Profilbild von Buecherseele79

Buecherseele79

Lesejury Star
offline

Buecherseele79 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Buecherseele79 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.07.2021

Ein Junge mit seinem Cu und einer Geheimwaffe

Der Junge mit dem Feueramulett
0

Kard ist etwas Besonderes, und das als Mensch. Dies geschieht nicht oft. Wie viele verschiedene Arten und Mitmenschen leidet er unter den dunklen Schergen des Reiches, der Druck und die Angst sind allgegenwärtig. ...

Kard ist etwas Besonderes, und das als Mensch. Dies geschieht nicht oft. Wie viele verschiedene Arten und Mitmenschen leidet er unter den dunklen Schergen des Reiches, der Druck und die Angst sind allgegenwärtig. Dann soll Kard sein Meisterstück als Schmied herstellen....eine geheime und eigentlich verbotene Waffe...doch das Gefühl sagt ihm dass es Zeit dafür ist.... doch leider sehen das die dunklen Schergen nicht so...und somit muss Kard fliehen, mit seinem besten Freund Madad, der ein sprechender Cu ist und zwei Fremden...doch wem kann Kard wirklich trauen?

"Die Zeit schritt voran und ließ die Vergangenheit einfach hinter sich. Kard spürte, wie seine Seele sein altes Leben am liebsten zurückgeholt hätte, ein Raum, in dem er sich sicher gefühlt hatte, in dem er die Regeln kannte. Indem er die Regeln nur befolgen musste, um in Ruhe gelassen zu werden." (Seite 77/78)

Ein neuer und auf jeden Fall spannender Auftakt einer spannenden und magischen Reise. Womit ich etwas Probleme habe ist das Cover - für mich passt es nicht so ganz zu den dargestellten Protagonisten, es ist mir zu grell, modern und Mangaartig. Da hätte ich mir etwas anderes gewünscht oder vorstellen können.

Der Schreibstil ist einnehmend, er konnte mich sehr schnell für sich gewinnen und in eine interessante Welt entführen. Zu Beginn kam ich etwas mit den Göttern durcheinander, spannend, aber eben auch viele verschiedene Namen und ich wusste zu Beginn nicht so ganz was ich damit alles anfangen soll. Dieses kleine Problem löst sich aber mit der Zeit und ergibt ein schärferes Bild.

Kard ist ein 16jähriger Junge, aufgewachsen in eimem Waisenhaus und wurde von seinem Meister und Schmied Wallas ausgesucht bei ihm eine Lehre zu machen. Und nun soll Kard sein Meisterstück fertigen, was schwer wird denn dies ist eine Waffe die vieles verändern könnte. Und Kard in große Gefahr bringen könnte, bzw. relativ schnell wendet sich alles und Kard muss flüchten, mit seiner Waffe.

Was es damit auf sich hat erfährt man, auch dass Kard wohl nicht so ganz "unschuldig" in diese Sache reingerutscht ist, Wallas und Andere scheinen mehr zu wissen als Kard und sehen in ihn jemanden der das Schicksal verändern könnte. Aber so ganz will Kard nicht daran glauben.

Kard ist nicht alleine unterwegs, sondern Madad, ein Cu, begleitet ihn. Wer dies ist - das müsst ihr selbst lesen, aber es hat Spass gemacht denn Madad bringt Humor und Schlagfertigkeit in die Geschichte. Und macht sie etwas "tierischer".

Mit der Amazone Rosie und dem Dieb Odysseus sind mit Kard unterwegs, das ergab sich eher so, mit ihnen bekommt man mehr Blickwinkel, neue Gilden und Charaktere mit ihren Eigenschaften. Interessant waren sie auf jeden Fall, auch was das immer so eine Sache mit dem Vertrauen.

Das Buch würde ich eher Jugendlichen ab 14 Jahren empfehlen. Nicht weil es schwer zu lesen ist oder schwer zu verstehen. Aber die dunklen Schergen mit ihren Ritualen sind schon sehr extrem, düster, machthungrig und blutig. Hier und da haben sie selbst mir Gänsehaut verursacht, fügen sich aber verdammt gut in die Geschichte ein.

