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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.05.2025

Tolle Idee mit durchwachsener Umsetzung

Heartless Hunter. Der rote Nachtfalter, Band 1
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Die Gestaltung des Buches ist wirklich gelungen. Die Darstellung des Falters passt perfekt zur Story und macht sich einfach hervorragend im Regal.

Die Story ist ebenfalls vielversprechend: Rune Winters ...

Die Gestaltung des Buches ist wirklich gelungen. Die Darstellung des Falters passt perfekt zur Story und macht sich einfach hervorragend im Regal.

Die Story ist ebenfalls vielversprechend: Rune Winters lebt ein gefährliches Doppelleben. Tagsüber ist sie oberflächliche, reiche Erbin, die ihre eigene Großmutter während der Revolution verraten hat, während sie nachts unter dem Decknamen „roter Nachtfalter“ andere Hexen vor der Hinrichtung bewahrt. Doch immer öfter kommt ihr die Blutwache zuvor und Rune arbeitet immer noch daran, richtig mit ihren magischen Kräften umgehen zu können. Deswegen versucht sie, dem gefürchteten Hexenjäger Gideon Sharpe näherzukommen, der nicht nur der Bruder ihres besten Freundes ist, sondern auch erstaunlich gut aussieht. Doch sie ahnt nicht, dass Gideon sie schon lange unter Verdacht hat und nur darauf wartet, sie als Hexe enttarnen zu können.

Ich fand die Idee des Buches wirklich spannend, aber komplett überzeugen konnte es mich leider nicht. Das liegt auch an dem Schreibstil. Dabei ist dieser nicht schlecht, aber ich habe recht lange gebraucht, um mich an ihn zu gewöhnen. Das liegt vor allem daran, dass die Schreibweise manchmal ein wenig altmodisch wirkt. Das passt durchaus zu der Geschichte und dem Setting, dennoch habe ich recht lange gebraucht, um wirklich damit warm zu werden. Außerdem fand ich dass sich manche Dinge einfach zu oft wiederholt haben, es wurde beispielsweise bestimmte Erinnerungen geschildert und wenn sie dann ein weiteres Mal zur Sprache kommen, ist der Wortlaut nahezu identisch, sodass ich oft erstmal kurz gestutzt habe, bevor ich dann gemerkt habe, dass nachdem die grundsätzlich bekannten Informationen noch einmal erklärt wurden, in der Regel noch neue Sichtweisen oder Erklärungen hinzukommen. Das hat mich zumindest zu Beginn der Geschichte immer wieder leicht irritiert.

Auch mit dem Setting habe ich mich tatsächlich ein bisschen schwer getan. Das lag für mich vor allem daran, dass ich nie das Gefühl hatte, die Welt komplett erfassen zu können. Ich hatte mir zu Beginn der Story ein Bild gemacht, musste das aber immer wieder stark korrigieren, je mehr ich erfahren habe, was dafür gesorgt hat, dass ich mir nie ganz sicher war, was die Regeln der Welt sind. Besonders die Umstände der Revolution und wie das Land zuvor aussah, fand ich lange sehr undurchsichtig. Das hat mich wirklich ein bisschen genervt, weil es dazu geführt hat, dass ich mich nahezu das ganze Buch gefragt habe, was denn jetzt genau passiert ist. Dabei muss ich noch nicht einmal die genauen Gründe erfahren, warum Gideon und Alex die Revolutionäre in den Palast gebracht haben, um die Königinnen zu ermorden. Es hätte mir gereicht, dass Rune das zu Beginn einmal kurz erklärt und man dann durch Gideon nach und nach die Einzelheiten erfährt, aber es dauert eine ganze Zeit bis man selbst den groben Ablauf erfährt, sodass ich meine Vorstellung von der Revolution immer wieder angepasst werden musste und ich dadurch auch lange die Strukturen in der aktuellen Welt nicht ganz durchdringen konnte. Dabei fand ich das Magiesystem extrem spannend. Die Idee, dass Hexen nur mit Blut zaubern können, dass aber auch verschiedene Eigenschaften des Blutes die Stärke und die Art des Zaubers beeinflussen, fand ich extrem faszinierend, weil dadurch eben nicht nur die Ausprägung der magischen Fähigkeiten, sondern auch andere Aspekte eine zentrale Rolle beim Erfolg der Zauber spielt. Ich wollte unbedingt mehr darüber erfahren und fand es auch spannend, Rune auf ihrer Reise zu begleiten, wie sie selbst ihre magischen Fähigkeiten erforscht.

