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Veröffentlicht am 15.05.2025

Wohlfühlroman für eine Auszeit am Meer

Muschelglück und Meeresrauschen
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Seitdem Samuel Christin verlassen hat, ist ihr Leben nicht mehr so, wie sie es sich vorgestellt hatte. Sie versinkt in Selbstmitleid. Als ihre Großmutter Rosi ihre Unterstützung braucht, fährt Christin ...

Seitdem Samuel Christin verlassen hat, ist ihr Leben nicht mehr so, wie sie es sich vorgestellt hatte. Sie versinkt in Selbstmitleid. Als ihre Großmutter Rosi ihre Unterstützung braucht, fährt Christin sofort nach St. Peter Ording. Der Muschelladen der Großmutter steht kurz vor dem Aus, und Christin fragt sich, ob sie helfen kann, den Laden zu retten. Doch dann holt Rosi auch noch Samuel hinter Christins Rücken nach St. Peter Ording, was das Gefühlschaos perfekt macht.

„Muschelglück und Meeresrauschen“ ist ein wunderschöner Nordseeroman für zwischendurch. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt. Er vermittelt ein echtes Urlaubsfeeling, sodass ich am liebsten sofort an die Nordsee gefahren wäre. Erzählt wird die Geschichte aus der Ich-Perspektive von Christin. Die Autorin schreibt in einem bildhaften Stil, sodass ich mir alles genau vorstellen konnte. Besonders schön sind die Charakterbeschreibungen. Die Einheimischen wirken authentisch und liebenswert. Ich habe Rosi, mit ihrer liebevollen Art und ihrem Muschelladen sofort ins Herz geschlossen. Die Hilfsbereitschaft der Protagonisten ist dabei toll beschrieben.

Ich bin nur so durch diesen Wohlfühlroman geflogen und habe mich wunderbar unterhalten gefühlt. Es ist ein schöner Roman über Liebe, das Leben, Träume, Familie, Hilfsbereitschaft und die Nordsee.
Ein Wohlfühlroman für eine Auszeit am Meer.

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Veröffentlicht am 10.05.2025

Ein dramatischer, tiefgründiger Roman

Maikäferjahre
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„Maikäferjahre“ von Sarah Höflich ist ein bewegender und fesselnder Familienroman.
Im Mittelpunkt stehen die Zwillinge Anni und Tristan, die eine tiefe geschwisterlichen Verbundenheit haben. Doch der Krieg ...

„Maikäferjahre“ von Sarah Höflich ist ein bewegender und fesselnder Familienroman.
Im Mittelpunkt stehen die Zwillinge Anni und Tristan, die eine tiefe geschwisterlichen Verbundenheit haben. Doch der Krieg reißt sie auseinander. 1945 flieht Anni gemeinsam mit ihrer kleinen Tochter und dem halbjüdischen Geiger Adam aus dem brennenden Dresden. Tristan, Luftwaffenpilot, entkommt dem Tod nur knapp. Beide Geschwister wissen nicht, ob sie sich jemals wiedersehen werden.
In britischer Kriegsgefangenschaft verliebt sich Tristan in die Krankenschwester Rosalia, eine Liebe, die in einem Land ohne Akzeptanz und mit starken Vorurteilen auf viele Hindernisse trifft.

Sarah Höflich erzählt diese Geschichte in einem angenehm klaren, einfachen Schreibstil, der es dem Leser leicht macht, tief in die Handlung einzutauchen. Die Kapitel wechseln zwischen den Perspektiven von Anni und Tristan, deren Leben sich in verschiedenen Ländern auf dramatisch unterschiedliche Weise entwickeln. Beide müssen ums Überleben kämpfen und entkommen dem Tod mehrfach nur knapp.
Die Handlung ist gespickt mit spannenden, emotional aufgeladenen Momenten, in denen man mit den Figuren mitfiebert. Besonders beeindruckend ist die Vielschichtigkeit der Charaktere, einige sind einem sofort sympathisch und ans Herz gewachsen.
Die Autorin bringt vor einzelnen Kapiteln bedeutende historische Ereignisse ein, was mir sehr gefallen hat.
Der Roman thematisiert eindrucksvoll das Leid der Nachkriegszeit, erzählt von Hass, Vergebung, Hoffnung, Sehnsüchten und von der Kraft der Liebe.

Ein tiefgründiger, dramatischer und empfehlenswerter Roman.

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Veröffentlicht am 29.03.2025

Ein einfühlsamer Roman

Unsere Suche nach Zärtlichkeit
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Dumont arbeitet nachts als Telefonseelsorger. Mit viel Einfühlungsvermögen führt er Gespräche und steht den Menschen in schwierigen Momenten bei. Doch ein Anruf berührt ihn so tief, dass er sich auf eine ...

Dumont arbeitet nachts als Telefonseelsorger. Mit viel Einfühlungsvermögen führt er Gespräche und steht den Menschen in schwierigen Momenten bei. Doch ein Anruf berührt ihn so tief, dass er sich auf eine Reise begibt. Von Brüssel aus macht er sich auf den Weg ins südfranzösische Antibes, um die Unbekannte von dem Telefonat zu finden. Dort begegnet er Florence, eine Begegnung, die sein Leben verändert. Die Liebe zu ihr stellt ihn vor eine bedeutende Entscheidung.

