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Veröffentlicht am 16.03.2026

Malia Gold

Moorland. Die Zwillinge
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Kommissarin Malia Gold kehrt nach 15 Jahren in ihre Heimat in der Marsch zurück und wird sofort mit einem kniffligen Fall konfrontiert. Im Moor sind die 18-jährigen Zwillingsmädchen Nike und Jana verschwunden. ...

Kommissarin Malia Gold kehrt nach 15 Jahren in ihre Heimat in der Marsch zurück und wird sofort mit einem kniffligen Fall konfrontiert. Im Moor sind die 18-jährigen Zwillingsmädchen Nike und Jana verschwunden. Es ist nicht klar, ob sie davongelaufen sind, sich im Nebel verirrt haben oder einem Verbrechen anheimgefallen sind. Neben der polizeilichen Arbeit muss Malia auch noch familiäre Probleme klären.

Spannende Szenen vor der atmosphärischen Kulisse einer nebeligen, düsteren Moorlandschaft ziehen den Leser schnell in ihren Bann, die flotte Schreibweise von Andreas Winkelmann tut ihr Übriges, um die Seiten nur so dahinfliegen zu lassen. In der kleinen Gemeinde Riedberg gibt es gefühlt mehr Geheimnisse als Einwohner, wodurch die Ermittlungen nicht gerade einfach verlaufen, Malia mit ihrer recht direkten Art steht immer wieder vor neuen Rätseln. Junge Menschen und Tiktok-Posts, eine sektenähnliche Kirchengemeinde sowie persönliche Zerwürfnisse in Malias Familie beherrschen das Geschehen, das durchgehende Spannung hält und lange ebenso undurchsichtig ist wie der dichte Nebel über dem Land. Die logisch durchdachte Handlung führt nach einigen aufregenden Momenten schlussendlich zu einer gut nachvollziehbaren Auflösung und weckt Neugierde auf die weitere persönliche Entwicklung der sympathischen Kommissarin Gold.

Ein überaus gelungener Start einer neuen Thrillerserie, welche ich auf jeden Fall weiterverfolgen werde. Für Band 1 gibt es schon einmal eine Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.03.2026

4 in 1

Splitterschreie
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Vier spannende Kurzthriller – Versagt, Wenn die Nacht ertrinkt, Wenn der Nebel brennt, Wenn die Stille schreit – vereint dieses Buch zu einem lesenswerten und pointierten Quartett. Ein Serienkiller in ...

Vier spannende Kurzthriller – Versagt, Wenn die Nacht ertrinkt, Wenn der Nebel brennt, Wenn die Stille schreit – vereint dieses Buch zu einem lesenswerten und pointierten Quartett. Ein Serienkiller in Wien Donaustadt, ein ungeklärter Altfall und zwei etwas ähnlich gestrickte Geschichten im normalerweise gewohnten heimischen Umfeld sorgen für beste Unterhaltung auf gewohntem „Klemetovic-Niveau“.

Ein strukturierter Aufbau charakterisiert alle vier Episoden, kurz und prägnant im Schreibstil präsentiert sich auch diesmal jede einzelne Handlungslinie, sodass man rasch gefesselt ist vom Geschehen. An den Hauptfiguren ist man durch die knappe, aber dennoch gut vorstellbare Charakteristik nahe dran, deren Gedanken und Gefühle transportiert Klementovic perfekt. Die sprachlich geschaffene klamme Atmosphäre untermalt auf gelungene Weise die jeweiligen Ereignisse und lässt den Leser Momente von Gänsehaut spüren. Die Auflösungen kommen anschaulich und treffend daher und vermögen durchaus zu verblüffen – genau so soll es sein!

Spannendes und Überraschendes in aller Kürze, vier Mal pures Lesevergnügen. Mit einem Thriller von Klementovic liegt man immer richtig, mit vier auf einen Streich nun auch.

Veröffentlicht am 12.03.2026

Leichtfüßige Schwere

Der Sommer, der uns blieb
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Britta, Pia und Martin erleben in ihrer Jugend einen unvergleichlichen Sommer – bis eines Tages Pia spurlos verschwindet. Ab da ist nichts mehr, wie es war und alle drei gehen ihrer eigenen Wege. Zwanzig ...

Britta, Pia und Martin erleben in ihrer Jugend einen unvergleichlichen Sommer – bis eines Tages Pia spurlos verschwindet. Ab da ist nichts mehr, wie es war und alle drei gehen ihrer eigenen Wege. Zwanzig Jahre danach treffen die ehemaligen Freunde in ihrer kleinen Heimatstadt wieder aufeinander – können sie nahtlos anknüpfen an alte Zeiten oder besteht ein tiefer Riss zwischen den Erwachsenen?

Greta Herrlicher legt ein wunderbares Romandebut vor, das auf leichtfüßige Art sehr schwere Themen behandelt: Die offen stehende Welt, welche durch das Schicksal rasch ganz anders aussehen kann, die unbeschwerten Jugendtage, welche sich zum mühlsteinartigen Alltag wandeln. Trotz der teils bedrückenden Bilder gelingt es der Autorin, eine beschwingte und hoffnungsvolle Stimmung zu erzeugen, eine authentische und glaubhafte Geschichte zu erzählen, wie sie das wahre Leben tatsächlich spielen könnte. Eine bildhafte Sprache sorgt für Lebendigkeit, die überschaubare Zahl an Personen für klare Einblicke. Krankheiten, Generationenkonflikte, ja selbst die beginnende Corona-Pandemie tun dem fesselnden Lesevergnügen keinen Abbruch, das Begleiten der drei Hauptfiguren ist spannend bis zur letzten Seite.

