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Ullap

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.05.2025

Auf der Suche

Der Kindersuchdienst (Kindersuchdienst 1)
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Wir befinden uns 10 Jahre nach dem zweiten Weltkrieg in Hamburg, immer noch suchen so viele Menschen nach ihren Angehörigen, insbesondere vermissen Eltern ihre Kinder und umgekehrt. Diesen Schicksalen ...

Wir befinden uns 10 Jahre nach dem zweiten Weltkrieg in Hamburg, immer noch suchen so viele Menschen nach ihren Angehörigen, insbesondere vermissen Eltern ihre Kinder und umgekehrt. Diesen Schicksalen hat sich der Kindersuchdienst des Roten Kreuzes angenommen. Dort begegnen sich Annegret, alleinerziehende Mutter eines kleinen Jungen, sowie Charlotte, junge Frau aus einer angesehenen Reederfamilie, die dort beide aus unterschiedlichen Gründen eine Arbeit gesucht und auch gefunden haben.

Diesem Roman liegen historisch belegte Tatsachen zu Grunde. Der Kindersuchdienst wurde in den 50er Jahren und auch später von vielen Menschen als letzte Hoffnung angesehen, mit zunächst einfachsten Mitteln wurden in langwieriger Kleinarbeit Karteikarten mit Suchanfragen untereinander abgeglichen. Welcher Aufwand und dennoch immer ein großes Fest, wenn eine Familie zusammengeführt werden konnte. Die fiktive Geschichte von Annegret und Charlotte hat die Autorin hier sehr gut in dieses feinfühlig dargestellte Thema eingearbeitet. Zwei zwar sehr gegensätzlliche, aber insgesamt doch sehr sympathische Charaktere, die beide für ihren eigenen Weg und ihr eigenes kleines Glück kämpfen. Höhepunkt des Romans sind hier jedoch für mich einige Kinderfiguren, die in schweren Zeiten versuchen, selbst für sich einzustehen und ebenfalls nur wieder glücklich sein wollen im Leben.

Mich hat dieser Roman sehr mitgenommen, die fiktiven Schicksale, die so oder so ähnllich in der Wirklichkeit bestimmt häufig so abgelaufen sind, haben mich sehr berührt. Ein wichtiges Thema, das nicht vergessen werden sollte.

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Veröffentlicht am 14.05.2025

Ein Haus auf Amrum

Der Duft von Kuchen und Meer
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Die alleinerziehende verwitwete Konditorin Maren erfährt völlig überraschend von ihrer Oma Undine, dass diese seit langem ein Haus auf der Nordseeinsel Amrum besitzt, das sie nun ihrer Enkelin übertragen ...

Die alleinerziehende verwitwete Konditorin Maren erfährt völlig überraschend von ihrer Oma Undine, dass diese seit langem ein Haus auf der Nordseeinsel Amrum besitzt, das sie nun ihrer Enkelin übertragen möchte. Warum hat Oma nie über das Haus und ihre damalige Zeit auf Amrum gesprochen? Kurzentschlossen macht sich Maren mit ihrer sechsjährigen Tochter Leni auf die Reise, um dort so einiges aus der Vergangenheit ihrer Familie zu erfahren. Bringt die Gegenwart vielleicht auch Neues für Maren?

In gewohnter Manier hat es die Autorin schnell wieder verstanden, mich als Leser in die Geschichte hineinzuziehen. Verschiedene Rückblicke in die Vergangenheit bringen einem langsam den familiären Hintergrund verschiedener Generationen näher, der Fokus lag hier für mich jedoch auf der Gegenwartsebene. Wie der Titel schon verheißt, steigt der Duft von Gebackenem beim Lesen quasi aus den Zeilen, Spezialität Marens und auch der Insel sind die kleinen mit verschiedenen Cremes gefüllten Windbeutel, die man sofort probieren möchte. Auch die Umgebungsbeschreibungen einer wohl wunderschönen Insel sind hier wieder so toll gelungen, dass einen förmlich sofort die Reiselust packt. Insbesondere die Figur der pfiffigen sechsjährigen Leni ist hier wunderbar gelungen, die sich leichtgängig den Amrumer Dialekt aneignet.
Insgesamt wieder ein toller leichtgängiger Sommerroman, den man gerne bei gutem Wetter auf der Terrasse liest - oder noch besser: direkt vor Ort!
Als kleine Zugabe sind wieder am Ende des Buches einige Rezepte abgedruckt.
Eine klare Leseempfehlung von mir!

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Veröffentlicht am 11.05.2025

Die Schatten der Vergangenheit

Die Inselschwimmerin
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Nachdem sie erfahren musste, dass ihr Vater mit dem Tod ringt, kehrt Evie nach langen Jahren auf die schottischen Orkney-Inseln zurück. Vor langen Jahren hatte sie damals ihre Heimat Richtung London verlassen, ...

