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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.02.2017

Souveränes Debüt

Der Mörder und das Mädchen
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Für ein Erstlingswerk fand ich diesen Kriminalroman aus Schweden wirklich gut. Er hat alles, was ein spannender Plot braucht: undurchschaubare Charaktere, unvorhergesehene Wendungen und eine sympathische ...

Für ein Erstlingswerk fand ich diesen Kriminalroman aus Schweden wirklich gut. Er hat alles, was ein spannender Plot braucht: undurchschaubare Charaktere, unvorhergesehene Wendungen und eine sympathische Polizistin, mit der man gern durch dick und dünn geht. <br /><br />Der Roman besticht durch eine flüssige Erzählweise, die einen bei der Stange hält, auch wenn die Handlung gerade nicht Schlag auf Schlag vorangeht. Mit diesem Schreibstil habe ich mich gut anfreunden können. Die zwischengeschobenen, sehr rätselhaften Kapitel aus der Sicht des Mörders waren ebenfalls ein gutes Element, um Spannung aufzubauen. Bis zum Schluss versucht man aus diesen Aussagen etwas zu konstruieren, das einem offenbart, wer dieser Ich-Erzähler ist. Doch zumindest in den ersten zwei Dritteln des Buches bin ich immer wieder gescheitert und als sich ganz, ganz, ganz zum Schluss die Lösung offenbarte, war ich sehr traurig, dass mein merkwürdiges Gefühl aus dem letzten Drittel schließlich doch stimmte… Aber diese letzten Seiten sorgten trotzdem für das „i-Tüpfelchen“ des Spannungsbogens.<br /><br />Nur am Titel muss ich herumkritisieren. Ich finde ihn nicht besonders passend, da es kaum um die Beziehung des Mörders zu der kleinen Astrid geht, wie man vermuten könnte. Das Mädchen meint zwar den Mörder nachts gesehen zu haben, aber ein besonderer Handlungsstrang ergibt sich daraus nicht und die Beziehung des Mörders zu dem Kind ist auch in keiner Weise ausschlaggebend für die Entwicklungen im Buch. Da hätte man doch sicher einen passenderen Titel finden können!?<br /><br />Davon sollten sich potentielle Leser aber nicht abschrecken lassen – zu empfehlen ist dieses Buch und diese neue Krimiautorin aus Schweden allemal.<br />

Veröffentlicht am 19.10.2018

So einen Arzt will ich auch!

Ein Landarzt zum Verlieben
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Also ich muss schon sagen – wenn ich so einen Arzt wie Dr. Berner hätte, würde mir wahrscheinlich ständig irgendwas fehlen, was ärztlicher Behandlung bedürfte hihi Er ist eben ein Mann zum Träumen... und ...

Also ich muss schon sagen – wenn ich so einen Arzt wie Dr. Berner hätte, würde mir wahrscheinlich ständig irgendwas fehlen, was ärztlicher Behandlung bedürfte <strong>hihi</strong> Er ist eben ein Mann zum Träumen... und das merkt auch Krankenschwester Isa schnell, als der smarte Mediziner die Vertretung des erkrankten Landarztes antritt. Sie ist hin und weg von ihm, steht sich aber mitunter selbst im Weg, wenn es darum geht den Traummann zu erobern. <br /><br />Bei diesem Roman stimmt einfach alles – das idyllische Setting auf dem Lande, die herzerfrischende Isa, die turbulenten Nebenhandlungen und natürlich die romantische Liebesgeschichte. Der Humor kommt in diesem Buch auch nicht zu kurz und er wirkt nicht „aufgesetzt“ oder bemüht, wie in einigen anderen Romanen, die ich gelesen habe. Das hat mir gut gefallen und dadurch ist mir Isa, die hier in der Ich-Perspektive erzählt, zu einer sympathischen Begleiterin geworden. Ich hab ihr von Herzen gewünscht, dass sie mit Aaron glücklich wird...<br /><br />Kurzum: dies ist der perfekte Roman zum Abschalten und Träumen für die Generation... ich sag mal, bis 45. Protagonistin Isa ist 28 und ich denke, dass Leserinnen, die älter sind als 45 Jahre, sich eventuell nicht mehr so ganz mit ihr identifizieren können. Zum Teil ist mir das nämlich als End-Dreißigerin auch schon an manchen Stellen aufgefallen, deshalb dieser kleine Hinweis.<br /><br />Alles in allem aber war es einfach ein spritziger Roman, der dem angestaubten „Landarzt-Image“ wieder etwas Farbe verleiht. <br />

Veröffentlicht am 19.10.2018

Aufbruch in ein selbstbestimmtes Leben

Die Fotografin - Am Anfang des Weges
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<br /><br />„Die Fotografin – Am Anfang des Weges“ ist der Auftakt einer neuen Reihe um die Fotografin Mimi Reventlow am Anfang des 20. Jahrhunderts. Da ich schon die „Jahrhundertwind“-Trilogie von Petra Durst-Benning ...

