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Veröffentlicht am 23.06.2025

Buch auf, Hirn aus, Spaß hoch

Chosen – Träume aus Gold
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Ein Buch wie ein Abend vorm Bachelor und ähnlich Seelen reinigenden Trash-Tv-Formaten mit prickelnden Sekt-Empfang.
Klar, Ulysses oder Tolstoi ist es nicht, der Anspruch nicht ganz so hoch, die Unterhaltung ...

Ein Buch wie ein Abend vorm Bachelor und ähnlich Seelen reinigenden Trash-Tv-Formaten mit prickelnden Sekt-Empfang.
Klar, Ulysses oder Tolstoi ist es nicht, der Anspruch nicht ganz so hoch, die Unterhaltung dafür aber auf ganz großem Niveau.
Als Leser fiebert man mit, hängt an der Kante des Stuhls (Sessels, Betts, Bodens -wo auch immer ihr lest), Fingernägel kauend und laut ausrufend wenn mal wieder irgendwas passiert (glaubt mir, ich habe es für euch getestet. Live. Bei offenem Fenster. Mit Nachbarn. Yeah...)
Wer gerne mal eine Achterbahnfahrt der Gefühle (rauf, runter, Looping - ohne Gurt) haben möchte, wer dabei gerne fast aus dem Wagen fallen, aber dann doch im letzten Moment sich wieder fangen möchte, der sollte wirklich zu diesem Buch greifen.
Am besten im Doppelpack direkt mit Band zwei. Denn der Cliffhänger am Ende und das Warten darauf wie es weitergeht sind wirklich ganz gemeine Folterinstrumente der Autorin.
Alles andere war eine große Freude!

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Veröffentlicht am 09.06.2025

Ein urbanes Fantasy Feuerwerk aus Figuren, Flair und Plottwists

Ursula und das V-Team
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Wenn Buffy gemeinsam mit ihren, ebenfalls magisch begabten, Freundinnen in Köln durch die Gegend läuft, um uns alle vor einer Horde untoter Hunnen zu beschützen hat C. K. McDonnall ein neues Buch herausgebracht. ...

Wenn Buffy gemeinsam mit ihren, ebenfalls magisch begabten, Freundinnen in Köln durch die Gegend läuft, um uns alle vor einer Horde untoter Hunnen zu beschützen hat C. K. McDonnall ein neues Buch herausgebracht. Diesmal gemeinsam mit seiner wundervollen Frau Elaine Ofori.
Die von Ihnen erschaffenen Charaktere sind so lebendig & liebenswert (naja, die meisten ;) ), dass ich gerne mal mit ihnen im belgischen Viertel ein hippies, koffeinhaltiges Getränk einnehmen würde, um entspannt ein bisschen über die neuste Weltenrettung zu plaudern.
Wirklich erstaunlich dabei ist, wie bei der Menge an unterschiedlichen Protagonistinnen (& Protagonisten) jede & jeder einen unverkennbaren, eigenen Charakter hat. Wirklich jede Figur hat Wiedererkennungswert und ist liebevoll ausgearbeitet (sogar die "bösen").
Beim lesen begleiten wir immer mal wieder unterschiedliche Charaktere und hier haben wir tatsächlich eines der super seltenen Bücher bei denen mir jede Perspektive gefallen hat & ich nicht schneller gelesen habe, um wieder bei meinen Lieblingsfiguren zu sein.
Wo wir gerade bei Charakteren sind: Auch Köln selbst ist irgendwie mehr als nur der Schauplatz der Handlung.
Köln hat Charakter, das ist klar. Aber hier heißt es irgendwie: Köln IST Charakter!
Die Köln-Liebe & Verbundenheit des Autorenpaars spürt man auf jeder Seite (vor allem schön, wenn man die Schauplätze wiedererkennt).
Es passiert so unglaublich viel zwischen diesen beiden Buchdeckeln, dass man nur so durch die Seiten fliegt, die Geschichte am Ende zuschlägt und während dem Lesen vollkommen aus der Raum-Zeit-Achse gefallen war.
Ein skurrile Idee jagt die nächste und so kommt man als Leser aus dem Staunen, Freuen und atemlos mit den Mädels & Adam durch die Stadt hetzen nicht heraus. Jeder Twist, jeder Turn, jeder Spannungsbogen... Alles fügt sich perfekt zusammen und lässt am Ende zum Glück genug Platz aus diesem wunderbaren Fiebertraum eines Buches einen zweiten Teil zu machen oder vielleicht einen dritten, vierten... Wie wärs mit einer ganzen Reihe?!

Für jeden Urban Fantasy Fan mit Humor.
Kann man auch lesen ohne Köln cool zu finden.

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Veröffentlicht am 27.05.2025

Für jeden, der nicht als ewig gestriger Edgelord vor sich hin schmoren möchte

Witches, Bitches, It-Girls
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In ihrem zweiten Buch "Witches, Bitches, It-Girls" widmet sich Rebekka Endler nicht mehr dem Patriachat der Dinge, sondern dem was das Patriachat mit uns macht, unserer Gesellschaft und der Art und Weise ...

In ihrem zweiten Buch "Witches, Bitches, It-Girls" widmet sich Rebekka Endler nicht mehr dem Patriachat der Dinge, sondern dem was das Patriachat mit uns macht, unserer Gesellschaft und der Art und Weise wie wir Geschichte(n) schreiben.

Dabei ist das Thema nicht weniger interessant. In 9 prallgefüllten Kapiteln nimmt Endler sich den misogyen Mythen an die unser Denken bis heute beeinflussen und untersucht die Frage nach den Ursachen des Patriachats.
Dabei ist das Buch alles andere als dröge. Es strotzt nur so vor spannenden, unglaublichen und interessanten Geschichten, die mich mehr als einmal ungläubig den Kopf schütteln ließen (oder wusstet ihr welch wirklich widerliche Verbindung -ich mag es echt immer noch nicht glauben- Neil Patrick Harris und Amy Winehouse haben? Um nur eines der vielen Beispiele zu nennen).

Einige Kapitel sprachen mir so aus der Seele, dass ich sie laut vorlesen musste (keine Sorge, nicht irgendwem in der Bahn, sondern Ben). Was jetzt wiederum Ben dazu gebracht hat, das Buch auch lesen zu wollen. Also quasi hier doppelt approved.

Das Buch bietet nicht nur spannende Storys, sondern ist auch voll von bissigem Humor, wie wir Hörerinnen des Podcasts "Feminsit Shelfcontrol" (vor Ewigkeiten empfohlen von einer Followerin, der ich auf ewig dankbar dafür bin) ihn kennen und lieben.

Für wen ist das Buch geeignet? Schwierige Frage!
Ich finde dass das Buch (und auch bereits der Vorgänger "Das Patriachat der Dinge") von jedem gelesen und verinnerlicht werden sollte, der nicht komplett als gestriger Edgelord auf einem Thron aus "das haben wir immer schon so gemacht" im sterbenden Feuer des Patriachats vor sich hin schmoren möchte.

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Veröffentlicht am 13.05.2025

Nicht gegen die Liebe. Nur gegen den Mythos.

Entromantisiert euch!
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In „Entromantisiert euch! – Ein Weckruf“ nimmt uns Beatrice Frasl mit auf den steinigen Weg der Erkenntnis. Dabei lässt sie keinen Stolperstein und keinen Fallstrick aus, die uns der durch Disney und Co ...

In „Entromantisiert euch! – Ein Weckruf“ nimmt uns Beatrice Frasl mit auf den steinigen Weg der Erkenntnis. Dabei lässt sie keinen Stolperstein und keinen Fallstrick aus, die uns der durch Disney und Co ins Gehirn gehämmerte Glaube an die romantische Liebe vor die Füße wirft.

Frasl erzählt mit trockenem Humor und bitterbösem Zynismus von den ernsten Themen, die uns die heteronormative, romantische Liebe beschert.

Aufgeteilt ist das Buch in drei große Abschnitte:
I. Die große Liebe
II. Das Elend der heterosexuellen Paarbeziehung
III. Danke, nein!

Diese wiederum sind unterteilt in mehrere, kürzere Informationshappen, thematisch passend geordnet. Das ist auch bitter nötig, denn der Stoff ist alles andere als leichte Kost. Dabei aber so, so wichtig.

Denn nur wer von der Illusion weiß, kann sie auch entzaubern und tappt ihr nicht in die Falle.

So erfahren wir beispielsweise, warum „verliebt sein“ im Grunde eine behandlungsbedürftige (hoffentlich) vorübergehende Geisteskrankheit ist. Wieso es früher üblich war, auch in Männerfreundschaften körperlichen, freundschaftlichen Kontakt zu haben. Wie gefährlich (statistisch belegt) eine Beziehung für Frauen sein kann. Und warum das Ganze für die meisten weiblich gelesenen Personen eigentlich einfach nur Arbeit ist, von vorne bis hinten.

Leicht zu lesen ist dieses Buch sicherlich nicht. Ich musste mehrere Pausen einlegen, habe manche Abschnitte wiederholt und dabei vieles daraus für mich mitgenommen. Ich finde es lohnt sich, dieses Buch gelesen zu haben.

Auch wenn für die eine oder andere Leser*in, die sich bereits mit dem Thema beschäftigt hat, sicher nicht alles brandneu sein wird, sondern manches schon bekannt ist. Trotzdem konnte ich auch einige neue Aspekte für mich entdecken.

Die passenden Songzitate über jedem Kapitel und die dazugehörige Playlist runden das Buch für mich ab.

Auch der letzte Abschnitt, in dem die Autorin betont, dass es ihr nicht um die Abschaffung der Liebe an sich geht, sondern nur um die der romantischen Liebe.
Warum die romantische Liebe uns so oft im Weg steht und uns den Blick verstellt auf die vielen anderen Formen der Liebe in unserem Leben und einige alternative Vorschläge, die sie unterbreitet, tragen zum Abrunden bei und machen das Ganze für mich zu einem wichtigen Leseerlebnis, das uns allen Hoffnung gibt (gut, zugegeben, nachdem es uns ein wenig zerstört hat).

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Veröffentlicht am 11.05.2025

Es zerriss mich, heilte mich und ließ mich mit Liebe zurück

Gute Gründe
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Dieses Buch hat mich fertig gemacht. Zerrissen, zerkaut, ausgespuckt und dann liebevoll geglättet. Zum Abschied hat es mir nochmal freundlich über den Kopf gestreichelt und all seine Eindrücke in mir zurückgelassen. ...

Dieses Buch hat mich fertig gemacht. Zerrissen, zerkaut, ausgespuckt und dann liebevoll geglättet. Zum Abschied hat es mir nochmal freundlich über den Kopf gestreichelt und all seine Eindrücke in mir zurückgelassen. Ich wollte eigentlich nur rein lesen, die ersten paar Seiten und dann ein anderes Buch weiterlesen. Aber Nadine J. Cohens Stimme hat sich in mir festgesetzt und mich nicht mehr los gelassen, bis ich gestern Abend weinend vor Trauer und Glück diese berührende Geschichte beendet habe. Yael hat nein zum Leben gesagt und wollte sich umbringen. Doch ihre Schwester will sie nicht verlieren und so versucht Yael Gründe zu finden „JA“ zum leben zu sagen. Dabei ist Yael unglaublich sympathisch und nahbar. Sie ist witzig, auch wenn es ihr offensichtlich nicht gut geht, schlagfertig und versteht es im richtigen Moment das richtige zu denken oder zu sagen. Man fiebert von Anfang an mit und hofft, dass Yael gute Gründe findet am Leben fest zu halten und dass sie heilen und sich erholen kann. Nach und nach wie bei einem Puzzle setzt sich dabei die Geschichte vor unserem Auge zusammen, bis wir schließlich erkennen was Yaels Gründe waren ihr Leben nicht mehr lebenswert zu finden. Zeitgleich entspinnt sich ein Mosaik aus Yaels aktueller Situation und lässt ein Bild erkennen in dem wir Leser und hoffentlich auch die Protagonsistin selbst ein schönes Leben erkennen kann. Dabei begleiten wir sie ein Jahr lang. Die Geschichte ist in Monate aufgeteilt und die Monate wiederum in mal kürzere, mal längere Abschnitte. Ein wilder Mix aus Jetzt und Erinnerungem, der hier gekonnt zu einer Geschichte verwoben wird die man so schnell nicht wieder vergisst und die hier und da auch Fragen an einen selbst aufwirft. Darüber wie man mit bestimmten Situationen umgehen möchte und auch darüber welche guten Gründe man selber hat. Auch das australische Setting hat mich absolut abgeholt. Das Frauen Schwimmbad am Meer als ein zentraler Dreh- und Angelpunkt empfand ich selbst durch die Seiten als Safe Space. Als Ort um einfach nur zu sein und auch als Ort um wieder zu sich selbst zu finden. Schade, dass wir hier so was nicht haben. Ich persönlich empfand es als heilsam wie in diesem Buch über Verlust und Trauer geschrieben wurde. Das muss aber natürlich nicht jedem so gehen. Wenn ihr ein melancholisches Buch mit Hoffnung lesen möchtet seid ihr hier genau richtig. Irgendwie hatte es was von „the fault in our stars“ nur sehr viel erwachsener geworden.

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