Mit Woll-idarität zum Ziel!
WiddersehenSchafe sind wirklich gemütliche Tiere. Weiden, widerkäuen, ein bisschen dösen… und schon ist die Herde zufrieden. Doch der Frieden wird jäh gestört, als Schäferin Rebecca plötzlich verschwunden ist. Die ...
Schafe sind wirklich gemütliche Tiere. Weiden, widerkäuen, ein bisschen dösen… und schon ist die Herde zufrieden. Doch der Frieden wird jäh gestört, als Schäferin Rebecca plötzlich verschwunden ist. Die Herde ist sich einig – das kann nichts Gutes bedeuten. Und wer soll ihnen nun vorlesen, wie sie das aus ihrem Schafsalltag mit Rebecca gewöhnt sind?
Den cleveren Vierbeinern, allen voran Miss Maple, schwant Böses. Hier geht eindeutig etwas nicht mit rechten Dingen zu und Rebecca schwebt vermutlich in großer Gefahr. Wer, wenn nicht ihre Schafherde, kann sie nun noch retten?
Und so besinnen sich die Zotteltiere auf ihre „Woll-idariät“ und machen sich auf die Suche nach Rebecca. Nicht immer mit einem Plan, aber dafür mit viel Enthusiasmus.
Leonie Swann hat ihre Erfolgsfiguren aus „Glennkill“ und „Garou“ nun zum dritten Mal auf großes Schafsabenteuer geschickt und wie immer punktet sie mit trockenem Humor und absurden Einfällen. Und wer hätte gedacht, dass selbst einem Leitwidder mal die Erkenntnis kommt, dass das „Paradies“ nicht immer erstrebenswert ist? 😉
Bei den Schafsromanen von Leonie Swann muss man wissen worauf man sich einlässt. Mit etwas schrulligen Figuren und irrwitzigen Szenen muss man einfach rechnen – genau dafür lieben viele ihre Bücher. Ich habe mich ab und zu über Wortabwandlungen oder -neuschöpfungen amüsiert („Alibäh“ statt Alibi, Woll-idarität usw.), die dem Text noch einmal eine ganz eigene humorvolle Note geben.
Besonders ins Herz geschlossen habe ich das runde Lamm, das sich als mutig, clever und entschlossen erweist. Und Madouc, das „Schaf auf Probe“, das eigentlich eine Ziege ist und mit seiner hibbeligen Art die Herde aufmischt. Alle haben ihre Eigenheiten, aber auch ihre besonderen Fähigkeiten – ganz genau wie wir Menschen. Und das macht die gesamte Herde so sympathisch. Vielleicht wird sich auch der eine oder die andere in den Wesensarten der Schafe ein wenig wiedererkennen. 😊
Ich habe es sehr genossen, mit den Wuscheltieren auf Mörderjagd zu gehen und die Wiesen und Weiden ihrer Heimat zu erkunden. Es war kurzweilig, amüsant, spannend und zuweilen auch ein wenig anrührend. Das Konzept des „Schafskrimis“ sehe ich bei weitem noch nicht als abgenutzt an – gern bin ich bei weiteren Abenteuern von Miss Maple und ihren Freunden wieder mit von der Partie!