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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.04.2025

Joahr, gute Idee, die nicht sonderlich ausgearbeitet wirkt.

Eislotus. Wasser findet seinen Weg
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„𝐄𝐢𝐬𝐥𝐨𝐭𝐮𝐬: 𝐖𝐚𝐬𝐬𝐞𝐫 𝐟𝐢𝐧𝐝𝐞𝐭 𝐬𝐞𝐢𝐧𝐞𝐧 𝐖𝐞𝐠“ ist der erste Band der aktuellen High-Fantasy-Dilogie von Liza Grimm und lockte mich mit der vielversprechenden Idee: Menschen, die Elementarmagie beherrschen, und ...

„𝐄𝐢𝐬𝐥𝐨𝐭𝐮𝐬: 𝐖𝐚𝐬𝐬𝐞𝐫 𝐟𝐢𝐧𝐝𝐞𝐭 𝐬𝐞𝐢𝐧𝐞𝐧 𝐖𝐞𝐠“ ist der erste Band der aktuellen High-Fantasy-Dilogie von Liza Grimm und lockte mich mit der vielversprechenden Idee: Menschen, die Elementarmagie beherrschen, und Seelen, die in Bücher gebannt werden.

𝙊𝙥𝙩𝙞𝙨𝙘𝙝 𝙚𝙞𝙣 𝙃𝙞𝙜𝙝𝙡𝙞𝙜𝙝𝙩 – kann der Inhalt da mithalten?

Die hier geschaffene Welt besteht aus mehreren Reichen, in denen die unterschiedlichsten Bedingungen und die jeweiligen Völker über ein Element herrschen. Seelenbücher, die mit der Macht und dem Wissen Verstorbener gespeist werden, tragen erheblich zu den Fähigkeiten der Menschen bei. Jedoch sind es einzig die Buchbinder, die die Seelen in die Artefakte bannen können – die wichtigste Ressource der Welt. Wo die Buchbinder leben, floriert der Handel, erblüht das Leben. Um einen erneuten Krieg um diese zu verhindern, wurde vor vielen Jahren das „Ritual des Lichts“ angesetzt. Doch nur wer den harten Wettkämpfen der Akademie und den prüfenden Blicken der BewohnerInnen von Lort standhalten kann, darf sich während diesem beweisen …
32 TeilnehmerInnen, die für Ehre und ihr Volk antreten. Doch am Ende haben nur 4 von ihnen die Chance auf das kostbarste Gut der Welt.

💙 »𝘿𝙖𝙨 𝙍𝙞𝙩𝙪𝙖𝙡 𝙙𝙚𝙨 𝙇𝙞𝙘𝙝𝙩𝙨 𝙜𝙚𝙬𝙞𝙣𝙣𝙩, 𝙬𝙚𝙧 𝙨𝙠𝙧𝙪𝙥𝙚𝙡𝙡𝙤𝙨 𝙜𝙚𝙣𝙪𝙜 𝙞𝙨𝙩, 𝙪𝙢 𝙟𝙚𝙣𝙚 𝙖𝙪𝙨𝙯𝙪𝙨𝙘𝙝𝙖𝙡𝙩𝙚𝙣, 𝙙𝙞𝙚 𝙗𝙚𝙨𝙨𝙚𝙧𝙚 𝘾𝙝𝙖𝙣𝙘𝙚𝙣 𝙝𝙖𝙗𝙚𝙣.«

Nara ist die Elementgesandte ihres Volks, eine Mondgebundene, und erhofft sich von einem Sieg keinen Ruhm – aber Rettung. Denn ihre Heimat erzittert vor Armut, Kälte und Abwanderung.
Auch Katso Sano will nicht nur verhindern, dass seine Familie alles verliert, sondern auch die Zukunft Sas sichern. Dass der Sonnengebundene einen Nachteil gegenüber den anderen hat, sollte dabei möglichst nicht ans Licht kommen.
Durch diese beiden erleben wir das Geschehen. Zu Beginn bekommen wir einen Eindruck ihrer Probleme, Situationen und ihrer Intentionen. Grimm führt die LeserInnen eher bedächtig und langsam in ihre durchaus einfallsreiche und malerische Handlung, jedoch werden relevante Informationen ausgespart, maximal angedeutet, nie voll und ganz ausgeführt. Für mich bleibt das gesamte Worldbuilding daher ziemlich blass, lückenhaft und oberflächlich, was es mir schwer machte, die Gegebenheiten komplett zu verstehen und zu greifen.

