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Veröffentlicht am 28.05.2025

Ein Krimi der anderen Art

Die Engel von Alperton
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Ein Krimi der anderen Art

Bücher, die anders sind als der “normale” Roman, finde ich immer faszinierend.

Nachdem ich schon “Der Twyford Code” der Autorin gelesen habe, wollte ich auch unbedingt die neuen ...

Ein Krimi der anderen Art

Bücher, die anders sind als der “normale” Roman, finde ich immer faszinierend.

Nachdem ich schon “Der Twyford Code” der Autorin gelesen habe, wollte ich auch unbedingt die neuen Bücher lesen. Denn hier ist alles etwas anders als gedacht. Wir lesen keinen Fließtext, sondern eine Sammlung von Mails, Chats und anderen Dokumenten.

Wir bekommen diese aus einem Schließfach und lesen die Sammlung an eben diesen Inhalten von der Autorin Amanda Bailey. Sie bekommt den Auftrag, ein Buch über den in dem Buch wirklich passierten Fall der Engel von Alperton zu schreiben. Dieser ist fast 18 Jahre her, doch ein beteiligtes Mitglied wird bald volljährig und könnte neue Informationen dazu geben.

Man muss sich auf den Stil einlassen. Es hat etwas Voyeurismus. Wir lesen die privaten Konversationen einer Frau und dringen in ihre Gedanken ein. Lernen, wie sie ermittelt und was sie bereit ist dafür zu tun. Und dennoch hat man das Gefühl, irgendwas passt nicht. Der Aufbau ist recht lang und ja, ich kann verstehen, dass manche Leser das abschreckt. Doch für mich war es ein wirklich tolles Lesevergnügen und ich werde auch weiterhin diese Art von Büchern lesen.
Die Auflösung jedoch hat mich leider nicht ganz überzeugt. Irgendwie hätte ich mir da noch etwas mehr gewünscht. Es hat sich zwar alles irgendwie gefügt, doch für das, was vorher aufgebaut wurde, war es mir zu wenig.

Da fand ich den Twyford Code etwas besser und würde daher erstmal den empfehlen, wenn man mit den Büchern der Autorin beginnen möchte.

ISBN: 978-3855351978
Umfang: 544 Seiten
Autorin: Janice Hallett
Verlag: Atrium
Erscheinungsdatum: 09.04.25

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Veröffentlicht am 18.05.2025

Zwischenmenschliche Beziehungen

Wie schwer wiegt ein Schatten
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Zwischenmenschliche Beziehungen

Es ist das Jahr 2008. Wir begleiten Mia. Mia ist 34, lebt eigentlich in Berlin und arbeitet als Vertretung bei einem Radiosender in Israel. Nach verschiedenen Schicksalschlägen ...

Zwischenmenschliche Beziehungen

Es ist das Jahr 2008. Wir begleiten Mia. Mia ist 34, lebt eigentlich in Berlin und arbeitet als Vertretung bei einem Radiosender in Israel. Nach verschiedenen Schicksalschlägen hat sie keine Familie mehr. Doch lernt sie bald zwei Menschen kennen, die ihr das Gefühl zurückgeben. Doch eine davon - Davis ist verheiratet und Vater. Wie kann und soll ihre Geschichte nun weitergehen? Und wo? In Berlin oder in Israel?

Gibt es einen richtigen Zeitpunkt? Für Mia und David scheint es so, dennoch fand ich es schwierig, dass er eben nicht frei war. Für die beiden mag es richtig erscheinen, doch hängen da noch mehr Menschen daran. Und hier hätte ich mir eine etwas größere Auseinandersetzung gewünscht. Ja, die beiden sind in ihrer kleinen Liebesphase, aber was ich mit dem Rest? Ich hätte mir gewünscht, dass die moralischen Dilemma stärker reflektiert worden wären.

Viel besser fand ich dagegen die weitere Geschichte rund um Mia. Ihre Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Geschichte. Denn ihre Mutter beging Suizid, als Mia noch ein Kind war. Durch Ruth, eine alte Freundin ihrer Mutter und Briefe ihrer Mutter kann sie viel erfahren und einiges mit sich ausmachen. Eine Krankheit, die in der Familie verschwiegen wurde, doch so vieles erklären kann.

In einem Interview habe ich gehört, dass die Autorin gut 10 bis 15 Jahre an dem Buch gearbeitet hat. Das Buch hat sie also viele Jahre mal mehr, mal weniger begleitet. Das merkt man ihm an. Es ist wirklich gut und tief geschrieben. Und wäre da dieses Betrugsthema nicht, hätte es auch volle Sterne bekommen.

Es ist definitiv ein guter Roman, der sich wichtigen Themen wie Liebe, Familie und psychischen Erkrankungen widmet.

