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Veröffentlicht am 01.05.2025

zwiegespalten

Blood of Hercules
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"Blood of Hercules - Berühre sie und stirb" von Jasmine Mas wird als düstere Romantasy mit Blut, Spice und Tränen beworben. Es ist der erste Band der Villains of Lore Reihe. Die Geschichte spielt im Setting ...

"Blood of Hercules - Berühre sie und stirb" von Jasmine Mas wird als düstere Romantasy mit Blut, Spice und Tränen beworben. Es ist der erste Band der Villains of Lore Reihe. Die Geschichte spielt im Setting der griechischen Mythologie, wenngleich sich nicht an die bisherigen Mythen und Sagen hält, sondern Zugehörigkeiten und Verbindungen durcheinander bringt. Vorwissen um die griechische Mythologie bringt einen hier eher durcheinander.

Ich habe das Buch in kürzester Zeit ausgelesen und hatte auch wirklich viel Freude dabei. Andererseits habe ich einige Kritikpunkte an dem Buch. Alexis ist eine interessante Protagonistin, die in ihrem Leben ausschließlich Leid erfahren hat. Andererseits ist sie seltesam unreflektiert und wirkt dadurch sehr naiv. Sie hat goldene Haut, ihr Bruder gelbe Augen - anscheinend vollkommen normal in der (hier sehr dystopischen) Welt der Menschen, denn sie macht sich darüber nie Gedanken und nimmt es als gegeben hin. Sie kann mit einer für anderen nicht wahrnehmbaren Schlange sprechen - auch vollkommen normal und keinen weiteren Gedanken wert. Auch im weiteren Verlauf wirkt Alexis in ihrer Darstellung recht flach und ich hätte mir mehr Facetten gewünscht. Bei einem Buch mit über 600 Seiten wünsche ich mir Charakterentwicklung - ich hoffe dann nun auf diese im kommenden Band. Dennoch hat mir ihr trockener Humor gut gefallen. Auch die Nebencharaktere wirken bisher eher eindimensional, auch hier wünsche ich mir mehr Komplexität, die auch schon teils angekündigt wurde oder ganz sachte durchschien.

Die Handlung zog sich auf den ersten Seiten etwas, beim Ankommen in der spartanischen Welt nahm sie dann jedoch Fahrt auf. Knochenbrüche, Blut und Sterben ziehen sich weiter durch die Handlung wie ein roter Faden, es ist wirklich sehr düster - und dann auch wieder nicht. Der Schrecken wird durch die Regenerationsfähigkeiten bagatellisiert. Die angekündigte Romantasy haben ich nicht so recht finden wollen, es wurde vorab jedoch auch angekündigt, dass sich im ersten Band der Romance zunächst genährt wird. Es gibt eine explizit spicy Szene, die ich irgendwie deplatziert und nicht zum Kontext passend empfunden habe, consent war auch nur so halb vorhanden - auch hier erwarte ich für den kommenden Band mehr.

Schreibstil und Sprache, in Übersetzung durch Julia Schwenk und Kira Wolf-Marz haben mir hingegen sehr gut gefallen. Das Buch hat sich sehr flüssig und zügig lesen lassen, die moderne Sprache und der trockene Witz haben mir gut gefallen. Ich war sofort in der Story drin und konnte mir die beschriebenen Szenerien gut vorstellen.

Das Buch lässt mich im Endeffekt vollkommen zwiegespalten zurück: Ich finde die Story und Charaktere haben klare Schwächen und sind teils wirklich diskussions- und fragwürdig. Andererseits hatte ich viel Spaß beim Lesen und habe die Story dennoch gern verfolgt und konnte mich voll in ihr verlieren - ich sollte nur nicht zu viel darüber nachdenken.

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Veröffentlicht am 14.04.2025

Familiengeschichte

Bis die Sonne scheint
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"Bis die Sonne scheint" von Christian Schünemann hat mich vor allem durch den Klappentext - eine Familiengeschichte mit Hindernissen - neugierig gemacht. Der Klappentext verspricht eine ernste, aber auch ...

