Cover-Bild 33 Place Brugmann
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26,00
inkl. MwSt
  • Verlag: S. FISCHER
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 448
  • Ersterscheinung: 25.03.2026
  • ISBN: 9783103976564
Alice Austen

33 Place Brugmann

Roman | »Das größte Leseerlebnis seit Jahren.« Oprah Daily
Frauke Brodd (Übersetzer)

Wem kann man vertrauen, wenn die Welt am Abgrund steht?

Brüssel, 1939. Am Place Brugmann ist Charlotte zu Hause, hier kennt sie alle Bewohner und jeden verborgenen Winkel. Doch kurz bevor die Nazis in Belgien einmarschieren, verschwinden Charlottes Nachbarn, die Raphaëls, über Nacht und lassen alles zurück. Bald wird klar, dass die Schicksale der Hausbewohner sich unlösbar miteinander verbinden. 
Alice Austen erzählt von einem Haus, den Menschen, die in ihm leben, und warum es sich lohnt, in Zeiten großer Bedrohung an die Kraft der Liebe und der Kunst zu glauben. Eine große Geschichte von Liebe und Verrat, Feigheit und Widerstand im besetzten Brüssel. 

»Ein Mietshaus und seine eigensinnigen Bewohner. Eine fesselnde und schöne Lektüre.« Abraham Verghese

»Auch wenn einem das Herz bricht, ist es das größte Leseerlebnis seit Jahren.« Oprah Daily

Für Leser*innen von Anthony Doerr, Yael van der Wouden und Ann Patchett

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.04.2026

(Über-)Leben, wenn die Welt am Abgrund steht

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Ein Haus erzählt seine Geschichte. Diese Grundidee ist nicht neu, erst vor kurzem ist in der deutschsprachigen Literatur mit „Treppe aus Papier“ ein ähnlicher Plot erzählt worden. Und dennoch sind die ...

Ein Haus erzählt seine Geschichte. Diese Grundidee ist nicht neu, erst vor kurzem ist in der deutschsprachigen Literatur mit „Treppe aus Papier“ ein ähnlicher Plot erzählt worden. Und dennoch sind die Bücher ganz unterschiedlich. In „33 Place Brugmann“ ist die Adresse der Ausgangspunkt, um die Schicksale der Bewohner dieses Hauses zu verfolgen. Einige werden stärker beleuchtet, einige weniger. Aber alle sind Rädchen in einem großen Uhrwerk und versuchen in einer Zeit, in der Menschlichkeit abhanden kommt, zu leben und zu überleben.

 

Der Roman lebt von der Atmosphäre, von den Charakteren der Hausbewohner, deren Leben auf vielfältige Weise miteinander verwoben sind. Am nächsten habe ich mich Charlotte gefühlt, einer Kunststudentin, die ein Geheimnis hütet – denn sie ist farbenblind. Und dennoch versucht sie ihren Traum zu leben und ist eine mutige junge Frau, die ihren Platz in der Welt sucht.

 

Zu Beginn des Buches rüttelt ein Ereignis an den Grundfesten der Bewohner: die Raphaels, eine jüdische Familie aus dem 3. Stock, ist von einem Tag auf den anderen verschwunden. Das bekannte Gefüge beginnt sich zu verändern, jeder macht sich einen anderen Reim auf die Geschehnisse, die im Licht der politischen Situation mehr als bedrohlich wirken. Wie es nach diesem Zeitpunkt mit jedem der Bewohner weitergeht, erzählt das Buch wie ein Kaleidoskop, während es hin und wieder auch in Rückblenden auf die bisherige Geschichte der Protagonisten eingeht.

 

So wirkt der Plot nicht rasant und durchgetaktet, sondern eher fließend, aber er stellt gekonnt die Verflechtungen und Beziehungen der Personen in den Mittelpunkt und beleuchtet damit den Zeitraum des Nationalsozialismus aus mehreren Perspektiven (z. B. ist einer der Bewohner ein Kunsthändler, ein anderer ist Anwalt). Das Buch reflektiert moralische Dilemmas genauso wie Entscheidungen vor dem Hintergrund von Zwang oder Widerstand. Es setzt Denkanstöße, aber nimmt dem Leser das Denken nicht vorweg. Damit ist es kein Roman zum „Durchsuchten“, sondern eher ein Buch, das zum Nachdenken anregt. Durch die vielen unterschiedlichen Figuren, die ihre Gedanken aus der Ich-Perspektive schildern, ist man sehr nah an ihnen dran, allerdings setzt sich dadurch auch nur langsam eine wirkliche Handlung zusammen. Damit bin ich persönlich nicht ganz so gut zurechtgekommen wie ich es mir erhofft hatte.

 

Ich empfinde das Buch insbesondere als passend für Leser*innen, die über den Tellerrand hinausschauen und ein vielschichtiges Bild des zweiten Weltkriegs aus vielen Perspektiven in nur einem Buch erhalten wollen. Wer handlungsgetriebene Plots liebt, sollte aber eher zu einem anderen Buch greifen.

 

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Veröffentlicht am 20.04.2026

Sehr interessanter und gut geschriebener historischer Roman

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Die Autorin hat mit diesem Buch ein wirklich gelungenes Debut vorgelegt, welches ich durchaus mit großem Genuss gelesen habe, wenngleich ich auch zuerst etwas Probleme hatte in ihren Schreibstil reinzukommen ...

Die Autorin hat mit diesem Buch ein wirklich gelungenes Debut vorgelegt, welches ich durchaus mit großem Genuss gelesen habe, wenngleich ich auch zuerst etwas Probleme hatte in ihren Schreibstil reinzukommen und man muss sich auch durch die ganzen Personen finden, wobei diese aber im vorderen Bereich des Buches vorgestellt werden. Die historischen Ereignisse beginnen im April 1939, gehen dann über den Zweiten Weltkrieg, bis zur Besetzung Belgiens durch Deutschland und enden im Januar 1942. Die Schicksale der Personen sind miteinander verwoben und Charlotte Sauvins, die Teenagerin, die sich ausgerechnet in den Sohn der einer jüdischen Familie im Haus verliebt, steht etwas im Mittelpunkt, auch wenn alle Bewohner zu Wort kommen.

Ein sehr empfehlenswertes Buch, welches ich etwas mit "Treppe aus Papier" vergleichen würde, welches letztes Jahr erschienen ist. Dazu muss ich aber einwenden, dass ich das Buch noch etwas besser fand.

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