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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.05.2019

Der schwächste Band der Reihe

Der fabelhafte Geschenkeladen
1

Was ist denn diesmal los mit den Mädels aus der Valerie Lane? Ich hab die Vorgängerbände (immerhin 4 Stück) so gemocht, aber dieses tanzt für mich aus der Reihe.

Nachdem vier andere Ladenbesitzerinnen ...

Was ist denn diesmal los mit den Mädels aus der Valerie Lane? Ich hab die Vorgängerbände (immerhin 4 Stück) so gemocht, aber dieses tanzt für mich aus der Reihe.

Nachdem vier andere Ladenbesitzerinnen in den vorigen Bü-chern schon ihr Glück gefunden hatten, ging es diesmal um Orchid, deren Beziehung mit Patrick gerade in einer Krise steckt und die heimlich ein Auge auf den Blumenladenbesitzer Tobin geworfen hat (was auf Gegenseitigkeit beruht).

Sonst sind ja solche kleinen Verwirrspielchen (Frau zwischen zwei Männern) mitunter ganz amüsant – aber Orchid hat mich völlig überfordert. Rin in die Kartoffeln – raus aus den Kartoffeln. So ging das in einem Fort über 300 Seiten. Als beste Freundin hätte ich ihr wahrscheinlich irgendwann einfach mal gehörig den Kopf gewaschen. Kaum hat Patrick einen schlechten Tag und ist wortkarg, zieht es sie zu Tobin. Kaum macht ihr Patrick das Frühstück, ist Tobin nicht mehr der Richtige für sie. Und so geht das Wechselspiel gefühlt aller 20 Seiten hin und her.

Dazu kommt, dass die Erklärung für Patricks Verhalten aus meiner Sicht zwar logisch, aber völlig überdimensioniert ist für diese Art von Geschichte. Es ist ja doch ein Wohlfühlroman, der zur Entspannung gedacht ist. Ich möchte nicht zuviel verraten, aber hier eine Crime Story einzubauen, die viel mehr psychologische Tiefe gefordert hätte, ist einfach too much.

Und wenn schon ein so komplexes Thema aufgemacht wird, fand ich dann wiederum Orchids Reaktion darauf sehr unan-gemessen. Dass sie nach dem Wissen um seine Geschichte immer noch darauf pocht, dass er sie jahrelang belogen hat und dass sie damit nicht leben kann... da macht sie es sich aus meiner Sicht viel zu einfach.

Was den Roman rettet, ist wie immer der lockere, leichte Schreibstil und die liebevoll gezeichneten Nebenfiguren. Sie sind inzwischen für mich zu liebgewonnenen Bekannten ge-worden. Deshalb bekommt der Roman von mir doch drei Sterne – ich war leider schon fast dran, noch weniger zu vergeben.

Veröffentlicht am 21.01.2019

Eine berührende Geschichte – und Trick 17 mit Anschleichen ;-)

Wo wir uns finden
1

Auf Nicholas Sparks‘ Romane komme ich immer wieder zurück – er ist eben als gefühlvoller Autor seit Jahren bekannt. Auch wenn mich seine letzten Werke nicht mehr so vom Hocker reißen konnten, versuche ...

Auf Nicholas Sparks‘ Romane komme ich immer wieder zurück – er ist eben als gefühlvoller Autor seit Jahren bekannt. Auch wenn mich seine letzten Werke nicht mehr so vom Hocker reißen konnten, versuche ich es immer wieder, wenn ein neues Buch von ihm erscheint. Und diesmal, das muss ich sagen, hat es sich wirklich gelohnt! Innerhalb von 3 Tagen hatte ich das Buch verschlungen.

Zuerst dachte ich: Das ist kein typischer Sparks-Roman. Es ging schon damit los, dass ich verwundert auf die kursiv gedruckten ersten Seiten schaute und eine Einführung des Autors in die Entstehungsgeschichte des Romans las. Jetzt war ich erst recht neugierig! Die Handlung begann und die bitter-süße Geschichte von Tru und Hope zog mich vom ersten Moment an in ihren Bann.

Tru ist ein wirklich origineller Charakter (für einen Sparks-Roman), der aufgrund seiner afrikanischen Wurzeln Neugier entfacht. Und Hope ist eine Person, mit der sich bestimmt sehr viele Frauen identifizieren können. Die Geschichte der beiden hat – besonders im zweiten Teil – fast etwas märchenhaftes, aber diesmal störte mich das überhaupt nicht. Es passte einfach.

