Cover-Bild Die Weisheit der Esel
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18,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Nymphenburger
  • Themenbereich: Gesundheit, Beziehungen und Persönlichkeitsentwicklung - Umgang mit persönlichen und gesundheitlichen Problemen
  • Genre: Ratgeber / Spiritualität
  • Seitenzahl: 271
  • Ersterscheinung: 07.02.2019
  • ISBN: 9783485029803
Andy Merrifield

Die Weisheit der Esel

Ruhe finden in einer chaotischen Welt
Andy Merrifield, Wissenschaftler und renommierter Sachbuchautor, verlässt im Zenit seiner Karriere New York und zieht in ein abgelegenes Dorf in der Auvergne. Dort begibt er sich auf einen Fußmarsch, der seine Sicht auf das Leben für immer verändert. An seiner Seite: Gribouille, ein Esel. Er ist Merrifields schweigsamer Begleiter und Lehrer. Nach anfänglicher Ungeduld lässt sich der Autor – und mit ihm der Leser – ein auf den Rhythmus des Esels und beginnt zu begreifen, wie bedeutungslos alle Dringlichkeit und Hektik der modernen Welt sind.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.06.2026

Auf mäandrierenden Wegen unterwegs

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Um ehrlich zu sein, mich hat vor allem das einfache, aber sehr ausdrucksstarke Cover dieses Buches angezogen. Ich habe ein gewisses Faible für Esel und finde die Langohren einfach unwiderstehlich. Diese ...

Um ehrlich zu sein, mich hat vor allem das einfache, aber sehr ausdrucksstarke Cover dieses Buches angezogen. Ich habe ein gewisses Faible für Esel und finde die Langohren einfach unwiderstehlich. Diese Info ist vielleicht wichtig, denn Andy Merrifields Buch ist bestimmt nicht jedermanns/-fraus Geschmack. Eigentlich kann es weder ausgeprägte Handlung noch Tempo vorweisen, und es führt auch nicht wirklich irgendwo hin.

Man sollte keinen Bericht über eine Urlaubsaktivität mit einem Esel erwarten. Immerhin bringen uns Andy Merrifield und der schokoladenbraune Esel Gribouille auf ihrer Tour durch die eindrückliche Landschaft der Haute-Auvergne in Südfrankreich die Beschaulichkeit und Schönheiten der Natur, kleine Abenteuer und verwunschene Plätze näher. Merrifield verfasst jedoch keine Reisebeschreibung. Sondern er nutzt die Zeit dieser Tour mit dem Vierbeiner, um über sein eigenes und das Leben an sich zu meditieren. Er verlangsamt sozusagen sein Lebenstempo, passt es dem des Esels an, lässt die Gedanken schweifen und sinnt über Literatur, Wissenschaft, Facettenreichtum der Natur, Identitätsfindung etc. nach.
Der heimliche Held des Buches ist (für Tierfans) eigentlich der Esel Gribouille (von frz. Kritzeln), der seinen zweibeinigen Begleiter immer wieder mit unergründlichem Verhalten und subtiler Weisheit überrascht. Bald lernt Merrifield Gribouilles langsame aber beständige Geschwindigkeit und spontane Halts zu schätzen und zu verstehen. Er verändert sich in dieser neuen Partnerschaft und lässt sich inspirieren von seiner Vorstellung von der Eselsperspektive.

Mir haben hat das Buch am besten gefallen, wenn es die Biologie und Eigenschaften der Esel und die Geschichte des Verhältnisses der Menschen zu den Eseln beschreibt. Obwohl die Esel vor 8000 Jahren domestiziert wurden, haben wir Menschen sie nie wirklich gut behandelt. Da Esel eine hohe Schmerzgrenze haben, wurden sie von den Leuten oft gnadenlos geschlagen, um sie anzutreiben. Beeindruckend ist das Ausmaß des emotionalen Schmerzes der Esel, besonders wenn sie einen Kumpel oder Freund verlieren.
Merrifield hat seine Erkenntnisse vor allem im Sidmouth Donkey Sanctuary in England und bei Tierbegegnungen in Marokko, Ägypten und Frankreich gewonnen. Sehr eindrücklich vermittelt er, dass die Natur des Esels nicht ist, stur und schwierig zu sein, sondern ihr Verhalten reiner Überlebenswille ist.
„So ist das nun mal mit einem Esel. […] Er bietet einem das Geschenk , den Rhythmus präziser Schritte zu genießen, gemächlicher auszuschreiten und dennoch weiter voranzukommen, den Augenblick wie einen kostbaren Schatz zu hüten, ihn zu verlängern, ihn auszukosten in seiner ganzen Fülle…“ S. 39
Wer auch literarisch interessiert ist, hat bestimmt Spaß an den gedanklichen Ausflügen zu den Eseln, die bereits in der Bibel und im Koran auftauchen, wie auch bei Robert Louis Stevenson, Cervantes‘ Don Quixote, George Orwell, der Dichterin Anne Sexton, A. A. Milne, Tao Mystikern und anderen . Da werden endlich z.B. Sancho Panzas Esel Dapple oder Old Benjamin aus Orwells Farm der Tiere ins rechte Licht gerückt.
Wer es noch nicht wusste, es gibt nicht nur Therapiehunde, sondern auch –Esel, die Kommunikation, Entspannung und Gefühle positiv beeinflussen. Diese Funktion übernimmt Gribouille wohl hier für den Autor.„Unter Gribouilles aufmerksamen Augen durfte ich einen Blick auf mein verlorenes, wahres Ich werfen und Anspruch erheben auf meine verlorene Unschuld…“ S. 257
Merrifield hat internationales Großstadtleben und wissenschaftliche Karriere aufgegeben, um sich im ländlichen Frankreich niederzulassen. Nun nutzt er die Tour mit dem schokoladenbraunen Esel, der Löwenzahl und Disteln vertilgt, für einen Rückblick, Analyse und Befreiung von Ballast.
Er breitet keine großen Philosophien oder tiefgründige Meditationen vor seiner Leserschaft aus, sondern eher ein paar Splitter einer Reise nach Innen und ein paar Impressionen der Reise außen mit entspannenden Tagträumen an frischer Luft.
Wer sich darauf einlassen mag, kann bestimmt gut entspannen und Tempo aus dem Alltag nehmen. Vielleicht bekommt man Lust auf eine Eselswanderung.

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Veröffentlicht am 01.07.2026

Esel - stur oder weise?

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Vielleicht bin ich gerade einfach zu unruhig für dieses Buch; wahrscheinlich werde ich es später wieder in die Hand nehmen. Die Idee hat mir gefallen, die Geschichte zieht sich aber zu lang hin. Der gezeichnete ...

Vielleicht bin ich gerade einfach zu unruhig für dieses Buch; wahrscheinlich werde ich es später wieder in die Hand nehmen. Die Idee hat mir gefallen, die Geschichte zieht sich aber zu lang hin. Der gezeichnete Esel auf dem Titel gefällt mir sehr, ich habe ihn immer wieder bei den ausgiebigen Beschreibungen angeschaut.
Obwohl ich nur einen Teil des Buchs gelesen habe, wurde mir viel Wissen über Esel vermittelt: Wenn der Esel dem Führenden vertraut, geht alles besser. Ein Esel entscheidet, was seinem Instinkt nach für ihn am besten und sichersten ist. Wenn man versteht, warum er so reagiert, empfindet man ihn nicht mehr als „störrisch“. Vor dem, was ihm zu unsicher ist, scheut er zurück und lässt sich durch nichts von der Stelle bewegen. Nichts kann ihn zwingen, weil er selber weiß, was gut für ihn ist.
Merrifield ist überzeugt, dass wir Menschen davon lernen können: Oft schlagen wir wider besseres Wissen einen Weg ein, von dem wir im Innersten wissen, dass er nicht unseren Interessen entspricht. Immer wieder zeigt die Menschheitsgeschichte, dass es meist einfacher ist, sich führen zu lassen, als den eigenen Weg zu finden.

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