Lässt man diesen Punkt außen vor, hat man eine Akademie-Story, in der Halbwahrheiten und Lügen, Geheimnisse, mysteriöse Tode und verschwundene Seelenbücher ebenso das Interesse aufrechterhalten wie das präsente Konkurrenzverhalten der verschiedenen Elementgesandten. Wenn auch der Großteil dieser blass und im Hintergrund bleibt, sorgen die aktiv im Geschehen verankerten Charaktere für Misstrauen, rufen zur Vorsicht auf. Wer ehrlich und wohlwollend ist, bleibt fraglich. Die Protagonisten wurden hingegen mit Details, Gefühlen und Fehlern ausgearbeitet, sind hilfsbereit und entschlossen. Positiv und authentisch ist, dass sich weder Nara noch Katso besonders in den Vordergrund drängen oder signifikant „talentierter“ als ihre MitstreiterInnen sind. Auch stehen romantische Entwicklungen nicht im Fokus, jedoch ist absehbar, dass zwischen den Rivalen ein »mehr« flirrt. Ebenso wie der Mix aus bekannten Elementen und neuen Ideen empfand ich diesen Umstand als ziemlich erfrischend.

Die Gestaltung von „Eislotus: Wasser findet seinen Weg“ ist außen wie innen toll gelungen, der Stil liest sich leicht und unkompliziert, auch wenn es dem Auftakt an Lebendigkeit und Tiefe fehlte. Für Witz und Bissigkeit sorgte die „gesichtslose Fußnote“ – wer diese Anmerkungen von sich gibt und die Geschehnisse beobachtet, wird (noch) nicht enthüllt, jedoch meine ich, dass es sich um etwas Altes, Wissendes handelt.
Im Verlauf finden sich Aufgaben und Prüfungen, die insgesamt interessant zu verfolgen waren, kommen wir durch diese doch den Kräften des Einzelnen nahe. Auch Verluste müssen betrauert – und kritisch beäugt – werden, Ungereimtheiten tun sich im gleichen Maße auf wie der – für die Elementgesandten unverständliche – Unmut der BewohnerInnen Lorts. Irgendetwas – oder irgendjemand – scheint in diesem Wettstreit falsch zu sein. Und zu all der Vorsicht, die jedeR Auserwählte innerhalb der Mauern walten lassen muss, wenn er/sie überleben will, sind auch die ‚Unversehrten' – eine Rebellengruppierung, die gegen den Bund zwischen Mensch und Seelenbuch agiert – nicht zimperlich...

Das Ende war für mich nicht sonderlich überraschend, was nicht heißt, dass ich trotz aller Kritik nicht dennoch wissen möchte, wie es weitergeht. Welche Elementgesandten werden am ‚Ritual des Lichts' antreten und weshalb sind die Buchbinder eine Rarität? Was hat es mit den seltsamen Vorkommnissen an der Academy, der gesamten Welt und der Magie wirklich auf sich? So viele Fragen, auf die wir (hoffentlich) im Herbst eine Antwort bekommen.

Fazit: Spannende Idee, die mMn nur halbgar ausgearbeitet wurde.

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Veröffentlicht am 06.04.2025

Cozy-Story, die nicht als Dystopie überzeugen kann.

The Last Bookstore on Earth
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„The Last Bookstore on Earth“ ist das Debüt von Lily Braun-Arnold und entführt uns in ein postapokalyptisches Szenario, in eine Welt, die durch unberechenbare Wetterphänomene zerstört wurde, in der die ...