"Bis die Sonne scheint" von Christian Schünemann hat mich vor allem durch den Klappentext - eine Familiengeschichte mit Hindernissen - neugierig gemacht. Der Klappentext verspricht eine ernste, aber auch humorvolle und ironische Erzählung.
Im Endeffekt war die Geschichte dann nicht ganz, was ich erwartet habe, aber dennoch eine angenehme, die mich nicht gelangweilt hat. Erst zum Ende des Buches ist mir durch das Nachwort bewusst geworden, dass sie zumindest in Teilen autobiografisch ist.
Mich hat am ehsten der angenehme und flüssige Schreibstil durch das Buch getragen und auch die facettenreiche Betrachtung der Familie. Dabei waren für mich tatsächlich inbesondere die Rückblenden in das Leben der Großeltern des Protagonisten spannend.
Die Haupt-Story war etwas träge und ging gemächlich voran, war jedoch nicht einschläfernd oder langweilig. An vielen Punkten habe ich mit dem Kopf geschüttelt, habe Entscheidungen nicht nachvollziehen können und mich gewundert. Somit war ich emotional auf jeden Fall in die Handlung verstrickt.
Insgesamt habe ich das Buch gern gelesen, vor allem wegen des angenehmen Schreibstils des Autors und den Rückblicken in die Vergangenheit. Die eigentliche Handlung konnte mich nur bedingt überzeugen, war aber auch angenehm zu lesen...

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Veröffentlicht am 11.04.2025

Lebenswege

Was wir sind
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"Was wir sind" von Anna Hope ist in der Hörbuchfassung von Julia Meier gesprochen. Ich höre Hörbücher meist in einer schnelleren Geschwindigkeit, bei diesem Buch beinahe in doppelter Geschwindigkeit. Mir ...

"Was wir sind" von Anna Hope ist in der Hörbuchfassung von Julia Meier gesprochen. Ich höre Hörbücher meist in einer schnelleren Geschwindigkeit, bei diesem Buch beinahe in doppelter Geschwindigkeit. Mir sind Hörbücher meist zu langsam eingesprochen. Die Stimme der Sprecherin kann ich daher nur bedingt einschätzen, aber auch bei höherer Geschwindigkeit war diese noch sehr angenehm zu hören. Betonungen kamen gut heraus und haben den Inhalt unterstützt. Aber auch in erhöhter Geschwindigkeit hat mir Meiers Stimme gut gefallen.
Die Handlung stellt abwechselnd die Perspektiven aller drei Protagonistinnen (Hannah, Cate und Lissa) in den Fokus. Dabei springt die Handlung zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit, bildet so eine langjährige Freundschaft und Charakterentwicklungen ab. Ich hätte mir dabei gewünscht noch mehr Hintergründe und Rückblenden zur frühen Freundschaft der drei Frauen zu lesen - in der Gegenwart lässt sich nur erahnen,w as die drei früher geeint hat. Dennoch hat für ein grundlegend gutes Verständnis der Story nichts gefehlt. Alle drei Freuen sind facettenreich dargestellt, dabei unterscheiden sich die Charaktere maßgeblich voneinander und sind allesamt individuell gezeichnet. Das gefällt mir gut und hilft bei der besseren Unterscheidung der einzelnen Handlungsstränge. Ich habe allerdings zu keiner der Dreien eine besondere Sympathie, jedoch auch keine Antipathie entwickelt - im Grunde sind mir alle drei Protagonistinnen im Verlauf der Handlung etwas fremd und fern geblieben. Daher habe ich die Geschehnisse mit einer entfernten Neutralität aufgenommen, konnte nicht emotional erreicht werden.
Die angesprochenen Themen sind realistisch und nachvollziehbar, die Auseinandersetzung damit hat mir jedoch nicht immer gefallen. Teils fand ich die Überlegungen zu platt und klischeebehaftet, teils waren sie jedoch auch überraschend und erfrischend. Insgesamt hätte ich mir etwas mehr Tiefgang und weniger Stereotype gewünscht. Dennoch habe ich das Hörbuch gern gehört und die Entwicklung der drei Frauen verfolgt, es wird jedoch nicht lang im Kopf bleiben.

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Veröffentlicht am 06.03.2025

In einem Zug

In einem Zug
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"In einem Zug" von Daniel Glattauer ist in der Hörbuchfassung von Christian Berkel gesprochen. Ich höre Hörbücher meist in einer schnelleren Geschwindigkeit, bei diesem Buch beinahe in doppelter Geschwindigkeit. ...