Der Titel "Unsere Suche nach Zärtlichkeit" könnte nicht passender gewählt sein. Der Autor hat eine feinfühlige und bewegende Geschichte geschrieben, die durch ihren flüssigen Stil leicht zu lesen ist. Der Roman ist in fünf Teile gegliedert und lebt von bildhaften Beschreibungen und einer besonderen Atmosphäre. Mit nur 206 Seiten ist das Buch schnell gelesen, doch vor allem die Handlung hat mich in den Bann gezogen.

Besonders gelungen ist die tiefe Einsicht in Dumonts Gedanken- und Gefühlswelt. Er ist ein warmherziger, rücksichtsvoller und einfühlsamer Mann, dessen innere Zerrissenheit und Verletzlichkeit mich sehr berührt haben. Von Anfang an war mir der Protagonist sympathisch, und ich habe ihn gerne auf seiner Reise begleitet und konnte seine zwiegespaltenen Gefühle vollkommen nachvollziehen.

Dieser Roman erzählt von der Sehnsucht nach Nähe, der Kraft der Liebe, der Verletzlichkeit des Menschen und der Herausforderung, mit einem Schicksalsschlag umzugehen. Ein Roman, der zum Nachdenken anregt. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 16.02.2025

Ein bewegendes Debüt

Achtzehnter Stock
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So hatte sich Wanda ihr Leben nicht vorgestellt. Gemeinsam mit ihrer fünfjährigen Tochter lebt sie im tristen achtzehnten Stock eines Berliner Plattenbaus. Doch sie will mehr – für sich und ihr Kind, raus ...

So hatte sich Wanda ihr Leben nicht vorgestellt. Gemeinsam mit ihrer fünfjährigen Tochter lebt sie im tristen achtzehnten Stock eines Berliner Plattenbaus. Doch sie will mehr – für sich und ihr Kind, raus aus der unteren Gesellschaftsschicht. Ihr größter Traum ist eine Karriere als Schauspielerin. Doch als Alleinerziehende ist das nicht einfach.Trotzdem kämpft Wanda weiter für ihren Traum.

Die Autorin hat mich mit ihrem besonderen Debüt von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Wandas Leben am Existenzminimum wird schonungslos vor Augen geführt. Direkt, authentisch und mit prägnanten Sätzen wird Wandas Geschichte in der Ich-Perspektive erzählt.
Eine große Herausforderung für die Alleinerziehende, sowohl im Beruf als auch ihrer Rolle als Mutter gerecht zu werden, führt zu zahlreichen Problemen.

Wandas Verhalten gegenüber ihren Bekannten war für mich nicht immer nachvollziehbar und wirkte nicht besonders sympathisch. Dennoch habe ich in vielen Situationen mit ihr mitgefühlt.
Der Roman vermittelt auf intensive Weise den Alltag einer alleinerziehenden Mutter und zeigt die gesellschaftlichen Unterschiede zwischen Arm und Reich.

Ein ergreifender sowie nachdenklich machender Roman über den Kampf um ein besseres Leben.

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Veröffentlicht am 14.01.2025

Unterhaltsamer, tiefgründiger Roman mit Humor

Zwei vernünftige Erwachsene, die sich mal nackt gesehen haben
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Nina ist bald fünfzig, geschieden und Mutter von zwei Kindern. Während ihr Ex-Mann nun mit einer deutlich jüngeren Influencerin in ihrer ehemaligen gemeinsamen Villa lebt, hat sich Nina in eine bescheidene ...

Nina ist bald fünfzig, geschieden und Mutter von zwei Kindern. Während ihr Ex-Mann nun mit einer deutlich jüngeren Influencerin in ihrer ehemaligen gemeinsamen Villa lebt, hat sich Nina in eine bescheidene Anderthalb-Zimmer-Wohnung zurückgezogen. Doch sie schaut nicht zurück – sie ist erleichtert, dass die Ehe hinter ihr liegt.

An ihrer Seite steht ihre beste Freundin und Kollegin Zeynep, die ihr eine wichtige Stütze ist.

Als Nina sich in den zwanzig Jahre jüngeren David verliebt, sorgt dies für Aufsehen. Besonders in ihrer Familie hat jeder eine Meinung dazu, was ihr die Entscheidung zusätzlich erschwert, da ihre Liebe gesellschaftliche Normen infrage stellt.

Anika Decker schafft es mit ihrem Roman, auf unterhaltsame Weise zum Nachdenken anzuregen. Der Einstieg in die Geschichte fiel mir leicht, und schon bald musste ich über die witzigen Kommentare und humorvollen Szenen schmunzeln. Dank des lockeren, flüssigen und leichten Schreibstils flogen die Seiten nur so dahin, obwohl es hin und wieder ein paar Längen gab.

Die Erzählung wird überwiegend aus Ninas Ich-Perspektive geschildert, doch auch andere Figuren wie ihre Schwester Lena, deren Mann Flori und David bekommen eigene Kapitel, die ihre Gedanken und Gefühle näher beleuchten und dem Leser tiefere Einblicke bieten. Die Charaktere wirken dabei durchweg authentisch, besonders die innige Freundschaft zwischen Nina und Zeynep sticht hervor.

Mit viel Feingefühl, Humor und Gesellschaftskritik verbindet Anika Decker zentrale Themen wie Familienkonflikte, Selbstfindung, die MeToo-Thematik sowie die Herausforderung, gesellschaftlichen Konventionen zu trotzen. Die Autorin versteht es, den Roman abwechslungsreich und humorvoll zu gestalten, ohne dabei an Tiefe zu verlieren.

Ein vielschichtiger, humorvoll geschriebener Roman, den ich wärmstens weiterempfehlen kann.

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