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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.06.2025

Wahnsinniger Psychothriller!

Das perfekte Kind
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Christopher und Hannah arbeiten beide sind schon lange zusammen und wünschen sich nichts sehnlicher als ein gemeinsames Kind. Ihre Arbeit im städtischen Krankenhaus macht die beiden zwar glücklich, aber ...

Christopher und Hannah arbeiten beide sind schon lange zusammen und wünschen sich nichts sehnlicher als ein gemeinsames Kind. Ihre Arbeit im städtischen Krankenhaus macht die beiden zwar glücklich, aber erfüllt sie nicht komplett. Dann schlägt das Schicksal zu und ein sechsjähriges Mädchen taucht im Krankenhaus auf. Stark verwahrlost und hilfsbedürftig hat Christopher direkt einen ganz besonderen Draht zu Janie. Trotz Janies Zustand, der vor allem psychisch noch kaum zu erahnende Ausmaßen hat, entscheiden sich die beiden, Janie zu adoptieren. Eine Entscheidung, die ihr Leben sehr schnell verändern wird und Janies Vergangenheit droht sie zu zerbrechen.

Das perfekte Kind von Lucinda Berry konnte mich auf der psychischen regelrecht Ebene begeistern und man merkt, dass die Autorin auf diesem Gebiet gut bewandert ist. Vor allem Hannahs Entwicklung fand ich wahnsinnig intensiv und eindrücklich und auch Janie fand ich super spannend gezeichnet.

Inhaltlich kann das Buch aber nicht mit künstlichen Spannungsbogen auftrumpfen. Schnell ist klar, wohin die Reise gehen wird. Das hat für mich die Lese’freude’ aber nicht gemindert, denn wie gesagt, auf der Ebene der Psyche konnte mich das Buch beeindrucken und durch die Seiten peitschen.

Am Ende gibt es für mich nur zwei Kritikpunkte, die Handlungen mancher Charaktere waren für mich nicht stimmig oder nachvollziehbar. Ein genaueres erläutern würde an dieser Stelle jedoch Spoilern und am Ende blieb für mich eine entscheidende Frage offen, die aber auch nicht ‚absichtlich‘ offengelassen wirkt und mich daher doch etwas stört.

Dennoch kann ich Das perfekte Kind jedem empfehlen, der Psychothriller interessant findet. Denn genau das bekommt man hier von der ersten bis zur letzten Seite geboten. Wer Spannungsthriller mit vielen Twists liebt, der wird an dieser Stelle eher enttäuscht sein.

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Veröffentlicht am 30.05.2025

Sternenstaub

Atmosphere
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Joan Goodwins größte Leidenschaft und Liebe gilt den Sternen. Sie unterrichtet als Professorin Astrophysik an einer Universität. 1980 soll sich ihr Leben entscheidend verändern, als sie sich für das Space-Shuttle-Programm ...

Joan Goodwins größte Leidenschaft und Liebe gilt den Sternen. Sie unterrichtet als Professorin Astrophysik an einer Universität. 1980 soll sich ihr Leben entscheidend verändern, als sie sich für das Space-Shuttle-Programm bei der NASA bewirbt und angenommen wird. Joan kommt ihrem Traum, dem Flug ins All, immer näher und plötzlich geschieht auf der Erde etwas, das sie nie erwartet hätte: Sie begegnet einem Menschen, der ihre wahre Liebe entfacht und ihr Universum verschiebt.

Der Einstieg in Atmosphere von Taylor Jenkins Reid fiel mir nicht ganz so leicht. Das lag vor allem an den unglaublich vielen Namen, die zu Beginn in die Geschichte eingeführt wurden und mal komplett benannt, an anderer Stelle jedoch nur noch mit Spitznamen erwähnt wurden. Eigentlich keine Sache, die mir übermäßig Probleme macht, allerdings im Verbund mit den Fachbegriffen der Astronautenszene gab es zwischenzeitlich doch den ein oder anderen Knoten in meinem Kopf. Bis der Punkt kam, an dem ich zumindest die wichtigen Charaktere gut zuordnen und mich dadurch immer mehr in die Geschichte einfinden konnte.