„The Last Bookstore on Earth“ ist das Debüt von Lily Braun-Arnold und entführt uns in ein postapokalyptisches Szenario, in eine Welt, die durch unberechenbare Wetterphänomene zerstört wurde, in der die wenigen Überlebenden bereit sind zu tun, was getan werden muss … Ausgenommen der 17-jährigen Elizabeth, die sich seit dem „Sturm“ in einer Buchhandlung verbarrikadiert, hin und wieder mit BesucherInnen Literatur oder ihren „Post-Service“ gegen Nahrung und potenziell nützliche Sachen tauscht.
Seit Eva aufgebrochen ist, um eigene Wege zu gehen, ist Liz allein, hat sich eine Routine geschaffen, einen fragilen Safe-Place, den sie nicht aufgeben will. Bis eine ungehobelte Einbrecherin ihren Alltag durcheinander und neben Diskussionen und Konflikten auch Gefahren mit sich bringt. Und ein längst vergessenes Gefühl von Gemeinsam in Liz weckt …
Doch der nächste „Sturm“ wird kommen – egal, ob die marode Bleibe einer neuerlichen Welle ätzenden Regens und wütendem Unwetter standhalten kann.

„Wir schreiben über uns. Wir schreiben alles auf. Wir schreiben, bis alles andere verschwindet, nur für den Fall, dass wir es auch tun.“

Vorab: Das Konzept Dystopie wurde hier nicht konsequent durchgezogen, der Verlauf ist größtenteils eher unspektakulär, gar langsam und geizt an für die Storyline zuträglichen Informationen. Eine »atemberaubende Thrilleratmosphäre« fand ich hinter dem wunderschönen Cover ebenso wenig wie eine »berührende Liebesgeschichte«.

Erzählt wird einzig von Elizabeth – naiv und unbeholfen, bedacht darauf, weder mit Gewohnheiten zu brechen, noch ihre moralischen Grenzen der neuen Realität anzupassen. Kurz: wie sie bisher überlebte, vor Maeves eindringen, bleibt fraglich. Liz lebte in den Tag hinein, klammert sich an die Hoffnung „Alles wird sich fügen“, hat im letzten Jahr keinen Gedanken an Wasser und Nahrung – das Wegfallen von beiden – verschwendet und die Reparaturen am Gebäude? Pah! Erst ihre neue Mitbewohnerin rückt all das, das Überleben, in den Vordergrund.
Trotz der harschen, distanzierten Fassade, der Tatsache, dass Maeve „Dinge“ getan und Geheimnisse hat, ist ihre Verletzlichkeit, ihre Erschöpfung zu spüren. Genau wie jene Müdigkeit von Elizabeth. Während die eine versucht, mit Härte und Arbeit gegen Erinnerungen und Gedanken anzukommen, flüchtet sich die andere zwischen Buchdeckeln, schreibt über die, die ihr Heim aufsuchten. Je mehr Tage vergehen, umso näher rücken die zwei unterschiedlichen Mädchen zusammen. Dabei hat sich Liz geschworen, niemals wieder einen anderen zu brauchen, haben sie doch bisher alle verlassen …
Und vielleicht sollte sie wirklich keiner Fremden vertrauen.