Und als ich die letzte Seite umblätterte und auf das Nachwort des Autors stieß (Nachwort? Wieso Nachwort? Er hat doch schon vor und nach dem Roman dieses kursiv Gedruckte geschrieben….?) erlebte ich noch einmal eine Überraschung. Das war das i-Tüpfelchen, das mich dazu bewogen hat, diesem Roman 5 Sterne zu geben. Denn wann ist man von einem „typischen“ Liebesroman am Ende schon mal so überrascht, dass er im Gedächtnis bleibt? Ein kleiner Griff des Autors in die Trickkiste, das gebe ich zu, aber bei mir hat’s funktioniert

Ich hoffe, dass auch seine nächsten Bücher mit diesem hier mithalten können.

Veröffentlicht am 20.08.2017

Berauschend, spannend, ergreifend – und so viel mehr als ein Reisebericht!

Frühstück mit Elefanten
1

Ich kann meine Begeisterung für dieses Buch nur schwer in Worte fassen… mir geht irgendwie zuviel durch den Kopf, während ich noch überlege, was in der Rezension erwähnenswert ist und was man weglassen ...

Ich kann meine Begeisterung für dieses Buch nur schwer in Worte fassen… mir geht irgendwie zuviel durch den Kopf, während ich noch überlege, was in der Rezension erwähnenswert ist und was man weglassen könnte. Nun ja, weglassen kann ich eigentlich nicht viel…

Zunächst mal: Gesa schreibt so mitreißend von ihrem ersten Afrika-Jahr, dass man als Leser das Gefühl hat, mittendrin zu sein. Das Knacken trockener Äste zu hören, die nächtlichen Geräusche des Buschs – oder auch mal Elefantenkacke zu riechen. Es war wirklich ein „Mittendrin, statt nur dabei“-Gefühl und das ließ mich das Buch kaum aus der Hand legen. Ich war mit allen Sinnen auf Safari und dass dieses Buch das geschafft hat, finde ich toll.

Dazu kommt, dass Gesa sehr offen und authentisch von ihrer Suche nach dem für sie passenden Leben erzählt. Es ist ja ein offenes Geheimnis, dass die junge Generation von heute vor lauter Möglichkeiten erstmal wie paralysiert dasteht und irgendwie so gar keine Ahnung hat, was das Richtige wäre. Gesa geht es genau so. Sie hat Angst, Fehler zu machen, aber auch Angst, das Leben zu verpassen, für das sie gemacht ist. Ein paar Fehlversuche hat sie schon hinter sich. Deshalb geht sie voller Angst und Zweifel nach Afrika. Mit dem Gefühl, das könnte was werden und mit der Angst, dass sich diese Hoffnung wieder nicht erfüllt und sie dann dasteht – mit 30, ohne wirkliche Ausbildung und ohne eine Idee, wie es weitergeht…

Gesa geht einen Schritt ins Ungewisse und wird belohnt – mit Abenteuern, neuen Freunden, atemberaubenden Erlebnissen ganz nah an der Natur und sogar einer neuen zweiten Heimat. Das zu lesen, ist fesselnd und spannend, manchmal berauschend und ab und zu auch ergreifend. Gesa trifft meiner Meinung nach in diesem Buch genau den richtigen Ton und es wäre absolut entwürdigend, dieses Buch einfach nur als Reisebericht abzustempeln. Es ist viel mehr und könnte für einige junge „Suchende“ auch der Antrieb sein, sich ans Unbekannte zu wagen.

Gesas Bericht macht Mut, das zu tun, was einem sein Bauchgefühl sagt – und nicht die Ausbildung mit der besten Vergütung oder das Studium mit den besten Karriereaussichten. Das finde ich bemerkenswert und ich kann diesem wunderbaren Erlebnisbericht keinesfalls weniger als 5 Sterne geben!

Veröffentlicht am 13.02.2017

Souveränes Debüt

Der Mörder und das Mädchen
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Für ein Erstlingswerk fand ich diesen Kriminalroman aus Schweden wirklich gut. Er hat alles, was ein spannender Plot braucht: undurchschaubare Charaktere, unvorhergesehene Wendungen und eine sympathische ...

Für ein Erstlingswerk fand ich diesen Kriminalroman aus Schweden wirklich gut. Er hat alles, was ein spannender Plot braucht: undurchschaubare Charaktere, unvorhergesehene Wendungen und eine sympathische Polizistin, mit der man gern durch dick und dünn geht.

