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Veröffentlicht am 11.04.2026

Nicht ihr bestes Buch

Wir sehen uns unter den Linden
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Im Rahmen der Subleichen Challenge habe ich „Wir sehen uns unter den Linden“ gelesen. Es handelt sich um ein älteres Buch von Charlotte Roth und ich fand es interessant zu sehen, wie sie hier bereits Themen ...

Im Rahmen der Subleichen Challenge habe ich „Wir sehen uns unter den Linden“ gelesen. Es handelt sich um ein älteres Buch von Charlotte Roth und ich fand es interessant zu sehen, wie sie hier bereits Themen angerissen hat, aus denen sie in den Folgejahren Romane entwickelt hat, wie zum Beispiel Carola Neher oder das Wintergarten Varietè.
Eigentlich lese ich Geschichten auf verschiedenen Zeitebenen gerne. In diesem Fall hat es für mich allerdings nicht so gut funktioniert. Das lag daran, dass die Abschnitte der jeweiligen Ebenen sehr lang sind (mehrere Kapitel) und zudem auch größere Zeitsprünge eingebaut wurden. Dadurch hatte ich das Gefühl, dass ich immer wieder rausgerissen wurde und nicht richtig in die Handlung eintauchen konnte.
Den Teil, der in der Vergangenheit spielt, habe ich sehr gerne gelesen. Wir begleiten hier Ilo, ihre Entwicklung von einer jungen, sorglosen Künstlerin zu einer verheirateten Mutter, der die Sorge um ihren Mann und ihre beste Freundin in politisch unruhigen Zeiten und während des zweiten Weltkriegs zusetzt. Ich habe mit ihr und ihren Lieben mitgelitten und fand das Schicksal der einzelnen Charaktere sehr bewegend.
Der zweite Handlungsstrang spielt in den 50er und 60er Jahren mit Sanne, der Tochter von Ilo, im Zentrum. Sanne ist extrem linientreu und steht voll und ganz hinter der Politik der DDR. Leider war sie für mich eine sehr unsympathische Protagonistin. Sie hat im Grunde keine Freunde, was mich bei ihrer Art kaum wundert. Sie akzeptiert keine andere Meinung außer der ihren, welche im Grunde genommen auch nicht wirklich ihre ist. Die eingebaute Liebesgeschichte mit dem Koch Kelmi fand ich ganz und gar sonderbar. Kelmi ist gezeichnet wie der lustige Trottel in einem Theaterstück und artikuliert sich dementsprechend. Sanne und Kelmi treffen sich zufällig auf der Straße. Beide haben nichts gemein, Sanne beteuert auch immer wieder, eigentlich nichts mit ihm zu tun haben zu wollen doch Kelmi heftet sich hartnäckig an ihre Fersen. Für mich war diese Liebesgeschichte sehr unecht.
Das Ende des Buches kam dann abrupt und war mit seinem offenen Ende unbefriedigend für mich.

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Veröffentlicht am 23.12.2025

Erst spannend, dann absurd

Der Boss – Ist er ein Monster oder ein Genie?
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Nachdem mich „Love, Mom“ kürzlich enttäuscht hatte, wollte ich Iliana Xander eine zweite Chance geben. Der Klappentext von „Der Boss“ klingt nämlich ausgesprochen viel versprechend. Kaum angefangen, war ...

Nachdem mich „Love, Mom“ kürzlich enttäuscht hatte, wollte ich Iliana Xander eine zweite Chance geben. Der Klappentext von „Der Boss“ klingt nämlich ausgesprochen viel versprechend. Kaum angefangen, war ich von dem Thriller zunächst einmal richtig begeistert. Die Handlung ist temporeich, die Kapitel sehr kurz. Ich flog durch die Seiten, eben ein richtig guter Buchsnack für zwischendurch.

Als Natalies Freundin nach einer Partynacht vergiftet im Krankenhaus liegt, beschließt sie auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen. Unter einem Vorwand besorgt sie sich einen Job bei dem Mann, dem sie die Schuld am Zustand ihrer Freundin gibt. In dem Haushalt ist alles sonderbar. Der Hausherr ist exzentrisch, die Angestellten geheimniskrämerisch und es gibt eine Menge seltsamer Regeln.

Alles ist sehr fesselnd geschrieben. Iliana Xander führt den Leser erfolgreich aufs Glatteis, was die Gründe für die Vergiftung sein könnten. Für weitere Verwirrung sorgen kurze Kapitel aus der Perspektive einer unbekannten Person. Schien es am Anfang noch eindeutig, um wenn es sich hierbei handelt, musste ich meine Vermutung im Verlauf der Geschichte mehrmals ändern. Hier kamen „Pretty little liars“ Vibes auf, mit einem Anonymus, der die Strippen zieht.

