Cover-Bild Verlorenes Land
Band 1 der Reihe "DDR-Krimi"
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8,99
inkl. MwSt
  • Verlag: edition krimi
  • Themenbereich: Belletristik - Krimi: Polizeiarbeit
  • Genre: Krimis & Thriller / Krimis & Thriller
  • Ersterscheinung: 19.03.2021
  • ISBN: 9783946734901
Andreas M. Sturm

Verlorenes Land

Ein DDR-Krimi
Februar 1982: In der Äußeren Neustadt von Dresden wird ein Mann erschossen aufgefunden. Bei seinen Ermittlungen stößt Volkspolizist Uwe Friedrich auf die Verbindung des Ermordeten mit der Devisenbeschaffungsgesellschaft KoKo. Daraufhin entzieht die Staatssicherheit der Kriminalpolizei den Fall. Uwe kann das nicht akzeptieren und setzt die Nachforschungen auf eigene Faust fort. Arglos recherchiert er in der Vergangenheit des Opfers; dabei legt er Zusammenhänge offen, die hohe Offiziere von Volkspolizei und Stasi schwer belasten, und gerät selbst in ein gefährliches Netz aus Korruption und Machtmissbrauch.

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Veröffentlicht am 08.06.2021

Kunstraub in der DDR

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Kaum hat der Volkspolizist Uwe Friedrich mit den Ermittlungen an dem Mord an Siegfried Rost begonnen, wird ihm der Fall sogleich wieder entzogen.Dabei liebt Uwe seine Arbeit für den sozialistischen Staat ...

Kaum hat der Volkspolizist Uwe Friedrich mit den Ermittlungen an dem Mord an Siegfried Rost begonnen, wird ihm der Fall sogleich wieder entzogen.Dabei liebt Uwe seine Arbeit für den sozialistischen Staat und hält das Konzept der DDR für fair. Es fällt Uwe schwer den Fall in Ruhe zu lassen und wie der Zufall es wo will landet eine alte Akte auf seinem Schreibtisch...ein Fall der nie aufgeklärt werden konnte und vielleicht einen Hinweis auf den Mord und den Ermordeten geben könnte...und einen Blick hinter die Kulissen der DDR...

"Natürlich musste er akzeptieren, dass er eine Variable nicht in seine Rechnung einbeziehen konnte. Und die war womöglich von so großer Bedeutung, dass sie all seine bisherigen Überlegungen für null und nichtig erklärte. Wenn die Staatssicherheit sich den Fall unter den Nagel riss, lag offensichtlich ein schwerwiegender Anlass vor." (Seite 66)

Ein sehr spannender und wirklich gut umgesetzter DDR Krimi der sich mit den mittlerweile bekannten Machenschaften der "Hinterzieher" des Systems beschäftigt.

Ohne viel verraten zu wollen geht es hier um Kunstraub, Mord, und was es mit diesem ganzen System dahinter auf sich hat.

Der Einstieg gelingt leicht, gerade der Hauptprotagonist Uwe Friedrich ist ein sehr sympathischer Ermittler der an die Macht und die Gerechtigkeit, die in der DDR herrscht(angeblich), glaubt. Und er liebt und lebt seinen Beruf. Doch als ihm der Fall entzogen wird und Uwe sich mit ein paar Menschen anfreundet merkt er ganz schnell dass nicht alles so toll ist wie es auf den ersten Blick scheint.

Seine Wandlung von einem glühenden Anhänger zu einem Skeptiker fand ich gelungen, nicht übertrieben, sondern man ist selbst hier und da in eine Zwickmühle geraten. Während die einen für das System arbeiten, nicht mucken und machen was verlangt wird, so geht es der normalen Bevölkerung lange nicht so gut wie Uwe meinen möchte. Durch Sabine, Brigitte und Anton sieht man die DDR durch einen neuen, anderen Blickwinkel.

Ich mochte die Spannung, die sich langsam aufbaut, es gibt neue Erkenntnisse, es ist natürlich gefährlich selbst auf eigene Faust weiter zu ermitteln, das wird auch Uwe irgendwann klar. Man merkt wie er zu Beginn noch blauäugig in die ganze Sache "einsteigt" und dann immer mehr Hinweise bekommt dass er viel vorsichtiger handeln muss und sollte.

Warum wurde Siegfried Rost ermordet? Der Fall wird auf jeden Fall gekonnt aufgelöst. Der Autor nimmt uns mit zu Orten, Häusern, Strassen die es in der DDR gab. Er fängt die Gesamtstimmung, und wie die Systeme arbeiten, gekonnt ein.

Warum sich die sogenannte KoKo mit Kunstraub beschäftigt, wo die Stasi ihre Finger im Spiel hat, das kommt immer mehr zum Vorschein, gibt Einblicke wie damals "gearbeitet " wurde. Auch dass man jederzeit mit Rückschlägen aus dem Rücken rechnen muss.

Mich hat der DDR Krimi sehr gut und gekonnt unterhalten, ich könnte mit eine Reihe mit dem Ermittler Uwe Friedrich sehr gut vorstellen. Ich empfehle dieses Buch gerne weiter.

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