ISBN: 978-3755800217
Umfang: 288 Seiten
Autorin: Christiane Wirtz
Verlag: Droemer
Erscheinungsdatum: 11.03.25

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Veröffentlicht am 18.05.2025

Toxische Liebe

Mein Mann
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Toxische Liebe

Die Liebe kann uns verzehren. Sie kann uns aufwühlen, uns traurig machen und uns durch das Leben tragen. Jeder erlebt die Liebe anders. Aufregend, warm oder auch aus der Ferne.

Unsere ...

Toxische Liebe

Die Liebe kann uns verzehren. Sie kann uns aufwühlen, uns traurig machen und uns durch das Leben tragen. Jeder erlebt die Liebe anders. Aufregend, warm oder auch aus der Ferne.

Unsere Protagonistin jedenfalls liebt ihren Mann wie am ersten Tag. Das sagt sie uns zumindest. Zu Beginn glaube ich ihr das. Sie schwärmt von ihm und erzählt uns von seinen guten Seiten. Doch das bröckelt im Laufe der Woche. Denn das Buch nimmt uns mit auf eine Woche zwischen einer Frau und ihrem Mann.

Das Buch hat mich definitiv auf eine verstörende, zugleich aber fesselnde Reise in den Kopf einer Frau mitgenommen, die scheinbar alles für die Liebe tut und dabei Stück für Stück ihre eigene Persönlichkeit verliert. Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, in das Innenleben einer Person zu blicken, die so verzweifelt geliebt werden will, dass sie sich komplett verbiegt, nur um zu gefallen.

Sie hat kaum eigene Konturen. Statt sich selbst zu definieren, sucht sie bei anderen Frauen nach Inspiration. Sei es bei der Auswahl von Klamotten, Frisuren oder Parfums. Sie kopiert und ahmt nach, anstatt sich selbst darüber klar zu werden, was sie selbst eigentlich mag. Es ist, als würde sie nur durch die Augen ihres Mannes existieren wollen.
Besonders widersprüchlich fand ich ihr Verhalten im sozialen Umfeld. In der Schule, wo sie arbeitet, sonnt sie sich förmlich in der Bewunderung ihrer Schüler, liebt die Aufmerksamkeit. Doch in ihrem privaten Umfeld will sie nicht auffallen. Dieser ständige Widerspruch zieht sich wie ein roter Faden durch ihr Leben. Sie passt sich an, spielt Rollen, um nicht anzuecken oder zurückgewiesen zu werden.

Ihr Mann hingegen bleibt distanziert, fast unnahbar. Er arbeitet viel, ist selten präsent, und wenn, dann zeigt er nur flüchtig Zuneigung – ein kurzer Kuss, ein flüchtiger Blick. Es wirkt nie echt, nie tief. Und doch hängt sie an ihm mit ganz großer Obsession. Die Beziehung zwischen den beiden ist klar toxisch: Sie stellt Regeln auf, nach denen sie ihr Verhalten ausrichtet, aber diese kennt nur sie selbst. Statt miteinander zu reden, lebt sie in einem selbstgebauten Gedankengefängnis, in dem jede Geste ihres Mannes analysiert und bewertet wird.

Ich fand das Ende dann sehr überraschend. Auch wenn ich mir tatsächlich etwas anderes gewünscht hätte. Etwas endgültiges. Aber so ist wohl das Leben. Es geht weiter und zwar oft so, wie wir unsere Entscheidungen treffen.

ISBN: 978-3455018042
Umfang: 272 Seiten
Autorin: Maud Ventura
Verlag: Hoffmann und Campe
Erscheinungsdatum: 05.09.24

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Veröffentlicht am 12.05.2025

Gelungener Auftakt

Thousand Autumns. Buch 1
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Gelungener Auftakt

Das Buch war für mich definitiv eine Herausforderung. Allerdings im positiven (und wegen der für mich ungewöhnlichen Namen, an die ich mich rantasten musste) Sinne.

Das Buch entführt ...

Gelungener Auftakt

Das Buch war für mich definitiv eine Herausforderung. Allerdings im positiven (und wegen der für mich ungewöhnlichen Namen, an die ich mich rantasten musste) Sinne.

Das Buch entführt uns in eine faszinierende Welt. Ich muss sagen, ich war anfangs etwas skeptisch, da ich noch nicht so viel Erfahrung mit chinesischer Literatur hatte, aber es war eine spannende Reise.