Bei den Charakteren war ich ebenfalls etwas zwiegespalten. Ich mochte sowohl Rune als auch Gideon, weil sie sich auf ihre Art für ihre Sache einsetzen. Bei beiden ist deutlich, wie sehr sie von der Vergangenheit traumatisiert sind. Ich fand es bewundernswert, wie sich Rune zusammen mit Verity Magie beigebracht hat, obwohl sie dafür jederzeit hingerichtet werden könnte. Allerdings hatte ich auch bei ihr Schwierigkeiten, sie richtig greifen zu können. Zu Beginn wirkt sie wie eine selbstbewusste, mächtige Hexe, die eine native Adelige spielt, um an möglichst viele Informationen zu gelangen. Im Laufe der Geschichte hat sie aber immer wieder Entscheidungen getroffen, die naiv wirkten und durch die ich manchmal nicht so recht verstehen konnte, wie sie so lange nicht erwischt worden ist. Diese Unvorsichtigkeit mag durchaus mit Gideon zusammenhängen und damit dass er sie durcheinander bringt, aber ich fand es nicht immer nachvollziehbar wie sie handelt und was für Risiken sie eingeht. Gideon fand ich vor allem zu Beginn sehr kalt und berechnend, weil er sich nur mit Rune abgibt, um sie als Hexe zu enttarnen. Ich konnte seine Beweggründe durchaus verstehen, aber dass er keinen Unterschied zwischen Hexen macht, sondern sie alle für ihn böse und grausam sind, fand mit der Zeit sehr anstrengend. Zumal er das nie hinterfragt, sondern selbst als er Rune näher kennenlernt, immer noch denkt, dass sie eine grausame Person sein muss, weil er selbst einmal eine Hexe falsch eingeschätzt hat.

Alles in allem wollte ich das Buch unbedingt mögen, schon alleine weil ich die Idee der Story echt gut fand, aber es hat mich nie so ganz fesseln können. Das liegt vor allem daran, dass ich das Gefühl hatte, dass weder das Setting noch die Charaktere so richtig lebendig werden, sie wirken vielmehr eher wie eine Kulisse, ein Bühnenbild, das sich immer wieder verändert, um neue Aspekte freizugeben, aber ebenso wie die Charaktere nicht wirklich mit der Geschichte wächst. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob ich den nächsten Teil lesen werde, vielleicht wenn ich in der richtigen Stimmung dafür bin, es ist allerdings kein Buch, was ich sehnsüchtig erwarte.

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Veröffentlicht am 27.04.2025

Vielversprechende Idee, die nicht ganz überzeugen kann

Die Skaland-Saga, Band 1 - A Fate Inked in Blood
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Die Gestaltung des Buches ist wirklich gelungen. Ich bin eigentlich nicht so ein großer Fan von Personen auf dem Cover, aber die Darstellung von Freya passt zum einen perfekt zu meiner Vorstellung von ...

Die Gestaltung des Buches ist wirklich gelungen. Ich bin eigentlich nicht so ein großer Fan von Personen auf dem Cover, aber die Darstellung von Freya passt zum einen perfekt zu meiner Vorstellung von ihr und zum anderen ist die Gestaltung sehr an die nordischen Mythen angelehnt, sodass Spielraum für die eigene Vorstellungskraft bleibt.

Die Story fand ich auf den ersten Blick sehr vielversprechend: Freya musste ihr Leben lang ihre Magie versteckt halten, da diese Teil einer mächtigen Prophezeiung ist. Doch als sie sie dann doch einsetzt, um sich zu verteidigen, wird der örtliche Jarl auf sie aufmerksam. Gemeinsam mit Freyas Macht will er Skaland vereinen und sich selbst zum König machen. Dazu heiratet er Freya, auch wenn diese nichts mehr will, als ihr Schicksal endlich selbst in die Hand zu nehmen. Doch sie hat nicht mit dem Sohn des Jarls gerechnet, denn Bjorn ist ebenfalls von den Göttern gesegnet und während er ihr beibringt, ihre Kräfte richtig einzusetzen, kommen sie sich näher. Doch er verfolgt eigene Ziele und Freya möchte nie wieder von Männern für deren Zwecke gespannt werden.

