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Veröffentlicht am 24.03.2021

Familien in Ost und Westdeutschland

Dresden
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Fabian und sein Kumpel Till fahren 1975 das erste Mal in die DDR. Besuchen Bekannte mit der Fabians Tante, seit Jahren, Briefkontakt hält. Stimmen die ganze "Schauergeschichten" über die DDR? Stimmen die ...

Fabian und sein Kumpel Till fahren 1975 das erste Mal in die DDR. Besuchen Bekannte mit der Fabians Tante, seit Jahren, Briefkontakt hält. Stimmen die ganze "Schauergeschichten" über die DDR? Stimmen die Berichte über den Westen in der DDR? Gemeinsam mit Fabian lernt man beide Seiten genauer kennen.

"Ekkehard blieb einen Moment still, jeder spürte, dass er nachdachte. "Vielleicht aber streiten wir innerhalb der Familie überhaupt weniger als im.Westen. Ob Jung oder Alt, wir haben nun mal gemeinsame Gegner, und das sind die dummen Bonzen in der Partei und das Eingesperrtsein in unserem Staat. Da ist der Zusammenhalt in der Familie dann besonders wichtig, ist Teil unserer Sicherheit." (Seite 109)

Manch einer mag jetzt sagen - schon wieder ein Buch über die ehemalige DDR. Was ist an diesem Buch besser, anders, gleich als beim Rest?

Erstmal schreibt der Autor Michael Göring super. Es ist ein lockerer Schreibstil. Er beschreibt Orte, Sehenswürdigkeiten und die Stimmung zum greifen, man hat ein Bild vor Augen, kann die verschiedenen Stimmungen nachempfinden, lernt sie kennen, sieht die Unterschiede sowie Gemeinsamkeiten.

Fabian ist der Hauptprotagonist diesem Roman. Was als "Abenteuer Urlaub in der DDR" beginnt wird zu einer Herzensangelegenheit und, trotz verschiedener Umstände, zu einer Familie. Ich mag die offene Art sowie den Mut von Fabian, auch wenn er widersprechen würde. Da Fabian aus dem Westen kommt hat man seine Standpunkte und Umgebung und vergleicht mit ihm diese " 2 Welten".

Familie Gersberger lebt in der DDR. Sie sind durchweg ein sympathischer "Haufen". Und hier schätze ich ihre Offenheit, Herzlichkeit und was ihnen Familie bedeutet. Dafür stand die DDR. Aber auch hier ist nicht alles Gold was glänzt.

Wie aus der Historie der Geschichte bekannt ändern sich die Stimmungen in Ost und Westdeutschland. Es gibt mehr Unzufriedenheit, auf beiden Seiten steigt der Protest zu verschiedenen Themen. Das konnte der Autor perfekt in das Gesamtbild einfügen und umsetzten.

Er hackt nicht auf dem nur Schlechten herum sondern hebt die verschiedenen Facetten und Zwischentöne hervor. Beide Seiten waren nicht nur gut oder schlecht. Es mag Fiktion sein, aber die geschichtlichen Eckdaten werden hier berücksichtigt und finden ihren Punkt in der Geschichte.

Die kleine Liebelei zwischen Fabian und Anne kommt nicht ganz zum Vorschein, aber die trägt vieles im Hintergrund und überrascht hier und da.

Ein Buch was ein tolles und geschichtlich interessantes Bild zu Ost und Westdeutschland der damaligen Zeit beschreibt. Ich bin einfach nur begeistert!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.03.2021

Auf dem Nachhauseweg

Asphalthelden
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"Was könnte ich sein, um die Welt zu verändern? Ich überlege, ob ich Bennis sagen soll, dass ich nasser Zement sein will, um die Risse im Gehweg zu füllen. Nicht, um mich zu verstecken. Sondern um zu verhindern, ...

"Was könnte ich sein, um die Welt zu verändern? Ich überlege, ob ich Bennis sagen soll, dass ich nasser Zement sein will, um die Risse im Gehweg zu füllen. Nicht, um mich zu verstecken. Sondern um zu verhindern, dass jemand anders stolpert. Oder vielleicht wäre ich ein Regenschirm, um einen anderen Menschen vor dem Regen zu schützen. Um jemanden in einem Sturm trocken zu halten." (Seite 80)

In 10 unterschiedlichen Kurzgeschichten erzählt Jason Reynolds den Nachhauseweg einer Klasse. Zu Beginn scheinen die Fäden lose und ohne Zusammenhang, dies ändert sich aber im Laufe der Geschichte denn die Klasse agiert auch ausserhalb der Schulwände und sie nehmen alle unterschiedlich gewisse Dinge wahr.

