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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.05.2025

Pflichtlektüre

Diskriminierung geht uns alle an
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In "Diskriminierung geht uns alle an" bieten die Herausgeberin Josephine Apraku und 19 Autor*innen einen Überblick über verschiedene Diskriminierungsformen. Thematisiert werden dabei Ableismus, Adultismus, ...

In "Diskriminierung geht uns alle an" bieten die Herausgeberin Josephine Apraku und 19 Autor*innen einen Überblick über verschiedene Diskriminierungsformen. Thematisiert werden dabei Ableismus, Adultismus, Antisemitismus, Cissexismus, Heterosexismus, Klassismus, Lookismus, Rassismus, Sexismus und Intersektionalität. Jedem Thema ist ein eigenes Kapitel mit sehr anschaulichen Illustrationen gewidmet. Inhaltlich wird wichtiges Grundwissen zu jedem Thema erklärt, Begriffe werden definiert und die Dynamiken und Strukturen eingeordnet und durch alltagsnahe Beispiele veranschaulicht und ausgeführt.
Sprachlich ist das Buch sehr einfach gehalten, sodass kein Vorwissen benötigt wird und auch Kinder und Jugendliche verstehen können, was mit den jeweiligen Diskriminierungsformen gemeint ist, wie sie stattfindet und sie so selbst erkennen, benennen und reflektieren können. Gespickt ist das Buch neben den alltäglichen Beispielen immer wieder durch Fragestellungen, die eigene Reflexionsprozesse aktivieren und das Gelesene umsetzen und weiterdenken lassen.

Meiner Meinung nach ein Buch, das in jedem Haushalt und in der Schule als Pflichtlektüre gelesen werden sollte.

Veröffentlicht am 18.05.2025

Bilanz nach Missbrauch

Das Lieben danach
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Helene Bracht wurde im Kindesalter über mehrere Jahre hinweg mehrfach von ihrem erwachsenen Nachhilfelehrer missbraucht.
Nun, Jahrzehnte später, schildert sie in "Das Lieben danach" von dem Missbrauch, ...

Helene Bracht wurde im Kindesalter über mehrere Jahre hinweg mehrfach von ihrem erwachsenen Nachhilfelehrer missbraucht.
Nun, Jahrzehnte später, schildert sie in "Das Lieben danach" von dem Missbrauch, dem enormen Vertrauensverlust und ihren anschließenden Beziehungen - vor allem zu Männern, aber auch zu ihrer Mutter und der Thematisierung von Sex innerhalb der Familie. Bracht arbeitet nicht nur ihren eigenen Missbrauch auf, sondern auch ihre sexuellen Begegnungen, ihre Beziehungen und beleuchtet unter anderem, weshalb sie auf einen Hochzeitsschwindler hereinfallen konnte und weshalb sie Schwierigkeiten mit echter Bindung hat. Außerdem thematisiert sie, wie sie selbst zur Täterin wurde und welche Rolle Grenzüberschreitung und Gewalt spielen können.

"Das Lieben danach" ist ehrlich, schonungslos und nachvollziehbar, weshalb ich eine absolute Leseempfehlung ausspreche.

Veröffentlicht am 18.05.2025

Wunsch auf ein besseres Leben

Achtzehnter Stock
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Wanda träumt schon immer von großen Bühnen und einer erfolgreichen Schauspielkarriere. Doch statt Ruhm und Reichtum erlebt sie das alltägliche, sparsame Alltagsleben in einem Berliner Plattenbau. Dort ...

Wanda träumt schon immer von großen Bühnen und einer erfolgreichen Schauspielkarriere. Doch statt Ruhm und Reichtum erlebt sie das alltägliche, sparsame Alltagsleben in einem Berliner Plattenbau. Dort wohnt sie mit ihrer fünfjährigen Tochter Karlie im achtzehnten Stock. Während sie sich wegen des defekten Lifts täglich im dunklen Treppenhaus aufhält, träumt sie vom sonnigen Leben auf der anderen Seite Berlins.
Dann lernt sie einen charismatischen Mann kennen und bekommt die Chance, Einblick in eine Welt voller Geld und Möglichkeiten zu blicken. Doch das hat einen Preis.

