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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.08.2025

Tolles Manga mit Manko

Monster & Ghost 1
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Mit "Monster & Ghost" startet eine berührende Boys-Love-Serie, die nicht auf schnellen Nervenkitzel, sondern auf tiefe Emotionen und charakterliche Entwicklung setzt. Im Mittelpunkt steht Tsubaki Koton: ...

Mit "Monster & Ghost" startet eine berührende Boys-Love-Serie, die nicht auf schnellen Nervenkitzel, sondern auf tiefe Emotionen und charakterliche Entwicklung setzt. Im Mittelpunkt steht Tsubaki Koton: ein junger Mann, der als „Monster“ gefürchtet wird und sich hinter einer harten Schale verschanzt. Doch mit dem plötzlichen Auftauchen des rätselhaften Kabuto Yuki, einem Geist mit sanftem Blick und feinem Gespür für Menschen, beginnt sich Tsubakis Welt zu verändern.

Die Geschichte überzeugt mit einer ruhigen, aber intensiven Atmosphäre. Kabutos übernatürliche Präsenz bringt nicht nur Spannung in die Handlung, sondern erlaubt auch einen sensiblen Zugang zu Themen wie Einsamkeit, Selbstakzeptanz und Vertrauen. Die zarten Gefühle zwischen Geist und Mensch entfalten sich langsam und glaubwürdig – perfekt für alle, die sich eine Lovestory mit Tiefgang wünschen.

Die Zeichnungen sind detailreich und ästhetisch, insbesondere die Augen- und Lichtdarstellungen verleihen dem Manga einen fast schon träumerischen Touch. Das Spice-Level bleibt bewusst niedrig, was den Fokus umso mehr auf das emotionale Band zwischen den Figuren legt. Was mich jedoch sehr störte ist die Darstellung von Kabuto mit spitzen Zähnen.

Auch hier trumpft die 1. Auflage mit einer hochwertig gestaltete SNS Card. Die Serie ist noch nicht abgeschlossen – man darf also gespannt sein, wie es mit Tsubaki und Kabuto weitergeht.

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Veröffentlicht am 05.08.2025

Herrlich verrückt

Boyfriends 1
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Mit "Boyfriends" startet ein herrlich bunter, verrückter und emotional überraschend tiefgründiger Webtoon, der nicht nur durch seine LGBTQ+-Repräsentation, sondern auch durch Humor und Wärme begeistert. ...

Mit "Boyfriends" startet ein herrlich bunter, verrückter und emotional überraschend tiefgründiger Webtoon, der nicht nur durch seine LGBTQ+-Repräsentation, sondern auch durch Humor und Wärme begeistert. Die Geschichte ist nicht einfach und gewöhnungsbedürftig, aber die verschiedenen Episoden sind auf liebevolle Art lustig und tiefgründig. Eine Story die aber dennoch nicht sofort ans Herz geht.

Im Mittelpunkt stehen vier grundverschiedene Studenten: Jock, der sportliche und herzliche Typ mit dem großen Herzen, Goth, still und geheimnisvoll mit einer tiefgründigen Ader, Nerd, klug, schüchtern und herrlich unbeholfen, sowie Prep, stilbewusst, selbstbewusst und ein klein wenig überdreht. Was sie eint, ist die Suche nach Liebe – oder besser gesagt: der Wunsch, eine Beziehung zu viert zu führen.

In dieser ungewöhnlichen, aber zutiefst herzerwärmenden Konstellation erleben sie gemeinsam das Auf und Ab des Datinglebens: von Eifersucht, Unsicherheiten und ersten Annäherungen bis hin zu Vertrauen, Intimität und Selbstakzeptanz. Dabei bleibt der Ton der Geschichte stets leichtfüßig und humorvoll, verliert aber nie die emotionale Tiefe aus den Augen.

Das Besondere dieses Webtoons ist die grafische Umsetzung. Die Zeichnungen sind nicht jedermanns Stil und teilweise sehr oberflächlich gezeichnet. Der Band ist komplett in Farbe, was wiederum ein großer Pluspunkt ist. Die Zeichnungen sind grundsätzlich schon sehr süß, jedoch haben sie mich nicht überzeugt. Durch die oberflächliche Zeichnungen gehen doch viele Emotionen unter, welche die Geschichte aber bräuchte.

Der Webtoon ist auf vier Bände abgeschlossen und eignet sich hervorragend für Leser*innen ab 16 Jahren. Ein besonderes Extra für Fans: Die erste Auflage enthält einen exklusiven Stickerbogen, der das Ganze auch optisch abrundet.

„Boyfriends – Band 1“ ist eine queere Feel-Good-Story mit viel Charme und einer guten Portion Humor.

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Veröffentlicht am 15.07.2025

Ein tolles Buch mit einigen Abstrichen

Onigiri
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"Onigiri" erzählt eine stille, melancholische Geschichte über Herkunft, Erinnerung und die schwierige Nähe zwischen Mutter und Tochter. Yuko Kuhn verbindet dabei deutsche und japanische Lebenswelten auf ...

"Onigiri" erzählt eine stille, melancholische Geschichte über Herkunft, Erinnerung und die schwierige Nähe zwischen Mutter und Tochter. Yuko Kuhn verbindet dabei deutsche und japanische Lebenswelten auf feinfühlige Weise. Da ich erst vor kurzen in Japan war, war dieses Buch für mich ein Muss. Doch leider hat die Geschichte mich nicht zu 100% mitgenommen und war stellenweise enttäuscht. Die Handlung entfaltet sich leise und lebt weniger von großen Ereignissen als von kleinen Gesten, Stimmungen und inneren Entwicklungen.

