Ein toller Abschluss der Histo-Dilogie
Himmel der Träume 02„Ich bin nur das Luftschiff seiner Träume.“
Der zweite kund finale Band der Mangareihe ging mir unter die Haut. „Himmel der Träume“ spielt im historischen Belgien, in einer Zeit des Aufbruchs, der Seefahrer ...
„Ich bin nur das Luftschiff seiner Träume.“
Der zweite kund finale Band der Mangareihe ging mir unter die Haut. „Himmel der Träume“ spielt im historischen Belgien, in einer Zeit des Aufbruchs, der Seefahrer und Entdeckungsreisen und großen wissenschaftlichen Durchbrüchen.
Im zweiten Band geht es um geistigen Diebstahl einerseits und andererseits um das Beziehungsgeflecht zweier Frauen, Amelie, der Frau des treulosen Händlers Hans, und Sahara, der Sklavin, die er von einer seiner Reisen mitgebracht hat.
Spannend für mich war die Dynamik beider Frauen, wie sie sich immer wieder zwischen Zu- und Abneigung begegnen, im selben Boot sitzen und dann doch wieder nicht. Generell die Darstellung der Frauenbilder und der Frauenrollen, die zu der Zeit eng gesteckt waren und aus der die Frauen nur schwer ausbrechen konnten, war für mich sehr eindrucksvoll und detailliert. Anhand von Sahara, Amelie und einer Dienerin in Hans Haushalt konnte ich Treue und Abhängigkeit, Zwang und Hass deutlich verfolgen.
Hans selbst hat für mich an Tiefe gewonnen - er ist immer noch unerträglich, keine Sorge, aber ich konnte sehen für wen sein Herz schlägt - und die Herausarbeitung dieses Charakterzuges war für mich allein schon großes Kino.
Der Artstyle ist außergewöhnlich - allein das Cover zieht meinen Blick an - die Farben, die Details und die Pose der beiden Protagonistinnen machen sehr neugierig auf den Inhalt. Der Manga wird von einer klaren Linienführung bestimmt, durchbrochen von ganzseitigen Panels, die den Lesenden zum Verweilen animieren. Viele Details haben hier versteckte Bedeutungen. Der Text korrespondiert gut mit den Bildern, die so aussagekräftig sind, dass nichts zweimal erklärt werden muss. Ich habe viele Alltagssituationen und Szenen, in denen beide an ihre emotionalen Grenzen kamen, miterlebt.
Das Stück Geschichte in zwei Mangabänden zu komprimieren erfordert einen sehr guten Plot - der wirklich geglückt ist. Die historischen Vibes wurden genauso transportiert wie die Emotionen der Figuren.
Für mich sind die beiden Bände ein Highlight, das ich jedem Histo-Fan ans Herz legen möchte.