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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.08.2025

Spannung baut sich sehr langsam auf

Eine falsche Lüge – Wird es ihre letzte sein?
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Sloane Caraways Leben war noch nie sehr aufregend oder besonders. Schon als Kind fing sie deshalb an, Lügen zu erzählen, um es spannender wirken zu lassen. Und weil sie damit meistens gut durchkam, konnte ...

Sloane Caraways Leben war noch nie sehr aufregend oder besonders. Schon als Kind fing sie deshalb an, Lügen zu erzählen, um es spannender wirken zu lassen. Und weil sie damit meistens gut durchkam, konnte sie auch als Erwachsene nicht damit aufhören.

Eines Tages sieht sie in ihrer Mittagspause, wie die Tochter eines attraktiven Mannes, Jay Lockhart, auf eine Biene tritt. Sloane eilt hinzu, behauptet kurzerhand, Krankenschwester zu sein, und hilft, den Stachel zu entfernen. Aus Dankbarkeit möchte Jay sie seiner Frau Violet vorstellen. Die beiden Frauen verstehen sich sofort, werden schnell Freundinnen, und wie es der Zufall will, suchen die Lockharts gerade ein Kindermädchen für ihre Tochter Harper. Sloane ist begeistert und nimmt das Angebot an. Von nun an verbringt sie viel Zeit mit Harper und mit Violet und ist so fasziniert von ihr, dass sie beginnt, ihr immer ähnlicher zu werden. Erst mit derselben Haarfarbe, dann mit der Kleidung. Merkwürdigerweise scheint Violet das überhaupt nicht zu stören. Ist Sloane vielleicht nicht die Einzige, die nicht immer die Wahrheit sagt?

Der Klappentext hat mich hier deutlich mehr angesprochen als das Cover, bei dem ich mich lange gefragt habe, was es damit auf sich hat. Nach Beenden des Buches ergab es jedoch Sinn.

Die Geschichte wird zum größten Teil aus Sloanes Sicht erzählt, später auch aus der Perspektive von Violet und Jay. Der Anfang war etwas schleppend, und die Spannung baute sich nur langsam auf, aber ich fand Sloane sehr interessant und wollte unbedingt wissen, ob und wie sie mit ihren Lügen durchs Leben kommt. Es gibt einige Plottwists, die gut gesetzt waren, aber wer schon viele Thriller gelesen hat, wird hier vermutlich nicht allzu überrascht werden. Für mich ist es eher ein Roman mit Thrillerelementen als ein klassischer Thriller. Ruhig, unblutig und sehr nah an den Gedanken der Hauptfigur.

Für alle, die einen sanften Einstieg ins Thriller-Genre suchen oder lieber ruhigere Geschichten lesen, bei denen man trotzdem unbedingt wissen möchte, wie es ausgeht, ist „Eine falsche Lüge“ genau das Richtige.

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Veröffentlicht am 21.07.2025

Hat mir wieder gut gefallen

Das Ufer
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Sobald ich ein Buch von Richard Laymon beendet habe, brauche ich meist ziemlich schnell Nachschub. Deshalb konnte ich auch diesmal nur ein paar Wochen warten, bis ich „Das Ufer“ gelesen habe. Obwohl das ...

Sobald ich ein Buch von Richard Laymon beendet habe, brauche ich meist ziemlich schnell Nachschub. Deshalb konnte ich auch diesmal nur ein paar Wochen warten, bis ich „Das Ufer“ gelesen habe. Obwohl das Buch fast 600 Seiten hat, ließ es sich (wie eigentlich jedes Laymon-Buch) wieder unglaublich schnell durchlesen.
Das Cover gefällt mir richtig gut. Die Heyne-Ausgaben erkennt man sofort, sie haben einfach diesen typischen Laymon-Look. Vom Klappentext erfährt man allerdings kaum etwas, was ich aber gar nicht schlimm finde. Man muss sich einfach auf die Geschichte einlassen.
Ganz grob geht es um Deana, die mit ihrem Freund ein paar ungestörte Stunden draußen verbringen will. Doch im Dunkeln wartet bereits jemand auf sie... Außerdem erfährt man, dass auch Deanas Mutter in ihrer Kindheit etwas Schreckliches erlebt hat und nun scheint all das wieder hochzukommen.
Mehr möchte ich gar nicht verraten. Am besten ist es wirklich, wenn man sich ohne viel Vorwissen in die Geschichte fallen lässt. Richard Laymon schreibt einfach sehr speziell, und ich kann absolut verstehen, wenn das nicht jeder mag. Wer allerdings schon mal etwas von ihm gelesen hat: „Das Ufer“ ist wieder ein typisches Laymon-Buch. Und ich mochte es wieder richtig gerne.
Sein Schreibstil ist super einfach und schnörkellos. Man fliegt förmlich durch die Seiten. Einmal angefangen, will man einfach wissen, wie es weitergeht.

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Veröffentlicht am 25.05.2025

Schönes, kurzes Buch

Regen
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„Regen“ von Ferdinand von Schirach ist ein sehr schmales Buch, es hat gerade mal 108 Seiten, das man gut in einem Rutsch durchlesen kann.
Die Schrift ist groß, die Zeilenabstände großzügig, sodass man ...

„Regen“ von Ferdinand von Schirach ist ein sehr schmales Buch, es hat gerade mal 108 Seiten, das man gut in einem Rutsch durchlesen kann.
Die Schrift ist groß, die Zeilenabstände großzügig, sodass man sehr schnell durch die beiden Teile des Buches kommt. Der erste Teil ist ein Theatermonolog, der zweite ein Interview, das Ferdinand von Schirach im September 2022 mit Sven Michaelsen für das SZ-Magazin geführt hat.

Mir hat dieses kleine Buch wieder richtig gut gefallen.
Ich habe schon viele Bücher von ihm gelesen und auch Filme und Serien gesehen, bei denen er mitgewirkt hat und jedes Mal bin ich aufs Neue begeistert.
Ferdinand von Schirach hat einfach einen ganz besonderen Schreibstil, den ich so bei niemand anderem kenne. Seine Texte regen zum Nachdenken an. Man nimmt immer etwas für sich selbst daraus mit und das mag ich sehr an seinen Büchern.

Sicherlich ist „Regen“ nicht sein bestes Buch, aber ich bin trotzdem froh, dass ich es gelesen habe.

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Veröffentlicht am 25.05.2025

spannend, aber es zieht sich

Die unsichtbare Hand
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„Die unsichtbare Hand“ war mein erstes Buch von Julie Clark. Ihre anderen Bücher klangen schon vielversprechend, ich bin bisher nur noch nicht dazu gekommen, sie zu lesen. Umso gespannter war ich auf dieses ...

„Die unsichtbare Hand“ war mein erstes Buch von Julie Clark. Ihre anderen Bücher klangen schon vielversprechend, ich bin bisher nur noch nicht dazu gekommen, sie zu lesen. Umso gespannter war ich auf dieses Buch, wobei man im Hinterkopf behalten sollte, dass es als „Roman“ deklariert ist. Als Thriller würde ich es nämlich nicht bezeichnen.

Aber worum geht es eigentlich?

Olivia Dumont ist eine erfolgreiche Ghostwriterin, die bereits für viele prominente Persönlichkeiten Bücher geschrieben hat. Nachdem sie sich in einem Interview negativ über einen Kollegen äußert, wird sie zu einer hohen Schadensersatzzahlung verurteilt und wird für weitere Aufträge nicht mehr gebucht. Plötzlich steht sie vor finanziellen Problemen und muss möglicherweise sogar ihr geliebtes Zuhause verkaufen.
Da kommt ein neuer Auftrag gerade recht, auch wenn Olivia ihn nur widerwillig annimmt. Sie soll die Memoiren ihres eigenen Vaters schreiben, den sie seit ihrer Jugend nicht mehr gesehen hat. Er galt einst als Hauptverdächtiger im Mordfall an seinen beiden Geschwistern, konnte jedoch nie überführt werden. Nun soll Olivia seine Geschichte aufschreiben.

Das Cover hat mich sofort angesprochen. Es ist wie ein altes Foto gestaltet, das ein Haus unter bedrohlichen Wolken zeigt. Unheimlich und atmosphärisch und passend zur Geschichte, wenn man sie gelesen hat.
Mit der Geschichte selbst hatte ich anfangs etwas zu kämpfen. Die ersten 100 Seiten lasen sich ziemlich zäh, und ich habe mich wirklich schwergetan, in die Handlung hineinzufinden. Erst als ich mir einen Ruck gegeben habe und das Buch innerhalb von zwei Tagen zu Ende gelesen habe, hat es mich doch noch gepackt.
Wie schon gesagt: Es ist ein Roman. Wer einen klassischen Spannungs-Thriller erwartet, wird vielleicht enttäuscht. Mir persönlich hat es manchmal an Tempo und Spannung gefehlt, auch wenn die Handlung grundsätzlich interessant war. Viele Abschnitte ziehen sich leider etwas in die Länge.

Erzählt wird die Geschichte auf mehreren Zeitebenen und aus verschiedenen Perspektiven. Wir begleiten Olivia in der Gegenwart, lesen Auszüge aus den Erinnerungen ihres Vaters und bekommen auch einen Blick in die Vergangenheit aus der Sicht von Poppy, seiner ermordeten Schwester. Das bringt Tiefe in die Handlung, führt aber auch dazu, dass sich einiges wiederholt und die Spannung nicht immer konstant bleibt.

Trotz allem hat mich das Buch nicht losgelassen. Ich wollte unbedingt wissen, was damals wirklich passiert ist, und habe ständig mitgerätselt. Das hat auf jeden Fall Spaß gemacht.
Wenn man sich darauf einstellt, dass es sich um einen ruhigeren Roman mit Familiendrama und dunklen Geheimnissen handelt, bekommt man eine atmosphärisch dichte und durchdachte Geschichte mit Tiefgang.

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Veröffentlicht am 16.05.2025

Dramen und Geheimnisse

Das Wochenende
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Das Cover von „Das Wochenende“ hat mich direkt neugierig gemacht. Man sieht ein beleuchtetes Zelt, das bedrohlich nah an wildem Wasser steht, darüber ein dunkel bewölkter Himmel. Die Stimmung ist düster ...

Das Cover von „Das Wochenende“ hat mich direkt neugierig gemacht. Man sieht ein beleuchtetes Zelt, das bedrohlich nah an wildem Wasser steht, darüber ein dunkel bewölkter Himmel. Die Stimmung ist düster und unheilvoll. Genau die Art von Atmosphäre, die ich bei sogenannten „Locked-Room“-Geschichten liebe.
Max und Annie Kingsley haben sich gemeinsam mit ihrem Sohn Kip den Traum von einem luxuriösen Campingplatz erfüllt. Zur Eröffnung laden sie ihre alten Freunde samt Familien ein, um gemeinsam ein schönes Wochenende zu verbringen. Doch wie so oft bei solchen Treffen kommen schnell alte Konflikte hoch, Spannungen entstehen und dann zieht auch noch ein heftiger Sturm auf. Als plötzlich ein Kind verschwindet, kippt die Stimmung komplett.
Mir hat das Buch insgesamt sehr gut gefallen. Anfangs fand ich es etwas schwierig, die vielen Personen auseinanderzuhalten. Wer gehört zu wem, welches Kind zu welcher Familie, und so weiter. Aber mit der Zeit wurde es klarer, und ab da konnte ich richtig in die Geschichte eintauchen. Erzählt wird aus mehreren Perspektiven und auf verschiedenen Zeitebenen. Das macht das Ganze zwar spannend, aber auch etwas komplexer. Deshalb würde ich empfehlen, das Buch möglichst am Stück oder in kurzen Abständen zu lesen, sonst kann man leicht durcheinanderkommen.
Zwischendurch plätscherte die Handlung etwas vor sich hin, und ich hätte mir an einigen Stellen mehr Spannung gewünscht. Trotzdem wollte ich das Buch nicht zur Seite legen, denn die vielen Geheimnisse und unterschwelligen Konflikte haben mich sehr interessiert.

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