Joan fand ich von Beginn an eine spannende Protagonistin. Eine Frau, die viele Fähigkeiten hat, diese aber selbst nicht wahrnimmt und sich generell scheinbar wenig mit ihrem Innenleben beschäftigt. Dennoch steht sie mit beiden Beinen fest im Leben und wirkt zu keiner Zeit unglücklich, nur eben noch nicht ganz angekommen. Ich mochte die besondere Beziehung zu ihrer Nichte Frances, aber auch die Beziehung zu ihrer Schwester, die auf eine andere Weise ganz besonders war.

Als Leser:in merkt man schnell, wohin die Geschichte sich bewegen wird und dennoch habe ich die Entwicklung Joans und den Weg bis zur Selbsterkenntnis total gerne gelesen. Es war absolut unaufgeregt, nicht ereignisreich und dadurch extrem authentisch und lebensnah und das obwohl das sonstige Setting kaum weiter weg vom eigenen Leben sein könnte.

Die Gefühle der Astronautin Joan und ihrer zahlreichen Kolleg:innen konnten super transportiert werden und ich mochte die Einblicke in das Leben einer (baldigen) Astronautin. Auch wenn die Autorin dieses Leben nicht selbstgeführt hat, so wirkte es dennoch als könnten genau diese Gefühle, Gedanken und Erlebnisse das Leben der Menschen prägen. Einblicke, die für mich interessant zu lesen waren und mich in eine ganz andere Welt verfrachtet haben. Eine Welt, die bis vor kurzem gedanklich für mich absolut uninteressant waren. Nicht, dass ich das Universum nicht interessant fand, aber für mich war die Erde schon groß genug und der Entdeckungsdrang dieser genügte mir. Nach dem Roman kann ich jeden verstehen, der noch mehr sehen will und die Erde aus einer ganz anderen Perspektive sehen möchte.

Ein ruhiger Roman über die (Selbst-)Liebe und Findung, angeborene, aber auch gefundene Familie, das Leben und über die Welt im großen und ganzen, aber auch die Welt, die sich nur für das Individuum dreht.

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Veröffentlicht am 20.05.2025

Gestohlene Erinnerungen

Thirteen Witches - Die Erinnerungsdiebin
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Rosie kennt die Liebe ihrer Mutter nicht, ständig verhält sie sich abweisend gegenüber Rosie. Dann stößt Rosie jedoch auf ein Buch über dreizehn Hexen und erkennt mit Hilfe des Geistes Ebb, dass ihrer ...

Rosie kennt die Liebe ihrer Mutter nicht, ständig verhält sie sich abweisend gegenüber Rosie. Dann stößt Rosie jedoch auf ein Buch über dreizehn Hexen und erkennt mit Hilfe des Geistes Ebb, dass ihrer Mutter sämtliche schönen Erinnerungen von einer Hexe gestohlen wurden. Rosie erkennt, dass sie die Erinnerungen zurückholen kann und versucht ihre Mutter zu retten.

Die Erinnerungsdiebin von Jodi Lynn Anderson ist der erste Teil der Thirteen Witches Trilogie. Der Einstieg fiel uns etwas schwer, aber mit der Zeit konnten wir uns immer mehr mit den Figuren anfreunden und mochten den düsteren, gruseligen Schreibstil der Autorin sehr. Diese düstere Atmosphäre zog sich durch das komplette Buch und ist vermutlich nicht für jedes Kind geeignet. Allerdings eine tolle Geschichte, für alle die solche Elemente in Büchern lieben.
Besonders gefallen hat uns auch die Freundschaft zwischen Rosie, Ebb und Keim.

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Veröffentlicht am 02.05.2025

Beeindruckende Gedankenwelt

Die Kollegin – Wer hat sie so sehr gehasst, dass sie sterben musste?
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Natalie Farrell wundert sich als die sonst so pünktlich Dawn Schiff nicht an ihrem Arbeitsplatz erscheint und dann erhält sie auch noch einen anonymen Anruf, der Natalie komplett beunruhigt. Kurzerhand ...

Natalie Farrell wundert sich als die sonst so pünktlich Dawn Schiff nicht an ihrem Arbeitsplatz erscheint und dann erhält sie auch noch einen anonymen Anruf, der Natalie komplett beunruhigt. Kurzerhand fährt sie zur Wohnung der seltsamen Kollegin, doch von dieser ist dort keine Spur. Allerdings findet Natalie Blut im Haus der Vermissten vor und ist sich sicher, jemand muss Dawn getötet haben. Wer kann Dawn das angetan haben?