Ich bin von diesem Auftakt sehr begeistert und freue mich schon auf die weiteren Bände. Ich empfehle die Geschichte sehr gerne weiter.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.07.2021

Was wäre wenn...?

Die Clique der Ehrlosen
0

"Nur wenige Dinge sind in der Lage auf Menschen eine vergleichbare Anziehungskraft auszuüben wie Erfolg. Eine Aura des Sieges umgibt den Erfolgreichen, Selbstbewusstsein liegt in seinen Bewegungen, Sendungsbewusstsein ...

"Nur wenige Dinge sind in der Lage auf Menschen eine vergleichbare Anziehungskraft auszuüben wie Erfolg. Eine Aura des Sieges umgibt den Erfolgreichen, Selbstbewusstsein liegt in seinen Bewegungen, Sendungsbewusstsein in seinen Worten. Besitzt er nicht auch das Recht dazu, sich mit der unverrückbaren Überzeugung im Herzen, vom Schicksal auserkoren und mit einer Mission beauftragt worden zu sein, über die Masse zu erheben und ihr seinen Willen aufzuzwingen?" (Seite 154)


Das Buch beschäftigt sich so gekonnt mit den Gedankenspielen "Was wäre wenn.."?

Wir erleben Deutschand zur Zeit von 1938. Hitler ist auf dem Höhenflug und erhält kompletten Rückhalt aus der Bevölkerung. Auch als er in Österreich einmarschiert sind die Menschen begeistert, denn ihr Führer "befreit" ihre Länder und führt die Deutschen wieder zusammen.


Doch eine kleine Gruppe in der Wehrmacht sieht diese Entwicklung kritisch und fast schon ängstlich. Denn sie haben ihre Augen und Ohren überall und merken - es ist nur eine Frage der Zeit bis Hitler weiter ausholt und ein erneuter Krieg nicht mehr abzuwenden ist. Die Angst dass England und Frankreich gegen Deutschland ziehen könnten macht die Thematik nicht weniger brenzlig.

Auf der anderen Seite gibt es eine kleine Gruppe von Jugendlichen die nur noch ein Jahr in der Schule verbringen müssen, sie stehen vor dem Weg was aus ihnen werden soll. Wie stehen sie zu Hitler und der Partei? Wie sehen sie den Unterricht? Was sind ihre Gefühle, ihre Wünsche und Ängste? Und wem kann man eigentlich trauen?


Das ist das große Thema - wem kann man trauen? Diese unterschwellige Angst und Sorge schwingt beim lesen immer mit. Dem Autor ist es perfekt gelungen die Stimmungen so verschieden aufzufangen. Egal ob es um die Gruppe Jugendlichen geht die für die Bevölkerung stehen sowie die Wehrmachtoffiziere die sich Sorgen um die Entwicklung machen.

Ich bin unglaublich begeistert denn der Autor vermischt seine Visionen mit geschichtlichen Hintergründen. Man ist also nicht nur am miterleben was wäre geschehen wenn die Leute früher aufgestanden wären, sondern er unterstreicht viele Themen auch mit Fakten und Informationen. Gerade wenn man sich viel mit diesem Thema beschäftigt kommt man sehr gut mit. Auch würde ich das Buch auf jeden Fall Lesern empfehlen die sich mit der Thematik nicht so ganz auseinander gesetzt haben.


Das Ende spitzt sich zu, bleibt offen, aber das stört nicht denn man weiss wie diese Zeit "zu Ende" gegangen ist. Es bleibt dem Leser selbst überlassen was er glauben möchte oder nicht. Welche Veränderungen das "Wenn" in diesem Roman bringen.

Fiktion gemischt mit geschichtlichen Fakten - das Buch hat seine guten 600 Seiten, aber sie sind die Zeit mehr als wert und dieses Buch ist im Gesamtbild genial umgesetzt. Klare Empfehlung!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.07.2021

Tod in der klassischen Welt

Tödliche Sonate
0

Commissario Di Bernado ist zurück in Rom. Und auch gleich in seinem ersten Fall geht es zur Sache - eine Musikagentin wurde brutal ermordet. Doch warum? Ihre Agentur lief erfolgreich. Sie war angesehen, ...