Nachdem sie erfahren musste, dass ihr Vater mit dem Tod ringt, kehrt Evie nach langen Jahren auf die schottischen Orkney-Inseln zurück. Vor langen Jahren hatte sie damals ihre Heimat Richtung London verlassen, weil eine schwere Schuld auf ihr lastete, bei der auch ihre Schwester Liv eine grosse Rolle spielte. Zu Liv hatte sie seither keinerlei Kontakt mehr, einzig Freya, eine alte Freundin der Familie, stand immer noch in Verbindung zu Evie.
Auf verschiedenen Zeitebenen erfahren wir allmählich, wie es Evie in London ergangen ist, wir lesen von der beginnenden Verbindung ihrer Eltern und ganz zum Schluss hören wir auch von dieser vermeintlichen Schuld, die Evie seinerzeit zu ihrem überlasteten Aufbruch gezwungen hat.
Die Zeitenwechsel sind dabei gut strukturiert und leicht nachvollziehbar gewählt, bis zum Ende schwebt eine absolute Spannung über der Geschichte. Verschiedene Charaktere, von sympathisch bis unerträglich machen den Roman zu einem abwechslungsreichen Leseerlebnis, bei dem man gerade Evie manches Mal einen Schubs geben möchte.
Wenn man sich weder vom Titel noch vom Klappentext irritieren lässt, die hier leider am Thema ein wenig vorbeigehen, lernt man hier eine spannende und eindringliche Geschichte mit vielen Wendungen kennen, die einen kaum zum Atem holen lassen. Eine absolute Leseempfehlung von mir!

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Veröffentlicht am 03.05.2025

Auf nach Bella Italia!

Amore in italiano
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Zunächst vorweg: Wer dieses Buch einmal angefangen hat zu lesen, möchte es nicht mehr aus der Hand legen und verspürt anschliessend die Sehnsucht nach einem Sommerurlaub in Italien.

Diesen Urlaub hat ...

Zunächst vorweg: Wer dieses Buch einmal angefangen hat zu lesen, möchte es nicht mehr aus der Hand legen und verspürt anschliessend die Sehnsucht nach einem Sommerurlaub in Italien.

Diesen Urlaub hat auch Lucia mit ihrer Familie geplant. Nach der kurzfristigen Trennung von ihrem Mann, der sie betrogen hat, muss die Reise jedoch aus finanziellen Gründen abgesagt werden. Lucias Eltern Alberto und Christina waren einst als junges Ehepaar in den 50ern als Gastarbeiter hoffnungsfroh nach Deutschland gekommen, um sich dort eine gesicherte Existenz aufzubauen. Nach dem Tod seiner Frau verspürt der alte Alberto nun plötzlich die Sehnsucht nach seinem Heimatland und die seinerzeit mit Christina vor der Auswanderung durchgeführte "Abschiedstour" durch die Heimat zu wiederholen. Sein Sohn Gianni, der unter gesundheitlichen Einschränkungen leidet, begleitet ihn. Wenig später macht sich Lucia mit ihren Töchtern auf den Weg, um Vater und Bruder in Italien zu suchen, denen sie diese Reise nicht zutraut.

Wir erleben hier eine Reise durch ein wunderbares Land, begleitet von tollen Orts- und Landschaftsbeschreibungen, immer wieder von Erlebnissen aus der Vergangenheit untermalt. Auf wechselnden Zeitebenen erfährt man so einiges von der damaligen Reise des jungen Paares aber auch über den nicht so einfachen familiären Hintergrund Albertos. Die Geschichte hat mich sehr berührt, dabei hat die Autorin hier immer die passenden Worte und einen wunderbaren leichtgängigen Schreibstil gefunden. Alle Charaktere sind mir so ans Herz gewachsen, dass ich mich sehr über einen zweiten Band oder zumindest einen neuen Roman aus der Feder der Autorin freuen würde!

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Veröffentlicht am 20.04.2025

Hasenfreundschaft

Hase und ich
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Während des Lockdowns findet Cloe in der Nähe ihres Landhauses ein junges und offenbar verlassenes Hasenbaby, welches sie nach anfänglichem Zögern mitnimmt und daheim versorgt. Entgegen allen Erwartungen ...

Während des Lockdowns findet Cloe in der Nähe ihres Landhauses ein junges und offenbar verlassenes Hasenbaby, welches sie nach anfänglichem Zögern mitnimmt und daheim versorgt. Entgegen allen Erwartungen überlebt das Kleine, kann als erwachsener Hase in der Wildnis bestehen, kommt aber immer wieder mal zu Besuch in seine Kinderstube zurück.

Die Autorin lässt uns in dieser wahren und von ihr selbst erlebten Geschichte teilhaben an einer wunderbaren Freundschaft, die sich zwischen ihr und Hase entwickelt, dem sie bewusst keinen menschlichen Namen gibt. Eine Freundschaft, deren Regeln im Laufe der Zeit immer vom Hasen bestimmt und von Cloe akzeptiert werden.
Dieses Buch habe ich während der Osterfeiertage gelesen, was dem Leseerlebnis noch einmal etwas ganz Besonderes gibt. Der Schreibstil ist in Bezug auf das Leben und den Umgang mit Hase ein sehr leichter und warmherziger, dann aber auch wieder sehr informativ, wenn es um das Verhalten von Hasen allgemein geht, man lernt definitiv sehr viel über diese Tierart, die bestimnt fast jeder schon mal in freier Wildbahn gesehen hat, von der wir aber eigentlich nichts richtig wissen. Auch einige Mythen können hier widerlegt werden.
Insgesamt habe ich aber vor allem eine herzergreifende leise Geschichte gelesen, in der das Tier nie vermenschlicht wird und und die Autorin einen wunderbaren Einblick in die Natur geben konnte, die ich jetzt vielleicht doch mit anderen Augen betrachten werde.

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