Eine magische Liebesgeschichte
Zwei in einem BildDie Liebe zwischen Claire und Jean ist magisch. Nicht nur im übertragenen Sinne, sondern ganz wörtlich gemeint - denn Claire kann Jean nur treffen, wenn das Museum still ist und sie in der Dunkelheit als ...
Die Liebe zwischen Claire und Jean ist magisch. Nicht nur im übertragenen Sinne, sondern ganz wörtlich gemeint - denn Claire kann Jean nur treffen, wenn das Museum still ist und sie in der Dunkelheit als Putzfrau durch diesen Raum der Galerie wirbelt. In ihrem einsamen Job entdeckt sie, dass sie eine besondere Fähigkeit hat: sie kann in Gemälde hineinsteigen und die abgebildeten Figuren treffen oder in den gemalten Landschaften wandeln. Ihr Lieblingsgemälde ist ein Familienportrait des Malers Henri Matisse. Unter anderem ist sein Sohn Jean darauf abgebildet und sein Gesichtsausdruck rührt sie. Eines Tages gelingt es ihr, Jean in seinem Bild zu treffen - und es beginnt eine zauberhafte Liebesgeschichte.
Man muss sich auf dieses Buch einlassen, um es genießen zu können. Wenn ich potentiellen Lesern einen Rat geben darf, dann ist es dieser: hinterfragt nicht. Zerdenkt es nicht. Nehmt es einfach hin und lasst euch auf den Zauber ein. Dann ist es wirklich eine rührende, bittersüße Geschichte zweier Menschen, die einander finden und wissen, dass ihre Verbindung etwas Außergewöhnliches ist. Die keine Idee haben, wie sie ihre Beziehung auf einer langfristigen Ebene retten könnten und die deshalb absolut im Moment stehen und jeden Augenblick genießen, den sie miteinander verbringen dürfen.
Vielleicht ein kleiner Wink, dass wir alle uns mehr auf das Hier und Jetzt konzentrieren sollten und nicht Pläne machen sollten, was in zwei oder in zwölf oder in zwanzig Jahren sein wird. Denn das wissen wir nicht, und höchstwahscheinlich wird alles ganz anders kommen als gedacht.
So auch bei Claire und Jean, die letztlich durch sehr reale Ereignisse ausgebremst werden und nicht wissen, ob und wann sie sich wiedersehen werden...
Ich mochte beide Charaktere sehr. Das Buch ist abwechselnd aus Claires und Jeans Sicht erzählt, so dass man sehr nah an beide Figuren und ihr Innenleben herankommt. Jean, der 1917 in einem Bild verewigt wurde, wirkt mit seinem etwas altmodischen Charme auf eine sehr rührende Weise anziehend. Claire aus der heutigen Zeit kämpft mit Geldsorgen und Familienproblemen, hat eine geheimnisvolle Vergangenheit und man wünscht ihr von Herzen einfach etwas Glück im Leben. Die Autorin schafft es, uns beide einzeln als Menschen nahezubringen und für sie als potentielles Paar einzunehmen. Ich habe bis zum Schluss mitgefiebert und ihnen von Herzen gewünscht, dass sie einen Weg zu einer gemeinsamen Zukunft finden.
Ob ihnen das gelingt, muss natürlich jeder für sich lesen. Mir hat dieser Roman gut gefallen, mit einer natürlichen Sprache, die den Zauber gemalter Bilder einfängt und uns in eine Welt mitnimmt, in der mehr möglich ist, als sich unser Verstand vorstellen kann. Dennoch würde ich es nicht in den Bereich Fantasy einordnen. Für mich ist es eher ein Roman mit einem magischen Touch. Die Idee dieses Buches fand ich erfrischend und irgendwie „anders“, weshalb mir bestimmte Szenen sicher auch lange in Erinnerung bleiben werden.
Ich habe mich gut unterhalten gefühlt und empfehle das Buch gern jedem, der sich schon einmal gewünscht hat, die Grenzen von Raum und Zeit überwinden zu können und einfach in andere Welten eintauchen zu können. Mit diesem Buch ist das möglich!