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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.02.2025

Schöne Geschichte mit viel frischer Inselluft

Die Inselfamilie
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Die Inselfamilie ist der zweite Band einer Trilogie über Anne, die nach Amrum zieht. Für den Einstieg in die Geschichte ist es nicht unbedingt notwendig, den ersten Teil zu kennen. Jette Hansen baut am ...

Die Inselfamilie ist der zweite Band einer Trilogie über Anne, die nach Amrum zieht. Für den Einstieg in die Geschichte ist es nicht unbedingt notwendig, den ersten Teil zu kennen. Jette Hansen baut am Anfang schöne kurze Zusammenfassungen mit ein. So erfahren die Leser alles Wichtige, ohne dass es zu langatmig ist.
Der Schreibstil der Autorin ist einfach und leicht. Dadurch konnte ich gut in die Geschichte eintauchen. Die Beschreibungen von Amrum und die Besonderheiten der Insel fließen immer wieder mit in die Erzählung ein und machen die Umgebung lebendig.
Anne und die anderen Charaktere sind liebenswert beschrieben. Die Beziehungen zwischen den Personen sind nett und liebevoll. Manchmal wirken sie etwas zu reflektiert, aber das kann ja auch den Reiz einer Geschichte ausmachen.
Anne wird in diesem Buch in viele unterschiedliche Probleme auf einmal reingeschmissen. Das wirkt manchmal etwas viel und die einzelnen Punkte könnten auch durchaus mehr Raum bekommen. An einigen Stellen sind die Lösungsmöglichkeiten auch etwas zu einfach und sehr viel Glück auf einmal.
Insgesamt ist die Geschichte einfach eine schöne Ablenkung. Sie geht nicht sehr in die Tiefe, aber damit konnte ich gut abschalten und meinen Alltag vergessen. Die Erzählung hat etwas Liebevolles, das mich auf die Insel entführt hat. Definitiv eine Leseempfehlung für ruhige Stunden.

Anmerkung: Ich habe das Buch im Rahmen einer Leserunde auf der Plattform Lovelybooks als Rezensionsexemplar gewonnen. Hier stelle ich meine ehrliche Meinung dar.

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Veröffentlicht am 15.11.2025

Viele gute Informationen über und für Frauen mit ADHS, teilweise veraltet und belehrend

Weibliche AD(H)S
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Die Autorin Dr. med. Astrid Neuy-Lobkowitz hat selbst ADHS und behandelt auch viele Menschen mit ADHS. In ihrem Buch fokussiert sie sich vor allem auf Frauen mit ADHS. Sie zeigt auf, warum viele weibliche ...

Die Autorin Dr. med. Astrid Neuy-Lobkowitz hat selbst ADHS und behandelt auch viele Menschen mit ADHS. In ihrem Buch fokussiert sie sich vor allem auf Frauen mit ADHS. Sie zeigt auf, warum viele weibliche Betroffene oft erst relativ spät diagnostiziert werden. Sie gibt einen relativ guten Überblick über die Bereiche, die durch die Störung beeinflusst werden können. Sie bringt auch viele Tipps mit ein.
Allerdings finde ich es schwierig, dass sie an einigen Stellen nicht auf dem aktuellen Stand ist. Inzwischen wird nicht mehr zwischen ADS und ADHS differenziert, sondern ADHS mit drei verschiedenen Untertypen beschrieben.
Darüber hinaus fand ich den Ton im Buch an einigen Stellen sehr belehrend und sie gibt allgemeingültige Tipps. Allerdings macht sich ADHS bei jeder Person individuell bemerkbar. Daher werden sicher nicht alle Betroffenen denselben Weg gehen können.
Insgesamt kann man sich einen guten Überblick über das Thema verschaffen. Die Tipps können helfen, man sollte sich aber keinesfalls schuldig fühlen, wenn eine Strategie nicht aufgeht.

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Veröffentlicht am 05.05.2025

Solide Romantasy mit einigen Längen

Das Reich der sieben Höfe – Dornen und Rosen
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Feyre ist eine junge Frau, die ihre Familie als Jägerin über Wasser hält. Als sie jedoch eines Tages einen Wolf erschießt, erscheint ein Fae und fordert Rache. Als Strafe verschleppt dieser Fae mit dem ...

Feyre ist eine junge Frau, die ihre Familie als Jägerin über Wasser hält. Als sie jedoch eines Tages einen Wolf erschießt, erscheint ein Fae und fordert Rache. Als Strafe verschleppt dieser Fae mit dem Namen Tamlin Feyre ins Reich der Fae. Dort wird sie in die politischen Machtspiele verstrickt.
Am Anfang hat mich der Schreibstil wenig überzeugt. Viele Stellen der Geschichte ziehen sich enorm und einige Szenen haben mich sehr stark an andere Bücher und Filme erinnert.
Ab der Hälfte fand ich Feyres Geschichte aber deutlich besser. Die Erzählung wird origineller und spannender. Auch das Tempo der Geschehnisse zieht an. Darüber hinaus tauchen weitere interessante Figuren auf.
Insgesamt ist „Dornen und Rosen“ eine solide Fantasy-Geschichte. Als überragend würde ich sie aber nicht bezeichnen. Ich werde wahrscheinlich auch weitere Bände der Reihe lesen.

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Veröffentlicht am 12.07.2025

Schöne Grundidee mit Schwächen in der Umsetzung

Bis mein Herz wieder schlägt
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Emery hat eine seltene Erkrankung, die dazu führt, dass ihr Herz durch einen Schock stehen bleiben kann. Jedes Mal tritt sie den ersten Schritt ins Jenseits an und trifft Nick, der vielen Seelen in dieser ...

Emery hat eine seltene Erkrankung, die dazu führt, dass ihr Herz durch einen Schock stehen bleiben kann. Jedes Mal tritt sie den ersten Schritt ins Jenseits an und trifft Nick, der vielen Seelen in dieser Phase hilft, bevor sie weiter gehen. Weil sie sich immer wieder treffen, entsteht eine Verbindung zwischen den beiden, die Emery dazu bringt, ihre Anfälle schon fast herbeizusehnen. Aber da sind auch noch die wichtigen Menschen in ihrem realen Leben, unter anderem Colin, der Bruder ihrer besten Freundin.
Die Idee dieser Zwischenwelt im Übergang vom Leben in den Tod hat mich sehr fasziniert. Und die Grundlagen finde ich auch sehr gut beschrieben im Buch. Die Beziehung zwischen Emery und Nick scheint dagegen etwas überhastet zu sein. Ich fand es ok, aber richtig mitfühlen konnte ich nicht. Nicks Hintergrundgeschichte ist dagegen spannend und hätte gerne mehr Raum einnehmen können. Dann wäre vielleicht eine Art Thriller oder Krimi aus der Geschichte geworden.
Leider wird auch die reale Welt nicht gut ausgeführt. Das Buch springt meist sehr schnell von einem von Emerys Anfällen zum nächsten. Es fehlt die Auseinandersetzung mit den Gefühlen aller Beteiligten nach den Episoden. Was bedeutet dieser ständig drohende Tod für alle anderen Menschen? Wie fühlt sich Emery? Hat sie Schuldgefühle? Wie nimmt sie die Reaktionen von anderen Menschen wahr?
Diese Probleme führen dazu, dass die anderen Figuren leider nur oberflächlich im Buch erscheinen. Gerade die Beziehung zwischen Collin und Emery erscheint seltsam. Er wird als ihr bester Freund beschrieben, aber wir erleben nur wenige Situationen zwischen diesen beiden. Vor allem die Szenen ohne weitere Personen werden kaum angesprochen. Dadurch tritt Collin gar nicht als so wichtiger Mensch für Emery auf. Die Erwähnung des Dilemmas auf dem Klappentext suggeriert. Dass Collin einen großen Raum in der Geschichte einnimmt. Das ist aber nicht der Fall. Und das große Dilemma erscheint nur in den letzten Kapiteln. Damit kann die Geschichte die geweckte Erwartung nicht erfüllen.
Insgesamt habe ich die Geschichte ganz gerne gelesen. Der Schreibstil ist flüssig und einfach und die Handlung grundsätzlich interessant. Leider machen die genannten Schwächen das Buch aber nicht zu einer sehr guten oder gar überragenden Geschichte. Da die Themen Tod und Krankheit ein zentrales Thema sind, sollte man sich gut überlegen, ob man in diesen Bereichen Schwierigkeiten hat. Wenn diese Themen aber kein Problem darstellen, kann „Bis mein Herz wieder schlägt“ eine nette Unterhaltung sein.

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Veröffentlicht am 30.05.2025

Komplexe Geschichte mit wenig Emotionen

Die Schatten der Solaren Union
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Im Prolog starten wir kurz vor den Wahlen des Präsidenten der Solaren Union. Es wird gleich klar, wie aufgeheizt die Stimmung ist. Obwohl die Menschheit inzwischen verschiedene Planeten unseres Sonnensystems ...

Im Prolog starten wir kurz vor den Wahlen des Präsidenten der Solaren Union. Es wird gleich klar, wie aufgeheizt die Stimmung ist. Obwohl die Menschheit inzwischen verschiedene Planeten unseres Sonnensystems besiedelt hat, schlagen sie sich immer noch mit den immer gleichen Problemen unserer Zeit herum. Minderheiten werden gehasst und für Schwierigkeiten und Katastrophen verantwortlich gemacht.
In dieser aufgeheizten Stimmung verfolgen wir die politische Elite der Solaren Union. Schon kurz nach den Wahlen müssen sich der Präsident Julius Marek und die Vizepräsidentin Selena Veyra mit den eskalierenden Problemen der Solaren Union herumschlagen. Dabei scheint jeder seine ganz eigenen Ziele zu verfolgen.
Ich hatte das Glück, an einer Leserunde teilnehmen zu dürfen, an der sich auch der Autor selbst beteiligt hat. Er will mit seinem Buch zum Nachdenken anregen und hat auch die Leserunde dementsprechend gestaltet. Die Diskussionen dort haben mir sehr viel Spaß gemacht.
Allerdings wäre das Buch für mich ohne diese Leserunde vielleicht ein völliger Flop geworden. Ich hätte es wahrscheinlich sogar abgebrochen. Und das liegt nicht daran, dass die Welt nicht durchdacht oder der Schreibstil grundsätzlich schlecht wäre. Das größte Problem für mich war die Distanz, die der gewählte neutrale Erzähler zwischen mir und den Figuren erzeugte. Wir erhalten keinerlei direkten Einblick in die Gedanken oder Emotionen. Darüber hinaus fehlen Rückblenden, die uns Charaktereigenschaften näherbringen könnten. Für mich blieben die Figuren damit bloße Projektionsflächen und manche Handlungen schienen nicht zu der bisherigen Darstellung zu passen. Leider blieben mir die Charaktere am Ende auch völlig egal.
Darüber hinaus haben mich die ausschweifenden Beschreibungen von Räumen und vor allem der Kleidung der Charaktere aus dem Lesefluss gebracht. Die vielen Details waren für mich oft zu viel und sie waren auch in der weiteren Geschichte oft völlig belanglos. Oft hatte ich das Gefühl, dass ich eine verborgene Botschaft erkennen müsste, die aber nie geliefert wurde.
Leider fühlte ich mich von den verschiedenen Wendungen im Buch auch nicht wirklich überrascht. Alle Charaktere lassen schon relativ am Anfang durchscheinen, dass sie einige Opfer für ihre Ziele bringen würden.
Insgesamt bin ich nicht überzeugt von den „Schatten der Solaren Union“. Es gibt aber sehr unterschiedliche Meinungen über die Geschichte und ich denke, dass jeder für sich selbst entscheiden muss, ob dieser Erzählstil dem eigenen Geschmack entspricht. Es kann auch sein, dass sich noch einiges im zweiten Teil der Dilogie aufklärt, ich bin aber momentan nicht sicher, ob ich noch weiterlesen werde.

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