Ich war wirklich gespannt auf die Geschichte, weil ich die Kombination aus nordischer Mythologie und Fantasy unglaublich spannend fand, aber ich habe doch sehr lange gebraucht, um richtig in die Geschichte zu finden. Das liegt zum Teil auch am Schreibstil, der zwar nicht schlecht ist, mich aber auch nicht immer so richtig fesseln konnte. Ich konnte zu Beginn nicht so richtig festmachen, woran genau das lag, aber je länger ich gelesen habe, desto klarer wurde, dass ich oft ein bisschen Probleme hatte, mir die Welt so richtig vor Augen zu führen. Vielleicht liegt das daran, dass ich mich immer wieder gefragt habe, wie sehr man sich an realen historischen Gegebenheiten orientiert hat oder ob die Geschichte vollkommen in einer fantastischen Welt spielt. Das hat mich an manchen Stellen extrem frustriert, weil ich immer wieder das Gefühl hatte, nicht alle Regeln und Gesetze verstehen zu können. Es wäre zudem wirklich von Vorteil gewesen, hätte man die verschiedenen Götter zumindest nebenbei mehr erklärt. Dadurch hätte man einfach besser verstanden, welche Eigenschaften diejenigen erhalten haben, die von ihnen gesegnet wurden.

Auch bei den Charakteren bin ich etwas zwiegespalten. Ich mochte Freya eigentlich richtig gerne, aber ich habe ihre Handlungen oft nicht wirklich verstehen können. Immer wieder denkt sie darüber nach, wie sie am besten handeln könnte und tut dann wieder etwas ganz anderes. Zumal sie vor allem in Bezug auf Bjorn meistens gegen ihre Überzeugungen handelt und das hat mich ab einem gewissen Punkt wirklich genervt. Sie versucht immer, eine starke Protagonistin zu sein, um dann doch wieder komplett von den Männern um sich herum abhängig zu sein. Ich verstehe zwar, dass das den gesellschaftlichen Umständen geschuldet ist, aber ich fand es dennoch frustrierend. Bei Bjorn bin ich ebenso unentschieden. Ich mochte, wie sehr er sich für Freya einsetzt und sie immer zu unterstützen scheint, aber oft fand ich seine Handlungen doch sehr klar egoistisch motiviert.

Das war ein weiterer Punkt, den ich durchaus störend fand. Mir war sehr früh klar, in welche Richtung die Geschichte sich entwickeln würde und was am Ende passieren würde. Ich hatte die ganze Zeit gehofft, mich zu irren und dass doch noch etwas passiert, das mich überraschen würde, aber das war leider nicht der Fall. Vieles hat sich genauso entwickelt wie ich es erwartet habe und dadurch habe ich oft nur darauf gewartet, dass das ein oder andere Ereignis nun eintritt, sodass die Seiten dazwischen sich oft ein wenig gezogen haben.

Alles in allem wollte ich das Buch unbedingt mögen, aber so richtig hat das leider nicht geklappt. Der Schreibstil ist in Ordnung, fesselt mich aber nie so richtig, gleiches gilt für die Story, die nicht komplett ausgearbeitet scheint und die Charaktere, die nicht unsympathisch sind, aber mich nie vollkommen überzeugen können. Trotz des recht offenen Endes werde ich den zweiten Teil wohl nicht lesen.

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Veröffentlicht am 02.03.2025

Vielversprechende Story, die nicht vollkommen überzeugen kann

How To Kill a Guy in Ten Ways
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Ich bin bei dem Cover ehrlich gesagt ein wenig zwiegespalten. Es sieht mit den knalligen Farben und der stilisierten Hand mit dem Streichholz aus, als würde es direkt aus den 70er Jahren stammen. Ich persönlich ...

