Ungesagtes
'Vertraute Gespenster' von Anna Ruchat ist ein Roman, der mich ziemlich schnell fesseln konnte - mich am Ende aber auch etwas ratlos zurückgelassen hat.
Die junge Teresa verlässt ihre Heimat, um als Kindermädchen ...
'Vertraute Gespenster' von Anna Ruchat ist ein Roman, der mich ziemlich schnell fesseln konnte - mich am Ende aber auch etwas ratlos zurückgelassen hat.
Die junge Teresa verlässt ihre Heimat, um als Kindermädchen bei einer wohlhabenden Familie zu arbeiten. Anfangs läuft alles gut: Sie findet sich schnell in ihrem neuen Alltag zurecht. Nach und nach tun sich jedoch unausgesprochene Ereignisse und rätselhafte Fragen auf, die eine immer düsterere Richtung einschlagen.
Ihre beiden Schützlinge, Giovanni und Pietro, sind liebe Jungen, auch wenn einer von ihnen eher verschlossen wirkt. Eines steht jedoch fest: Das Arbeitszimmer ihres Stiefvaters ist für beide ein Ort, den sie lieber meiden. Und was hat es eigentlich mit der ältesten Tochter der Familie aus Marias erster Ehe auf sich? Warum ist ihr Verhältnis zur Mutter so angespannt und ihre Abneigung gegenüber dem Stiefvater so offensichtlich?
Ein wenig Licht ins Dunkel bringen die Tagebucheinträge der Mutter Maria. Darin schreibt sie an ihren verstorbenen ersten Ehemann, berichtet häufig von ihrer gemeinsamen Tochter Esther und äußert sich ihr gegenüber oft sehr kritisch. Das fand ich wirklich schwer zu lesen, da die Mutter so auf vermeintlich äußerlichen Makeln der Tochter herumreitet. Später kommen außerdem einige Abschnitte aus der Perspektive der inzwischen erwachsenen Giovanni und Pietro hinzu.
Mein Leseerlebnis war insgesamt ehrlich gesagt durchwachsen. Der Roman ließ sich gut lesen, und ich bin vor allem drangeblieben, weil ich unbedingt wissen wollte, wie die Geschichte ausgeht. Das Ende konnte mich dann jedoch nicht überzeugen.