Mir gefielen die eindrücklichen Schilderungen von Wandas und Karlies Leben in der Platte,den Begegnungen mit und Verhältnissen zu den Nachbar*innen sehr gut. Außerdem wird deutlich, wie sehr Wanda ihre Rollen als Schauspielerin, Mutter und Freundin als herausfordernd empfindet und mit ihnen jongliert, wobei ein Faktor häufig auf der Strecke bleibt.
In meiner Lesart hat Sara Gmuer einen Schreibstil gewählt, der die Enge, das Träumen scheinbar verlorener Träume und den unbedingten Willen heraus aus schlechten Verhältnissen ich deutlich spüren konnte. Auch wenn das Grundgefühl der Lektüre bedrückend war, waren da auch Hoffnung, Liebe und Zuversicht.

"Achtzehnter Stock" war für mich ein tolles Buch und Grund genug, noch mehr von Sara Gmuer lesen zu wollen.

Veröffentlicht am 14.05.2025

Vielseitige Einblicke in die Karriere von Harry Styles

Harry Styles
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Die Journalistin Annie Zaleski, die bereits für diverse Musikmagazine geschrieben hat, bietet in dem Portrait von Harry Stlyes tiefe Einblicke in seine Karriere. Begonnen als jugendlicher Musiker bei The ...

Die Journalistin Annie Zaleski, die bereits für diverse Musikmagazine geschrieben hat, bietet in dem Portrait von Harry Stlyes tiefe Einblicke in seine Karriere. Begonnen als jugendlicher Musiker bei The X Factor, dann bekannt durch die Band One Direction, über seinen Weg als Solokünstler bis hin zur Pop- und Mode-Ikone und Idol vieler Menschen. Zaleski thematisiert neben den Albenerfolgen auch Harry Stlyes' Vorbilder, seine musikalischen Vorbilder und die Persönlichkeiten, die ihn inspiriert haben, an denen er sich orientiert hat und für welche sozialen Projekte er sich einsetzt.

Das Buch ist hochwertig gestaltet, die mehr als 150 Fotografien zeigen so viele Facetten und die einzelnen Meilensteine in Styles' Leben. Außerdem wirken sie sorgfältig ausgesucht und sein Werk, seine Entwicklung werden sehr wohlwollend und wertschätzend dargestellt. Was mir besonders gut gefallen hat, waren die detailreichen Ausführungen und Erläuterungen zu seinen Alben, da war für mich einiges Neues dabei.

Für alldiejenigen, die Fans von Harry Stlyes sind, sämtliche Hintergrundinformationen gebündelt lesen wollen und Lust auf hochwertige Fotos und visuelle Eindrücke haben, sind hier sehr gut bedient!

Veröffentlicht am 12.05.2025

Hat mir Spaß gemacht zu lesen

Killer Potential
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Evie Gordon ist SAT-Tutorin und bereitet die Kinder reicher Familien auf die Unizulassungsprüfung vor. Als sie zu einem Treffen mit ihrer Schülerin Serena Victor kommt, findet sie deren Eltern brutal ermordet ...

Evie Gordon ist SAT-Tutorin und bereitet die Kinder reicher Familien auf die Unizulassungsprüfung vor. Als sie zu einem Treffen mit ihrer Schülerin Serena Victor kommt, findet sie deren Eltern brutal ermordet vor. Sie will das Haus verlassen und die Polizei rufen, als sie Hilferufe hört. Evie findet eine gefesselte und verwahrloste junge Frau in einer kleinen Kammer unter der Treppe. Dann eskaliert die Situation, als Serena nach Hause kommt, ihre toten Eltern und Evie mit der fremden Frau sieht. In der Folge ergreifen Evie und die Fremde die Flucht - denn Evie wird von der Polizei in den Medien als dringend tatverdächtig und im Laufe der kommenden Tage als abgebrühte Killerin dargestellt. Ihre geheimnisvolle Begleitung, die zunächst nicht spricht, wird zu Evies Verbündeten. Denn sie möchte herausfinden, wer die Victors umgebracht hat und sich tatsächlich für die Morde verantworten muss.

Hannah Deitch startet "Killer Potential" mit einer spannenden Ausgangslage, die schnell zu einem aufreibenden Roadtrip mit spannenden Szenen führt. Im Mittelteil empfand ich einige Stellen als Längen, aber da ich die beiden Figuren und die Entwicklung ihrer Beziehungsdynamik sehr interessant fand, habe ich auch die gern gelesen.
Der Schreibstil ist recht einfach gehalten, unterhaltsam gestaltet und gewinnt in den richtigen Momenten an Spannung. Auch das Ende und die Auflösung des Ganzen hat mir sehr gut gefallen und empfand ich als stimmig.

Ein spannender Thriller, der nicht durch blutige Szenen und Gewalt überzeugt, sondern durch packende Figurendynamik und einige Twists.