Die Grundidee eine Reise nach Japan, auf der sich familiäre Wunden öffnen und heilen klingt erstmal gut, allerdings verspricht der Klappentext mehr als der Inhalt. Die einzelne Szenen, vor allem die mit der demenzkranken Mutter im alten Elternhaus, sind wirklich bewegend. Auch sprachlich hat das Buch schöne, ruhige Passagen, die zum Nachdenken anregen. Dennoch wirkt der Roman stellenweise langatmig und zusammengestückelt. Manche Figuren bleiben blass, und gelegentlich wünscht man sich mehr Spannung oder Tiefe in den Konflikten. Die emotionale Wucht, die das Thema eigentlich mit sich bringt, verpufft manchmal in der sehr zurückhaltenden Erzählweise.

"Onigiri" ist ein ruhiges, gefühlvolles Buch, welches seine Momente hat. Allerdings hat es für mich nicht ganz die emotionale Tiefe erreicht, welche ich mir vorgestellt habe.

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Veröffentlicht am 29.04.2025

Tolle Idee mit einigen Schwächen

Dark Labyrinth – Gefährliches Verlangen
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"Dark Labyrinth" von Adrianne May bietet eine spannende Grundidee und ein düster-verlockendes Setting, das Fantasy-Fans neugierig macht. Die Geschichte startet sofort mit einem Mysterium: Die Protagonistin ...

"Dark Labyrinth" von Adrianne May bietet eine spannende Grundidee und ein düster-verlockendes Setting, das Fantasy-Fans neugierig macht. Die Geschichte startet sofort mit einem Mysterium: Die Protagonistin Sadaré erwacht ohne Erinnerung auf einem spiegelglatten, schwarzen Boden und begegnet kurz darauf dem geheimnisvollen Daemon Daesra, der sie zu kennen scheint – und sie abgrundtief zu hassen behauptet.

Der Einstieg ist atmosphärisch dicht und erzeugt sofort eine bedrückende, spannende Stimmung. Das Konzept eines tödlichen Labyrinths als Prüfung der Götter ist faszinierend und sorgt für eine ständige Bedrohung, die für Spannung sorgt. Auch die Dynamik zwischen Sadaré und Daesra – ein Wechselspiel aus Anziehung, Misstrauen und unterschwelliger Gefahr – ist interessant angelegt.

Allerdings bleibt die Figurenentwicklung insgesamt etwas oberflächlich. Sadarés Identitätskrise wird zwar thematisiert, aber ihre emotionale Tiefe und die Entwicklung ihrer Beziehung zu Daesra hätten stärker und differenzierter herausgearbeitet werden können. Besonders in der Mitte des Buches schleichen sich einige Längen ein, in denen sich die Handlung wiederholt und der Fortschritt im Labyrinth eher schleppend wirkt.

Adrianne Mays Schreibstil ist insgesamt flüssig und leicht zu lesen, gelegentlich jedoch etwas zu einfach, wodurch einige der dramatischeren Szenen an Wirkung verlieren.

"Dark Labyrinth" ist eine solide Fantasy-Geschichte mit einem faszinierenden Setting und einer interessanten Ausgangssituation, welche jedoch im Verlauf der Story schwächelt.

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Veröffentlicht am 18.04.2025

Eine Artus-Saga

The Bright Sword
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Mit "The Bright Sword" wagt sich Lev Grossman an einen der ganz großen Mythen der Literatur und erzählt die Artus-Saga einmal anders. Uns erwartet nicht ein glanzvolles Heldenspektakel, sondern ein melancholischer, ...

Mit "The Bright Sword" wagt sich Lev Grossman an einen der ganz großen Mythen der Literatur und erzählt die Artus-Saga einmal anders. Uns erwartet nicht ein glanzvolles Heldenspektakel, sondern ein melancholischer, ruhiger Neuanfang mit den vergessenen Gestalten der Tafelrunde. Die Idee hat mich von Anfang an überzeugt, aber die Umsetzung ist leider etwas wackelig Über weite Strecken ist die Geschichte gelungen, auch wenn das Tempo manchmal etwas darunter leidet. Leider konnte ich aber auch einigen Passagen gar nichts abgewinnen und fand sie sehr langweilig.

Im Zentrum steht Collum, ein junger Ritter, der Camelot erreichen will – doch als er ankommt, ist alles vorbei: Der König ist tot, die Tafelrunde zerschlagen, die Welt im Chaos. Was bleibt, sind nicht Lancelot und Gawain, sondern Außenseiter wie Sir Palomides, Sir Dagonet (Artus’ ehemaliger Hofnarr) und die zwielichtige Zauberin Nimue. Gemeinsam machen sie sich daran, etwas aufzubauen, wo nur noch Trümmer sind.

Grossmans Stil ist ruhig und atmosphärisch. Wer sich Action im klassischen Fantasy-Stil oder große magische Schlachten erhofft, könnte enttäuscht werden. Die Stärke des Romans liegt in den leisen Tönen: in den gebrochenen Figuren, in den inneren Konflikten, in der Frage, was es eigentlich bedeutet, wenn die Legende vorbei ist und das echte Leben beginnt.

"The Bright Sword" ist eine ruhige, nachdenkliche Fantasy, der viele Highlights, aber auch einige Tiefen hat.

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