Ich fand „Der Boss“ richtig gelungen, bis zu dem Moment, als die Auflösung anfing sich zu entwickeln. Ab da ging es steil in Richtung Absurdität. Die Handlung nahm eine Wendung, die ich zwar nie hätte kommen sehen, die die Geschichte allerdings komplett an den Haaren herbei gezogen und unrealistisch macht.
Schade, die letzten ca. 70 Seiten haben den Thriller für mich leider verbockt.

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Veröffentlicht am 27.07.2025

Thematisch überladen

Der Sommer am Ende der Welt
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3,5 Sterne.
An Eva Völler mag ich, dass sie sich nicht auf ein Genre festlegt, sondern ihre Geschichten unterschiedlich aufzieht. Sie hat bereits Fantasy Romane veröffentlicht, historische Romane und ...

3,5 Sterne.
An Eva Völler mag ich, dass sie sich nicht auf ein Genre festlegt, sondern ihre Geschichten unterschiedlich aufzieht. Sie hat bereits Fantasy Romane veröffentlicht, historische Romane und historische Krimis.
„Der Sommer am Ende der Welt“ unterscheidet sich dadurch, dass ein großer Teil der Handlung in der Gegenwart spielt.
Die Journalistin Hanna kommt gemeinsam mit ihrer Tochter Katie nach Borkum, um für ihre nächste Story zu recherchieren. Sie möchte die Missstände aufdecken, die in den 60er Jahren unter dem Deckmantel von Kinderkuren stattfanden.

Es gibt immer wieder „Trends“ in Büchern und momentan veröffentlichen mehrere bekannte Autorinnen Romane, zum Thema Kinderverschickungen. Für mich war „Der Sommer am Ende der Welt“ das erste Buch hierzu und so war meine Bestürzung riesig. Ich finde es wichtig, dass auch über Themen, die vielen nicht bekannt sind bzw. in Vergessenheit geraten sind, berichtet wird.

Trotz des hohen Informationsgehalts empfand ich die Umsetzung des Romans nicht ganz gelungen.
In der Gegenwartshandlung lernt Hanna direkt am Schiffsanleger bei Ankunft einen Mann kennen. Es funkt auf beiden Seiten auf den ersten Blick, die Wolken sind rosa... Die Liebesgeschichte hatte etwas von einer Sommerlektüre und wollte mit all seinen Emotionen nicht zur ansonsten sehr ernsten Thematik passen.
Je mehr Kapitel verstrichen, desto mehr stellte ich fest, dass das Hauptthema von „Der Sommer am Ende der Welt“ gar nicht wirklich die Kinderkuren sind, wie mich der Klappentext vermuten lies. Tatsächlich wird dieses Thema sogar relativ kurz abgehandelt durch Telefonate zwischen Hanna und Sabine, einem ehemaligen Verschickungskind. Da die Gespräche immer wieder unterbrochen werden, ziehen sie sich durch das komplette Buch, auch wenn es umfangmässig ziemlich wenig ist.
In dem Roman geht es schwerpunktmäßig um ein Familiengeheimnis, welches sich zu einem Kriminalfalls entwickelt und bis in die Nazizeit zurückreicht.
Ich mag den Schreibstil von Eva Völler gerne und das Buch lies sich gut lesen, jedoch fand ich das Buch thematisch sehr überladen. Naziverbrechen, Kinderkuren, Familienstreitigkeiten und zwei extrem blumige Liebesgeschichten. Dazu noch ein Handlungsstrang über seltsame Deja-Vus und Krankheit, was ich völlig überflüssig fand.
Fazit: joah.

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Veröffentlicht am 09.05.2025

Verschenktes Potential

Killer Potential
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3,5 Sterne.
„Killer Potential“ fällt schon durch das intensiv gelbe Cover auf. Das Buch wirkte auf den ersten Blick anders und tatsächlich fand ich die Storyline von der Grundidee her ziemlich erfrischend. ...

3,5 Sterne.
„Killer Potential“ fällt schon durch das intensiv gelbe Cover auf. Das Buch wirkte auf den ersten Blick anders und tatsächlich fand ich die Storyline von der Grundidee her ziemlich erfrischend.
Evie arbeitet als Tutorin. Als sie eines Nachmittags zur Nachhilfestunde erscheint, findet sie die Eltern ihrer Schülerin ermordet vor. Sie hätte die Polizei rufen können, doch von einer Sekunde auf die andere läuft alles aus dem Ruder. Unter der Treppe findet Evie eine gefesselte Frau und durch ein Missverständnis kommt es zu einem Handgemenge mit ihrer Nachhilfeschülerin Selena. Plötzlich befinden sich Evie und die gefesselte Frau auf der Flucht. Eine wilde Fahrt durch sämtliche Bundesstaaten beginnt, denn für die Polizei sind die beiden Mörderinnen.