Der Sommer, der uns blieb (einst veröffentlicht unter „Der Sommer unseres Lebens“!) ist ein ruhiger Roman, welcher die Schwere unterschiedlicher Themenfelder auf locker-leichte Weise dem Leser näherbringt. Empfehlung!


Veröffentlicht am 09.03.2026

Die Gouvernante

Der Wille der Gräfin
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Für die adelige Hanna bleibt kein Erbe über. Möchte sie nicht bei ihrer Tante Unterschlupf suchen, so muss sie wohl selber als Gouvernante für ihr Auskommen sorgen. Nur knapp schrammt sie in Karlsbad an ...

Für die adelige Hanna bleibt kein Erbe über. Möchte sie nicht bei ihrer Tante Unterschlupf suchen, so muss sie wohl selber als Gouvernante für ihr Auskommen sorgen. Nur knapp schrammt sie in Karlsbad an einem Unglück vorbei und lernt kurz darauf Gräfin Valeria kennen, welche für ihre verwaiste Enkelin eine Erzieherin sucht. Allerdings stellt sie Hanna nicht ohne Hintergedanken ein.

Dieser unterhaltsame Roman, welcher im Jahre 1896 spielt, erzählt die Geschichte einer tatkräftigen jungen Frau, die auf eigenen Füßen stehen möchte und viel mehr mitbringt, als von einer Gouvernante erwartet wird. Keinesfalls möchte sie das Geheimnis um ihre adelige Abstammung preisgeben und muss daher genau darauf achten, wie sie sich gibt und was sie sagt. Das angestammte Personal beäugt die Neue skeptisch und auch die störrische Enkelin Antonia, Hannas Zögling, ist eine Herausforderung.

Aus dem bereits aus früheren Romanen bekannten Karlsbad geht es diesmal Richtung Ungarn. Mit lebendigen Bildern vor Augen und entsprechender Atmosphäre quartieren wir uns auf einem weitläufigen Anwesen ein, sitzen auf der Terrasse und beobachten das bunte Treiben zwischen Gutshof und Pferdestallungen. Natürlich bleiben Eifersucht und Intrigen nicht aus, sodass es nach der etwas lang andauernden Reise doch wieder spannend wird. Wie gewohnt, ist die Geschichte auf der letzten Seite nicht zu Ende, eine Fortsetzung in Heiligendamm mit frischer Ostseeluft wartet hoffentlich bald auf die neugierigen Leser.


Veröffentlicht am 09.03.2026

Esja-Frauen

Moosland
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Ein Aufruf der isländischen Bauernpartei im Jahre 1949 bewegt etwa 300 Frauen aus Deutschland, ihre Heimat hinter sich zu lassen und als Landarbeiter auf die Insel zu kommen. Der Lohn ist hoch und im Verliererland ...

Ein Aufruf der isländischen Bauernpartei im Jahre 1949 bewegt etwa 300 Frauen aus Deutschland, ihre Heimat hinter sich zu lassen und als Landarbeiter auf die Insel zu kommen. Der Lohn ist hoch und im Verliererland scheint ohnehin keine Zukunft zu liegen. So brechen auch Elsa und ihre Freundin Gerda auf in eine fremde Welt, besteigen voller Aufregung den Passagierdampfer Esja (daher die Bezeichnung Esja-Frauen).

Auf großartige Weise fängt Katrin Zirpse die Situation von Elsa ein, beginnt mit der Ankunft am Hof, dem die junge Frau zugeteilt ist. Das Land ist völlig anders, die Menschen arm, die Sprache unvertraut. So schweigt Elsa, verliert sich ihrer Trauer um Familie und Freunde. Auf ihre eigene Art findet sie sich schließlich in den Alltag der Eheleute und der beiden Söhne ein, passt sich zwangsläufig an, weil ihr gar nichts anderes übrigbleibt. Der leicht melancholisch nüchterne Schreibstil der Autorin spiegelt die Atmosphäre auf Island und Elsas Gedanken perfekt wider, es handelt sich um eine bewegende Erzählung, welche ohne wortreiche Dialoge auskommt und dennoch ein klares Bild auf die Geschehnisse wirft. Der wechselseitige Einfluss der Personen wird bald deutlich, die kleine Gruppe an Figuren ist schnell kennengelernt, so unterschiedlich sie auch mit der Fremden am Hof umgehen. Trotz der vielen alltäglichen Situationen bleibt der Spannungsbogen durchgehend hoch, einige unklare Tatsachen suchen sich nur allmählich ihren Weg ans Licht. Das Ende bleibt in gewisser Weise offen und beschreibt dennoch recht deutlich, wie es Elsa, stellvertretend für die realen Esja-Frauen, ergangen ist, als sie ihre Wurzeln und ihre Identität in der Heimat zurückgelassen haben.

Ein wunderbares, wenngleich mitunter trauriges Abbild der historischen Gegebenheiten. Den Neubeginn in Island stellt Katrin Zipse ausgezeichnet dar mit einem gelungenen Mix aus detaillierter Recherchearbeit und entsprechenden fiktiven Elementen. Klare Leseempfehlung!

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