Der Roman besticht durch eine flüssige Erzählweise, die einen bei der Stange hält, auch wenn die Handlung gerade nicht Schlag auf Schlag vorangeht. Mit diesem Schreibstil habe ich mich gut anfreunden können. Die zwischengeschobenen, sehr rätselhaften Kapitel aus der Sicht des Mörders waren ebenfalls ein gutes Element, um Spannung aufzubauen. Bis zum Schluss versucht man aus diesen Aussagen etwas zu konstruieren, das einem offenbart, wer dieser Ich-Erzähler ist. Doch zumindest in den ersten zwei Dritteln des Buches bin ich immer wieder gescheitert und als sich ganz, ganz, ganz zum Schluss die Lösung offenbarte, war ich sehr traurig, dass mein merkwürdiges Gefühl aus dem letzten Drittel schließlich doch stimmte… Aber diese letzten Seiten sorgten trotzdem für das „i-Tüpfelchen“ des Spannungsbogens.

Nur am Titel muss ich herumkritisieren. Ich finde ihn nicht besonders passend, da es kaum um die Beziehung des Mörders zu der kleinen Astrid geht, wie man vermuten könnte. Das Mädchen meint zwar den Mörder nachts gesehen zu haben, aber ein besonderer Handlungsstrang ergibt sich daraus nicht und die Beziehung des Mörders zu dem Kind ist auch in keiner Weise ausschlaggebend für die Entwicklungen im Buch. Da hätte man doch sicher einen passenderen Titel finden können!?

Davon sollten sich potentielle Leser aber nicht abschrecken lassen – zu empfehlen ist dieses Buch und diese neue Krimiautorin aus Schweden allemal.

Veröffentlicht am 12.06.2019

Die perfekte Sommerlektüre!

Sommer unter Sternen
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Was für ein super schönes Buch! Ich bin total begeistert von „Sommer unter Sternen“ – es hat mir sogar noch besser gefallen als das erste Buch der Autorin („Sommer in Atlantikblau“) letztes Jahr.

Dieser ...

Was für ein super schönes Buch! Ich bin total begeistert von „Sommer unter Sternen“ – es hat mir sogar noch besser gefallen als das erste Buch der Autorin („Sommer in Atlantikblau“) letztes Jahr.

Dieser Roman hat einfach alles, was einen guten Urlaubs-schmöker ausmacht:
• ein tolles und unverbrauchtes Setting auf Fire Island, einer langgezogenen Insel vor New York,
• eine rundum sympathische Heldin, die tatsächlich als alleinerziehende Mutter von dreijährigen Zwillingsmädchen zur Alltagsheldin wird,
• einen interessanten und gutaussehenden Mann, der Ecken und Kanten, aber (nach einer gewissen Annähe-rungsphase) auch Familiensinn hat,
• eine romantische Story, die wunderschön in das Setting eingearbeitet ist und
• ganz, ganz viel Sommerfeeling!

Am Anfang der Geschichte geht es zum großen Teil um Ella und die Umbruchssituation, in die sie durch die Trennung von ihrem Ehemann hineingeworfen wird. Eine sehr große Rolle spielen hier auch ihre zwei Mädchen - und ich bin sicher, jede Mutter, ob alleinerziehend oder nicht, wird sich an der ein oder anderen Stelle wiedererkennen.

Nach und nach rücken die Kinder etwas in den Hintergrund und der Vorhang geht auf für die Love Story in diesem Buch. Obwohl sich die Schwerpunkte verschieben, hat man nie das Gefühl, im Buch einen Bruch zu verspüren. Es passiert einfach ganz natürlich, dass Ella ihren Fokus ein Stück weit von den Kindern weg zu einem (neuen) Mann verlegt. Trotzdem finde ich die Situationen nachvollziehbar und schlüssig geschildert. Ich hatte – und das passiert mir relativ selten – zu jeder Zeit das Gefühl, dass es eine runde Geschichte ist, die genau so richtig ist, wie sie erzählt wird.

Besondere Freude hat mir die Schilderung der Tortenbäckerei gemacht, denn hier hat man gemerkt, wieviel Liebe zur Handwerkskunst hinter Ellas Kreationen steckt. Es ist eben nicht einfach nur Teig kneten und backen – nein, es gehört viel mehr dazu.

Ein interessanter Aspekt war auch, dass im Buch trotz des insgesamt leichten Tons auch ernste Themen angesprochen werden. Der immense Leistungsdruck, in diesem Fall unter Sterneköchen, ist überzeugend geschildert und zeigt, wie sehr die ganze Branche dem Ideal des „Höher-schneller-weiter“ hinterher hechelt. Dass das Menschen kaputt machen kann, wird hier sehr deutlich dargestellt. Auch hier habe ich aber keinen Bruch zum leichten Stil des Buches festgestellt, sondern dieses Thema als bereichernd empfunden.

Kurz und gut:
Absolute Leseempfehlung für mein Sommerbuch des Jahres!!!