Der Thriller beginnt sehr skurril und Evie hatte zunächst einen ziemlich sarkastischen Humor, der mich amüsiert hat. Die Geschichte startet direkt mit dem Mord und der Flucht. Da es so spannend begann, hatte ich erwartet, dass es nun immer so rasant weitergeht. Allerdings war die Luft nach einer Weile raus, weil sich die Dinge zu wiederholen beginnen. Die beiden Frauen klauen immer wieder Autos, Boote oder Lebensmittel, brechen irgendwo ein und werden dabei immer mal wieder erwischt.
Auf Dauer wurde es doch ein wenig lahm, zumal mir Evie mit der Zeit immer mehr wie eine naive Idiotin erschien. Das man im ersten Schock etwas Unbedachtes tut, okay, aber irgendwann müssten die Synapsen ja wieder einklicken. Evie hat die Victors nicht ermordet, deswegen ist diese ganze Tour kompletter Irrsinn. Sie steht permanent neben sich und zieht die einfachsten Schlüsse nicht. Für mich lag ziemlich bald auf der Hand, wer die Morde begannen hat, deswegen war die Auflösung keine Überraschung. Für meinen Geschmack ging die Geschichte noch zu lange weiter, nachdem die Flucht beendet war.
Auch die Liebesgeschichte empfand ich ein wenig überflüssig und ohne wirkliche Emotionen. Die befreite Frau spricht im ersten Drittel des Buches nicht und ich war sehr neugierig, mehr über sie zu erfahren. Nachdem sie die Sprache wiedergefunden hat, fand ich ihren Background dann doch nur so mittel interessant.
„Killer Potential“ hatte wirklich Potential. Leider wurde dieses doch ziemlich viel verschenkt.
Das Buch war okay, aber ich würde es nicht weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 13.04.2025

Schwächster Teil der Reihe

Grenzfall – Ihre Spur in den Flammen
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Wie der Titel „Ihre Spur in den Flammen“ nahelegt, spielen Brände im 5. Grenzfall eine große Rolle. In Alexas Zuständigkeitsbereich geht es Schlag auf Schlag. Erst explodiert ein Auto, es brennt in einer ...

Wie der Titel „Ihre Spur in den Flammen“ nahelegt, spielen Brände im 5. Grenzfall eine große Rolle. In Alexas Zuständigkeitsbereich geht es Schlag auf Schlag. Erst explodiert ein Auto, es brennt in einer Flüchtlingsunterkunft und ein Wohnhaus steht in Flammen.
Auch in Österreich bei Bernhard Krammer stehen Häuser in Brand. Da es zwischen all diesen Vorfällen zunächst einmal keinen roten Faden gibt, geht die Polizei von Einzeltaten aus. Auch von Parallelen jenseits der Grenze merken Krammer und Alexa erstmal nichts, dafür ist der persönliche Kontakt zwischen den beiden so gut wie nie.
Diesmal fand ich es schon hilfreich, wenn man die vorherigen Bücher kennt, da man sonst bei den zwischenmenschlichen Beziehungen zwischen Alexa und ihrem Vater bzw. Konstantin nur schwer mitkommt.
Die privaten Szenen waren in diesem Band tatsächlich meine Lieblingsstellen. Ich kann mit Alexa sehr gut sympathisieren und mich in sie hineinversetzen. Ich hoffe nur, dass sie im weiteren Verlauf der Reihe nicht mit ihrem Kollegen Huber zusammen kommt. Fänd ich irgendwie doof.
Ihr Hund Oskar hat mir diesmal sehr gefehlt, beim nächsten Mal hoffe ich auf mehr tierische Momente.
Der Kriminalfall konnte ich mich leider nicht so gut fesseln, wie ich es sonst von den Grenzfällen gewohnt bin. Es brannte hier, es brannte dort, man wusste lange nicht, um was es eigentlich geht. Ich hatte zwar eine Ahnung, die allerdings falsch war. Die tatsächliche Auflösung fand ich irgendwie random. Auch waren die Leute, bei denen es brannte alle ziemlich unsympathisch. Ob es wirklich einen Grund für diesen Feldzug gab, sei dahingestellt, so wirkliches Mitgefühl wollte sich bei mir nicht einstellen, so dass mich das Buch leider eher kalt gelassen hat.
War okay, aber die anderen Teile der Reihe haben mir deutlich besser gefallen.

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