„The Last Bookstore on Earth“ basiert auf einer originellen Idee, deren Potenzial leider kaum angerührt wurde. Sowohl die Katastrophe selbst als auch die Figuren und das „davor“ werden auf eine Art oberflächlich behandelt, die es schwer macht, mitzufiebern -und zufühlen. Anekdoten und weitere Erinnerungen, die die gegenwärtige Handlung rege unterbrechen, minimieren zusätzlich das Vorankommen und die Spannung; auch die Kapitel, die uns in die Monate vor den ersten „Sturm“ führen, sind nur bedingt relevant, jedoch zumindest so aufschlussreich, dass wir einen Eindruck von Liz’ familiärer, angespannter Situation bekommen und uns gewahr werden, dass die Menschen wussten, dass sie ahnten, das etwas Zerstörerisches kommen wird.
Da weder Elektrizität noch technische Errungenschaften vorhanden bzw. funktionsfähig sind, und wir lediglich durch Liz, die in New Jersey lebt(e), und durch Maeve, die aus New York stammt, einen Eindruck von den Ausmaßen der Naturkatastrophe bekommen, bleibt fraglich, wie es um andere Kontinente steht. Wirkt dieser Umstand frustrierend und lückenhaft, ist er doch logisch. Dennoch fehlte mir „mehr“ – über die Ursachen und Auswirkungen, über Empfehlungen und Maßnahmen der Obigen – solche Informationen hätten die Rückblenden aufgewertet und dem Szenario Tiefe verliehen.
Die beiden Hauptfiguren, ihre jetzigen Versionen, wurden hingegen nahbar ausgearbeitet, ihre freundschaftliche Entwicklung war oft humorvoll und stellenweise herzerwärmend. Obgleich es zwischen Maeve und Liz leise knistert, sind romantische Empfindungen nur zu erahnen.
In den letzten Kapiteln steigt das Tempo signifikant an, die Zeit läuft, die Gefahren sind zu nah – es wird emotional und mitreißend. Bis ein – mMn – unbefriedigendes, zu schnelles Ende die Geschichte beendet.
Positiv möchte ich den Stil von Lily Braun-Arnold erwähnen, der einfach wunderbar zu lesen war und mich trotz meiner Kritik an der Geschichte durch die Seiten zog. Gefühlvoll, modern, mit passendem Zynismus und einem sarkastischen Unterton, sorgt die Autorin trotz aufwallender Beklemmung und Tristesse für unterhaltsame Lesestunden.

Dieses Buch ist keine übliche Dystopie, umfängt uns nicht mit der typisch drückenden, vorsichtheischenden Atmosphäre. Auch stehen weder Ereignisse noch Spannung im Vordergrund. Eher nehmen Liz „Wachsen“, ihre Gedanken den Fokus ein, die Frage, was Menschen bereit sind zu tun, wenn sie keinen Ausweg mehr sehen, ihnen nicht anderes übrig bleibt als zu kämpfen.
Lily Braun-Arnold thematisiert Freundschaft und Vergebung, appelliert daran, das Glück zu suchen, wenn auch die Welt untergeht. Die Schönheit im Schrecken zu finden.

„Es sieht schön aus. Ich bin jedes Mal überrascht, in diesen Tagen Schönheit zu finden. Die Ästhetik der Apokalypse ist nicht immer ansprechend, aber dieser Sonnenuntergang ist wunderschön. Pinterestwürdig. Eine Pinterest-Pinnwand zum Walduntergang.“

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Veröffentlicht am 06.04.2025

Wunderschöne Verpackung, deren Inhalt zu wünschen übrig lässt.

Fatal Secrets
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„Fatal Secrets“ in der erste Dark-Romance aus der Feder von Sarah Saxx und kommt in einer wunderschönen Aufmachung daher.

Als Jaxon Ragsdale eines Nachts erfährt, dass seine Schwester von einer Party ...

„Fatal Secrets“ in der erste Dark-Romance aus der Feder von Sarah Saxx und kommt in einer wunderschönen Aufmachung daher.

Als Jaxon Ragsdale eines Nachts erfährt, dass seine Schwester von einer Party verschwunden und nicht mehr auffindbar ist, versucht er alles, um sie, endlich frei von sämtlichen Verdächtigungen seiner Person, ausfindig zu machen. Wie hätte er ahnen können, in welches tödliche Wespennest er sticht?
Erst seit wenigen Wochen in den Staaten, fällt die Französin Soléne plötzlich aus den Rosa Wolken, als sie Nachrichten aus der Heimat erhält, die in ihr nichts anderes als den Fluchtinstinkt auslösen. Hauptsache weg, weg von dem Mann, den sie glaubte zu lieben...

Abwechselnd verfolgen wir das Geschehen in der Gegenwart aus der Ich-Perspektive beider. So lernen wir den vor Wut rasenden Jaxon kennen, sind Teil seiner Versuche, die Unfähigkeit der Ermittelnden auf eigene Faust auszugleichen, bekommen einen Einblick in Solénes Leben und sind dabei, wenn sich ihre Wege auf unschöne Weise kreuzen. Nicht zum letzten Mal. Schon bald helfen sie einander, denn die junge Frau braucht Schutz und sie könnte diejenige sein, die Jaxon zu seiner Schwester führt – durch Abgründe und Gräuel. Höhen und Tiefen.