Die Kollegin von Freida McFadden ist ein atmosphärischer (PsychThriller, der vor allem mit dem Innenleben der Charaktere überzeugen kann und auf der psychologischen Ebene für mich ganz großes Kino darstellt. Dabei fand ich das Buch inhaltlich nur bedingt spannend, schnell hatte ich eine Idee, wie sich die Puzzleteile fügen könnten und doch hat die Autorin durch die Gedankenwelt der Protagonistin eine unglaublich interessante Geschichte erschaffen, die mich weitestgehend unterhalten konnte und vor allem durch eine eindrückliche Atmosphäre zu überzeugen wusste.

Das Ende lässt mich noch etwas zwiegespalten zurück. Einerseits denke ich durchaus, dass solche Dinge möglich sind, andererseits gab es für mich einfach ein paar Gedankengänge zu viel, die es gar nicht benötigt hätte (und dem Ende inhaltlich auch nichts mehr gaben). Dennoch bin ich beeindruckt mit welcher Finesse die Autorin die Gedankenwelt ihrer Protagonistin erschaffen und transportiert hat und ich bin mir sicher, dass ich bald zu einem weiteren Buch der Autorin greifen werde!

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Veröffentlicht am 13.04.2025

London, 1888.

Stalking Jack the Ripper
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London, 1888. Die 17-jährige Audrey Rose Wadsworth hat früh ihre Mutter an einer schlimmen Krankheit verloren, seitdem interessiert sie sich für die Wissenschaft. Doch als Tochter eines Lords ist ihr Interesse ...

London, 1888. Die 17-jährige Audrey Rose Wadsworth hat früh ihre Mutter an einer schlimmen Krankheit verloren, seitdem interessiert sie sich für die Wissenschaft. Doch als Tochter eines Lords ist ihr Interesse nicht gern gesehen und alles andere als gesellschaftlich akzeptiert. Entgegen der Normen geht Audrey jedoch ihren Wünschen nach und ist regelmäßig im Labor ihres Onkels und ich im Hörsaal, denn sie möchte unbedingt Gerichtsmedizin studieren.
Im Labor ihres Onkels sieht Audrey einige Grausamkeiten und stößt auf die Ermittlungen gegen einen Unbekannten, der auf grausame Weise Frauen zurichtet. Audrey stößt auf Ungereimtheiten und Verbindungen, gemeinsam mit ihrem Kommilitonen Thomas Cresswell macht sie sich auf die Suche nach dem berüchtigten Serienmörder Jack the Ripper und reist dabei in ihre eigene Vergangenheit.

Stalking Jack the Ripper ist der erste Band der Die grausamen Fälle der Audrey Rose Reihe von Kerri Maniscalco. Ich mochte den Einstieg in die Reihe sehr gerne, vor allem atmosphärisch konnte mich die Autorin komplett überzeugen. Besonders gut gefallen haben mir auch die Bilder aus der damaligen Zeit, die das Gelesene in einen besonderen Kontext gebetet haben.

Wenn man den Fall Jack the Ripper kennt (was vermutlich bei vielen der Fall ist), dann kommt die Auflösung möglicherweise nicht sonderlich überraschend und es mag der große Knall während des Finales fehlen. Da das Buch insgesamt aber eher langsam und atmosphärisch ist, hat das Ende für meinen Geschmack eben genau in diesen Stil gepasst. Dabei habe ich mir grundsätzlich (paradoxerweise?) im Laufe der Geschichte doch etwas mehr Tempo gewünscht. Das Ende, welches zum nächsten Band hinführt, war dann etwas sehr konstruiert bzw. wurde sehr schnell abgehandelt und wirkt dadurch weniger glaubwürdig. Emotional betrachtet, tat mir die Entlassung aus diesem Band, auf diese Weise, sehr gut. Rational gesehen, war es aber nicht ganz glaubwürdig. Weswegen ich mir generell etwas mehr Input gewünscht hätte.

Mir hat das Stalking Jack the Ripper aber sehr viel Spaß gemacht und ich fand auch die Danksagung der Autorin, mit einer historischen Einordnung sehr gelungen. Ich bin gespannt, wie es für Audrey bei Hunting Prince Dracula weitergeht.

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