Der Autor hat einen sehr interessanten, für Kurzgeschichten tiefgründigen Schreibstil. Es ist bildhaft, spannend, traurig, man mag manchmal gar nicht weiterlesen vor Angst, vor Wut und dann wundert man sich wieder, wird überrascht, lacht mit und überdenkt die eigenen Vorurteile. Denn mit diesen räumt der Autor auf, er wagt einen Blick hinter die Kulisse und da rauschen Gefühle und Eindrücke an dem Leser vorbei die haften bleiben.

Ich mag nicht verraten welche Geschichte mir am Besten gefallen hat, denn sie alle sind auf ihre Weise wundervoll umgesetzt. Und wie gesagt - die ein oder andere Geschichte berührt eine die nächste oder die man vorher gelesen hat, es entsteht ein feines Netz welches die Klasse umgibt.

Das Cover passt hervorragend zu dem Thema, spiegelt es doch die Gegebenheiten wider die man kennenlernen wird, es fällt somit auf jeden Fall ins Auge mit seiner hellen Gestaltung und den schwarzen Figuren die die Schüler darstellen soll.

Mir, als ältere Leserin, erging es so dass ich mich an meinen Schulweg damals zurückerinnerte. An die Sachen die ich erlebt habe, mit den verschiedenen Möglichkeiten der Fortbewegung, auf wen man alles trifft, was man täglich sieht und es vermisst wenn es plötzlich weg ist, an viele kleine und grössere Erlebnisse, wie man gewisse Situationen "gedanklich zerpflügt" um dann zu merken wie sinnig/unsinnig es war.

Die Themen sind der aktuellen Zeit angepasst. Es geht um die sozialen Netzwerke, welche guten und schlechten Eigenschaften sie haben. Um Freundschaft und Stillschweigen, um helfen und vorwärts kommen, um Autismus, Homosexualität.

Auch wenn es sich hier nur um Kurzgeschichten handelt so wachsen einem die Kinder und ihre Erlebnisse ans Herz. Man möchte sie noch länger begleiten und erleben, sie sind herrlich unterschiedlich und bunt dargestellt und für mich ist dieses Buch auf jeden Fall ein Highlight welches sich zu lesen lohnt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.03.2021

Der geheimnisvolle Nebel

Oriksons Organisation
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Die Zwillinge Arthur und Antonia geraten nichts ahnend in einen "Nicht Raum" und können plötzlich ihre Gedanken lesen. Doch so schnell dieses Phänomen aufgetaucht ist, so schnell ist es wieder verschwunden. ...

Die Zwillinge Arthur und Antonia geraten nichts ahnend in einen "Nicht Raum" und können plötzlich ihre Gedanken lesen. Doch so schnell dieses Phänomen aufgetaucht ist, so schnell ist es wieder verschwunden. Der geheimnisvolle Nebel gibt ihnen die Möglichkeit in andere Welten zu reisen und die haben es in sich. Doch der Nebel löst überall Chaos aus und die zwei sollen Orikson seine Organisation finden um den Flammenköpfen und Tinteak zu helfen.

"Was ist das? Er erinnerte sich an die feinen Risse in der Luft, aus denen der Nebel hervorgequollen war und dachte skeptisch: So etwas wie in Loch in der Welt? Oder ein Loch zwischen zwei Orten auf der Welt?" (Seite 25)

Ein fantastisches Abenteuer über Monster und die Mitternacht erwartet den Leser in dem Erstlingswerk von Marie Meyrose. Im Grossen und Ganzen war ich von diesem Buch und der Geschichte sehr angetan, hoffe dass hier noch weitere Bände folgen denn ich möchte unbedingt mehr erfahren und wissen.

Der Schreibstil ist lobend hervorzuheben. Die Autorin besitzt sehr viel bildgewaltige Möglichkeiten Situationen, Monster, Abenteuer, Rätsel, Wesen und Gegenden zu beschreiben. Ein Kopfkino erfolgt automatisch und es macht Freude darin zu wandeln.