"In einem Zug" von Daniel Glattauer ist in der Hörbuchfassung von Christian Berkel gesprochen. Ich höre Hörbücher meist in einer schnelleren Geschwindigkeit, bei diesem Buch beinahe in doppelter Geschwindigkeit. Mir sind Hörbücher meist zu langsam eingesprochen. Die Stimme des Sprechers kann ich daher nur bedingt einschätzen, aber auch bei höherer Geschwindigkeit war diese noch sehr angenehm zu hören. Betonungen kamen gut heraus und haben den Inhalt unterstützt. Aber auch in erhöhter Geschwindigkeit hat mir Berkels Stimme gut gefallen.
Die grundlegende Handlungsprämisse ist zunächst simpel: zwei Menschen sitzen gemeinsam im Zug und kommen miteinander ins Gespräch - für knapp 4 Stunden von Wien nach München. Das Gespräch wird geführt von einem renommierten Autor für Liebesromane und einer Psychotherapeutin. Das Thema: Liebe.
Dieses Setting gefällt mir grundlegend gut, jedoch ist es durchaus auch zügig auserzählt und benötigt daher ein spannendes Innenleben, was die Story mit Leben füllt. Das ist in diesem Buch teils gut, teils weniger gut gelungen. Die Dialoge zwischen Brünhofer und Meyr sind pointiert und humorvoll, werden mit Verlauf des Buches jedoch platter und repetitiv. Zwischendurch habe ich beim Hören abgeschalten und musste zurück spulen, um erneut zu hören, was ich verträumt hatte. Glücklicherweise gelingt es noch einen Twist in die Handlung einzubauen, so dass die Bahnhfahrt nicht all zu ermüdend ist. Dennoch hat dieses Buch zwischenzeitlich deutlich Längen. Der Twist war für mich in der Form zwar nicht vorhersehbar, aber auch nicht wirklich authentisch. Nichtsdestotrotz konnte er mich das Buch mit gutem Gefühl abschließen lassen.
"In einem Zug" hat mich vor allem durch pointierte Beobachtungen positiv überraschen, durch fehlende Tiefe und Langatmigkeit jedoch gleichermaßen ermüden können. Ein nettes Buch für zwischendurch, was mir vermutlich nicht lang im Gedächtnis bleiben wird.

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Veröffentlicht am 26.02.2025

Kurzschluss

Wackelkontakt
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Die Prämisse dieses Buches hat mich schon beim Lesen des Klappentextes neugierig gemacht: Eine Geschichte in einer Geschichte in einer Geschichte in einer Geschichte.... Die Verknüpfung der beiden Storylines, ...

Die Prämisse dieses Buches hat mich schon beim Lesen des Klappentextes neugierig gemacht: Eine Geschichte in einer Geschichte in einer Geschichte in einer Geschichte.... Die Verknüpfung der beiden Storylines, die über einander in Büchern lesen ist ein wirklich spannendes Konzept, auf dessen Umsetzung ich sehr gespannt war.
So richtig warm bin ich zunächst aber nicht mit diesem Buch geworden: die ersten 100 Seiten haben sich für mich sehr zäh und langatmig angefühlt, ich musste mich regelrecht durch die Handlung hindurch kämpfen. Das liegt vor allem auch Protagonist Escher, zudem ich die gesamte Handlung hinweg keinen Draht aufbauen konnte. Erst mit fortschreitender Handlung und zunehmender Verstrickung der beiden Handlungsstränge ineinander hat mich das Buch mitnehmen können. Da war ich froh bis zu diesem Punkt ausgehalten zu haben. Zum Ende des Buches war mir die Story-Entwicklung dann leider etwas zu platt und konnte mich auf erzählerischer Ebene nicht mehr mitnehmen.
Dennoch habe ich das Buch insgesamt gern gelesen - es war eine gute Unterhaltung, die bei mir vor allem durch den ungewöhnlichen Aufbau punkten konnte. Der Schreibstil war für mich gewöhnungsbedürftig, dann jedoch im Verlauf zunehmend flüssig zu lesen. Die Entwicklung der Story und Charakterdarstellung hat nicht meinen Geschmack treffen können.

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