Commissario Di Bernado ist zurück in Rom. Und auch gleich in seinem ersten Fall geht es zur Sache - eine Musikagentin wurde brutal ermordet. Doch warum? Ihre Agentur lief erfolgreich. Sie war angesehen, bekannt und hatte viel Einfluss in der klassischen Musikwelt... aber der Schein trügt....denn so beliebt war Cornelia Giordano dann doch nicht. Und was hat es mit dem Geheimnis der Geige von Antonio Stradivari auf sich?

"Es schien als würde die Geige singen und sprechen und dabei - wenn auch nur für einige Momente - das Geheimnis ihres einzigartigen Klanges von den Zuhörern entfalten. Plötzlich schien es Di Bernardo, als spräche die Seele selbst durch die Musik: Er hörte Leid und Freude, Träume und Verzweiflung, die sich im endlosen Klangfluss miteinander vermischten." (Seite 293)

Der erste Auftakt des italienischen Ermittlers Di Bernardo. Und mich konnte dieser ruhige und doch spannende Kriminalroman abholen und schlicht begeistern. Man merkt dass die Autorin selbst mit der klassischen Musik zu schaffen hat, die Liebe zu den vielen Details, ob zur Geige, der Musik oder zu Rom, es entsteht ein einfach spannendes und doch zauberhaftes Gesamtbild.

Ich empfehle dass man sich für die klassischen Musik oder die Instrumente interessiert, dann entwickelt sich hier eine einzigartige Klangwelt in der man abtauchen kann. Denn auch die Welt der Musik hat ihre Schattenseiten und "böse" Gesichter.

Di Bernardo war mir sympathisch. Er hat viel mitgemacht, vieles wird von der Autorin angedeutet, nimmt aber nicht zuviel Platz ein. Ich bin aber gespannt ob seine Vergangenheit ihn noch stärker einholt wenn es Folgebände mit ihm geben sollte. Das wäre auf jeden Fall lohnenswert und würde die Spannung noch einen Ticken höher schnellen lassen. Aber auch so wird dem Leser klar dass der Commissaro schon viel gesehen und erlebt hat.

Die oder der Täter erhält auch seinen Punkt in dieser Geschichte. Man ist auch ständig am raten wer dahinter stecken könnte und was der Antrieb ist. So ganz einsichtig wird dies nicht und man springt von einer Vermutung zur Nächsten.

Überhaupt ist der Schreibstil sehr angenehm, es ist ein Auf und Ab der Spannung, Entwicklung und der Rückschläge. Man muss also das Ruhige beim lesen mögen, Action und wilde Verfolgungsjagden durch Rom wird man hier nicht finden.

Der interessante Teil, für mich, war die Zeit als Antonio Stradivari seine Geigen herstellt. Es geht um ein Geheimnis was sich zu dieser Zeit entwickelt und hier war einfach spannend zu sehen was sich an Mythen, Sagen und Legenden bis heute noch hält. Man verfolgt den Werdegang der Musikinstrumente mit. Die Leidenschaft die dahinter steckt und was dieses Instrument bedeuten kann. Vor allem - dass diese Instrumente heute noch so einen einzigartigen Klang erzeugen, was sie an Geschichten und Geschehnisse an sich haften haben, das hat mich schlichtweg begeistert.

Der erste Fall von Di Bernardo, mich hat die tödliche Sonate abgeholt, auch die Auflösung zum Ende hin hat mich überzeugt, war stimmig und interessant an Wendungen.

Wer sich für diese Welt interessiert wird begeistert sein.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.07.2021

Willkommen bei der Akademie Fortuna

Akademie Fortuna - Wenn Wahrsagen so einfach wäre
0

Für Anniversary "Sorry", kurz Sorry, geht es nun endlich los! Sie wird ihre Schulzeit auf der Akademie Fortuna beginnen. Ihr Haus ist für die genauen Vorhersagen berühmt, seit Jahren führt ihre Mutter ...

Für Anniversary "Sorry", kurz Sorry, geht es nun endlich los! Sie wird ihre Schulzeit auf der Akademie Fortuna beginnen. Ihr Haus ist für die genauen Vorhersagen berühmt, seit Jahren führt ihre Mutter die Schule und keiner kann sie von ihrem Posten holen.....doch Sorry hat ein Problem...wirklich weit in die Zukunft kann sie gar nicht sehen...eher so was in den nächsten Minuten passieren wird...Diese Gabe löst bei der Mutter schon lange keine Begeisterung aus und als wäre das nicht alles schlimm genug besetzt Ben Dulum nach Jahren den Posten der Nekromanten...

"Was ist nur aus uns geworden? Wir sind in der Lage, alles zu sehen, und trotzdem ist nur wichtig, wie man UNS sieht. Dabei sind Wahrsager doch da, um anderen zu helfen. Egal wie und egal wie gut." (Seite 268)

Wenn Wahrsagen so einfach wäre....das sieht die Protagonistin Sorry hier wohl auch so. Ich bin schwer begeistert von diesem ersten Band und freue mich jetzt schon auf weitere Bände mit Sorry und ihren neuen Freunden.

Die Aufmachung an sich ist schon sehr gelungen. Nicht nur dass das Cover ins Auge hüpft, auch hat die Autorin sich viel Mühe und Liebe mit der Gestaltung und dem Aufbau der ganzen Geschichte gegeben.

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Er ist lustig, etwas düster, spannend und für geübte Leser ab dem Alter von 10 Jahren auf jeden Fall zu meistern. Ich bin mir sicher dass hier viele junge Leser auf ihre Kosten kommen denn es geht nicht nur um Magie, sondern auch um das was jeden von uns ausmacht und besonders macht. Das hat die Autorin mit Sorry sehr gut "eingepackt" und umgesetzt.

Es gibt verschiedene Häuser in der Akademie Fortuna und alle sind super erklärt, man bekommt ihr magisches Wissen und auch Missgeschicke mit und wird regelrecht, durch den sehr lebendigen Schreibstil, verzaubert.

Sorry hat es nicht einfach. Während ihre Schwester und Mutter ferne Vorhersagen machen können ist Sorry weit davon entfernt. Denn sie kann sehen was in den nächsten Minuten geschieht, aber das ist bei der Mutter von Sorry gar nicht gerne gesehen, würde es da Haus der Wahrsager doch erschüttern und ihre Macht schwächen. Sorry tat mir des öfteren sehr leid, während ich ihre Fähigkeiten sehr praktisch finde, waren viele eben nicht davon überzeugt. Sorry kann und will nicht zu ihren Kräften und Vorteile stehen und leidet sehr unter diesem Druck alles richtig machen zu können. Ich glaube dass gerade viele Kinder die dann langsam in das Jugendalter kommen hier und da etwas mehr nachvollziehen und vor allem verstehen können.

Natürlich geht es auch etwas düster zur Sache - dies passiert durch das Auftauchen von Ben. Die Nekromanten haben damals die Macht an sich reissen wollen und es herrschten düstere Zeiten. Diese sollten überwunden sein, doch kann man Ben wirklich vertrauen? Das fragt sich auch Sorry, ist sie doch genauso "anders" wie Ben.

Mit dem Hausmeistermädchen Missy Hap, die überhaupt keine magischen Fähigkeiten hat und "nur" menschlich ist, kommt etwas Logik, Mut aber vor allem eine freche Klappe und lustige Ideen ins Spiel. Das Gesamtzusammenspiel und die Entwicklungen haben mir sehr gut gefallen.

Das Ende war superspannend, mysteriös und macht sowas von neugierig auf die nächsten Bände mit Sorry, Missy Hap und Ben dass ich es kaum erwarten kann weiterezulesen.

Ich bin, wie man vielleicht merkt, sehr angetan und kann dieses magische Abenteuer gerne kleinen und grossen Lesern empfehlen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.07.2021

Sommer und Winterfrauen

Sommerfrauen, Winterfrauen
0

In New York soll Jonas einen Film drehen. Über Sex. Vorerst soll er die Lokation aussuchen, sich Gedanken über den Film machen, wie er umzusetzen ist und was das Endresultat sein könnte. Gleichzeitig vermisst ...

In New York soll Jonas einen Film drehen. Über Sex. Vorerst soll er die Lokation aussuchen, sich Gedanken über den Film machen, wie er umzusetzen ist und was das Endresultat sein könnte. Gleichzeitig vermisst ihn seine eifersüchtige Freundin in Deutschland und macht ihm hier und das das Leben schwer. Nele soll ihn unterstützen, von ihr ist Jonas sehr angetan. Und dann ist da noch seine Tante...eigentlich nicht seine richtige Tante...aber sie hat damals unter Jonas seinem Grossvater gelitten als er mit der SS in das Leben von Tante Paula einmarschierte...

"Kein Mensch, hat er mir gesagt, kann in Amerika davon existieren, an einer Filmhochschule angestellt zu sein. Vielleicht hat die Tatsache, dass meine Hassanfälle auf ihn immer wieder von Schüben zarter Zuneigung abgelöst werden, vor allem damit zu tun, dass mich seine Ruhmsucht, verbunden mit dieser atemberaubenden Erfolglosigkeit, an mich selbst erinnert. An das, was ich mal sein werde, wenn alle Träume abgewachsen sind." (Seite 121)

Ich weiss gar nicht wo man dieses Buch einfügen kann. Es hat viele Komponenten und Ansichten, womöglich empfindet jeder Leser die Geschichte anders, für jeden sticht ein anderes Merkmal hervor oder man kann sich mit dem Buch gar nicht anfreunden. Es ist auf jeden Fall reine Geschmackssache und mich hat dieses Buch begeistert.

Der Autor beweist bei seinem Erzählstil auf jeden Fall viel Humor, gespickt mit Ironie und Sarkasmus. Muss man mögen, sonst wird die Geschichte wohl eher ein Reinfall.

Jonas ist jung, grün hinter den Ohren und eigentlich weiss er nur eines - er will keinen Nazischeiss drehen. Da kommt ihm der Auftrag einen Film über Sex zu drehen dann schon gelegener, aber so wirklich eine Idee hat er nicht. Auch ist das Leben in New York gar nicht so schillernd, reich und schön wie immer dargestellt. Jonas wacht also in der Realität auf und fällt auf die Nase.

Um ihn herum viele andere, oft gescheiterte Existenzen, die mal angesehen und berühmt waren, jetzt kaum noch Geld zum leben haben, auf Parties oder Veranstaltungen gehen um Gratis etwas essen zu können. Eine Großstadt feiert dich, aber sie vergisst dich genauso schnell. Das war immer wieder ein interessanter und schmerzvoller Aspekt. Auch wie die gescheiterten Existenzen versuchen nochmals den grossen Coup zu landen hat mich bewegt.

Nele ist der Gegenpol zur Freundin von Jonas die in Deutschland eifersüchtig auf seine Rückkehr wartet. Was man hier erlebt hat mich manchmal zum lachen gebracht, aber auch geschockt und dann wieder war Verständnis vorhanden. Eigentlich sind Nele und seine Freundin durchgeknallte Figuren die sich das Leben selbst schwer machen, aber solche Leute zieht Jonas wohl magisch an. Ist das Liebe?

Der harte, der doch brutale Teil kommt durch Tante Paula, die nicht so wirklich seine Tante ist, aber durch den Grossvater von Jonas gelitten hat, denn er war damals bei der SS und maschierte in das Land von Tante Paula ein und sie hatte dann mit der Familie Rosen lange zu tun. Hier passiert dann der "ich drehe keinen Nazischeiss" den Jonas sich vorgenommen hat. Man merkt wie sehr ihn die Vergangenheit seiner Familie mitnimmt, wie sehr er das Bild von seinem Grossvater ständig korrigiert und mit sich im Unreinen ist. Die Vergangenheit belastet die Gegenwart, belastet Jonas und in seiner Familie wurde darüber nie gross ein Wort verloren. Tante Paula aber redet sehr gerne und ihre Ansichten und Überzeugungen dringen nicht nur bein Jonas ein.

Es ist ein abgefahrenes Buch, welches die einen lieben und die anderen hassen werden. Die Einen werden etwas in dieser Geschichte finden, die anderen wohl eher nicht. Ich selbst fand es durchgeknallt aber verdammt gut und ja, ob das jeder so empfindet muss man in diesem Fall selbst herausfinden.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere