ein klarerer Fokus auf den Naturbereich vielleicht mehr dienlich gewesen. Dadurch entwickelten sich für mich innerhalb von bestimmten Passagen dann auch gewisse Längen, die den Lesespaß leider minderten.
Alles in allem ein Buch mit unheimlich viel Potenzial, das für mich persönlich leider nicht komplett ausgeschöpft wurde.
Der neue Kosmos-Gartenratgeber "Gemüsepower" folgt stringent dem neuen "Insta-Design" und ist vor allem üppig und reich bebildert.
DIe Autorin Schauerhammer selbst, wie auch ihren Instakanal kannte ich ...
Der neue Kosmos-Gartenratgeber "Gemüsepower" folgt stringent dem neuen "Insta-Design" und ist vor allem üppig und reich bebildert.
DIe Autorin Schauerhammer selbst, wie auch ihren Instakanal kannte ich vor diesem Ratgeberbuch noch nicht.
Was mich ganz besonders ansprach war das Versprechen, aus minimaler Garten- bzw. Anbaufläche die maximale Ernte rauszuholen.
Kann quasi das versprochene Minimax-Prinzip im Garten dann überhaupt funktionieren?
Thematisch ist der Ratgeber nach den vier Garten-Jahreszeiten gegliedert und dort werden die jeweils wichtigsten Schritte dann näher erläutert. Ergänzt um Tabellen mit einem Erntekalender, Mischkulturen, kurze eingestreute Steckbriefe zu Beikräutern, Anbau- und Sortentipps zu bestimmten Gemüsesorten findet man hier ein richtiges Sammelsurium an praktischen Tipps und Rezepten zur Ernte-Verwertung.
Bereits bei der Einleitung im Buch bin ich dann persönlich etwas ins Grübeln gekommen, als ich las, dass Lucia einen sogenannten Dorfgarten, bestehend aus drei Gärten mit mehr als 4.500 Quadratmetern bewirtschaftet. Dem kann ich persönlich dann leider nur eine sehr viel kleinere Anbaufläche entgegen setzen. Aber davon sollte man sich vielleicht auch nicht zu sehr irritieren lassen.
Der Ratgeber selbst wirkt auf mich zwar in der Themenbreite echt ausgewogen, auch durch das integrierte Jahreszeitenkonzept. Allein die Thementiefe macht mich als Hobbygärtner dann doch etwas stutzig. Viele Themen werden leider quasi eher im Akkord nur kurz angerissen. Hier hätte ich mir sehr viel mehr Tiefe gewünscht, damit das Wissen auch bei mir richtig wurzeln kann.
Um einen ersten sehr groben Überblick zu bekommen, mag das Buch vielleicht noch ausreichend sein. Um Themen allerdings zu vertiefen reicht es mir persönlich leider nicht mehr aus. Dafür ist aus meiner persönlichen Sicht dann nochmals vertiefende Literatur notwendig.
Cordt Schnibbens aktueller Ostwest-LSD-Beatclub-Roman "Lila Eule" kommt bereits vom äußeren Erscheinungsbild bunt und vor allem laut daher.
Mich machte ehrlich gesagt die Szenerie rund um die Wendezeit ...
Cordt Schnibbens aktueller Ostwest-LSD-Beatclub-Roman "Lila Eule" kommt bereits vom äußeren Erscheinungsbild bunt und vor allem laut daher.
Mich machte ehrlich gesagt die Szenerie rund um die Wendezeit anno 1989 mit dem Fall des antifaschistischen Schutzwalls sehr neugierig.
Angeteasert wird Schnibbens Werk als deutsch-deutsche Liebesgeschichte und skurriler Agententhriller. Am ehesten trifft es vielleicht, dass dieser Roman auch ein autobiographisches Werk sein könnte, wenn man die Vita vom Autor selbst berücksichtigt.
Meine persönlichen Erwartungen an den Roman waren insbesondere diese, dass man die damaligen Vibes spüren kann und auch mit den unterschiedlichen Handelnden klar kommt.
Der Spagat zwischen der im Buch abgehandelten grenzübergeifenden Liebesgeschichte und dem Agententhriller ist für mich deutlich zu groß gewählt. Schnibben konnte mich persönlich weder bei der Liebesgeschichte richtig abholen noch hatte ich intensive Agententhriller-Vibes gespürt.
Trotz, dass man vom Hauptcharakter Carl ziemlich viele Facetten erfährt bleibt er für mich allerdings bis ganz Schluss ein Buch mit sieben Siegeln. Wenig greif- und auch überwiegend leider wenig nachvollziehbar. Mir war sein Wirken irgendwie auch über große Teile der Story leider schlichtweg egal.
Ein wirklich mitreißender Roman steht und fällt für mich dann eben mit diesen starken Charakteren, mit denen man sich identifizieren kann. Dies fehlte mir hier leider komplett.
Auch die andauernden Zeitsprünge im Plot zwischen den 70er Jahren und der Wendezeit wurden mir dann auch mit der zunehmenden Länge der Story einfach zu viel. Die Vibes des Umbruchs anno 1989 habe ich leider überhaupt nicht richtig gespürt und genau darauf hatte ich eigentlich gewartet.
Hier wäre dann vielleicht eher weniger auch wirklich mehr gewesen. Der Roman kommt eher unkonventionell und manchmal auch sehr rotzig rüber. Eben wie das kunterbunte Cover bereits vermuten lässt. Mitunter wähnte ich mich beim Lesen auf einem LSD-Trip, bei dem man sich fragt wohin die Reise überhaupt geht. Eine rote bzw. lila Linie habe ich persönlich leider nie so richtig ausmachen können.
Schnibben präsentiert hier zwar echt ein buntes Potpourri an Eindrücken der damaligen Zeit, die sich für mich allerdings nie zu einem homogenen Bild zusammensetzen ließen.
Das aktuelle Kinderbuchdebüt "Tinte, Staub und Schatten - Das Buch der Verlorenen" von Alina Metz klang für mich alleine vom Teasertext und der Leseprobe her sehr spannend.
Metz große Stärke ist es, die ...
Das aktuelle Kinderbuchdebüt "Tinte, Staub und Schatten - Das Buch der Verlorenen" von Alina Metz klang für mich alleine vom Teasertext und der Leseprobe her sehr spannend.
Metz große Stärke ist es, die Lesenden direkt in das beschriebene Szenario hineinzuziehen. Ohne großes Vorgeplänkel wähnt man sich direkt an der Seite der sechzehnjährigen Minna, die "notgedrungen" in die Fußstapfen ihrer verschollenen und totgeglaubten Mutter tritt und beim kauzigen Antiquar Raban Krull eine Ausbildung zur Büchersucherin antritt.
Die verschiedenen Charakteren in der Story sind gut greifbar, auch wenn ich mir persönlich hier noch mehr Tiefe gewünscht hätte.
Die Story selbst ist vielleicht passend zum eher unübersichtlichen unterirdischen Bücherlabyrinth meiner Meinung nach eher ausbaufähig. Hier hätte ich mir persönlich zur Büchersucher-Ausbildung selbst mehr Informationen erwartet. Dazu gibt es quasi leider nahezu nichts zu lesen.
Phasenweise war für mich die Erzählung auch etwas langatmig, ohne dass man relevante Details erfahren hat. Zum Ende hin überschlagen sich dann einige Dinge und es bleiben für mich persönlich viel zu viele Fragen offen, als diejenigen, welche beantwortet werden. Dies ist vielleicht dann allerdings auch dem Tatbestand geschuldet, dass der abschließende zweite Band im Herbst 2025 erscheint.
Die verschiedenen Charakteren lassen leider eine gewisse Tiefe und auch Nähe vermissen und so bleibt immer eine gewisse Distanz zu den entsprechend Handelnden.
Für mich wirkt der erste Band der neuen Jugend-Fantasystory leider nicht ganz so ausgeklügelt wie von mir zunächst erwartet.
So ist es zwar noch ein solider Auftakt, der allerdings auch sehr klar seine Höhen und Tiefen zeigt. Ich persönlich weiß leider aktuell noch nicht, ob ich dann ein weiteres Mal mit Minna und ihren Gefährten in die Katakomben zum Bücherlabyrinth absteigen werde.
Arno Franks aktueller Roman "Ginsterburg" greift ein hochaktuelles Thema unserer dunkelsten Stunde in unserer jüngeren Geschichte auf.
Franks Roman kommt meiner Meinung nach genau zur richtigen Zeit. ...
Arno Franks aktueller Roman "Ginsterburg" greift ein hochaktuelles Thema unserer dunkelsten Stunde in unserer jüngeren Geschichte auf.
Franks Roman kommt meiner Meinung nach genau zur richtigen Zeit. Aktuell erhält nationalistisches, faschistisches und rassistisches Gedankengut wieder immensen Auftrieb in unserem schönen Deutschland. Gesellschaftsgruppen werden gegeneinander ausgespielt und vorschnell sind jeweils die (vermeintlich) Schuldigen ausgemacht.
Mit Frank reisen wir zurück ins letzte Jahrhundert und betrachten dabei das fiktive Örtchen Ginsterburg ins all seinen Facetten. Das NS-Regime hat längst die Zügel in der Hand und Frank nimmt uns mit zu den Anfängen des aufblühenden NS-Regimes anno 1935. Im weiteren Zeitstrahl begleiten wir dann die Protagonisten während der Blütezeit anno 1940 und während des Niedergangs im Jahr 1945.
Gerade solche Bücher sind es wert, unsere jüngere unheilvolle Geschichte weiterhin präsent zu halten, damit solche Zeiten nie mehr geschehen mögen.
Gleich zu Beginn holte mich Franks Erzählung komplett ab, als er mich direkt in die Szenerie eines Absturzes eines britischen Lancaster-Bombers hineingeworfen hatte. Diese Szenerie rund um den Briten Alfie, einer aus der Bomber-Crew, taucht dann immer wieder bruchstückhaft während der weiteren Erzählung auf.
Ich hätte damit gerechnet, dass Arno Franks Erzählung komplett fiktiv erzählt wird, allerdings verwebt Frank dann doch real existierende Personen (Lothar Sieber und Erich Bachem) von damals mit dem fiktiven Ort Ginsterburg, ohne dass der Autor darauf speziell in einem dafür geeigneten Nachwort näher darauf eingeht. Genau diese Aufklärung hätte ich persönlich dann doch vorausgesetzt und auch erwartet.
Die Stilistik von Franks Roman ist durchweg geprägt von sehr bildhaften Beschreibungen und eher sanften leisen Tönen. Er arbeitet dabei auch sehr viel mit Metaphern und lässt die damalig menschenverachtende und grausame Zeit auf ganz eigene Art und Weise wiederauferstehen, als ich es mir persönlich vorher ausmalte.
Die Bindung zu den Hauptcharakteren hätte meiner Meinung nach sehr viel enger sein dürfen. Mitunter kam es mir persönlich so vor, dass man auch bei den Haupthandelnden Lothar und Merle dann nicht wirklich die zeitliche Entwicklung gut nachvollziehen konnte. Der Halbwaise Lothar, zunächst abgeneigt von der Hitlerjugend, wird dann über ein Jugendlager zum wahren Fliegerass und Helden des NS-Regimes. Genau diese Entwicklung hätte ich persönlich sehr viel ausführlicher lesen wollen. Gerade seine Mutter Merle war eigentlich alles andere als eine Befürworterin des NS-Regimes und dessen braunen Gedankenguts.
Durch die eher leisen Töne und die sprunghafte Erzählung, ohne die Entwicklung der Charakteren gut nachvollziehen zu können flacht der Roman nach meiner Meinung leider viel zu schnell ab und kann dies auch bis zum dramatischen Finale hin auch nicht mehr aufholen.
Das Thema selbst, wie eine zivilisierte Gesellschaft für die Ideen der damaligen Rattenfänger eigenommen werden konnte und wer welche Rollen darin übernahm, ist unheimlich wichtig, um zu erkennen, dass wirklich jeder ein kleines Zahnrad im damaligen Regime darstellte. Leider und spreche hier wirklich von leider spricht mich persönlich die stilistische Umsetzung von Arno Frank viel zu wenig an.