Neben den zwei Zwillingen Arthur und Antonia bekommt auch deren jüngere Schwester Alice einen Platz in der Geschichte. Sie muss sich mit einem Wesen herumschlagen welches sie nach einen Planeten benennt und soll ihm helfen sich wieder zu finden, wieder ein Wesen zu werden.

Um den "Mythos" Zwillinge ranken sich allerlei Reden und Wissenschaft, dies greift die Autorin hier sehr gekonnt auf und verbindet die beiden noch enger indem sie versuchen weiterhin die Gedanken mit dem anderen zu teilen. Das dies nicht immer gelingt kann man sich vielleicht denken.

Die Monster und andere Wesen waren sehr interessant, detailliert und liebevoll dargestellt. Ich hatte gerade mit der ein oder anderen Sprechweise so meine Probleme, konnte den Sätzen nicht immer sofort den Sinn entnehmen, aber es sorgt für den ein oder anderen Lacher und lockert sie Geschichte auf.

Mein Aber: Man merkt dass dies das Erstlingswerkt der Autorin ist. Ich hatte irgendwann das Gefühl dass alles und jeder in diesen ersten Band kommen muss. Das überlädt die Geschichte und gerade zu Beginn wird man mit einem Schlag, wie die Zwillinge, in das Geschehen geworfen und hat keinerlei Durchblick. Die Spannung und der Lauf der Geschichte nimmt releativ gut dann zu und ab da möchte man sich nicht mehr aus der Geschichte wegdenken, aber es dauert etwas.

Wieso, Weshalb, Warum, Wer, Wie, Was? Auch dies bleibt im ersten Band ohne Lösung. Andeutungen gibt es, zu genüge, aber eigentlich keine Auflösung. An sich nicht schlimm, aber ein kleiner, roter Faden wäre für die weiteren Bücher auf jeden Fall sehr hilfreich.

Durch das Alles und Viel blieben mir die Charaktere etwas auf der Strecke. Man bekommt im Laufe des Lesens ein Gefühl für sie und ich bin alleine vo den Zwillingen sehr angetan, aber dass Alice so ins Bild rückt war erstmal mehr verwirrend als hilfreich. Zum Glück lösen sich gewisse Stränge zum Ende hin.

Trotz Kritik möchte ich nochmal erwähnen dass diesese Buch wirklich ein schönes, verrücktes, gruseliges und monstermässiges Abenteuer war welches ich trotzdem sehr gerne gelesen habe. Und ich wünsche mir auf jeden Fall weitere Bände da ich nun umso neugieriger bin.


  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.03.2021

Tod auf dem Brocken

Der Teufel vom Brocken
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Eine Gruppe Studenten wandert zur "Brockenbefreiung" hin und möchte sich mit weiteren Studenten zum Zelten treffen. Doch als sie nicht mehr zurückkommen startet eine Suchmannschaft die nur noch Leichen ...

Eine Gruppe Studenten wandert zur "Brockenbefreiung" hin und möchte sich mit weiteren Studenten zum Zelten treffen. Doch als sie nicht mehr zurückkommen startet eine Suchmannschaft die nur noch Leichen bergen kann. Was oder wer hat hier "gewütet"? Eine Gruppe aus Ost und Westermittlern beginnt mit der Aufklärung.

"Ein zu klein geratener Student mit drahtiger Figur und streichholzkurzen Haaren zog auffallend laut die Nase hoch. Mit einem Schlag war ihr scheinbar es Erwachsensein wie weggewischt. Zurückgeblieben waren Kinder, die sich verängstigt und hilflos fühlten. Umso höher rechnete er es ihnen an, dass sie sich auf die Suche gemacht hatten." (Seite 14)

Die Autorin Eva-Maria Silber hat in ihrem Kriminalroman Ereignisse vom Djatlow - Pass im Jahre 1959 umgesetzt. Und dies auf den Brocken "umgemünzt" der im Grenzgebiet liegt.

Wieder brilliert dieser Roman durch Spannung,verschiedene Ermittler, einer interessanten und bildhaft beschriebenen Kulisse und dem grossen "Warum"?.

Tomas Düvel ist der Ermittler in der DDR der den Tatort zuerst besichtigt. Doch obwohl der Mauerfall nur noch eine Frage der Zeit ist wird das Verfahren eingestellt. Auf beiden Seiten regt sich Widerstand und Düvel erhält die BKA Beamten Cassandra von Lucadou und Desiderius Maus zur Seite.