Saxx' Stil empfand ich als überraschend einfach und unspektakulär, sodass Gefühle und Spannung nur teilweise ihre Wirkung entfalten konnten. Sowohl der Story selbst als auch den Charakteren fehlte es an Tiefe, dafür konnte ich mich nicht des Eindrucks verwehren, dass irrelevante Szenen künstlich in die Länge gezogen wurden und hier und da der eigentliche Fokus verloren ging. Abgesehen von den berührenden, leider nie an Aktualität und Wahrheit verlierenden Themen, die die Grundlage des Romans bilden, von Entführung, Menschenhandel, Missbrauch und Demütigung, finden wir im ersten Band der Dilogie Blut und Tod, Verfolgung, Flucht und Rettung. Diese Ereignisse sorgen für Tempo, bringen die kurzweilige Story flott voran, während Ermittlungen und die Frage nach Carolines Verbleib, nach Romains Wahrheiten das Interesse gewissermaßen aufrechterhalten. Eher im Hintergrund blieben der Romance-Aspekt und die (romantische) Entwicklung. Prinzipiell für mich nicht schlecht, aber Knistern und greifbare Emotionen hätten dieser Dynamik deutlich mehr Authentizität verliehen.
Die einen oder anderen spannenden, aufregenden Sequenzen samt der von Misstrauen und Vorsicht durchzogenen Atmosphäre fand ich gut inszeniert, auch dem Schock, der Angst und Verzweiflung konnte ich mich nicht entziehen. Saxx beendet den Auftakt der Dilogie mit einem dramatischen Cliffhanger, der neugierig darauf macht, wie es in dem Alptraum, in dem sich Jaxon und Soléne befinden, weitergeht …

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Veröffentlicht am 19.03.2025

Solide, aber hauptsächlich für jüngere LeserInnen empfehlenswert.

Die Spiele der Unsterblichen
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Fünf Jahre ist es her, seit Ara ihre Schwester verloren hat. Fünf Jahre, in denen ihre Tage einzig aus Essen, Training und Schlaf bestanden.

Ihre Hoffnung, bei einem der gefürchteten Spiele der Unsterblichen ...

Fünf Jahre ist es her, seit Ara ihre Schwester verloren hat. Fünf Jahre, in denen ihre Tage einzig aus Essen, Training und Schlaf bestanden.

Ihre Hoffnung, bei einem der gefürchteten Spiele der Unsterblichen von Zeus ausgewählt zu werden, ist ebenso ungebrochen wie ihre Begierde danach, Estella zu rächen. Denn deren Tod brach die Familie entzwei, brach ihre Eltern. Nun ist es so weit, ein neuer Blutmond bricht an – und Ara kann zeigen, was sie gelernt hat …


In diesem Jugendroman begleiten wir Ara und können zu Beginn deutlich erahnen, wie der Verlust von Estella das Leben der 16-Jährigen, ihre Ambitionen und ihr Wesen verändert hat. Mitsamt den zu Beginn elf anderen TeilnehmerInnen streift sie durch das ganze Land, um die von Hermes gestellte Aufgabe als Erste zu erfüllen und sich nicht nur einen Platz am Sternenhimmel zu sichern, sondern auch einen Wunsch. Wirkt die junge Wettkämpferin verbissen, zeigt Ara im Angesicht von gefährlichen Prüfungen, perfiden Intrigen und schmerzhaftem Verrat eine loyale, rücksichtsvolle und selbstlose Seite. Eine, die sie letztlich den Sieg kosten könnte …

Aufgewertet wird die Handlung durch Hades’ Perspektive und seine Charakterzeichnung, kann die dunkle Gottheit doch weder dem Olymp noch seinen intriganten GenossInnen etwas abgewinnen. Kein einziges Mal wohnte er den kommenden Spielen mit Enthusiasmus bei, doch mit der diesjährigen Heimtücke von Poseidon und Zeus hat der Gott des Verborgenen nicht gerechnet. Denn durch Neid, Missgunst und unverhohlenen Groll geht es plötzlich um weitaus mehr. Ein mehr, dass Hades erst durch die Moiren begreiflich wird …


Die Umsetzung der Idee von „𝐃𝐢𝐞 𝐒𝐩𝐢𝐞𝐥𝐞 𝐝𝐞𝐫 𝐔𝐧𝐬𝐭𝐞𝐫𝐛𝐥𝐢𝐜𝐡𝐞𝐧“ betrachte ich zwiegespalten – zwar bestückte Avery ihre Handlung teilweise mit temporeichen, detailliert ausgearbeiteten Prüfungen, mit bildreichen, atmosphärischen Beschreibungen sowie mythischen Wesen, mit Gefahren und Tod, aber dennoch war die Story häufiger fad, aufgrund mangelnder Höhen im Gesamten eher schleppend und der Text nicht komplett rund. Der Stil war sehr einfach gehalten; wird dieses Buch zwar ab 13 Jahren empfohlen, hätte ein klein wenig mehr Raffinesse in Ausdruck und Formulierungen, ein bisschen mehr Spannung nicht geschadet.

Der Fokus richtet sich hauptsächlich auf Ara und ihre innere Veränderung, hingegen blieben die Nebenfiguren und deren individuelle Motivationen blass, sodass Verluste lediglich nüchtern zur Kenntnis genommen werden können.

Hades, mit seinem respektvollen, bedachten Auftreten und seinen deutlich gesetzten moralischen Grenzen, war für mich am nahbarsten. Selbst Ara, die sich zu Beginn unsicher ist, was sie von ihrem Los, für diese Gottheit anzutreten, halten soll, kann sich weder dem Charme noch der aufrichtigen Güte des Herrschers der Unterwelt entziehen …


Annaliese Avery nahm Bezug zur griechischen Mythologie, zu den Legenden, Manipulationen und den implizierten Werten der Gottheiten, die den Menschen auch hier wortwörtlich als Spielfigur, als Unterhaltungsgut betrachten. Weder neu noch innovativ, aber definitiv präsent und unterhaltsam eingebunden. Während die konkurrierende, manipulative Dynamik der drei Brüder den Olymp zu Wachsamkeit mahnt, bildet die Gruppe der jugendlichen Sterblichen eine äußerst stabile Gemeinschaft. Die letzten Kapitel mimen einen turbulenten, teilweise überraschenden, letztlich stimmigen Abschluss.

Am wenigsten überzeugen konnten mich jedoch die „romantischen Gefühle“. Keine Ahnung, wann die sich, wie und woraus, entwickelt haben. Die Frage, ob dieser Plot eine oberflächliche, spröde Liebelei brauchte und vorantrieb, würde ich klar mit „Nein!" beantworten. Eine freundschaftliche Koalition hätte dieser Verbindung nicht nur Genüge getan, sondern auch Authentizität geschenkt.

Äußerst positiv empfand ich, wie Wertschätzung, Rache und Verlust sowie Aras Veränderung, ihr inneres Wachsen, eingebettet wurden. Im Verlauf wird der Spielerin des Hades bewusst, was sie alles verpasste, während sie danach strebte, Vergeltung an den Göttern zu üben… Ob sie sich von diesem Vorhaben befreien kann – falls sie die Spiele überlebt?


Fazit: „Die Spiele der Unsterblichen“ ist ein solider Jugend-Fantasyroman mit Bezug zur griechischen Mythologie. Obgleich die Idee interessant ist und es durchaus spannende Sequenzen gab, konnte mich die Umsetzung am Ende nicht für sich gewinnen.

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Veröffentlicht am 03.03.2025

Skurille, interessante Ausgangslage, die durch eine Fülle oberflächlich aufgegriffener Themen untergeht.

Purple Clouds - Honeymoon
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„Honeymoon“ ist Band eins der „Purple Clouds“-Reihe von Mounia Jayawanth, deren Teile in sich abgeschlossene Geschichten erzählen. In diesem Roman geht es um Debbie White und Emory Vaughn ...

Stell dir ...

„Honeymoon“ ist Band eins der „Purple Clouds“-Reihe von Mounia Jayawanth, deren Teile in sich abgeschlossene Geschichten erzählen. In diesem Roman geht es um Debbie White und Emory Vaughn ...

Stell dir vor, du triffst dein Perfect Match, ihr verbringt einen unvergleichlichen Abend zusammen und der krönende Abschluss bildet eine kleine, feine Hochzeit. Eure rechtskräftige Hochzeit. Vier Jahre später führen euch die Zufälle wieder an denselben Ort. In dieselbe Stadt. Und immer noch ist da dieses Knistern, dieses „angekommen fühlen“ … Statt die imaginäre Verbindung zu lösen, die Scheidung zu vollziehen geht's in Phase 2 der Skurrilität und plötzlich wird alles echter. Und komplizierter … Dabei ist das doch alles nur Fake?!

Ich war sehr gespannt auf diesen New-Adult-Roman, ist die Ausgangssituation doch wahrlich witzig. Erzählt wird aus wechselnder Perspektive, was die Lebensumstände der Protagonisten, ihre Probleme und aufkommenden Gefühle verdeutlicht. Bereichert wird die Handlung von Rückblenden, die uns in die magische Nacht mitnehmen, in der alles begonnen hat, sowie durch allerhand Figuren, die mehr oder weniger Raum einnehmen. Zumindest lässt sich sagen, dass Emorys heimelige WG öfter zur Sprache kam als das Magazin, dabei ist die Idee einer feministischen und offensiv kritischen Zeitung nicht nur gut, sondern auch zeitgemäß. Wie die eingebundenen – aber leider nur oberflächlich aufgegriffenen – Themen. Jayawanth spricht von Verhütung(smitteln), greift Gedanken auf, die mit Sicherheit viele Frauen kennen, von Problemen im Bett, die oft ertragen statt geäußert werden, von Mobbing und den daraus entstehendem Trauma, von Selbstzweifeln, Minderwertigkeitsgefühlen und toxischen Beziehungen. Zudem generiert die Autorin Aufmerksamkeit für ADHS und Zöliakie, für patriarchalische gesellschaftliche Konzepte – und verleitet mit all dem zum Nachdenken.
Ebenfalls den aktuellen Anforderungen entspricht die Charakterzeichnung: Deb und Emory sind beide fürsorglich und aufmerksam ihre Gegenüber betreffend. Der Ton zwischen ihnen ist hauptsächlich interessiert und rücksichtsvoll, während die beiden kleine Eigenheiten aufweisen, nicht ausschließlich korrekt, dafür menschlich handeln. Emory fällt auch äußerlich nicht in das Bild des typischen Love-Interests, gewinnt im Verlauf Erkenntnisse und durchläuft – wie auch Debbie – eine mentale Entwicklung. Aber vieles war mir zu „drüber“ – sei es die Vielzahl der Struggle und Probleme, die Hauptsache mal erwähnt werden, oder überdramatisierte, nicht dem Verhältnis, dass die beiden einvernehmlich eingingen, entsprechende Reaktionen. Hier und da hätte ich mir zwischen den Mittzwanzigern mehr erwachsene Kommunikation ihre Gefühle betreffend gewünscht.
Abgesehen dieser künstlich erzeugten Missverständnisse fand ich die Dynamik eher cozy, wenn auch nicht immer rund, häufiger seicht inszeniert. Zunehmend wies der Verlauf etliche Längen und wenig Höhepunkte auf. Vor allem Kayla war die treibende Kraft der Spannung.

Weniger Seiten, Nebenstränge und oberflächliche Einwürfe, dafür eine konsequente Ausarbeitung von Entwicklungen und Ereignissen hätten dieser Romance sicher den grauen Schleier genommen und ihr mehr Farbe verliehen. Nichtsdestotrotz gab es humorvolle, romantische und innige Augenblicke, wertvolle Messages und ein stimmiges Ende.

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