<br /><br />„Die Fotografin – Am Anfang des Weges“ ist der Auftakt einer neuen Reihe um die Fotografin Mimi Reventlow am Anfang des 20. Jahrhunderts. Da ich schon die „Jahrhundertwind“-Trilogie von Petra Durst-Benning sehr gemocht habe (besonderer Tipp: „Die Champagnerkönigin“), wollte ich auch bei dieser Reihe unbedingt wieder dabei sein.<br /><br />Diesmal geht es vorrangig darum, wie eine junge Frau versucht, ihren Weg in ein selbständiges und selbstbestimmtes Leben zu finden. Anfang des 20. Jahrhunderts war es ja noch keineswegs üblich, dass eine junge Frau einen (Handwerks-)Beruf erlernt und diesen dann ausübt. Doch Mimi kann sich durchsetzen und dank der moralischen und tatkräftigen Unterstützung ihres Onkels wird sie tatsächlich Fotografin.<br /><br />Den Heiratsantrag eines jungen Mannes lehnt sie voller schlechtem Gewissen ab – denn sie möchte ihrem Herzen folgen und berufstätig sein. Dies bringt viele Hindernisse mit sich und sie muss sich immer wieder gegen die gängigen Konventionen auflehnen. Als ihr Onkel schwer erkrankt, lässt sie sich in Laichingen, einem kleinen Provinzstädtchen in der Schwäbischen Alb nieder, um ihn zu pflegen und sein Fotoatelier weiterzubetreiben. Auch hier weht ihr ein raues Lüftchen entgegen, denn die Laichinger sind ganz und gar nicht bereit, eine fortschrittliche junge Frau zu unterstützen. Das Misstrauen ist ihr ständiger Begleiter...<br /><br />Mir gefällt der Erzählstil von Petra Durst-Benning und ich werde die Reihe auf jeden Fall weiterverfolgen. Ein bisschen entsetzt war ich aber, als das Buch so unverhofft endete – ich hatte das Gefühl, als sei einfach mitten im Buch unterbrochen worden. Nicht ein Handlungsstrang wird zu Ende erzählt, um dem Buch einen gewissen „runden“ Abschluss zu geben. Das habe ich als negativ empfunden, deshalb auch einen Stern Abzug und somit insgesamt 4 Sterne.<br />

Veröffentlicht am 18.10.2018

Spannender erster Teil der Elsass-Saga

Das Weingut. In stürmischen Zeiten
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Ich habe dieses Buch im Urlaub förmlich verschlungen :) Es ist zwar ein ganz schön dicker Schmöker (knapp 700 Seiten), aber man merkt das nicht, weil es sich einfach so gut lesen lässt. <br /><br />Die Geschichte ...

Ich habe dieses Buch im Urlaub förmlich verschlungen :) Es ist zwar ein ganz schön dicker Schmöker (knapp 700 Seiten), aber man merkt das nicht, weil es sich einfach so gut lesen lässt. <br /><br />Die Geschichte um das (vermeintliche) Waisenmädchen Irene ist spannend erzählt und ich habe richtig mit ihr mitgefiebert, als sie sich als Dienstmädchen im Haus der Gerbans beweisen musste. Irene ist eine sympathische Hauptfigur, die das Herz am rechten Fleck hat und auch nicht auf den Mund gefallen ist. <br /><br />Eine große Rolle spielt auch der deutsch-französische Krieg der Jahre 1870/71, in den der junge Franz Gerban hineingezogen wird, und der für ihn schicksalhaft wird. Wie Franz mit seinem Schicksal hadert und wie ihn der Krieg traumatisiert, ist aus meiner Sicht gut dargestellt. Es war nun mal nicht einfach nur eine kleine Schießerei – es war ein richtiger Krieg, der das Leben vieler Elsässer beendete oder für immer veränderte, weil sie Angehörige verloren oder weil diese körperlich und seelisch schwer verwundet zurückkehrten. Ich habe durch dieses Buch sehr viel darüber gelernt, bisher war es (leider) nur eine Zahl aus dem Geschichtsunterricht für mich... <br /><br />Als Schauplatz kommt im Buch u. a. Weißenburg (frz. Wissembourg) vor. Da ich das hübsche Örtchen vor wenigen Jahren besucht habe, war mir das Geschehen umso näher und ich konnte mir alles noch viel besser vorstellen. Aber auch ohne dass man die Gegend kennt, wird man mit Sicherheit Freude an dem Buch haben.<br /><br />Klare Leseempfehlung – und ich fiebere schon dem zweiten Band entgegen, der für April 2019 angekündigt ist.<br />

Veröffentlicht am 15.10.2018

Spannend!

Missing - Niemand sagt die ganze Wahrheit
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Mir fällt es sehr schwer, dieses Buch zu bewerten ohne zu viel über den Ausgang der Geschichte zu verraten. Alles steht und fällt mit der Auflösung des Verschwindens von Sophie – und genau das ist auch ...

Mir fällt es sehr schwer, dieses Buch zu bewerten ohne zu viel über den Ausgang der Geschichte zu verraten. Alles steht und fällt mit der Auflösung des Verschwindens von Sophie – und genau das ist auch der Punkt, den ich bemängele. <br /><br />Das Buch an sich ist über weite Teile sehr spannend und man will unbedingt wissen wie es weitergeht. Die Handlung wird auf zwei Zeitebenen erzählt: Einerseits aus der Ich-Perspektive von Sophies ehemaliger bester Freundin Francesca (Frankie), die in ihren Heimatort zurückkommt, als nach 18 Jahren plötzlich menschliche Überreste einer jungen Frau gefunden werden. Andererseits erzählt Sophie in ihren Tagebucheinträgen aus jenem Sommer Stück für Stück, was wirklich passiert ist... <br /><br />Bis zum Schluss war ich als Leser auf einer falschen Fährte und das ist ja bei einem Thriller prinzipiell gut. Aber gleichzeitig ist dies aus meiner Sicht auch das größte Problem dieses Buches – denn nach der Auflösung wirkt das Buch leider auf mich rückblickend nicht mehr so richtig stimmig (wieso, das kann ich hier nicht schreiben, ohne die Auflösung zu verraten). Im Nachgang merkt man einfach, dass vieles nur so dargestellt/geschrieben wurde, um den Leser zu verwirren und bewusst auf die falsche Fährte zu locken. Dadurch ist der bisher durchweg positive Eindruck des Romans bei mir leider etwas verloren gegangen. <br /><br />Lesenswert finde ich das Buch dennoch, weil es einen wirklich mitreißt.<br />