Yan Wushi, ein zynischer Meister der dämonischen Huanyue-Schule, glaubt fest an die Egozentrik des Menschen und verachtet Idealisten wie Shen Qiao, den gütigen Anführer der daoistischen Xuandu-Schule. Nach Shen Qiaos schwerer Niederlage und dem Verlust seiner Kräfte nutzt Yan Wushi die Gelegenheit, um ihn mit einem perfiden Plan auf die dunkle Seite zu ziehen. Doch ob ein reines Herz wirklich so leicht zu verderben ist, bleibt fraglich.

Nachdem ich mich etwas in der Welt zurechtgefunden habe, hat mich ein tolles und detailreiches Setting erwartet. Ich bin eher weniger mit der chinesischen Kultur vertraut, doch haben mir die Beschreibungen und Handlungen der Protagonisten geholfen, manches verstehen zu können. Ich denke jedoch, dass man sich wirklich darauf einlassen muss. Es wird viel beschrieben, politisches eingebaut und auch das ganze Drumherum sollte man verstehen können, um die Handlung zu verfolgen. Die Welt ist großartig aufgebaut - benötigt aber Konzentration.

Die Handlung selbst ist reich an Intrigen, spannenden Kampfszenen, aber auch ruhigen Momenten.
Was bedacht werden muss, es ist der erste Teil von fünf Bänden. Es wird viel in die Welt eingeführt, erklärt und die Geschichte aufgebaut.

Zum Schluss möchte ich auch zu der Gestaltung noch etwas sagen. Hier wurde sehr viel Herz reingesteckt. Man kann erkennen, dass es ein fortlaufender Farbschnitt wird und auch das Cover selbst mit den goldenen Details lässt einen schon direkt in die Geschichte eintauchen.

ISBN: 978-3426563687
Umfang: 416 Seiten
Autorin: Meng Xi Shi
Verlag: Bramble
Erscheinungsdatum: 03.03.25

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Veröffentlicht am 05.05.2025

Kann man die Zukunft beeinflussen?

Das Ministerium der Zeit
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Kann man die Zukunft beeinflussen?


Wer hat nicht schon einmal darüber nachgedacht, wie es wäre in der Zeit reisen zu können? Würde man in die Vergangenheit reisen und etwas ändern? Oder in die Zukunft, ...

Kann man die Zukunft beeinflussen?


Wer hat nicht schon einmal darüber nachgedacht, wie es wäre in der Zeit reisen zu können? Würde man in die Vergangenheit reisen und etwas ändern? Oder in die Zukunft, um zu sehen, wie sich die Welt entwickelt?


In „Das Ministerium der Zeit“ sind es Personen aus der Vergangenheit, die in der heutigen Zeit landen. Sie werden in einer 1:1 Betreuung beobachtet, um zu erfahren, ob ihr Körper und/oder Geist Auswirkungen zeigen. Doch was ist das Ziel? Was möchte das Ministerium erreichen?


Hauptsächlich begleiten wir eine Agentin, deren Namen wir nicht erfahren und ihren zugewiesenen Expat Commander Graham Gore. Dieser lebte eigentlich von 1809 bis 1847.


Die Protagonisten waren vielschichtig und glaubwürdig dargestellt. Man merkt der Geschichte an, wie gut sie recherchiert ist. Sowohl was historische Details (soweit ich das beurteilen kann) als auch die psychologischen Entwicklungen der Figuren betrifft. Jeder der „importierten“ Zeitreisenden geht ganz unterschiedlich mit der modernen Welt um. Manche passen sich schon fast zu gut an, für andere bleibt es eine Welt, die grausam erscheint. Diese individuellen Reaktionen auf unsere Zeit machten die Geschichte sehr spannend.


Ein bisschen „Spice“ war auch dabei. Aber in Maßen und an passenden Stellen. Wer es an sich nicht mag, kann die Passagen überspringen, ohne etwas von der Handlung an sich zu verpassen.


Was mir allerdings nicht ganz so gut gefallen hat, war das Ende. Es kam mir ein wenig zu abrupt, fast so, als wäre dem Buch auf den letzten Seiten die Luft ausgegangen und man hätte es nun unbedingt beenden müssen. Einige Fäden wirkten nicht ganz sauber verknüpft, was schade war, nachdem die Geschichte bis dahin so vielversprechend aufgebaut worden war.


Trotzdem blieb mir nach dem Lesen eine Frage besonders hängen: Kann man die Zukunft wirklich beeinflussen, wenn man ihre Vergangenheit verändert?


Alles in allem war es dennoch ein kurzweiliger und gut geschriebener Roman, der sowohl emotional als auch intellektuell berührt. Ich kann ihn weiterempfehlen – besonders an alle, die Zeitreise-Geschichten mit Tiefgang mögen


ISBN: 978-3328603535
Umfang: 384 Seiten
Autorin: Kaliane Bradley
Verlag: Penguin
Erscheinungsdatum: 23.04.25

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