Ich bin bei dem Cover ehrlich gesagt ein wenig zwiegespalten. Es sieht mit den knalligen Farben und der stilisierten Hand mit dem Streichholz aus, als würde es direkt aus den 70er Jahren stammen. Ich persönlich mag diese Art von Gestaltung nur bei einer bestimmten Art von Buch und dieses gehört nicht dazu, allerdings passt die Darstellung durchaus zu der Geschichte.

Diese hat mich direkt gereizt: Millie Masters betreibt die Hilfe-Hotline Message M für junge Frauen in Not. Jeden Tag und vor allem am Wochenende hilft sie Frauen, die belästigt, unter Drogen gesetzt oder bedroht werden und bringt sie sicher nach Hause. Doch seit ihre Schwester in der Silvesternacht vergewaltigt wurde, scheint das alles nicht mehr genug zu sein. Sie will unbedingt den Täter ausfindig machen und für seine Tat bestrafen, schließlich gibt es viele Männer, die am nächsten Morgen einfach so weitermachen, als wäre nichts passiert. Als dann bei einer ihrer Rettungsaktionen etwas schief geht, stellt Millie fest, dass es endlich an der Zeit ist, Rache zu nehmen, an allen Männern, die sich verhalten, als gäbe es für sie keine Konsequenzen.

Ich war wirklich gespannt auf das Buch, weil ich diesen Zorn so gut verstehen konnte und mir die Idee gefiel, dass eine Frau einfach genug hat und das Recht in die eigene Hand nimmt. Leider konnte mich das Buch nicht so überzeugen, wie ich gehofft hatte. Das liegt in gewisser Weise auch an dem Schreibstil. Ich habe doch ein bisschen gebraucht, um vollständig in die Geschichte zu finden. Ich fand den Schreibstil vor allem zu Beginn wenig mitreißend und manchmal nahezu umständlich, sodass ich das Buch immer wieder weggelegt habe, ohne unbedingt weiterlesen zu wollen. Das wurde im Verlauf der Story etwas besser und vor allem zum Ende hin, wollte ich dann unbedingt wissen, was passiert ist und wie die Story ausgeht, aber bis zu diesem Punkt dauerte es leider eine ganze Zeit.

Mit Millie als Person hatte ich ein bisschen meine Probleme. Sie wirkte in einigen Situationen, selbst schon zu Beginn der Geschichte, von ihrer Umgebung und den Menschen um sie herum abgekapselt, als würde sie deren Gefühle gar nicht wahrnehmen. Es wird mit zunehmendem Verlauf des Buches immer klarer, warum das so ist und ich habe nach und nach ein besseres Verständnis für sie aufbauen können, aber auch bis zu diesem Punkt hat es eine ganze Zeit gedauert und dazu geführt, dass ich manchmal das Gefühl hatte, sie nicht richtig greifen zu können. Dabei konnte ich verstehen, warum sie sich für die Frauen einsetzt, zumal sie zu Beginn nur das tut, was getan werden muss, um die Frauen zu schützen und in Sicherheit zu bringen. Dabei verstehe ich den ersten Todesfall, der für mich auch eher ein Unfall, vielleicht auch Selbstverteidigung ist. Doch danach eskaliert es für mich zu schnell. Ja, diese Männer sind Spanner, übergriffig und zum Teil Vergewaltiger, aber Millie entwickelt sich für mich zu schnell zu einer Killerin, dafür dass sie so zuvor nicht gehandelt hat. Zumal sie sich erstaunlich wenige Gedanken darüber macht, was passiert, wenn sie geschnappt wird. Zu Beginn hat sie noch ein bisschen versucht, herauszufinden, was die Polizei und versteckt sich vorsichtshalber in ihrer Wohnung, aber selbst diese Phase dauert mir persönlich zu kurz. Mein Verständnis für Millies Handlungen war dann ganz vorbei, als sie jemanden tötete, der ihr nichts getan hat und der das auch nie vorhatte. Dass sie danach nicht Schluss macht oder ein gewisses Gefühl von Reue empfindet, zeigt nur, wie sehr sie sich schon von der Realität abgekapselt hat.

Alles in allem fand ich das Buch deutlich unbefriedigender als ich erwartet habe. Ich dachte eigentlich, dass ich es gut finden würde, wenn sich eine Frau mal fiktiv an all den Männern rächt, die sich einfach nehmen, was sie wollen und dabei keine Reue empfinden, aber das war so gar nicht der Fall. Vielleicht, weil sie so impulsiv handelt und zum Teil nicht genug plant, vielleicht weil es nicht immer nur Männer trifft, die es verdient haben, oder auch weil ich mich mit Millie nicht so verbunden gefühlt habe, wie ich es erwartet hätte. Dennoch mochte ich das Buch durchaus und habe es nach einer gewissen Anlaufzeit recht schnell durchlesen können, schon alleine weil ich wissen wollte, ob Millie gefasst wird oder ob sie es schafft, davon zu kommen.

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Veröffentlicht am 16.02.2025

Sympathische Charaktere, aber nicht überzeugender Schreibstil

Degrees of Engagement
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Die Gestaltung des Buches finde ich durchaus gelungen mit den hellen Blautönen und der Darstellung der Charaktere. Allerdings wäre es mir vermutlich nicht auf den ersten Blick aufgefallen, wenn ich die ...

Die Gestaltung des Buches finde ich durchaus gelungen mit den hellen Blautönen und der Darstellung der Charaktere. Allerdings wäre es mir vermutlich nicht auf den ersten Blick aufgefallen, wenn ich die Story nicht angesprochen hätte.

Diese hat mich direkt gereizt: Bianca Dimitriou hat es geschafft, sie hat ihren Doktorarbeit erfolgreich verteidigt und ihre Promotion endlich erreicht. Jahre harter Arbeit mit schlaflosen Nächten und Tagen voller intensiver Recherche liegen hinter ihr. Doch zu der Feier an ihrem großen Tag kommen weder ihre Familienmitglieder noch ihre engsten Freunde und das obwohl Bianca in den letzten Jahren bei jedem Junggesellenabschied, bei jeder Hochzeit und jeder Taufe war. Als dann als einziger ihr Kommilitone Xavier Brynes auftaucht, beschließt sie wütend und mehr als nur ein bisschen betrunken, ihre Verlobung mit ihm zu verkündigen, um zu sehen, wie ihre Liebsten auf diese Nachricht reagieren. Am nächsten Morgen sieht sich Bianca in ihrem Standpunkt bestätigt, nicht nur haben sich alle bei ihr gemeldet, sondern haben auch spontan eine Party zur Feier der Verlobung organisiert. Deswegen lässt sie es einfach noch ein bisschen länger laufen, zumal die Anziehung zwischen ihr und Xavier immer schon sehr stark war. Aber es ist immer klar, dass eine richtige Beziehung nie in Frage kam, schließlich reist er für seine Arbeit um die ganze Welt.

Ich fand die Idee des Buches wirklich vielversprechend, weil ich es spannend finde, wie sich die Protagonisten in dem akademischen Setting bewegen und was für sie nach dem Abschluss der Promotion passiert. Deswegen habe ich mich schon darauf gefreut, allerdings konnte mich die Story leider nicht so richtig überzeugen. Das lag auch an dem Schreibstil. Ich wusste oft nicht so richtig, aus welcher Sicht die Story gerade erzählt wird, weil es teilweise im Kapitel wechselt, für mich dieser Wechsel aber nicht immer deutlich war. Es mag sein, dass das nur im E-Book der Fall war, aber ich musste mich jedes Mal aufs Neue wieder zurecht finden und habe dadurch so meine Probleme gehabt, eine richtige Verbindung mit den Protagonisten aufzubauen.

Dabei wollte ich die beiden unbedingt mögen. Bianca ist ein starker Charakter, aber dabei immer sehr darauf bedacht, Rücksicht auf die Menschen um sich herum zu nehmen. Ihr sind ihre Freunde und ihre Familie extrem wichtig und sie ist immer da, um zusammen mit ihnen die wichtigsten Ereignisse in ihrem Leben zu feiern. Umso wütender war ich, dass es ihnen mit Bianca nicht so geht. Keiner ihrer Lieben taucht auf, um mit ihr zu feiern, dabei sollten sie eigentlich wissen, wie hart sie gearbeitet hat, um ihre Promotion abzuschließen. Ich habe allerdings nicht ganz die Logik dahinter verstanden, sie damit zu bestrafen, dass sie dann vorgibt, sich verlobt zu haben. Klar, sind ihre Familie und Freunde dann geknickt, dass sie die Feier dazu verpasst haben, aber Bianca macht ihnen ja dadurch nicht deutlich, dass es sie verletzt hat, dass ihr beruflicher Erfolg nicht so ernst genommen wird wie ein wichtiger Schritt im privaten Bereich. Vermutlich weil ich diesen Gedankengang zu keinem Zeitpunkt wirklich verstehen konnte, hatte ich auch so meine Probleme, die Charaktere verstehen zu können. Xavier mochte ich fast noch etwas lieber als Bianca, weil er ihre Grenzen immer akzeptiert und sie auf eine sanfte Art unterstützt, gleichzeitig aber immer bestimmt für sie einsteht. Deswegen ist auch ab den ersten Seiten klar, dass er diese Beziehung ernster nimmt als Bianca, obwohl auch sie sich schon immer für ihn geschwärmt hat. Er hingegen möchte einfach nur in dem Rahmen für sie da sein, wie sie es ihm erlaubt und solange sie es zulässt. Ich mochte ihre Dynamik deswegen recht gerne, weil sie zwar vorgeben, etwas vorzuspielen, aber in Wahrheit tatsächlich etwas füreinander empfinden. Es dauert allerdings mir persönlich sehr viel zu lange, bis sie endlich ehrlich zueinander sind, sodass ich zwischendurch fast schon ein wenig genervt davon war, dass beide immer wieder vermeiden, offen miteinander zu reden.

Alles in allem wollte ich die Geschichte unbedingt mögen, weil ich die Anlage des Settings wirklich gut fand, aber vor allem der Schreibstil konnte mich ab den ersten Seiten nie überzeugen. Auch die Story als solche hatte für mich immer wieder ein paar Ungereimtheiten, worüber auch die wirklich sympathischen Charaktere nicht hinwegtäuschen konnten.

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Veröffentlicht am 03.10.2024

Cosy Geschichte, die gut zum Herbst passt

Spellshop
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Das Cover gefällt mir zwar gut, ich muss aber auch sagen, dass es keines wäre, das mir auf den ersten Blick aufgefallen wäre. Dabei passt es nahezu perfekt zu der Geschichte, ohne zu viel zu verraten. ...

Das Cover gefällt mir zwar gut, ich muss aber auch sagen, dass es keines wäre, das mir auf den ersten Blick aufgefallen wäre. Dabei passt es nahezu perfekt zu der Geschichte, ohne zu viel zu verraten. Der Eingang zu Kielas Cottage ist perfekt getroffen und fängt die eher verträumte, idyllische Stimmung wunderbar ein.

Dies beschreibt die Geschichte ebenfalls schon recht gut: Kielas ganze Welt sind Bücher, mit menschlichen Interaktionen hingegen hat sie so ihre Schwierigkeiten, deswegen arbeitet sie als Bibliothekarin in der größten Bibliothek in der Hauptstadt des Landes. Doch als Revolutionäre die Stadt angreifen und die Bibliothek plündern, muss sie fliehen. Zusammen mit dem sprechenden Spinnenkraut Caz und einigen geretteten Zauberbüchern macht sie sich auf den Weg zu der abgelegenen Insel Caltrey, auf der sie aufgewachsen ist. Dort, fernab von den Umstürzen in der Hauptstadt, richtet sie sich das alte Cottage ihrer Eltern wieder her und freundet sich nach und nach mit den Bewohnern des kleinen Dorfes an. Vor allem mit Larran, dem Seepferdzüchter, der direkt nebenan wohnt, schafft es immer wieder, sie aus ihrem Schneckenhaus zu holen. Doch das Leben auf der Insel ist hart: Ernten bleiben aus, es gibt nicht mehr genügend Fische und die Menschen ziehen weg. Zum Glück gibt es in den Büchern, die Kiela vor dem Feuer retten konnte, allerlei Zaubersprüche, die richtig angewendet, das Leben aller erleichtern kann. Es ist allerdings strengstens verboten, diese anzuwenden.

Der Schreibstil des Buches gefällt mir wirklich gut. Sarah Beth Durst hat eine wunderbar leichte, entspannte Art, ihre Geschichte zu erzählen, die zu der cosy Stimmung des Buches beiträgt. Bei einem Großteil des Buches gefällt mir das sehr gut und es passt auch perfekt zu der Art der Geschichte, aber bei spannenderen, dramatischeren Ereignissen wirkt es dann plötzlich fehl am Platz und sorgt dafür, dass die Spannung zumindest bei mir nicht richtig ankommt.

Die Story gefiel mir vor allem zu Beginn wirklich gut. Ich mochte die ruhige, entspannte Atmosphäre, die perfekt zu einem regnerischen Herbsttag passt, den man auf der Couch verbringt. Ich mochte die Schilderungen von Kielas Ankunft in Caltrey und wie sie nach und nach auf die Menschen um sich herum zugeht und neue Freunde findet. Allerdings hat es mich schon am Anfang irritiert, dass selbst die spannenden, sich nahezu überschlagenden Ereignisse her nüchtern geschildert werden. Sie wirken dadurch fast schon undramatisch und ich habe zu Beginn ein paar mal überlegt, ob Kiela mit ihrer Flucht vielleicht ein bisschen überreagiert hat. Erst wenn sie mehr über die Revolution und die damit verbundenen Geschehnisse nachdenkt, wird deutlich, was alles passiert ist. Es hat vermutlich auch viel damit zu tun, dass sie durch ihre Arbeit in der Bibliothek sehr isoliert von der Welt um sich herum ist und sich dadurch der Gefahr gar nicht richtig bewusst ist. Dennoch sorgte es bei mir ein bisschen dafür, dass die Geschichte, obwohl sie eigentlich durchaus spannende Elemente hatte, ein bisschen so vor sich hinplätscherte.

Das hätte mich nicht so sehr gestört, wenn die Charaktere für die notwendige Tiefe gehabt hätte, aber ich habe selbst bei Kiela sehr lange gebraucht, um sie erfassen zu können. Dabei mochte ich die durchaus. Ich fand es sehr nachvollziehbar, dass es ihr schwer fällt, mit Menschen zu interagieren, schließlich musste sie das durch ihre Arbeit in der Bibliothek auch nicht. Deswegen war es für sie dann auch immer wieder schwierig, dieses einsiedlerische Verhalten auf der Insel abzulegen und genau das sorgt immer wieder für lustige Situationen. Ich konnte ihre Überforderung in Bezug auf die Dorfbewohner sehr gut nachvollziehen und musste immer wieder lachen, wenn sie sich fragt, was zur Hölle sie da gerade zugesagt oder entschieden hat. Gleichzeitig fand ich es aber auch schön, wenn sie feststellt, dass ihr diese Menschen etwas bedeuten und dass sie dem Dorf unbedingt helfen will. Dennoch habe ich ihren Charakter nicht immer verstehen können, weil ich sie einerseits teilweise sehr naiv fand, sie dann aber auch immer wieder absolut rational und praktisch handeln kann. So kann sie ohne Probleme ein Segelboot bis nach Caltrey steuern, was ein ganzes Stück von der Hauptstadt entfernt sein muss, verzweifelt aber daran, einen Ofen anzuzünden, weil sie nicht auf die Idee kommt, dass der Schornstein zusitzen könnte. Ich konnte sie deswegen nicht so ganz greifen, weil ich nie wusste, was ihr liegt und was ihr schwerfallen könnte. Ähnlich ist es mit den anderen Personen. Auch diese mochte ich größtenteils und fand die Anlage der Charaktere auch durchaus spannend, aber ich hatte nie das Gefühl, sie richtig kennenzulernen.

Alles in allem hatte das Buch sehr viel Potenzial, vor allem weil der Schreibstil das wunderbar cosy Gefühl des Buches schön unterstreicht. Allerdings konnte mich die Story nie so komplett fesseln und obwohl ich die Charaktere mochte, konnte ich sie nie so richtig in mein Herz schließen.

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