Natürlich prallen hier Welten aufeinander denn beide Seiten halten nichts voneinander. Das hat die Autorin, mit den unterschiedlichen Protagonisten, sehr realistisch, hier und da humorvoll und gekonnt umgesetzt. Als Leser reist man in diese Zeit zurück und bekommt die verschiedenen Stimmungen, Ansichten, Ängste und Hoffnungen des "geteilten" Landes direkt mit.

Die Verbrechen und der Tatort lassen viel Raum für Spekulationen. Es entstehen eine Menge Fragezeichen die zum Ende aber alle aufgeklärt werden. Zwischen Wiedervereinigung, altem Denken, den Russen, den Geheimnissen und Vielfältigkeit müssen die oder der Täter gefunden werden.

Die Verbrechen sind, teilweise, sehr heftig und grausam ausgeführt worden. Gerade darum will man aber alles erfahren, was der Grund für diese Tat war.

Ich mag die Krimis/Thriller der Autorin und kann darum auch "Der Teufel vom Brocken" uneingeschränkt empfehlen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.03.2021

Vampirjäger in der Ausbildung

Blutjagd Sie kommen in der Nacht
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Merlin nimmt Alan und Daryll in die Lehre zu Vampirjägern. Also eigentlich ist es so geplant und in der zauberhaften Welt von Aibon sollen beide ihre Prüfung ablegen. Doch die Vergangenheit und Geheimnisse ...

Merlin nimmt Alan und Daryll in die Lehre zu Vampirjägern. Also eigentlich ist es so geplant und in der zauberhaften Welt von Aibon sollen beide ihre Prüfung ablegen. Doch die Vergangenheit und Geheimnisse stehen beiden im Weg und Streit sowie Eifersucht sind vorprogrammiert. Doch dann müssen Alan und Daryll sich beweisen denn böse Kreaturen suchen nach dem Dämonikalum um die Welt der Menschen zu zerstören.....

"Die Menschen haben von jeher eine andere Sichtweise zu Vampiren. Die meisten glauben nicht an diese Geschöpfe. Bei dir ist es ein klein wenig anders, du hättest bereits Kontakt mit den Blutsaugern und weißt, wie schrecklich sie sein können. Glaube mir aber, das war nur der Anfang. Ein Vampir ist durch und durch falsch und böse." (Seite 110)

Band 2 schliesst sofort an Band 1 an. Selbst wenn man schon eine gewisse Zeit Band 1 gelesen hat findet man sich sofort wieder zurecht. Auch wenn man Band 2 so lesen kann da es Rückblenden gibt, für das Gefühl der Protagonisten würde ich beide Bücher empfehlen.

Der Schreibstil war in Band 1 schon gut, hier liest es sich jedoch noch flüssiger und der Spannungsbogen packt sofort. Man fliegt nur durch die Seiten und kann sich den Geschehnissen nicht mehr entziehen.

Alan und Daryll haben in Santa Cruz schon einiges erleben müssen mit Vampiren und sind erwachsener geworden. In Band 1 war mir Daryll noch zu flapsig und nervte irgendwann nur noch. Natürlich ist er in Band 2 auch weiterhin schlagfertig aber ich habe es gefeiert denn es lockerte die Stimmung oft auf. Alan wird zurückhaltender und nimmt die Ausbildung ernst, fast zu ernst. Er weiss dass er Geheimnisse in sich trägt die ihm keiner verraten möchte.

Wir erleben beide an zwei Orten - natürlich ist Merlin mit dabei! Einmal Aibon und Los Angeles. Aibon liest sich erstmal herrlich kitschig und bildet einen starken Kontrast zu der restlichen Geschichte. Aber auch hier lauert das Böse und alte Wunden. Trotzdem fühlte es sich oft wie Urlaub an.

Mit Los Angeles hat die Autorin und Schwarze getroffen. Da hier das Dämonikalum versteckt ist passt es perfekt zur Stadt, ihrer Bedeutung und dem was da noch kommt.

Dieser Band ist brutaler, blutiger, gruseliger und düsterer. Man merkt - es geht ans Eingemachte. Aber es passt, es liest sich super. Und Alan sowie Daryll wollen ihre Liebe erhalten....ob und wie....das sollte jeder selbst lesen.

Wer einfach eine geniale, unkitschige Vampirstory sucht mit 2 verliebten Jungs und verdammt viel zwischen Hölle und Himmel - der hat hier seine helle Freude. Klare Leseempfehlung!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere