Cover-Bild Halbnah
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22,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Jung u. Jung
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 176
  • Ersterscheinung: 22.08.2024
  • ISBN: 9783990274040
Anna Maria Stadler

Halbnah

Roman
Drei Frauen gehen aus unterschiedlichen Gründen nicht nach Hause, jede streift für sich durch die Stadt, bevor der Tag vorbei ist. Für Kata ist sie voller Erinnerungen, die sie vermeidet. Als Kind, wenn die Mutter wohnungslos war, hat sie viel Zeit draußen verbracht. Jetzt, im Gehen, fällt ihr auf, dass der öffentliche Raum manche Menschen ausschließt. Katas Kindheit war anders als die von Mira, ihrer Pflegeschwester, bei der sie auch heute noch unterkommt, wenn sie zu Besuch hier ist. Mira verbringt immer weniger Zeit in ihrer Wohnung, sie ist ihr nicht durchlässig genug. Auf ihrem Streifzug denkt sie über Formen der Gemeinschaftlichkeit nach, in Nischen der Stadt, bevor sie selbst in eine solche stolpert. Sarah wiederum bewegt sich an den Rändern, aus der Stadt und ihrem Leben hinaus. Sie hat gerade ihre Sachen in einen stillgelegten Trakt eines Krankenhauses übersiedelt. Anders als Elias, mit dem sie nur noch die gemeinsame Wohnung verbindet, weiß sie, dass dies auch ein Abschied ist.Dieses Buch lotet einen Raum aus, in dem sich Begegnung und Ausweichen, Fragilität und Widerständigkeit, Begehren und Verweigern verdichten. Es ist aufregend behutsam, zugleich tastend und sicher, erzählt. 

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Veröffentlicht am 15.09.2024

Alltag und Poesie

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Die Stadt als Ort der Begegnungen, des sozialen Miteinanders aber auch eines Vakuums, das von den Menschen mit ihren unterschiedlichen Geschichten, Bedürfnissen und Wünschen gefüllt wird – „Halbnah“ bietet ...

Die Stadt als Ort der Begegnungen, des sozialen Miteinanders aber auch eines Vakuums, das von den Menschen mit ihren unterschiedlichen Geschichten, Bedürfnissen und Wünschen gefüllt wird – „Halbnah“ bietet für all dies einen Raum, Auffangbecken und Projektionsfläche. Und gleich Perlen an einer Kette reihen sich Ausschnitte der einzelnen Leben und Handlungsfragmente aneinander.
Drei Frauen sind es, die wir begleiten in einer zeitlich klar begrenzten Gegenwart und einer Vergangenheit, die weit und breit ist. Kata und Mira verbindet eine gemeinsame Kindheit, ein Aufwachsen als Schwester und Pflegekind und ein Verhältnis der räumlichen Distanz und emotionalen Nähe. Sarah erscheint dagegen in einem Prozess des Loslassen und des Infragestellens ihrer sozialen Bindungen und Beziehungen. Mit Blick auf ihren Lebensgefährten Elias folgt auf ihre emotionale Entfremdung ein Weggang aus der gemeinsamen Wohnung und damit eine Trennung. Stück für Stück. Karton für Karton. Ein Zueinanderfinden mit Benjamin, auf welchen sie Sehnsüchte und die Hoffnung auf eine erfüllte Partnerschaft projiziert, findet anders als von ihr erhofft jedoch nur in kleinen Schritten statt.
„Halbnah“ ist viel und sperrt sich gegen eine Zuordnung in Genres und Kategorisierungen, die eigenen literarischen An- und Zielsetzungen nur wenig Raum lassen. Es ist die Beschreibung des Alltags der jungen Frauen, die uns Einblicke in Denken und Handeln einer Generation und doch dreier Individuen gewährt. Zugleich sind es die poetischen Elemente und die Klugheit in Aussagen und Betrachtungen, die ein Verweilen in Kopf und Gedanken schaffen – und eine Fortsetzung im Bezug zu eigenen Ansichten und Leben.
Nur die Perlen auf der Kette reihen sich in Teilen in Abständen, die lose und in ihrer Verbindung nicht eindeutig sind. Bevor sie abreißen – so wie auch der beschriebene Tag so plötzlich zu enden vermag.

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