Zwischen den Rollen
Die verarmte adelige Hanna möchte nicht bei ihrer Tante unterkommen, so nimmt sie bei Gräfin Valeria eine Stelle als Gouvernante für deren quirlige Enkelin Antonia an. In Heiligendamm läuft jedoch einiges ...
Die verarmte adelige Hanna möchte nicht bei ihrer Tante unterkommen, so nimmt sie bei Gräfin Valeria eine Stelle als Gouvernante für deren quirlige Enkelin Antonia an. In Heiligendamm läuft jedoch einiges nicht nach Wunsch, Zwistigkeiten sind vorprogrammiert und Hanna hat es nicht leicht, die Balance zwischen ihren Rollen als Gouvernante und als echte Komtess zu finden.
Lebendige Szenen führen von Heiligendamm ins ungarische Harkàny und beleuchten stimmig, wie es einst zugegangen ist. Hanna und Antonia als Hauptfiguren zeigen, dass man nicht alles hinnehmen muss, sondern auch eigenständig denken oder gar eine konträre Haltung einnehmen darf. Wie bereits im Vorgängerband, stehen auch diesmal Pferde im Mittelpunkt und neidische Verwandte, denen Hanna aber mit Klugheit und Witz Paroli bietet. Mit Humor und realitätsgetreuen Details zeichnet Ada Caine wieder einmal ein interessantes Bild der Zeit des ausklingenden 19. Jahrhunderts und genau deshalb bahnt sich die Romanze zwischen Freiherrn von Striegenberg und Hanna nur langsam an.
Ein ruhiger, aber durchwegs glaubwürdig erzählter Roman, der nahtlos an „Der Wille der Gräfin“ anschließt und eine gelungene Fortsetzung darstellt.